Sono Motors sichert Bau von 4 Sion Prototypen

Der erfolgreiche Abschluss der Crowdfunding Kampagne hat Sono Motors nicht nur viel mediale Aufmerksamkeit im In- und Ausland gebracht. Auch der Bau von 4 Sion Prototypen wurde dadurch gesichert. Das Solar Electric Vehicle (SEV) Projekt bleibt dabei seinem eingeschlagenen Kurs treu. Schlüsseltechniken des Fahrzeugs werden konsequent in Europa gehalten. Außerdem zeigt sich, der Sion wird somit noch ein Stück mehr zum Skandinavier. Zusätzlich stellt sich die Frage, wie weit seiner Zeit voraus das SEV Konzept ist.

Konzept mit Valoe Solar Zellen
Konzept mit Valoe Solar Zellen. Bild: Valoe Oyj

Nach der Aufsehen erregenden Crowdfunding Kampagne konnte Sono Motors bis zum 21. Februar einen Geldeingang von 36.326.712 € melden. Damit gilt die nähere Zukunft und der Bau der Prototypen als gesichert. Existierende Technologieträger, die man noch immer zur Probefahrt in München buchen kann, basieren auf dem BMW i3. Mit 4 Sion Prototypen, deren Bau mit rund 15 Millionen € angegeben wird, kommt das Projekt der Serienreife ein Stück näher. Dazu verstärkt das Unternehmen auch das Kernteam in der bayerischen Landeshauptstadt. Vor allem für die Bereiche und Entwicklung werden zusätzliche Stellen geschaffen.

Der Sion wird noch mehr zum Skandinavier

Einer der Gründe für den Start der Crowdfunding Kampagne war es, die Schlüsseltechniken des Projekts in Europa zu halten. Der Einstieg internationaler Investoren hätte nach Aussage des Start-ups das Abwandern von Technologie nach Asien bedeutet. Das wollten die  Gründer von Sono Motors um jeden Preis verhindern. Eine der wichtigen Technologien ist die nahtlose Integration der Solarmodule in die Karosserie des Sion. Zur Realisierung arbeitet das Münchner Unternehmen seit 2 Jahren mit Valoe Oyj zusammen. Valoe wird offiziell als Technologiepartner von Sono Motors geführt. Die schwarzen, flachen, kaum sichtbaren IBC Solarzellen (Interdigitatet Back Contact) werden den Sion mit Solarstrom versorgen. Bis zu 34 Kilometer kostenlose und emissionsfreie Solar-Reichweite am Tag sollen möglich werden.

Produziert werden die Zellen in Vilnius. Valoe übernahm dort 2019 eine hochmoderne Anlage. Zusätzlich zur Produktion in Schweden wird das SEV mit finnischer Solar-Technologie noch mehr zum Skandinavier.

Seiner Zeit voraus?

Für den Sion ist es noch ein längerer Weg,  bis die ersten Fahrzeuge in Kundenhand sein werden. In der Zwischenzeit ist der Mitbewerb nicht untätig,  und es stellt sich die Frage, wie weit man in München der Zeit voraus ist. Denn immer mehr Ideen des deutschen SEV finden sich auch in anderen Konzepten. Darunter sind auch Marken, von denen man es vielleicht nicht erwarten würde. Das Tata Sierra Concept, ein elektrisches SUV des indischen Herstellers, reinigt die Luft im Innenraum ebenfalls mit Moos. Erste Bilder rufen Assoziationen an den Sion hervor. Der für 2022 angekündigte Fisker Ocean, mit dem Fokus auf nachhaltigen Materialien, hat auf seinem Dach ebenfalls Solarzellen. Ob er damit nur den Innenraum kühlt, oder wahrscheinlicher auch die Batterien des rein elektrischen SUV lädt, ist im Moment noch unsicher.

5 Gedanken zu „Sono Motors sichert Bau von 4 Sion Prototypen

  • Der Tata Sierra dürfte noch einige Dinge mehr an Bord kriegen, was der Sion auch hat. Unter anderem auch die Solarzellen in der Karosserie.

    Die Tata Gruppe ist auch der heutige Hauptaktionär der Schweizer Flisom AG. Flisom Solar-Panele basieren auf Ideen eines Spin-Offs der ETH Zürich. Es sind die ersten wirklich flachen Module, welche in grösserer Stückzahl eingesetzt werden. Sie werden gedruckt ähnlich wie Tapeten (https://www.flisom.com/?lang=de).

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  • Eine spannende Entwicklung. Ich bin nach wie vor skeptisch ob Sono es bis zur Produktionsreife schaffen kann. Aber es ist wohltuend zu sehen dass junge Gründer nicht auf “Made in China” setzen. Sie sichern europäische Arbeitsplätze und denken nachhaltig. Kurzfristiger Profit scheint nicht im Vordergrund zu stehen. Das unterscheidet sie erheblich von den großen Konzernen.

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  • Valoe Oyj …

    ist in Sachen Bildern hier der klare Sieger. Die Fotos vom Sion zeigen eine klare Ästhetik. Die vom Fisker und des Tatas sind abstoßend.

    Nix gegen gute Ideen und gute Kopien von guten Ideen, aber in Sachen Moos und integrierter Solarzellen sehe ich nicht, dass die Plagiate punkten …

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  • Nicht zu vergessen den/das Lightyear One, ebenfalls mit Solarzellen, die auch die Batterien laden können sollen. Stammt aus den Niederöande, wenn ich das richtig gesehen habe. https://lightyear.one/

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  • @ Martin,

    danke, dieses Projekt kannte ich noch gar nicht. Sieht lecker aus und weckt Assoziationen. Großer Kofferraum trotz oder wegen eines Fließhecks, das kommt mir irgendwie bekannt vor …

    Sehr sympathisch, dieser holländische Ansatz.

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