Empfehlungsprogramm für den Sion startet

Die Elektromobilität kommt! Ganz sicher wird ab 2020 die Welle anrollen. Nicht etwa, weil alle Hersteller plötzlich ihre Liebe zum Elektroauto entdeckt haben. Sondern weil die Brüsseler Maßgaben sie dazu zwingen. Ohne Elektroautos im Portfolio wird das Einhalten der verschärften Emissionsrichtlinien unmöglich sein. Es stellt sich die Frage, ob das Angebot ab dem kommenden Jahr auf entsprechendes Interesse der Käufer treffen wird?

Sono Motors startet ein Empfehlungsprogramm für den Sion
Sono Motors startet ein Empfehlungsprogramm für den Sion. Photo Credit: Sono Motors

Es wird noch ein gutes Jahr dauern, bis in Trollhättan der erste Sion vom Band laufen wird. Bis die ersten Fahrzeuge in Kundenhand sein werden,  könnte der Kalender bereits 2021 melden. Ein Newcomer mit einem innovativen Konzept trifft dann auf ein Marktumfeld, das dicht besetzt sein wird. Vielleicht sogar heiß umkämpft, wenn die Elektroauto-Wette nicht den Ansturm auslöst, auf den die Hersteller setzen.

Der Sion punktet zwar mit seinem Konzept als Solar-elektrisches Fahrzeug und bewegt sich als kompakter, bezahlbarer Mini-Van mit hohem Nutzwert in einem europaweit angesagten Segment. Aber Sono Motors denkt an die Zukunft und an Folgebestellungen zu den bisherigen 10.000 Reservierungen. Die zwar angezahlt sind, aber erst zum Jahresende in verbindliche Bestellungen umgewandelt werden sollen.

Empfehlungsprogramm: 1 % Rabatt auf den Sion

Sono Motors startet deshalb ein Empfehlungsprogramm, und setzt dabei voll auf die Community und auf soziale Medien. Wer bereits einen Sion reserviert hat, kann einen Empfehlungscode generieren, ihn mit Freunden, Bekannten und Nachbarn teilen. Für jede Reservierung über den Code erhalten Besteller und Code-Aussteller einen Rabatt von 1 % auf ihren Sion. Der Code kann beliebig oft und für beliebig viele Bestellungen verwendet werden. Allerdings bezieht sich der Rabatt nur auf den Grundpreis des Sion von 16.000 € ohne Batterie.

Die Strategie von Sono Motors erinnert stark an das Vorbild Tesla. Statt auf herkömmliche Werbung setzen die Amerikaner auf die Macht der Community und der sozialen Medien. Mit ihrem Empfehlungsprogramm sind die Pioniere in den letzten Jahren gut gefahren. Junge Marken gehen unkonventionelle Wege, setzen sich so von der „alten“ Industrie ab. Der Kunde als der beste Verkäufer, das könnte Schule machen und weitere Nachahmer auf den Plan rufen. Ob Sono Motors mit dem Empfehlungsprogramm eine ähnliche Erfolgsgeschichte schreiben wird wie Tesla, dies zeigt die Zukunft.

7 Gedanken zu „Empfehlungsprogramm für den Sion startet

  • Tesla bietet Besitzern von Teslas die Möglichkeit, das Produkt neuen Besitzern zu empfehlen. Das Sion-Empfehlungsprogramm ist eine Empfehlung für ein Produkt, das noch nicht existiert. Wie kann man ein Produkt empfehlen, dass nicht getest wurde weil es das Auto noch gar nicht gibt? Ist doch irgendwie unseriös. Wenn begeisterte Besitzer weiterempfehlen und ihr Auto zu Probefahrtzwecken zur verfügung stellen dann ist das was anderes und eine tolle Idee. Ich sehe bei Sono Motors weiterhin kein Produkt sondern nur Versprechungen und Marketing.

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  • Überraschend langweilig ist das schon. Für junge Leute, die der Autoindustrie den Kampf angesagt haben auf jeden Fall. Etwas mehr an Ideen hätte ich mir da erhofft. Immerhin lässt Sono so eine Menge Luft nach oben für weitere Einfälle!

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  • Interessante Zwischeninfo. Danke.

    Es bleiben wie gewohnt viele Fragen offen. Nicht etwa, weil das kennzeichnend für diesen Blog wäre (ist es nicht), sondern weil die politischen Vorgaben – egal ob national oder aus Brüssel – schon langjährig maximal verklausuliert sind …

    Was heißt es da, dass (Zitat) „ohne Elektroautos im Portfolio das Einhalten der verschärften Emissionsrichtlinien unmöglich sein wird“?

    Das zielt doch mal wieder auf den s.g. Flottenverbrauch. Und „Portfolio“ heißt da nur, dass die Modellpalette eines Konzerns sich rein theoretisch und im Durchschnitt an Emissionsrichtlinien hält. Jedes EV oder jeder Kleinwagen, das oder der da ins Portfolio aufgenommen wird, ist da nicht weniger aber auch nicht mehr als ein Alibi für weitere Spritschleudern …

    Das geht jetzt schon ewig so. Die ersten und bislang einzigen 3-Liter-Autos* (VW Lupo und Audi A2) fallen zeitlich nicht rein zufällig damit zusammen, dass der Mutterkonzern Bentley, Bugatti und sogar unter dem eigenen – fortan euphemistischen – Markennamen 10- und 12-Zylinder Diesel und Benziner mit bis zu 6,0 Litern Hubraum in sein Portfolio aufnahm …

    Bei DB war es mit dem s.g. Smart ganz ähnlich. Ein Alibi gegenüber Brüssel für mehr Power, mehr Verbrauch, Gewinn und Umsatz mit dem oberen Ende der Flotte/des konzerneigenen Portfolios …

    Mit wenigen Mouse-Clicks ist auch das nächste EV generiert und der Flottenverbrauch im Lot.
    Brüssel reitet ein totes Pferd – aber immerhin über eine sehr, sehr lange Distanz.
    Ist das so dermaßen blöd, dass es schon wieder nachhaltig ist?
    Wie dem auch sei, das Pferd wird vollständig verwertet.
    Immerhin …

    * Verbrauch, nicht Hubraum ! ! !

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    • Na ja. Ein Batterie-Elektrisches Auto wird mit 0 Emission gerechnet. Ein Plug-in-Hybrid wird mit Formeln, die nichts mit der Realität zu tun haben, auf Verbräuche von 1 oder 2 Liter heruntergerechnet. Dabei ist es ohne Belang ob der Fahrer die Batterie nutzt, oder nur mit fossilen Energieträgern fährt. Nur so kann man die Flotten Verbräuche, auf dem Papier einhalten.

      Aber: Man muss zur Einhaltung der Normen Elektroautos auch verkaufen, und jedes Jahr mehr! In China führten die Vorgaben in den letzten Jahren zu Auswüchsen. Da wurden Elektroautos gekauft, Subventionen eingestrichen, und in Mietflotten eingereiht. Allerdings wurden die Fahrzeuge in der Realität nie bewegt. Sie standen auf irgendwelchen Brachflächen rum. Es ging nur um Subventionen und Statistiken. Die Zeitungen waren voll davon.

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  • Danke. Wieder was gelernt …

    Dass der Flottenverbrauch – neben absurden Formeln – mittlerweile auch Verkaufszahlen (schon deutlich sinnvoller) berücksichtigt, war mir nicht bewusst.

    Andererseits zeigt das Beispiel Chinas (es ging medial an mir vorbei), dass man global und branchenweit wohl auch weiterhin mit „kreativen Lösungen“ für politische Vorgaben rechnen sollte …

    Augenblicklich frage ich mich, ob das Carsharing unserer Hersteller mit zumeist verbrauchsgünstigen Autos nicht ganz ähnliche, quasi spiegelbildliche Interessen und Strategien verfolgt, wie die eine oder andere Brache Chinas?

    Ach ja, wie gerne würde ich wieder E85 tanken – am liebsten, bis mein BioPower Kilometerkönig ist.

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  • Es tut sich also was, ich bleibe gespannt. Vielleicht sieht man den Sion 2020 wirklich aus den ehrwürdigen SAAB Werkshallen rollen?

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  • Interessant zu wissen wäre es noch, wie Brüssel Flexi-Fuel-Vehicles (FFV) ansetzt.

    Ähnlich wohlwollend wie ein EV oder Plug-in-Hybrid berechnet, wäre selbst der Flexi-Fuel-Bentley ein 3-Liter-Auto gewesen. Andere FFVs (etwa mein BioPower) müsste man (den optimal CO2-neutralen Betrieb mit ausschließlich E85 und ausschließlich CO2-neutralem Anteil an Ethanol vorausgesetzt) sogar auf 1,5 Liter fossiler Brennstoffe berechnen …

    Wäre dies in Brüssel der Fall, müssten wir uns um die Wiedereinführung von E85 in D aber wohl auch gar keine Sorgen machen?

    Wir leben in einer merkwürdigen Zeit, die von einer enormen Verzerrung des (technischen) Wettbewerbs um die Lösung drängender Fragen geprägt ist. Was für ein Luxus, ausgerechnet den Wettbewerb um den Klimaschutz nach Gutdünken und Gutsherrenart zu verzerren. Man kann nur beten und hoffen, dass Politik und Medien jeweils wissen, was und warum sie es tun oder unterlassen …

    Apropos Unterlassung,
    einem lokalen Radiosender des ÖR (RBB) habe ich die Bitte zukommen lassen, das Thema der Bio-Kraftstoffe zu vertiefen. Meine intensive Hörerschaft hat mir zwar einen interessanten (und wohlwollenden) Beitrag über einen finnischen Produzenten von Bio-Kraftstoffen aus Abfällen beschert, aber weder über das leuchtende Beispiel Frankreichs oder die aktuelle Petition (e85-go.de) in Deutschland habe ich bislang auch nur ein einziges Wort von dieser Seite her vernommen.

    Liebe Leute,
    bitte werdet aktiv. Zeichnet die E85-Petition und macht sie durch E-Mails im Kreise von Freunden, Familie und Kollegen auch anderen Menschen bekannt. Schreibt an euren liebsten Radio- oder Fernsehsender, die Tageszeitung, ein Magazin oder eine Online-Redaktion. Macht was immer ihr wollt, aber bitte tut etwas. Und wenn es am Ende nur dazu dient, dass man sich in punkto Unterlassung nichts vorzuwerfen hat, dann ist schon sehr, sehr viel gewonnen.

    Und sei es nur, dass kommende Generationen an Kindern, Enkeln, Historikern, Sozio- und Politologen zu einem fortschrittlicherem Verständnis der Rolle und Funktion (-stionsweise) von Politik und Medien gelangen, als es uns gegenwärtig möglich und zu eigen ist. Auch das wäre schon viel mehr als nichts, wäre auch ein Fortschritt …

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