Tempolimit 120 auf Autobahn? Ein Selbstversuch.

Es ist Samstag,  und ich bin auf dem Weg nach Bamberg. Rund 160 Kilometer und die Gelegenheit für einen Selbstversuch. Ein Tempolimit von 120 km/h auf bundesdeutschen Autobahnen wird diskutiert, ich probe es heute schon einmal. Mit einem Auto, das alles andere als besonders gut dafür geeignet ist.

Tempolimit Selbstversuch im 9-3 Aero. Das denkbar wenigst geeignete Auto dafür.
Tempolimit Selbstversuch im 9-3 Aero. Das denkbar wenigst geeignete Auto dafür.

Mein Saab 9-3 Aero ist fast 20 Jahre alt, hat eine 4-Stufen Automatik, und eine für die Fahrzeugklasse dicke 17″ Bereifung. Wunder sollte man also keine erwarten, der Referenzwert der letzten Autobahnfahrten liegt bei 9,8 Litern als Verbrauch. Die wurden bei durchschnittlich 150, 160 km/h absolviert – eine Geschwindigkeit,  bei dem sich Saab und Fahrer wohlfühlen.

Noch schnell ein Reset des Bordrechners, dann geht es auf die Autobahn. Tempo 120, ich spüre es auf den ersten Metern, ist wirklich langsam. So gut wie jeder andere Verkehrsteilnehmer überholt mich, egal ob Kleinwagen, Transporter oder SUV. Mein Gasfuß mag die Schleichfahrt auch nicht leiden, ich erwische mich permanent dabei, dass der Tacho zwischen 130 und 140 pendelt. Es nutzt aber nichts, ich muss da jetzt durch!  Also den Tempomaten aktiviert, 120 eingestellt, und der 9-3 klettert den Kauppenaufstieg auf der A3 hoch. Das ist langweilig, und bevor es den Lesern fade wird,  eine kurze Geschichte aus meinem Leben.

Der Kauppenaufstieg

Ein Lesender meinte neulich, ich solle mehr von mir erzählen. Schließlich liest er mich jeden Tag und ist dadurch mit mir öfter in Kontakt als mit einigen Familienmitgliedern. Also gut! Der Kauppenaufstieg der A3 ist neu gemacht, mehrspurig. Seine alte Version war brandgefährlich, und das Unfall-trächtigste Autobahnstück in Nordbayern. Ich denke,  es war das Jahr 1971, da hätte ich fast mein noch sehr junges Leben dort ausgehaucht. Mein Vater und ich waren in einem Ford Taunus 12 M ( der mit dem Saab Motor ) auf der Gegenfahrbahn den Abstieg von Rohrbrunn in Richtung Aschaffenburg unterwegs. Auf der Fahrbahn lag ein Holzbrett, das ein vorher fahrender LKW verloren hatte. Ein Ausweichen war unmöglich, der Verkehr damals schon zu dicht. Der Ford fuhr über das Holz, das wirbelte an den Unterboden und durchtrennte die Bremsleitung.

Keine Ahnung,  wie mein alter Herr das hinbekam, aber er behielt die Nerven. Irgendwie schaffte er es bis zum nächsten Parkplatz, ließ den Ford ausrollen und hielt sicher an. Meine Mutter erfuhr nur beiläufig davon, und wie sie reagiert hatte,  entzieht sich meiner Erinnerung. Die Geschichte geht mir nach Jahrzehnten immer noch durch den Kopf, wenn ich den Abstieg fahre. Die Streckenführung hat sich seitdem geändert, aber die Stelle mit dem Parkplatz erkenne ich immer noch.

Mit der kleinen Geschichte haben wir uns die Zeit bis Würzburg vertrieben. Spaß macht mir Tempo 120 immer noch nicht, aber der Verbrauch ist auf 8,3 Liter gesunken. Nicht schlecht, aber ich muss nun quer durch die Stadt, und da schlägt die Automatik zu. Als ich dann auf die A7 rolle, stehen wieder 8,5 Liter auf dem Display. Mittlerweile habe ich mich an die 120 gewöhnt. Entspannt gleite ich dahin, genieße den Komfort des 9-3, die Drehzahl des kurz übersetzten Getriebes liegt knapp unter 3.000 Umdrehungen.

Der Kauppenaufstieg der A3, hier gibt es was zu erzählen.
Der Kauppenaufstieg der A3, hier gibt es etwas zu erzählen.

Wie war das mit dem Klimawandel?

Natürlich mache ich den Selbstversuch nicht nur wegen der Diskussion um das Tempolimit. Es geht mir auch um die Schonung von Ressourcen und die Frage, wie ein 20 Jahre altes Auto in die Zeit passt. Am Abend dieses Tages wird das Fernsehen aus Spanien berichten. Greta Thunberg hat ihre bisher größte Klimademo organisiert, das Thema bewegt die Massen. Vielleicht. Oder auch nicht. So wie es auf der A70 aussieht,  interessiert sich für CO2 Ausstoß und ökologische Fußabdrücke kein Mensch.

Ich schimpfe ja gerne über die großen, dicken SUV, die unter Vollast über die Autobahn pflügen. Die gibt es auch heute, aber mit meiner 120 km/h Wanderdüne bin ich ein Verkehrshindernis für jeden. Die Autobahn ist relativ frei, und die Menschen fahren nach einem abgewandelten Donald Trump Zitat “Ich habe viele PS, warum sollte ich sie nicht einsetzen?“.  Trump sagte das einst in Verbindung mit Atomwaffen. Und er meinte das nicht als Spaß.

Vom Dacia bis zum Bentayga überholt mich heute alles,  was geht oder fast alles. Alleine die Besatzungen von Fahrzeugen mit rumänischen oder bulgarischen Nummernschildern sind konsequent langsamer als ich es bin. Stoisch mit 110 ziehen sie mit ihren Dieselfahrzeugen, die wir ja nicht mehr fahren dürfen, ihre Bahn nach Osten. Sparsam und garantiert nachhaltig. Der Verbrauch vermutlich mit fabelhaften Werten unter 4 Litern. Nicht wegen der Umwelt, sondern aus anderen Gründen.

Tempolimit 120 entspannt

In Richtung Bamberg fällt der Verbrauch immer weiter. 8,2 dann 8,1. Kurz vor Bamberg sehe ich die 8. Ich bin entspannt unterwegs, niedriger Blutdruck und Ruhepuls. Mit Tempo 120 kann man leben, keine Frage!  Auf den rund 160 Kilometern bin ich gerade einmal 10 Minuten langsamer unterwegs – eine Zahl,  die man vernachlässigen kann. Sinkt der Verbrauch noch unter die magische 8?

Er tut es nicht. Als ich bei Muckelbauer auf den Hof fahre, steht sie immer noch im Display. Ich zücke das Iphone, in diesem Moment springt sie auf 8,1 um. Pech gehabt! Unterm Strich steht ein Minderverbrauch von 1,8 Litern im Raum. Mit einem sensibleren Gasfuß und ohne Würzburger Stadtverkehr wären es vielleicht 2 oder 2,1 Liter geworden.

Wie gesagt, mein Aero ist nicht das ideale Auto für Selbstversuche dieser Art. Rechnet man die Automatik weg, auf die ich nicht verzichten möchte, wären es beim händisch geschalteten Getriebe ein halber Liter weniger Verbrauch. Reifen in einer kleineren Dimension würden noch einmal 0,1 Liter pro Zoll ergeben. Um die 7 Liter Verbrauch wären mit einem 20 Jahre alten 9-3 bei einem Tempolimit keine Illusion. Damit bliebe am Ende nur ein geringer Vorteil für moderne Fahrzeuge mit 8- oder 9-Gang Automatikgetrieben.

Der Lohn der Schleichfahrt. Nur 8,1 Liter Verbrauch. Eigentlich waren es sogar nur 8,0.
Der Lohn der Schleichfahrt. Nur 8,1 Liter Verbrauch. Eigentlich waren es sogar nur 8,0.

Wie nachhaltig ist das?

Es gibt wenig Argumente, die gegen alte Autos im Alltag sprechen würden. Im Gegenteil. Wird ein generelles Tempolimit eingeführt, dann fallen deren größte Nachteile weg. Moderne Autos punkten durch bessere Fahrwerke, Bremsen und Lichtsysteme. Deren Stärken zählen besonders bei hohen Geschwindigkeiten und verlieren bei gemütlichen 120 km/h zunehmend an Bedeutung.

Der größte Trumpf ist die Nachhaltigkeit. Denn der größte Verbrauch an Ressourcen fand vor 2 oder 3 Jahrzehnten statt. Wenn sie jetzt einen oder zwei Liter auf 100 Kilometer mehr verbrauchen, dann ist das zu verkraften. Nur zur Einordnung: Die Produktion eines neuen VW Golf emittiert im Schnitt 5 Tonnen CO2. Unterstellen wir dem Golf großzügig einen Minderverbrauch von 2 Litern auf 100 Kilometer, dann kann der alte Saab mit diesem CO2 Rucksack 105.000 Kilometer bewegt werden, ohne dass der moderne Golf einen Vorteil für die Umwelt erwirken würde.

Und während der VW Konzern die durchschnittliche Lebenszeit seiner Produkte mit 200.000 Kilometern angibt, spielen die Legenden aus Trollhättan in einer höheren Liga. Wenn in Wolfsburg bereits der nächste Golf in Produktion geht und sein Vorgänger beim Verwerter landet, fährt mein alter Saab immer noch und ist so ein wirklich nachhaltiges Fahrzeug.

35 Gedanken zu „Tempolimit 120 auf Autobahn? Ein Selbstversuch.

  • Herzlichen Glückwunsch zum Selbstversuch. Ich mache das bereits im Dauertest. Allerdings 130 mit meinem 9-5 1,9TID und Automatik. Auch da werde ich ständig von (meist weißen) Kleinlastern bedrängt, die ich allenfalls bergauf wieder vor mir habe. Mein Dieselverbrauch liegt dann bei knapp 6 Liter und ich kann theoretisch von Köln nach Berlin und zurück fahren ohne zu tanken. Trotz meiner “Selbstbeschränkung” empfinde ich mich als freier Bürger in einem freien Land und habe gar nicht das Gefühl, die letzte Freiheit, die wir haben, nicht zu nutzen. Was für ein Denken! Wir hatten noch nie so viele Freiheiten wie heute!

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  • Das deckt sich gut mit meinen Beobachtungen. Die B19 durch WÜ kann einem jeden guten Schnitt verhageln :-D. Ich stelle den Tempomaten in der Regel auf 130 und damit segelt man zwischen AB und N eigentlich ganz gut im fliesenden Verkehr mit. Die Wanderdüne (MY99, 2.0i) liegt durch Handschaltung im WÜ Stadtverkehr gut 1,5 – 2 L niedriger im Vebrauch als das Cabrio (MY01, 2.0SE LPT) mit seiner Automatik. Auf der BAB und Landstraße ist es dann nur noch 1L Differenz.

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  • Wie hoch wäre zirka die Drehzahl beim Aero mit Schaltgetriebe? Wie ist da das Getriebe ausgelegt?

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    • Das manuelle Getriebe ist leicht länger ausgelegt. Laut Handbuch sollte der händisch geschaltete Aero bei Tempo 120 2.790 Umdrehungen, der Automat 2.930 haben.

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  • Hallo Tom, schön, dass Du den Selbstversuch gewagt hast. Seit gut einem Jahr bewege ich meinen 93 SC TiD aus 2008 auf der deutschen Autobahn i.d.R. nur noch mit 120. Im Ergebnis fahre ich trotz Automatik deutlich unter 6 Liter auf 100 km, und entspannter komme ich auch am Zielort an. Die paar Minuten später anzukommen tun mir dabei nicht weh. In Summe macht das z.B. von Dresden nach Potsdam gerade mal 10 min aus. Dafür komme ich mit einem halben Tank hin und zurück. 🙂 … LG

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  • Hallöchen,

    wieder ein schöner Artikel von und mit Dir und für mich in mehreren Punkten nachvollziehbar.
    Es war bei mir vor ca 20 Jahren als ich des öfteren zwischen Chemnitz und München gependelt bin. Damals war es ein TDI Golf mit 110 PS…sorry, der 9000 AERO vom Papa durfte nur ab und an mich begleiten 🙂 und mit dem Golf war ich meistens mit 160 – 180 unterwegs…runter fahren und tanken war angesagt um wieder nach Hause zu kommen. Dann mein Selbstversuch, 120-130 ,ca 20min länger unterwegs doch mit der gleichen Tankfüllung wieder zurück gefahren und wesentlich entspannter angekommen.
    Einen weiteren positiven Eindruck hatte ich in meinen USA Urlauben als ich dort mehrere 1000km völlig ohne Stress und gehetze Auto fahren durfte.
    120 auf unseren Autobahnen halte ich jedoch für etwas übertrieben, doch 130-140 wäre ich sofort dafür.
    Schon allein das fehlen der ganzen Vertreter die denken nur weil sie schon 4 Nullen am Kühlergrill haben muss die 5 Null noch mit 1,5m Abstand mir sagen daß sie es eilig hat und das nur weil sie denkt sie sei wichtig.
    Die Zeitersparnis relativiert sich doch eh wieder beim Tanken, beim mehr arbeiten weil mehr Geld für Sprit ausgegeben und beim wieder runter kommen von einer stressigen Fahrt.
    Damit es da nicht unbedingt langweilig wird sollte man sich halt auf die kurzen aber intensiven Beschleunigungen konzentrieren, auch die machen Spaß
    Ciao Alex

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  • Unglaublich, aber wahr: auch ich habe letzte Samstagnacht einen sagenhaften Selbstversuch dieser Art gemacht und bin bin um Mitternacht mit 120 von München zurück nach Bayreuth gefahren. Meine „Challenge“ war, meinen 9-3/II von 10 auf unter 7 Liter zu Liter bringen: erfolgreich, bis zum Hienberg waren es 6,5, dann hat die Fränkische Schweiz mit ihren Bergen nochmal 0,4 Liter/100 km draufgepackt.
    Das Irrsinnige dabei war allerdings, dass mich die Polizei hinter München gestoppt, um mich auf Alkohol, Drogen und illegale Sachen – wie beispielsweise Waffen – gecheckt hat. Der Befund war negativ, aber ich bin mit meiner langsamen Fahrweise sofort ins Raster für eine Verkehrskontrolle gefallen. Wo ich denn herkäme? Zugegeben, ich war nicht bei der Sicherheitskonferrenz, sondern bei meinen Neffen, die auch als „Terroristen“ durchgehen: sie sind 2 und 4 Jahre alt und haben mich am Spielplatz ständig mit Sand beworfen. Aber wenn ich das erzählt hätte … Vielleicht sollte ich mir doch einen Mustang V8 zulegen, der ist wahrscheinlich unauffälliger als ein Saab. Ich denke aber, ich werde weiterhin sprit- und ressourcensparend mit meinen Saabs unterwegs sein. Aus Prinzip. Und aus Freude. An unserer Natur und unseren Saabs. Fränkische Grüße Gunther

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  • Das Maximum

    Interessant wäre jetzt noch, was man auf der Strecke maximal verbrauchen könnte.
    Die Differenz entspräche dann dem Einsparpotential, welches ein Tempolimit mit sich brächte.

    Meine persönliche Erfahrung ist, dass man locker die doppelte Spritmenge durch ein Auto jagen kann, wenn man es oberhalb von 120 oder 130 ohne Limit bewegt.

    Umgekehrt gerechnet, das Einsparpotential gegenüber unlimitierten Vollgasfahrten beträgt für viele Autos 50% und mehr. Allein das reicht mir angesichts der aktuellen Debatten, um ein Tempolimit zu befürworten.

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  • Im KIA-E-Soul ist die Reichweite bei 120 km/h nur halb so groß wie bei 80 km/h, Geschwindigkeiten über 120 km/h nutzt man da eher selten. Im SAAB 9-5 Kombi TU-Autom. ist auf einer leeren Autobahn eine Reisegeschwindigkeit von 150 – 170 km/h angenehm. Auf Reisen insgesamt (auch mit Holland, Belgien, England) verbraucht mein 9-5 klar weniger als 8 Liter, im Kurzstecken-Stadtverkehr dagegen eher um die 11 Liter/100 km.
    Umwelt: Wenn man 1970er Autos mit 100 % Emissionen ansetzt, dann waren es bald darauf nur noch 50 % mit ungeregeltem Kat, und 10 Jahre weiter nur noch 5% mit den geregelten Katalysatoren. Mit den heutigen Aufbereitungs- und Reinigungssystemen im Vergleich wohl noch etwa 1 %. (Hallo Greta: Wir haben in 50 Jahren die Emissionen eines Autos um ca. 99 % reduziert – das nennst Du wir hätten nichts getan?) Und nun sollen wir bei den seltenen Gelegenheiten auf den wenigen Autobahnen mit freier Fahrt noch signifikant Emissionen einsparen können? Da geht es doch nur ums gängeln und verbieten.

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  • @ Axel Valentiner=Branth,

    99% der Emissionen eingespart ? ? ?

    Das ist ja wirklich wunderbar. Tatsächlich wurde das von Politik und Wirtschaft ja auch so behauptet, als Abgas inkl. Kohlendioxid noch nicht per se als Emission galt und man noch von Schadstoffen sprach …

    Etwa von Kohlenmonoxid. Gefühlt mag das erst gestern gewesen sein, aber damit brauchen Sie Greta heute nicht zu kommen. Sie ist zu jung um die Debatte um Blei und Katalysatoren, geregelte und ungeregelte oder gar fehlende, zu kennen.

    Aus Gretas Perspektive haben wir seit den 1970er Jahren exakt 0% an Emissionen eingespart und sie hat damit nichtmal unrecht.

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  • Also ich habe mich seit mehr als einem Jahr ebenfalls vehement “entschleunigt”. Im Alltagsbetrieb bewege ich seit einigen Jahren zwei dieser eher ungeliebten “9-5 3.0t Benzinmonsterlimousinen” mit 4 Gang Automatik. Sie sind jetzt beide ganz nah an der “wiriklichen” Volljährigkeit und vollenden in diesem Jahr ihren 21. Geburtstag.

    Als “abgehängter” in der Provinz lebender Mensch (jede richtige Großstadt ist mehr als 100km entfernt) erreiche ich, wie ich schon einige Male raisonnierte, einen Langstreckenanteil von ca. 80%. Beide Bordcoputer sind zwar ziemlich genau, aber trotzden errechne ich den Realverbrauch immer noch über km, volltanken und Dreisatz. Der Ältere braucht real 9,2l und der Jüngere 9,3l. Mehr als 130km/h fahre ich auf den AB so gut we nie. Im Ergebnis müssen zwar der Sohn, die betagten Eltern, die Schwiegermutter und gute Freunde manchmal etwas länger warten, bis wir ankommen, aber da handelt es sich um Zeitverluste von 15 bis 20 Minuten je Strecke. Trotzdem muss ich mich gelegentlich dazu zwingen, die “Bleifüße” einfach nur vorbei zu lassen. Hat man das erst ´mal im Blut, dann tun Einem die gestressten und z. T. profilneurotischen Dauerlinksfahrer nur noch leid.

    Früher bin ich auch gerne ´mal 160-180 km/h gefahren. Machte damals ja auch durchaus Spass. Jetzt genieße ich die Ruhe und höre ieber Musik. Die “Dienstwagenspur” lasse ich meistens links liegen und freue mich darüber, dass ich kaum noch unter Termindruck irgendein Ziel erreichen muss.

    Eine gelegentliche Fahrt durch Berlin oder MD frustriert dann natürlich umso mehr. Unter 12-13 l/100km ist da nichts zu machen, da relativiert sich dann die Nachhaltigkeit schon ein wenig, wenngleich man mit den alten Saugrohreinspritzern so gut wie keine Rußpartikei ausstößt. Alle “modernen” Benzindirekteinspritzer haben ja mittlerweile auch Partikelfilter. Wieder ein Teil mehr, das verstopfen kann. So ist es eben mit dem Fortschritt. Alles wird besser, aber nichts wird wirklich gut.

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  • Hallo Saab Fahrer…u. alle anderen auch….in Schweden gibt es ein Tempolimit, in der Schweiz, in Italien, in Spanien, in Österreich,u.s.w….. also was soll das mit dem deutschen Getue. Ich bin dafür auf deutschen Strassen 130 zu fahren. Das tut meinem Saab 9-3 Aero mit jetzt aktuell 486780 km gut. Verbrauch wenn ich in Schweden bei 110 km/h fahre…7,1 ltr.
    Umwelt geschont, Geltbeutel geschont u. Saab geschont

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  • Die Frage ist nur wieso träumen wir von Turbo X, Viggen und anderen schnellen Autos? Weil man damit in Deutschland auch mal schnell fahren kann nicht nur schnell beschleunigen sondern mit Leichtigkeit längere Zeit höhere Geschwindigkeiten fahren zu können. Natürlich braucht man bei 120 wesentlich weniger als bei 220. Ich habe schon paar mal geschrieben, dass es mir auch Spaß macht mit möglichst wenig Verbrauch zu fahren. Nur stellt sich dann die Frage wieso fahren wir 2,0T, TTID, V6. Bei 120 oder nur 100 und um diese zu beschleunigen reicht ein 1,8i mit 122 PS völlig. Der spart in allem noch mehr.

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  • @ken-daniel s
    Dem schließe ich mich zu 100% an!!
    Schnell fahren macht Spaß, schnell fahren heißt nicht zwangsläufig zu rasen, oder eine Umweltsau zu sein. Die automatische Verknüpfung halte ich für Nonsens.

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  • „Wir hatten noch nie so viele Freiheiten wie heute“. Stimmt. Aber nicht mehr lange. Der aufmerksame Beobachter sieht das Schwinden derselben. Und ein Tempolimit ist dabei noch das Wenigste.

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  • Das sehe ich genauso und schließe mich Deiner Meinung vollumfänglich an!

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  • Die Motorfrage (@ Ken-Daniel S)

    Ich habe den Eindruck, dass die Einspritzer innerhalb der Saab-Freunde eine gewisse Renaissance erleben. Sofern überhaupt verfügbar, wird gerne auch zu den i-Motoren gegriffen, wenn sie in einem leckeren Gebrauchten stecken.
    Bei manchen Modellen ist dies gar nicht möglich. NG und Chrombrille etwa waren ja nie ohne Aufladung am Markt, sodass sich die Frage erst gar nicht stellt.

    Und mit einem 2,0 oder 2,3 Liter Turbo braucht man umgekehrt auch kein schlechtes Gewissen zu haben, da sie sich in etwa auf dem Verbrauchsniveau ihrer unaufgeladenen und unaufgeregten Kollegen gleichen Hubraums bewegen lassen.

    Viel interessanter finde ich, dass noch immer Autos mit 6 Litern Hubraum gebaut werden, nachdem Saab schon vor 10 Jahren 1,6 in einer Limousine von über 5 Metern Länge angeboten hat.

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  • Man muss nicht Alles über Verbote regeln – hier widerspreche ich auch der Aussage, dass wir noch nie so viel Freiheiten wie heute gehabt hätten. Wir hatten seit dem 2. Weltkrieg noch nie so viele Einschränkungen wie heute und jeder läuft den Untergangspropheten nach, ohne einmal selbst nachzudenken. “how dare you” müssen wir uns sagen lassen – von einer 16 jährigen, die sicher etwas gutes angestossen hat, aber zwangsläufig keine Lebenserfahrung besitzt – aber jeder plappert Ihre Aussagen nach.
    Einfach mal die Fakten prüfen und ins Verhältnis setzen, dann sieht vieles gleich ganz anders aus.
    Mein Lieblingsbeispiel ist die Strasse in Hamburg, die paralell zur Elbe verläuft ud bei der schon Fahrverbote ausgesprochen wurden – 100m daneben fahren Kreuzfahrtschiff, Tanker etc.. Sind wir denn schon soweit, dass logisches Denken unter Strafe gestellt wird?
    Es gibt viel zu viele Regeln, Gesetze und Verbote – das ist einem mündigen Bürger unwürdig und kolossal anmassend.

    Ich fahre einen 900 Turbo 16S und fahre oft einfach nur bis 4.000 U/min, weil ich es diesem alten Auto nicht mehr zumuten möchte, kontinuierlich Vollgas fahren zu müssen.
    Aber es macht einfach Spass, auch mal mit 200 KM/H über die Autobahn zu brettern, den tollen Anzug des Turbomotors erleben zu können und einfach mit viel Freude dieses Auto zu geniessen.

    Dies hat auch einen Wert, jenseits von Geld und Abgasdiskussionen. Der Mensch an sich ist nicht dafür geboren, immer nur vernünftig zu handeln – er muss es eh schon viel zu viel.
    Ich bin mit ausgeprägtem Temeperament gesegnet, auch das ist in der heutigen Zeit für die Meisten schon des Teufels…

    Aufgrund meines Alters ist das sowieso in einigen Jahre vorbei, also werde ich mich sicher nicht diesen Bürokraten, die sich “Regierung” schimpfen dürfen, unterordnen.

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  • Der Chauffeur echauffiert sich

    Schon spannend was hier so los ist. Die Umfrage startete mit einem Plus der Befürworter eines Tempolimits und steht aktuell noch immer 50:50 …

    Und das auf einem Auto- und Turboblog. Man muss weder Prophet noch Meinungsforscher sein, um klar zu wissen, was die Mehrheit der Wähler sich wünscht.

    Und doch ist ein vielfach vorgetragenes Argument der Gegner, sich möglichst wenig von der Politik vorschreiben lassen zu wollen.

    Ganz, ganz genau richtig, könnten da Befürworter eines Limits entgegnen. Wäre es nicht toll, wenn “die da oben” einfach Mal machen würden, was die Mehrheit will?

    Bemerkenswert auch, mit welchem Sachverstand sich mancher Chauffeur hier echauffiert (99% Emissionen bereits eingespart) und wie die Daumen fliegen, wenn man das Wagnis eingeht, auf einen derart überhitzten Kommentar sachlich zu antworten.

    Da bin schon allein deshalb für ein Limit, weil es diese Diskussion beenden würde. Das hat mir schon beim Atomausstieg viel zu lange gedauert.

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  • … würde sich dadurch die Diskussion wirklich beenden? Es würde sich vermutlich nur ändern in regelmäßige Diskussionen über Anpassungen des Tempos nach oben oder unten. Vielleicht erledigt sich die Diskussion auch mit der Einführung der selbstfahrenden Autos von selbst.

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  • Den 9-3I Aero kann man schon sehr sparsam fahren bei den passenden Bedingungen. Ich finde es schon faszinierend, welch gute Motoren Saab in den Jahren entwickelt hat.

    Ich überlege auch immer wieder, meinen wieder im Alltag zu nutzen. Allerdings traue ich ihm das nicht mehr so richtig zu und irgendwo liegen zu bleiben ist für mich auch ein Schrecken. Idealerweise dann auch noch irgendwo weit weg von Menschen, die sich mit der schwedischen Technik auskennen.
    Grundsätzlich sehe ich auch wenig, was gegen alte Autos im Alltag spricht (einmal über den Saab Tellerrand hinaus). Ich frage mich allerdings auch, wohin die Stimmung irgendwann “kippt”. Je stärker sich Fahrverbote ausweiten (Diesel oder Benziner), desto schneller werden sie wohl auch leider verschwinden.

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  • Das mit der kippenden Stimmung ist so ein Thema.Wenn ich mir die Rhetorik mancher Elektroauto Befürworter in gewissen Foren ansehe, dann hat man Sorgen. Die Militanz und die Intoleranz gegenüber anderen Lebensentwürfen und zum Teil auch gegenüber Menschen die sich kein E-Auto leisten können (auch nicht in Zukunft) ist beängstigend. Die Spaltung der Gesellschaft ist greifbar – auch bei diesem Thema

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  • @ Anddeu,

    das (selbstfahrende Autos) ist eine meiner Sorgen. Viel lieber fahre ich in einem Land mit Tempolimit selbstbestimmt und analog auch mal 10 oder 20 Km/h zu schnell, als künftig gar nicht mehr zu fahren oder bei meiner Fahrt permanent online Daten an Hersteller, Polizei und Versicherungen zu funken.

    Ein (auch überwiegend eingehaltenes) Tempolimit scheint mir das geringste drohende Übel. Und es nimmt vielen Argumenten gegen selbstbestimmte Automobilisten mit anlogen Autos und konventionellen Antrieben den Wind aus den Segeln.

    Der CO₂-Ausstoß sinkt. Der Verkehr wird sicherer. Und auch der Flächenbedarf für Autobahnen sinkt, weil mehr Fahrzeuge flüssiger auf weniger Spuren vorankommen. Man denke einfach mal an Bremswege und Sicherheitsabstände für 130 oder 250. Da passen tatsächlich 4 × so viele Fahrzeuge sicher auf eine Spur.

    Gerade wenn und weil wir künftig gerne selbstbestimmt fahren wollen, sollten wir ein kleines Zugeständnis machen. Andernfalls übertragen wir die Hoheit über Geschwindigkeit, Abstände, Bremsmanöver und Lenkung eher früher als später an den Gesetzgeber, an die Hersteller und die Versicherungsunternehmen …

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  • @ Herbert Hürsch
    Bei einigen Modellen sucht man wohl eher nach dem Fahrzeug und erst dann kommt wohl die Frage welcher Motor drinnen ist. Ein gepflegter 900i kann ja auch glücklich machen.
    Bei den 6 Liter Hubraum Fahrzeugen stellt sich dann die Frage, wieso fahren wir hier für unsere Verhältnisse Mittelklassefahrzeuge mit 0,8-1,5 Liter Hubraum während andere weiterhin den V8 mit 6 Liter Hubraum fahren. Die einen schützen die damit angeblich die Umwelt, während die anderen umso mehr rausblasen.
    Der 1,6T war aber nicht besonders gefragt wie die Gebrauchtwagenanzeigen zeigen. Gibt es hier überhaupt einen NG Fahrer mit 1,6T? In Autos dieser Länger werden die kleinen Motoren ja immer noch skeptisch betrachtet.

    Antwort
  • @ Andi 39

    Ich stell mir bei den reinen E Auto Befürwortern immer die Frage, welches Auto hatten sie vor dem E Auto und wie haben sie da gelebt? Verteufeln die dann auch ihre bisherige Tätigkeit?

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  • Daumen hoch für alternative Fakten

    Aktuell hat hier ein Kommentar die Meinungsführerschaft, der behauptet, wir hätten seit den 1970er Jahren 99% der Emissionen eingespart und Befürworter eines Tempolimits sollten die Klappe halten und Greta ohnehin.

    Ich habe zufällig ein Auto von exakt 1970 mit damals sehr beachtlichen 160 PS. Ein Porsche hatte auch nicht mehr. Es ist ein Volvo 164E mit einem 4-Gang-Handschalter plus (elektrisch) zuschaltbarem Overdrive (5. Gang). In den Papieren stehen 190. Laut Wikipedia sind es 193 und 8,9 von 0 auf 100. Immerhin 180 laut Tacho habe ich mir und ihm aus purer Lust an der Freude mal für ein paar Klilometer bei einer Anreise an die Ostsee auf der dt. BAB gegönnt …

    Ansonsten fuhr ich ihn meist mit 120 und am Zielort ergab sich ein Verbrauch von 10,5 Litern. Hätten wir seit den 1970er Jahren 99% der Emissionen eingespart, müsste meine Chrombrille (mit der ich schon häufig die gleiche Strecke gefahren bin) mit 0,105 Litern auskommen …

    Der aktuell 18-fach bejubelte Kommentar zur vermeintlichen bereits erreicheten Einsparung von 99% unserer Emission ist so dermaßen unsachlich und albern, dass ich das nicht weiter ausführen werde.

    Vielmehr als ein einzelner Kommentar entsetzt mich ohnehin der freie Flug der Daumen. Was ist hier eigentlich gerade los? Hat der Verfasser alternativer Fakten selbst alle Devices seiner Großfamilie eingesammelt und zigfach für sich und gegen andere die Daumen gereckt? Hat er zudem mehrfach gevotet? Hat die Lobby eingegriffen? Oder kennt der durchschnittliche Saabfahrer und Blogleser etwa tatsächlich nicht den Unterschied zwischen Emission (gesamter), einzelnen Schadstoffen, Kohlenmonoxid und -dioxid?

    Letzteres kann und will ich nicht glauben. Das Bildungsniveau hier scheint mir eher überdurchschnittlich zu sein, der Grad der Reflektion höher.

    Insofern scheint mir die Umfrage auch manipuliert und gescheitert. Schade. Wirklich sehr schade. Es wäre schon interessant gewesen, wie die Saabfahrer in dieser Frage mehrheitlich ticken.

    Auch viele Kommentare, die sich nicht mit 130 oder weniger anfreunden wollten, haben mir gut gefallen. 150 hatte jemand geboten und angeführt. Und ausgeführt, dass es helfen und ausreichen würde, um die Differenzen zwischen den Spuren abzuschmelzen. Mir persönlich ist inzwischen zwischen 120 und 210 alles recht. Aber irgendein Limit brauchen wir …

    … alternative Fakten und eine (allzu offensichtliche) Manipulation von Umfragen brauchen wir ganz sicher nicht.

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  • @ Ken-Daniel S

    ich glaube, wir sind uns einig. Unter dem Strich steht, dass Saab-Fahrer zunehmend auch gerne auf Sauger zurückgreifen. Sei es ein 900i, ein 9000 oder auch ein junger 9-3. Auf Hubraum und Zylinder haben sie schon immer (und teils sehr gerne) verzichtet. Ob ein Auto der Oberklasse nun 1,6 haben darf oder 2,0 haben muss ? ? ?

    In solchen – fast schon niedlichen – Kategorien denken eben nur Saab-Fahrer. Für die Anhänger anderer Marken vollzieht sich diese Diskussion eher zwischen einem 6- und einem 8-Zylinder und beginnt erst bei einem Hubraum, der bei Saab schon das Maximum dargestellt hat.

    Insofern braucht auch kein NG-Fahrer ein schlechtes Gewissen auch nur ansatzweise in Erwägung zu ziehen, wenn er einem 2,0er oder 2,8er gegenüber dem 1,6T den Vorzug gegeben hat. Trotzdem faszinierend, dass es dieses Auto zum gegebenen Zeitpunkt und in dieser Größe gab. Irgendwie typisch Saab, oder?

    Antwort
  • Bitte aufpassen, dass die Diskussion nicht abgleitet.
    Ich bin berufllich sehr viel unterwegs, früher im Saab, aktuell im Volvo (nicht gleich wieder aufschreihen).
    Faktisch haben wir bereits ein Tempolimit. Es gibt nur noch wenige Autobahnabschnitte, wo nicht bereits ein beschildertes Tempolimit besteht. Aber auch auf den anderen lässt sich kaum noch zügig fahren, weil es die Verkehrsdichte nicht zulässt. Wer wochentags auf der Strecke Berlin – München unterwegs ist, schafft kaum eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 130 km/h. Ich bin dafür, dass der Verkehr mehr über temporäre Tempolimits geregelt wird. Nimmt die Verkehrsdichte zu, sollte über die Schilderbrücken das Tempo herunter reguliert werden. Ist kein oder nur wenig Verkehr kann jeder so schnell fahren, wie es die Straßen- und Sichtverhältnisse zulassen.
    Wenn sich jeder an die allgemeinen Bestimmunger der StVO halten würde – nur so schnell fahren, wie es Sicht-, Straßen-, Wetter- und Verkehrsverhältnisse zulassenb und so schnell, dass man innerhalb der Sichtweite gefahrlos anhalten kann – dann bräuchte es keine Diskussion über ein Tempolimit.

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  • @ Vorstadtcasanova & Linus

    Zitate: “Bitte aufpassen, dass die Diskussion nicht abgleitet.” bzw. “Danke!”

    Das ist reichlich wohlfeil, oder? Gibt es unter den beiden Artikeln zum Thema auch nur einen einzigen Kommentar eines Befürworters eines Tempolimits, der entglitten wäre? Einen einzigen, der nachweislich falsche Behauptungen aufgestellt hätte?

    “Nicht abgleitet” & “Danke!” heißt dann wohl auch, dass jeglicher Kommentar pro Limit nach Meinung der Herren Casanova und Linus per se als entglitten gilt? Ist das nun sachlich oder eher anmaßend?

    Zitat: “Faktisch haben wir bereits ein Tempolimit.”

    Ja, und? Wenn sich ohnehin nichts ändert, wo wäre denn da noch das Problem, wenn es gesetzlich festgeschrieben würde?

    Zitat: “Wenn sich jeder an die allgemeinen Bestimmungen der StVO halten würde (…) dann bräuchte es keine Diskussion über ein Tempolimit.”

    Ein Eingeständnis, dass es nicht jeder tut und im Umkehrschluss braucht man eben eins. Interessant auch, dass hier trotzdem ausgerechnet die Vielfahrer und selbsternannten BAB-Profis niemals oder kaum je einen Raser gesichtet haben wollen.

    Obwohl ich nur ein paar tausend Kilometer per anno auf der BAB zurücklege, sind mir Motoräder und Sportwagen mit 300 Km/h plus nicht fremd. Oder Kombis und SUVs, die auf der zweispurigen (!) A20 mit einer schwankenden Dachladung (beispielsweise Fahrrädern inkl. flatternden Fahrradtaschen und Körbchen am schlagenden Lenker) mit 200 Km/h plus die Linke Spur für sich allein beanspruchen und dabei drohen, ihre Ladung zu zerstören oder Teile der selben zu verlieren. Scheiß drauf, denn man ist ja spät dran und die Schwedenfähre MUSS pünktlich erreicht werden …

    Dass auf dt. Autobahnen zumindest zeit- und abschnittsweise auch mal vereinzelt der nackte Wahnsinn regiert, kann doch niemand sinnvoll in Abrede stellen. Wer als selbsternannter BAB-Profi behauptet, noch nie fragwürdige Fuhrwerke fragwürdig schnell gesehen zu haben, ist schlicht unglaubwürdig. Oder aber einer Sehhilfe dringend bedürftig. Dazu noch die abstrusen Behauptungen, dass man bereits ohne Limit 99% der Emission gespart hätte und ähnlicher Blödsinn …

    Wenn die Diskussion also abzugleiten droht, woran und an wem genau liegt das?

    Mein Eindruck ist, dass die Befürworter eines Limits sich hier genauso zurückhalten, wie vermutlich auch auf der BAB. Einmal mehr kommt mir die Redewendung der schweigenden Mehrheit in den Sinn …

    Und dennoch, wer lauter schreit (und schneller fährt) bekommt letztlich womöglich recht. Wie gesagt, ein anmahnender Hinweis auf die Diskussionskultur und Sachlichkeit ausgerechnet von dieser Seite, kommt mir reichlich wohlfeil vor. Und milder lässt sich das gar nicht formulieren. Wer also gleitet ab? Welche Fraktion sollte sich warum genau zügeln?

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  • habe keinen Saab, will unbedingt einen 900-I,(turbo) habe aber aktuell vier alte/ältere Kisten v. 76-97.

    120 km/h ist voll “boring” und ich habe das bisher nur 1x auf deutschen Autobahnen geschafft. War mit unsrem SLK bei strahlendem Sonnenschein und natürlich offen.

    Ansonsten präferiere ich meine persönliche Reisegeschwindigkeit von 160 km/h. Liegt natürlich am Equipment. Ein Porsche v. 83, ein Alfa 164 v. 96 und einer Alfa Giulia v. 76 allerdings mit einem 2.1 und strammen 160 Cavalli.

    Wenn es wirklich zu 120 km/h kommt habe ich ein echtes Problem

    V.G. Hartmut

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  • Mein “Danke” bezog sich auf den Beitrag von Anddeu, das war alles.

    Diskussionen haben es so an sich, dass unterschiedliche Meinungen ausgetauscht werden, so auch hier und ich finde die Art und Weise wie das vonstatten geht, absolut ok.
    Die Harmoniesucht kann schon auch groteske Formen annehmen.
    Man hat unterschiedliche Meinungen – na und?

    Idioten gibt es unter den Befürwortern und unter den Gegnern des Tempolimits und so wie hier Beispiele von Idioten auf Autobahnen etc. erwähnt werden, gibt es auch unerträgliche Schnarcher und Schnecken, die mehr als nur Nerven.

    Darum geht es aber nicht, die werden sich auch bei Tempolimit nicht ändern.

    Wie sagt man doch so schön: SAAB-Fahrer sind Individualisten. Seit wann rufen die ausgerechnet nach mehr Vorschriften?

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  • Voll “boring” (@Hartmut),

    das ist in der Tat ein gutes Argument. Und es ist ehrlich. Und man (zumindest ich) kann es sofort nachvollziehen. Geschwindigkeiten fühle ich nur sehr relativ.

    Auch 100 Km/h können richtig Spaß machen. Beispielsweise auf einem unbefestigten Feldweg mit meinem alten Volvo. Oder 60 Km/h auf den dünnen Reifen eines Rennrads. Umgekehrt muss ich im jüngeren Saab auch bei 140 noch aufpassen, dass ich auf einer gering frequentierten BAB nicht vor lauter Langeweile am Steuer einschlafe …

    Mir wäre für die BAB eine Regelung ähnlich der für Bundes- und Landstraßen am allerliebsten. Dort gelten auch entweder die Schilder oder ein allgemeines Tempolimit. Für die BAB könnte es beliebig definiert werden. Es könnte auch 200 Km/h betragen.

    Schade, dass wir in D kaum die Höhe einer sinnvollen Begrenzung diskutieren, den größtmöglichen Konsens und den besten Kompromiss nicht ausloten. Die Diskussion ist ziemlich schwarz und weiß und kennt nur lahm versus unendlich. Bipolarer geht es gar nicht …

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