Wenn Freud und Leid nahe beieinander liegen

2 – teiliger Bericht von Matthias über das IntSAAB2019 in den Niederlanden (Weerselo)

Es war im April als ich erfahren musste, dass meine Frau und Ich im Sommer nicht zusammen mit unserem Sohn Urlaub machen können. Während ich 14 Tage Urlaub im Juli/August hatte, wurde die eine Woche Ferien meiner Frau kurzerhand um eine Woche nach vorne verschoben. Effekt davon, wir hatten jetzt keine Ferien mehr zusammen, da die eine Woche der Frau auf meine erste Ferienwoche gefallen wäre.

Mein Saab Cabriolet
Mein Saab Cabriolet

Unseren Sohnemann kratzte das wenig, hatte er doch ehedem sechs Wochen Sommerferien. Diverse Pläne fielen ins Wasser, denn ich konnte meine Ferien nicht nach vorne schieben, aber nach hinten.
Die Überlegung dabei, dass Intern. Treffen in Holland zu besuchen. Leider allein da mein Sohn ein paar Tage zuvor eine neue Schulung/Arbeit beginnt und meine Frau definitiv Arbeiten musste.

Zudem stellte ich fest, dass diverse andere Bekannte aus der Schweiz und meiner Zeit im Saab Club Schweiz ans Treffen reisen werden. Wieso also nicht. Zumal dies mein quasi 25-jähriges Jubiläum in Sachen Intern. Saab Treffen darstellte. Ich war nicht immer bei allen Treffen dabei (NL 1994, DE, DK, SE, CZ, CH, B, DK, CH, B & erneut NL 2019) aber bei so einigen. Entsprechend knüpfte man hier und da auch Kontakte zu anderen Teilnehmern aus anderen Ländern.

Meine Ferien konnte ich auch recht problemlos um eine Woche nach hinten schieben, damit das mit Holland passte. Zudem habe ich den Montag nach den Ferien gleich noch als Freitag eingegeben. Damals ahnte ich noch nicht, dass dies eine gute Idee war.

Ein paar Tage später also die Anmeldung für Holland. Nach der Registrierung (als Nr. 206) und der Bestätigung noch schnell eine Unterkunft gesucht. Im Hotel t`Elshuys ausserhalb Albergen habe ich dann auch ein sehr geräumiges und nettes Zimmer erhalten. Nur ein paar Autominuten vom eigentlichen Treffen in Weerselo entfernt. Mit mir teilten auch noch Saabfreunde aus der Tschechei, England, Frankreich und Holland das Hotel.

Eine Woche vor dem Treffen stellte ich dann bei der Durchsicht der Unterlagen mit schrecken fest, dass ich das Hotel nur für zwei Nächte gebucht hatte, wollte ich aber schon gemütlich am Donnerstag anreisen musste ich schnell handeln und noch um eine weitere Übernachtung bitten. Was dann auch kein Problem für das Hotel darstellte. Gut, dass ich das vor der Anreise noch bemerkte.

Das Auto selber wurde einen Tag vor Abreise noch Reisebereit gemacht. Bei mir heißt dies (normalerweise wenn auch irrational) Auto Waschen und Innenreinigung. Dies geschah aber schon vor Tagen inklusive Politur. Hatte ja Ferien.

Dazu kam noch allerlei Krimskrams wie etwas Werkzeug, als ehemaliger Saab Mechaniker kann ich nicht ohne auf große Fahrt, sowie Reifenpannenset. Checken von Sicherheitswesen, Ersatzrad, Pannendreieck, Ersatzglühbirnen und Sicherungen sowie die Fahrzeugapotheke auf welche die Deutsche Polizei so viel wert legt. Insbesondere aufs Ablaufdatum. Was es halt so braucht.

Auch die Flüssigkeiten, obwohl gerade erst Service gemacht, wurden nochmals gecheckt. Der Musikplayer nochmals upgedatet und die neuesten CD`s bereitgelegt. Sowie etwas zu trinken und zu naschen. Es kann losgehen.

Am Abreisetag nochmals vom guten Stoff getankt (98 Okt.) und los auf die Autobahn Richtung Basel. Mit teilweise eingeschaltetem Tempomaten ging es um halb 9 auf die A6/A1 nach Basel. Bald war die Schweizer Grenze hinter einem und man könnte meinen jetzt auf der deutschen A5 könnte man etwas schneller fahren als die 120 km/h in der Schweiz.

Könnte man, doch Deutschland brilliert ähnlich wie die Schweiz durch viele Baustellen. Das ganze zog sich wie Kaugummi dahin. Der Verbrauch meines Cabriolets lag Anfangs bei 7 Liter erhöhte sich durch das viele Stopp and go auf 8,5 Liter. Was es wieder spannend machte, ob die Tankfüllung dann bis Holland reichen werde. (Es reichte bis an die Holländische Grenze)

Bald ging es Verkehrstechnisch besser und gegen Abend nach einem Burger-Mahl an einer Raststätte in der Nähe von Essen kam ich auf die A31 Richtung Emden, dort wurde dann von vielen Autofahrern so richtig auf die Tube gedrückt. Wenig Verkehr und ein sehr guter Fahrbahnbelag verleiteten viele zu hohen Geschwindigkeiten. Für uns Schweizer speziell, galt es den Rückspiegel bei Überholmanöver sehr gut im Blick zu behalten. Kamen doch einige mit über 200 km/h angebraust und das bei einsetzendem schlechten Lichtverhältnissen. Die Versuchung war groß, dem einen oder anderem Paroli zu bieten, ich ließ es aber sein. Meinem Wagen zu liebe. Nicht das er es nicht gekonnt hätte. Schließlich hat sich die Firma Hirsch um die Leistungssteigerung vor Jahren einmal gekümmert. (230 PS / 310 Nm) Weiter Richtung Enschede N35 und bald runter von der Autobahn.

Das Fahren in Holland nach der Raserei und dem Stop and go in Deutschland war dann direkt erholsam. Da das Wetter auch mitspielte, runter mit dem Verdeck und die letzten Kilometer offen durch Holland gefahren bei Sonnenuntergang. Toll!

Der Freitag wurde mit einem guten Frühstück gestartet. Anschließend wurde die Gegend sowie die Lokalitäten und der Weg dorthin ausgekundschaftet. Ab 13.00h war dann möglich, sich anzumelden und die Goodis abzuholen. Was immer eine gewisse Spannung beinhaltet. Weis man doch nie genau, was die Organisatoren einem alles in die Tasche packen.

Schon jetzt konnten auf einem speziellen Parkplatz vor der Registration Saab`s bewundert werden. Aber auch auf unserem Parkplatz für die Teilnehmer die nicht auf dem Camping angemeldet sind. Nur die Kuhwiese, die uns zugewiesen wurde, wurde offensichtlich bis kurz vorher noch durch Kühe belegt. Es galt höllisch aufzupassen, nicht durch die Kuhfladen zu fahren oder zu treten. Zumal es zwischendurch auch noch regnete und die auch schon getrocknete Sch…. wieder aufweichte.

Freunde von anderen Treffen wurden gesichtet und ein Schwatz abgehalten. Auch die ersten Stände verkauften ihre Waren.

Zack, und schon konnte man erste Beute machen. Von Zuhause kamen WhatsApp mit der Mitteilung, «Schatz ich brauch dann noch dies und das für mein 9-3». Mhmmm. O.K, mal schauen was das Budget und der Markt hergeben werden.

Bald schon bin ich mit meiner ersten «Beute» unterwegs zum (Kuh-)Parkplatz um mein Kofferraum zu füttern.

Währenddessen füllte sich der Parkplatz immer mehr mit Saab`s aus ganz Europa. Selbstverständlich waren Fahrzeuge mit gelben Nummern klar in der Überzahl. Irgendwann traf ich meine Bekannten aus der Schweiz die erst gerade angereist waren, um mit Ihnen den Rest des Tages und ganz speziell das Abendbuffet zu genießen. Vor 25 Jahren an meinem ersten Intern. Saab Treffen auch hier in Holland, lernten wir uns kennen, also ein kleines Jubiläum. Fortan unternahmen wir im Rahmen des Saab Club Schweiz sehr viel miteinander. Auch fuhren wir zu anderen Intern. Saab Treffen. Damals noch Intern. Saab Club Meeting genannt, ist jetzt das Club gewichen. Was gut so ist. Leidenschaftlicher Saabfahrer kann man auch außerhalb eines Klubs sein.

Der Samstag begannt wiederum mit dem Eintreffen der Saab Freunde am Veranstaltungsort. Mittlerweile waren auch die Kuhfladen festgefahren oder in den Kotflügeln festgebacken. Weshalb die Kotflügel ja auch Kotflügel heißen.

Bei einer Rally zum Flugplatz Twenthe konnte mitgemacht werden. Mit Roadbook natürlich. Nur, wenn Du alleine bist, ist das etwas schwierig. Meine Bekannten aus der Schweiz sind mit dabei, aber ich solle vorausfahren. Bin ich doch bekannt für meinen schnellen Orientierungssinn, der uns schon in Brünn einmal aus der Patsche geholfen hatte. Nur Fahren und Karte lesen ist etwas schwierig. Ich lasse mein kleines Navi mitlaufen. Mal schauen wie weit wir kommen. Der Einstieg in die Rally war noch gut, zudem hatten wir ein holländisches Cabrio vor uns. Der wusste bestimmt, wo es durch geht, dachten wir. Haa! Pustekuchen.

Nach kurzer Zeit wusste niemand mehr, wo wir waren. Nicht mal mein Navi. Mit viel Gespür und Orientierungssinn kamen wir nach weiteren 10 Minuten aus anderer Richtung wieder beim Startplatz (Kuhwiese) an.

So nun anders! Navi programmiert und ab Richtung Flugplatz Twenthe direkt. Nach einer halben Stunde und kurzem Suchen fanden wir auch hier den Veranstaltungsort.

Toll, die vielen Saab`s die schon hier waren. Man konnte wohl wettkampfmäßig an einem Auto rumschrauben und sein Wissen testen. Das Auto auf einen Leistungsprüfstand stellen, an einem Gleichmässigkeitsfahren teilnehmen oder einfach sein Wagen auf dem Rollweg zu den anderen Fahrzeugen stellen und bewundern lassen. Wir entschieden uns für das letzte und stöberten durch die Mengen an Saab`s und fanden ein Opel Astra mit Saab Turbo Motor! (frei nach Obelix «die Spinnen die Holländer» oder so)

Am Abend war wiederum ein Buffet geplant, an dem jeder teilnehmen durfte. Leider habe ich mir bei einem vorgängigen Apéro an Nachmittag von Schweizer Freunden den Magen verdorben, was nicht die Schuld der Käseschnitte oder des Weins war, dennoch habe ich ein Hotelzimmer mit WC dem Abendspektakel vorziehen müssen.

Was sich dann am Sonntag alles ereignete, im 2. Teil der Geschichte.

9 Gedanken zu „Wenn Freud und Leid nahe beieinander liegen

  • Bin auf den zweiten Teil gespannt

    5
    1
    Antwort
  • Ich schließe mich an (an Ken-Daniel S) und sage Dank für die heutige Dosis Saab-Lektüre. Freue mich schon sehr auf die Fortsetzung …

    3
    1
    Antwort
  • Danke für die entschleunigende Wochenend-Lektüre. Wunderbar, soooo viele SÄÄBE!
    Ich freue mich auf die hoffentliche Genesung bei der Fortsetzung der Geschichte…
    VG

    4
    1
    Antwort
  • Schön geschrieben und macht Lust auf den zweiten Teil. Bestens für die sonntägliche Stimmung geeignet. Dankeschön!

    4
    1
    Antwort
  • Danke für den sehr nett, detailliert und trotzdem kurzweilg geschriebenen Bericht! Freue mich auch schon auf den zweiten Teil! Leider hatte ich keine Zeit, selbstteilzunehmen.

    Sehr interessant als sommerliches Treffen finde ich auch die holländische Saab-Cabrio-Tour („challenge“) http://main.saabcabriochallenge.nl/saab-cabrio-challenge/ , die 2020 in Kroatien stattfinden soll und 2019 in Schweden wohl ein voller Erfolg war. Ich stelle es mir als ein wunderbares Erlebnis vor, mit lauter offenen Saabs in Kolonne durch die schöne Landschaft zu fahren. Hat schon mal jemand an so einer Cabrio-Tour teilgenommen? Ich hoffe, dass man da als Deutsche auch willkommen wäre und man auch, zB auf Englisch, in Kontakt kommt.

    P.S.: Wer bewertet die sämtlich freundlich-positiven Vor-Kommentare eigentlich mit Daumen runter?? 🙁 Nicht nachvollziehbar!

    Antwort
    • Trolle gibt es überall, vielleicht auch persönliche Befindlichkeiten. Man sollte den „Daumen runter“ nicht überbewerten.

      Antwort
  • @ Ebasil,

    gute Frage (die nach dem negativen Däumling).
    Entweder ist das jemand mit einem großen Daumen und einem kleinen Smartphone (also ein Versehen), oder da ist jemand so sehr frustriert, dass die betroffene Person ganz einfach zwanghaft negativ handelt?

    So oder so, das perlt an einem gut konservierten Saab und dessen Besitzerin/Besitzer ganz einfach ab 😉

    Antwort
  • Ja, die Vermutung mit dem dicken Daumen hatte ich auch schon! 🙂 Das wird es wohl sein!

    Antwort
  • Pingback:

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.