Zwei Tage Autokultur. Saab Szene Frankfurt.

Von Essen nach Frankfurt. Von der Hochpreis-Show des glänzenden Blechs zur Basis. Spannender könnten Gegensätze kaum sein. Es ist kalt an diesem Samstag. Normales Pre-Oster Wetter, das Thermometer klettert mit Mühe über die 0 Grad Marke. Dazu bläst ein kalter Nordwind,  und es fällt etwas Schnee.

Noch mehr Saab geht kaum. Event in der Werkstatt
Noch mehr Saab geht kaum. Event in der Werkstatt

Das Wort vom Wintergrillen macht die Runde. Aber, es gibt kein unpassendes Wetter, höchstens die falsche Kleidung dazu. Der 9000 muss dringend gewaschen werden, bei diesen Temperaturen muss es die Waschstraße statt Waschplatz tun. Die Waschanlage ist frei – natürlich. Wer wäscht schon bei Schneefall und dieser Kälte sein Fahrzeug?

Wintergrillen bei Saab Service Frankfurt

Dann darf der 9k Taxi spielen, 2 Freunde einsammeln, und los geht es nach Frankfurt-Fechenheim. Mit seinem riesigen Platzangebot ist der Saab das ideale Taxi für bis zu 5 Personen – und die beste Reiselimousine sowieso. Der Saab Club Rhein Main und Wolfgang Messer laden ein zum Grillen im Autohaus, Saab Service Frankfurt unterstützt den Event. 30 bis 40 Freunde der Marke hatten zugesagt, doch werden sie bei den ungemütlichen Bedingungen erscheinen?

Natürlich, denn wer ein schwedisches Auto fährt, dem macht Wind und Wetter wenig aus. Der Hof ist voll, weitere Fahrzeuge parken auf der Strasse. Die Werkstatt ist teilweise leer geräumt, der Grill steht im Hof. Für Essen und Trinken ist bestens gesorgt, die Atmosphäre ist entspannt.

Es dominieren die Saab Klassiker bei diesem Treffen. Gepflegte 900er, überraschend viele 9000, und auch ältere Fahrzeuge sind in der Überzahl. Das entspricht dem momentanen Trend in der Saab Welt. Für jeden Diesel, der in den Export verschwindet, kommt unvermutet ein Kunde mit einem Klassiker,  erzählt man mir. Die Auftragslage in Frankfurt ist gut, der Platz in der Werkstatt dürfte mehr sein.

Ausserdem: Seit das Saab Zentrum Mainz die Fahnen endgültig eingeholt hat,  zieht es die ehemaligen Kunden nach Frankfurt. Natürlich spricht man an so einem Tag fast nur „Benzin“. Die Themen sind unendlich, die Szene aber überschaubar. Immer wieder tauchen Fahrzeuge auf, deren Historie man kennt. Und es werden Fahrzeuge restauriert, denen man vor ein paar Jahren noch wenig Chancen gab. Und die man, schweren Herzens, schon fast abgeschrieben hatte.

Hochglanz Klassiker kommen in der Saab Welt so gut wie nicht vor. Und das ist gut so. Vielleicht ist deshalb alles, was sich in den letzten Jahren so rund um die Marke tat, näher am richtigen Leben. In Frankfurt treffen sich an diesem Tag Menschen, die pure Freude an ihrem schwedischen Auto haben. Die sich nicht verrückt machen lassen von Diskussionen, und die ihren ganz eigenen Weg von Nachhaltigkeit leben.

Der Nachmittag in Frankfurt ist viel zu schnell vorbei. Irgendwann wird mir doch kalt, der 9000 gibt wieder das Taxi und bringt mich und meine beiden Freunde nach Hause. In der Carl Benz Strasse parkt währenddessen das vermutlichst einzigste Saab 9-5 NG Taxi Deutschlands. Immer wieder schön zu sehen, und doch macht es nachdenklich. Denn es steht für das, was hätte sein können.

7 Gedanken zu „Zwei Tage Autokultur. Saab Szene Frankfurt.

  • 18. April 2019 um 10:24 AM
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    Frankfurt! – Wenn nur nicht die A 3 zwischen BA und F wäre …

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  • 18. April 2019 um 11:11 AM
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    Schöner Bericht. Vielen Dank dafür.

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  • 18. April 2019 um 11:18 AM
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    Das liest sich gut, macht Hoffnung und Mut. Schöne Aktion und toller Bericht. Danke.

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  • 18. April 2019 um 12:56 PM
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    Das kann ich bestätigen Tom. Mein Saab 93 SC ist nach 11 Jahren und 340Tsd. Kilometer als Diesel Richtung Polen gewandert. Da mein neues Auto leider kein Saab mehr ist(sein kann) habe ich mir als Ersatz eine 9-3 I Cabrio geholt als Saisonfahrzeug :-). Weil ganz ohne Saab geht nicht!!

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    • 18. April 2019 um 3:21 PM
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      So etwas liest man immer öfter …

      Wenn SAAB (notgedrungen) in immer mehr Haushalten nicht nur zum Zweitwagen wird, sondern auch in immer mehr Haushalten der Zweit- zum heimlichen Lieblingswagen wird, dann müssen die Trolle trotz Insolvenz verdammt viel richtig gut gemacht haben. Vermutlich finden sie Trost und Bestätigung auch in dieser Entwicklung. Recht hätten sie!

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  • 14. Mai 2019 um 10:33 AM
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    Lieber Tom,
    schön das wir uns nach so langer Zeit mal wieder gesehen haben. Ich habe mich in Deinem Artikel direkt angesprochen gefühlt und es ist Balsam für die Seele, dass auch die etwas abgerockten oder no pretty boy toy SAAB Beachtung finden.
    Es war ein feiner Zug von Gerard das wir in seiner Werkstatt abhängen durften. Vielen Dank, weiter gehts mit voller Leidenschaft.

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