Saab Taxi – 400.000 Kilometer und kein Ende

Wie robust ist ein Saab 9-5 NG, wenn er als Taxi genutzt wird? Und wieviel ist ein gebrauchter Diesel wert, der viele Kilometer abgespult hat? Fragen über Fragen, und wir beginnen unsere Kurzmeldungen mit der Pflicht zur Wahl. Die Motor Klassik vergibt den Motor Klassik Award 2019, und Saab hat Chancen – wenn wir unsere Stimmen abgeben.

Auto Klassik Award 2019
Auto Klassik Award 2019

Zugegeben, die Konkurrenz ist hart. In der 90er Jahre Kategorie tritt das Saab 9-3 Aero Coupe an. Eines der schönsten Modelle aus Trollhättan und das letzte Schrägheck. Ausser dem Jaguar XJ220 und den Mitsubishi kenne ich die Konkurrenz aus eigener Erfahrung, und sie ist gewaltig. Hat der 9-3 eine Chance im Autoland Deutschland? Es kommt darauf an, wie stark wir die Saab Fans mobilisieren können. Einen Versuch ist es immer wert.

Hier geht es zur Wahl, die Abstimmung läuft bis zum 13. Februar. Ran an die Tastatur!

Saab Taxi Frankfurt

Zwischen den Jahren stand das legendäre 9-5 NG Saab Taxi in der Werkstatt in Frankfurt. Ein nicht selbst verschuldeter Unfall am Flughafen zog Reparaturen nach sich, das Taxi war auf dem Weg der Besserung. Bei der Gelegenheit wurde auch gleich die Folierung erneuert, sie war durch mehr als 400.000 Kilometer etwas mitgenommen.

Wie sieht es unter der Folie aus? Saab Taxi Frankfurt bekommt eine neue Folierung.
Wie sieht es unter der Folie aus? Saab Taxi Frankfurt bekommt eine neue Folierung.

In welchem Zustand ist ein Saab, der in “Kleinserie” gebaut wurde, nach so vielen harten Kilometern? Der Innnenraum präsentiert sich nicht anders als bei einem 9-5,  der 100.000 Kilometer auf dem Tacho hat. Produkte von Mitbewerbern sehen da schon manchmal deutlich abgewohnt aus, der Saab nicht. Er präsentiert sich frisch, mit kleinen Gebrauchsspuren.

Freilich, unter der Alu-Motorhaube arbeitet bereits die zweite Maschine. Das wäre, so berichtet man mir in Fechenheim,  nicht wirklich nötig gewesen. Durch den Austritt vom Motoröl stellte sich die Frage nach Abdichten oder Motortausch. Weil der 9-5 NG noch lange im Dienst bleiben soll,  entschied man sich für eine neue Maschine. Denn der Besitzer weiß schon, was er an seinem 9-5 hat. Kaum ein Taxi in Frankfurt bekommt soviel Aufmerksamkeit und ist ein so starker Sympathieträger.

9-5 NG Diesel sind billig. Fast alle.

Die Dieseldiskussion ist eine unendliche Geschichte. Eigentlich geht es dabei um etwas anderes. Der Abschied vom Individualverkehr, so wie er bisher war, soll eingeleitet werden. Und der Dieselskandal erscheint als der passende Punkt,  um den Hebel anzusetzen.

Die Diskreditierung des Diesel geht so weit, dass massiv Werte vernichtet wurden. 9-5 NG Diesel gibt es mittlerweile für unter 10.000 €, Benziner sind im Preis stabil. Für einige Fans der Marke war das die Gelegenheit,  sich zu einem günstigen Kurs ihren Traum vom 9-5 NG zu erfüllen.

Nicht ganz so erfreut über die Entwicklung dürfte der Eigentümer des einzigsten Laser-Roten 9-5 NG Sportkombis sein. Der TTID4, mittlerweile mehr als 200.000 Kilometer auf dem Tacho, steht immer noch in Tschechien bei Saab Suchomel zum Verkauf. Seit Oktober 2018, und sein Preis fällt monatlich. Aktuell meldet 9-5sc2012.com eine reduzierte Preisidee von nur noch 42.900,00 €. Bei welchem Preis zieht der Raritätenbonus?

21 Gedanken zu „Saab Taxi – 400.000 Kilometer und kein Ende

  • 1. Februar 2019 um 10:14 AM
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    Für den SAAB gestimmt: erledigt

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  • 1. Februar 2019 um 11:07 AM
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    Leider sind die meisten 9-5NG TID nur schwach ausgestattet, Head Up Display und die Premiumsitze sollten in dem Auto sein.

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    • 1. Februar 2019 um 11:57 AM
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      Das alles wäre nachrüstbar. Saab Kiel macht das sehr gut.

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      • 1. Februar 2019 um 12:00 PM
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        Kostet aber unverhältnismäßig. Ist zwar dann neu aber bei einem entsprechend ausgestatteten Gebrauchtfahrzeug unterliegen die “Extras” gleichsam dem Wertverlust.

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        • 1. Februar 2019 um 2:01 PM
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          Korrekt formuliert ist es mittlerweile teuer, aber möglich. Vor ein paar Jahren, als die Regale noch gut gefüllt waren, war es relativ preiswert sich einen 9-5 NG individuell aufrüsten zu lassen. Heute macht die eingeschränkte Verfügbarkeit gewünschter Teile die größten Probleme.

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  • 1. Februar 2019 um 11:20 AM
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    Ich habe meine “Pflicht” mit der Stimmabgabe auch erledigt 🙂 Als Besitzer eines 93er Coupe mit Viggenbody ist wohl klar wo meine Stimme hinging. Die Konkurrenz ist allerdings sehr gross und ich habe noch nie erlebt, dass ein nicht Deutsches Auto eine solche Wertung gewinnt ;-(

    Saab 95NG Diesel….., und ich habe meinen mit nur 43000km für CHF 13500.- verkauft. Ich habe ihn einfach zu wenig gebraucht und er war mir schon immer zu gross. Weh getan hat es trotzdem. Der neue Halter darf sich über einen überaus gepflegten 95er freuen. Das Auto stand praktisch wie neu da.

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    • 1. Februar 2019 um 11:58 AM
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      Natürlich haben wir gegen die Übermacht kaum ein Chance. Aber wir nutzen sie 😉

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  • 1. Februar 2019 um 11:42 AM
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    Supi! Klar der Aero ist der Schönste – Abgestimmt und erledigt!

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  • 1. Februar 2019 um 12:10 PM
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    Und schon wieder ein neuer Beitrag …

    Nach dem Leserbeitrag (Ken-Daniel zu einem Treffen) diesmal wieder vom Team und aus der Redaktion. Der Blog überschlägt sich zum Jahresanfang mit fast täglich neuen Beiträgen. Vielen Dank ans Team und herzlichen Glückwunsch zu aktuell 1.100 Abonnenten ! ! !

    Zuletzt habe ich oben rechts im Browserfenster noch eine 1.096 oder 1.097 gesehen. Sind die 1.100 ein Allzeithoch? Das wäre nach dem Spenden- und Beteiligungsrekord für 2019 schon wieder der nächste …

    SAAB lebt. In D und darüber hinaus nicht zuletzt dank dieses Blogs. Fantastisch!

    P.S.
    Und schon wieder etliche Schlüsselsätze und Stichworte zu bewegenden Themen. Zu viele und zu schnell, als dass ein Leser sie für eigene Kommentare noch aufgreifen könnte. Trotzdem (oder auch gerade deshalb) eine fabelhafte Leistung. Man kann ja auch einfach mal lesen und genießen …

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    • 2. Februar 2019 um 12:22 AM
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      Okay, ich kann’s nicht lassen …

      Zitat: “Die Dieseldiskussion ist eine unendliche Geschichte. Eigentlich geht es dabei um etwas anderes.”

      Und genau deshalb erwische ich mich immer öfter dabei, nun auch nach SAAB-Diesel-Fahrzeugen zu gucken. Sei es als Ergänzung oder gar Ersatz für meine BioPower Chrombrille SC …

      So lange wir dem Individualverkehr frönen, kein E85 mehr tanken können, nunmehr aber neue und gebrauchte Diesel-Fahrzeuge hinterher geschmissen bekommen und Diesel-Fahrer nach wie vor an der Zapfsäule vom günstigsten Preis und dem höchsten Energiegehalt je Liter profitieren, da avanciert es ja quasi immer mehr zur Bürgerpflicht, einen Diesel zu fahren!

      Inzwischen weiß man freilich nicht mehr, ob man nun aus Trotz oder Gehorsam zum Diesel tendiert. Die medialen, politischen und fiskalischen Signale sind viel zu widersprüchlich, als dass man sich noch sinnvoll verorten könnte. Einfach nicht mehr hinhören …

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  • 1. Februar 2019 um 1:18 PM
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    Teilnahme natürlich!
    Zum Beitrag interessiert mich das Dieselthema besonders (schließlich fahre ich einen der letzten Kombis mit Euro4).
    Den werde ich keinesfalls “in die Tonne kloppen”. Es ist überhaupt nicht umweltgerecht, Autos, die noch einige Jahre problemlos, sparsam und freudemachend fahren können, jetzt aus fragwürdigen Gründen abzuschaffen (NO²-Belastung ist nur ein Aspekt und aus Umweltgründen ist CO² bedeutsamer).
    Natürlich würde ich nachrüsten! Aber wie es aussieht werden wir SAAB-Fahrer da wohl keine Chance haben, oder hat jemand andere Informationen? Ist vielleicht SAAB-Frankfurt im Gespräch mit Nachrüstern? Würde mich wirklich interessieren!

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  • 1. Februar 2019 um 1:59 PM
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    Ja, die Frage der Hardware-Nachrüstung für unsere Diesel interessiert mich auch brennend – ich habe zwar keinen, möchte mir aber zwecks Schonung des seltenen BioPower Griffin Cabrios einen zulegen, sobald ich einen passenden finde. Die Firma Twintec/Baumot bietet das ja (bisher nur) ab Euro 5 an. Ist das technisch demnächst auch für Euro 4-Diesel möglich? Auch für unsere Saab-Motoren (Euro 5 und evtl. auch für Euro 4)? Und wie steht es um die Zulassung? Ich wäre sowas von dankbar, wenn wir dazu ein paar Infos bekommen könnten – vielleicht kennt sich ja einer der Leser damit aus? Oder vielleicht sogar ein klitzekleiner Blog-Bericht? 😉

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    • 1. Februar 2019 um 2:04 PM
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      Von Nachrüstlösungen ist bisher nichts bekannt. Dieses Thema ist Sache von Orio. Sollten wir irgendwas dazu hören, dann kommt es natürlich auf dem Blog.

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      • 2. Februar 2019 um 11:29 AM
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        Und was ist mit den GM-Dieselmotoren? Gibt es da was? Oder waren die alle noch Euro 4? Sind die letzten “Vor-Griffins”, MJ 2011, nicht noch von GM? Die sind ja auch schon Euro 5.

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        • 2. Februar 2019 um 3:03 PM
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          Gäbe es Neuigkeiten, dann wären sie hier publiziert. In einem etwas zurückliegenden Gespräche konnte ich erfahren, daß Orio das Thema auf dem Schirm hat. Das war bevor der Gesetzgeber die Rahmenbegingungen zur Nachrüstung abgesteckt hat. Ich würde mir keine großen Hoffnungen machen. Der Diesel-Skandal ist in erster Linie ein deutsches Problem. In anderen EU Ländern, bei gleicher Gesetzgebung, ist er scheinbar kein Thema.

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          • 2. Februar 2019 um 8:25 PM
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            Momentan versucht man in Österreich die Dieselfahrer mal wieder zu ärgern, den an vielen Tankstellen ist der Diesel plötzlich einige Cent teurer als Superbenzin, gab keinen Beschluss, nichts. Ist jetzt einfach teurer. Aber ansonsten kann man in Österreich noch problemlos Diesel fahren. Gott sei dank

          • 3. Februar 2019 um 8:03 PM
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            Auf Nachrüstung für die paar SAAB-Diesel in D würde ich mir auch keine Hoffnung machen. Es lohnt sich für niemanden, da eine Lösung zu entwickeln, zu homologieren und anzubieten – zumal kein Hersteller mehr existiert, der einen Imageschaden fürchten müsste und daher zu Investitionen bereit wäre …

            Man darf aber hoffen, dass allen jüngeren Dieseln ab Euro 4 (grüne Plakette) das deutsche Straßennetz noch einige Jahre mehr oder weniger uneingeschränkt zur Verfügung steht.

            Auch sind ausgerechnet die Emissionen an Stickoxiden bei Dieseln älterer Abgasnormen absurderweise oft niedriger, als bei den jüngeren und zudem ist dies noch ohne (illegale) Software und Abschalteinrichtungen erreicht worden.

            Das hat damit zu tun, dass weit mehr als Stickstoffoxide und CO2 aus dem Auspuff kommt, auch wenn die aktuelle Debatte sich auf diese beiden beschränkt. Die Abgasnormen sind nicht so genügsam wie Politik oder Medien.

            Die Hersteller, ihre Ingenieure und Entwickler müssen auch CO (Kohlenstoffmonoxid), Kohlenwasserstoffe und die Partikelmasse (Feinstaub) berücksichtigen und immer in den Griff bekommen …

            Die technischen Ansätze der letzten Dekaden (Katalysatoren, Abgasrückführung, Partikelfilter, Direkteinspritzer, Harnstoffeinspritzung – um nur einige zu nennen), sind zu vielfältig und komplex, um hier im Einzelnen auf sie einzugehen. Aber ebenso komplex sind die Physik und Chemie …

            Und die Naturgesetze, nach denen sich Ingenieure und Entwickler richten müssen, sind vor allem eines: Sie sind unbestechlich. National unabhängig und tatsächlich vollkommen unbestechlich.

            Wenn wir zugleich Bestandteile der Luft (zu 78% Stickstoff) und des Tankinhalts (Kohlenwasserstoffe) am Auspuff auf ihre möglichst vollständige Unversehrtheit (Stickstoff) bzw. ihre möglichst vollständige Verbrennung und Oxidation (Kohlenwasserstoffe) hin überprüfen, sollte auch jeder Laie verstehen, dass man hier einen ganz klassischen Zielkonflikt hat.

            Je vollständiger man Kohlenwasserstoffe zu CO2 und H2O verbrennt (um am Auspuff Kohlenstoffmonoxid und unverbrannte Kohlenwasserstoffe zu vermeiden), desto besser ist die energetische Ausnutzung des Treibstoffs (der Kohlenwasserstoffe) und desto sauberer sind die Abgase zumindest einerseits. Andererseits führt das aber auch zwangsläufig zu mehr Stickstoffoxiden. Auch die 78% Stickstoff der angesaugten, via Turbo oder Kompressor in den Motor geladenen oder via Abgasrückführung sogar mehrfach verbrannten Luft werden gründlicher verbrannt/oxidiert, wenn die Verbrennung anderer Bestandteile des Gemisches oder der Abgase möglichst vollständig sein soll …

            Unter dem Strich bleibt für mich die Frage: Wie haben die USA das bloß hinbekommen? Immerhin ist der Diesel-Skandal dort kreiert worden …

            Physik und Chemie und wer weiß welche Naturgesetze sonst noch? Wie wäre es mit der Biologie und der menschlichen Alterung? All das hat man in den USA allem Anschein nach schon heute erfolgreich überwunden!

            Immerhin soll D Trump ja die Physis eines 20-Jährigen haben (laut US-Ärzten). Und selbst unsere Medien bestätigen ihm gerne und immer wieder zumindest auch die Psyche eines 14 bis 20-Jährigen …

            Wen würde es da noch wundern, wenn auch die in D verkauften US-Diesel tatsächlich die Naturgesetze aufgehoben hätten? Und bevor wir alle vor Ehrfurcht endgültig im Boden versinken, messen wir die Kisten lieber erst gar nicht nach …

  • 1. Februar 2019 um 2:39 PM
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    Das Taxi sieht wirklich sehr interessant aus ! Vielleicht mal ne Story für den Blog wert ?

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    • 1. Februar 2019 um 9:12 PM
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      EIN TAXI NAMENS OVE

      Bestimmt hat der Wagen genug für ein ganzes und filmreifes Buch erlebt. Zumindest stelle ich mir 400.000 Taxi-Kilometer eines SAABs in Frankfurt so vor, dass sie sich gar nicht ohne interessante Begegnungen, Ereignisse und erlebte Anekdoten abspulen lassen …

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  • 2. Februar 2019 um 3:43 PM
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    Danke für den wieder einmal tollen Beitrag! … Abstimmung erledigt. 93 was für eine Schönheit! … Freue mich, wenn es eine Geschichte zum Saab-Taxi gibt. …

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  • 2. Februar 2019 um 11:35 PM
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    Toll, dass das Taxi weiter auf den Straßen unterwegs ist!
    Abgestimmt hatte ich auch. Das war in manchen Kategorien gar nicht so einfach.

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