Transatlantiker in der rauhen Wirklichkeit angekommen

Am 15.12.2018 war es endlich soweit: Nach 2 Wochen einer Gemengelage aus Vorfreude (60%) und Terminstreß (40%), ob alles klappt mit der Übersendung des KFZ-Briefes und der weiteren zulassungsrelevanten Unterlagen von Max – sie kamen um 07:35 Uhr per Express exakt 40 Min. vor dem vor Wochen gebuchten Termin bei der Zulassungsstelle – ging um 06:30 Uhr die Reise los gen Süden.

Ein Einzelstück!
Ein Einzelstück!

Keiner von uns hatte damit gerechnet, daß es so knapp werden könnte, aber manchmal spielen Banken und Behörden, denen Formalien und Fristen etc. über alles gehen, die Rolle des potentiellen Spielverderbers. Von hier „Danke“ nochmal an Max, daß er immer wieder Druck gemacht hat.

Nun waren wir also auf dem Weg den „Transatlantiker“ nach Norden zu holen, zumindest der Landkarte nach etwas weiter Richtung Norden. Wir, das waren mein Kumpel Michael – aktuell Volvo-XC40-Fahrer – und ich, extra für Max im 9000CSE unterwegs. Zu dem Zeitpunkt wußten wir noch nichts vom Diebstahl des Anniversary. Die Hinfahrt wurde freundschaftlich hälftig am Volant geteilt, und wir kamen nach guter Fahrt 15 Min. eher als geplant an.

Der 9000 CSE, der auf dem Blog einigen vielleicht als „Dienstwagen“ meiner Hausarztpraxis erinnerlich ist, hatte auch den Volvofahrer positiv beeindruckt: 20 Jahre, 364500km, mit 150 PS „ausreichend“ motorisiert, mühelos auch mal bei Bedarf auf 160km/h zu beschleunigen. Dabei leiser Motor, immer noch sehr gute Federung und – dank Domstrebe – Straßenlage. Während der Suche nach einem Parkplatz kam auch Max, unschwer im SAAB zu erkennen am Treffpunkt an.

Nach kurzer Begrüßung und spontanem „ins-Herz-schließen“ meinerseits- wurden dann bei Kaffee und Brötchen die letzten Formalitäten ausgetauscht, und dann gab es das erste Treffen in Natura mit dem „TA“. Ich kannte ihn bisher ja nur virtuell, hatte alles gelesen und verinnerlicht, was ich auf dem Blog über ihn gefunden hatte, und ihn „unbesehen“ von Max gekauft. Nach Anbringen der mitgebrachten Kennzeichen und ausführlicher Probefahrt ging’s dann nach kurzem Abschied wieder Richtung NRW.

„Honorar“ für Michael für seine Hilfe war die zweite Hälfte der Heimfahrt am Steuer des „TA“. Das ermöglichte mir viele schöne Ansichten meines „Traumautos“ aus der Sicht der anderen Verkehrsteilnehmer. Gleichzeitig hatte ich den direkten Vergleich zum aus meiner Sicht auch heute noch ausgereiftesten Modell, das SAAB je entwickelt hat: Der 9000 muß sich nicht verstecken!

Nach der ersten Nacht im Carport ist der „TA“ heute „im wirklichen Leben“ angekommen, nämlich im vielleicht ersten Schnee seines bisherigen Autolebens. Unsere erste Fahrt durch die weiße Pracht hat jedenfalls Lust auf weitere Ausflüge gemacht. Und für’s Fahren sind unsere SAAB gemacht, nach dem bekannten Slogan „SAAB,auf langen Strecken zu Hause“.

Einen – aus meiner Sicht – etwas wehmütigen Nachklang gibt es auch noch, denn die Reise gestern war wahrscheinlich unsere letzte gemeinsame „Langstrecke“. Mir geht es so wie manch anderem SAABisten. Mit jetzt vier Fahrzeugen und der näher rückenden Rente wird das Budget zu schmal, und ich werde mich sukzessive verkleinern müssen.

Wahrscheinlich wird der 1998er 9000 CSE, ich denke eines der letzten produzierten Exemplare, in der nächsten Zeit einen neuen Besitzer suchen, der ihn genauso zu schätzen weiß. Der kann sich darauf freuen in schwarzen Aero-Sesseln die Freude am SAAB-Fahren zu erleben. Das war der Luxus, den ich ihm/mir gegönnt habe, denn zum perfektesten SAAB gehören nun mal die perfektesten Sitze. Allerdings haben meine Mitarbeiterinnen hier noch ein Wörtchen mitzureden, und die wissen noch nichts von ihrem „Glück“.


Danke an August-Eric für seine Saab Story! Habt auch Ihr etwas zum Thema Saab zu erzählen?

Die Geschichte einer unvergesslichen Urlaubsreise, einer Restauration oder einer anderen Begebenheit im Leben mit der Kult Marke aus Trollhättan?

Dann bitte aufgepasst! Wir legen unsere legendären und exklusiven Saab Bordmappen neu auf und starten 2019 eine neue Leseraktion!

12 Gedanken zu „Transatlantiker in der rauhen Wirklichkeit angekommen

  • 28. Dezember 2018 um 2:52 PM
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    Ein tolles Auto! Herzlichen Glückwunsch an den neuen, stolzen Besitzer!

  • 28. Dezember 2018 um 6:19 PM
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    Schönes Auto! Aber welches meine ich? Natürlich beide!

    9000 und NG sind für mich zwei Enden, die irgendwie zusammengehören. SAABs erster Angriff auf die damals konventionell altbackene Oberklasse der Konkurrenz und der gut 5 m lange NG als dessen Enkel und als letzter großer SAAB.
    Ein Traumpaar! Viel Spaß mit beiden.

  • 28. Dezember 2018 um 6:22 PM
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    Glückwunsch, ich bin auch der Meinung das der 9000er nicht zu verstecken braucht und nach wie vor das Referenzauto in seiner Klasse ist. Am 9-5 vermisse ich die Heckklappe mit Heckscheibenwischer und ein paar andere Kleinigkeiten.

  • 29. Dezember 2018 um 1:27 PM
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    Sehr beneidenswert die beiden Autos. Mit dem 9000er fing bei mir die „Krankheit Saab“ an. Den 9-5 NG hatte ich auch. Ebenfalls ein für den US Markt konfiguriertes Modell. Auch dieser wurde in Kiel für den 21er vorbereitet.
    Sehr schöne Autos mit Understatement Faktor. Einfach wunderbar.
    Allen Saabfahrern einen guten Rutsch in´s neue Jahr!

  • 30. Dezember 2018 um 3:22 AM
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    Ich gratuliere dem neuen Besitzer des TAs ganz herzlich und vielleicht sieht man das schöne Exemplar mal in freier Wildbahn, der Zulassungsbezirk liegt jedenfalls gleich in der Nachbarschaft 😉 Viel Freude und immer eine unfallfreie Fahrt !

  • 30. Dezember 2018 um 8:42 PM
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    Herzlichen Glückwunsch zum 952!

    Der Wagen hat mich damals bei der Präsentation sehr beeindruckt. Das tut er immer noch, wenn ich einen (seltenst) in freier Wildbahn sehe. Daß das mittlerweile ein „altes“ Auto ist sieht man ihm überhaupt nicht an…
    Saabtypisch mal wieder eine absolut zeitlose Form.

  • 31. Dezember 2018 um 11:00 AM
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    Stimmt genau!

    Jeder SAAB ist ein Designobjekt. Auch der erstaunlich aktuell aussehende 9000. Viele andere Autos sind nur Modeartikel.

    Es wirkt auf mich maximal einfallslos und verzweifelt, dass diese Mode seit Jahren nur noch zwischen rund und eckig hin und her pendelt. Aktuell ist der kleine deutsche Stiefbruder vom NG mit Kanten und Sicken unterwegs. Schon übermorgen kommt dann sein Nachfolger und wird wieder etwas oder sogar um etliches glatter und runder sein.

    Opel, BMW, VW, Ingolstadt oder Stuttgart, wo man auch hinschaut, das Pendel schwingt wild hin und her. Und betrachtet man dieses Pendel herstellerübergreifend, kann man noch nichtmal mehr von einer Mode sprechen. Es war einmal, dass unterschiedliche Marken gemeinsam gleichzeitig und synchron einem Trend folgten …

    Heute geht es nur noch darum, das jüngste (eigene) Modell anders als das letzte (eigene Modell) aussehen zu lassen. War das letzte glatt, dann muss das jüngste eben kantiger sein und umgekehrt. Anscheinend ist es eine Art Dogma in den Design- und Marketingabteilungen der Automobilindustrie geworden, das letzte Modell so schnell wie möglich anders und alt aussehen lassen zu wollen, um den Verkauf des jüngsten anzukurbeln.

    Wie gesagt, einfallslos! Und durchschaubar …

    Aber um so schöner ist es ja, wenn man mind. einen SAAB auf dem Hof hat. Auch gut.

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    • 3. Januar 2019 um 2:29 PM
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      Der VW Golf widerspricht dieser These doch eheblich. Kaum ein Modell wurde über die Jahrzehnte so behutsam überarbeitet und kaum ein Modell ist so erfolgreich (auch wenn das sich nicht ausschließlich am Design festmachen lässt).

      • 4. Januar 2019 um 10:20 AM
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        Ich schrieb auch „viele andere Autos“. Nicht alle.

        Mir fallen selber Gegenbeispiele ein. Auch deutlich bessere als der Golf. Dieser hat meines Erachtens die von mir beschriebene Entwicklung durchaus mitgemacht …

        1. den synchronen Trend vieler Hersteller von eckigen Fahrzeugen der 1970er und 80er zu den runderen späterer Jahre
        2. und später eine gewisse Pendelbewegung, nachdem es nicht mehr runder ging

        Als Teil einer großen Modellfamilie hat der Golf die gleichen Pendelbewegungen des Designs mitvollzogen, die auch Polo oder Passat gemacht haben. Er war immer als Teil der Familie erkennbar, die mal glatter und dann wieder kantiger daherkam.

        Es ist aber richtig, dass es durchaus ikonische Autos anderer Hersteller gibt. Und es ist richtig, dass die Designer diese Fahrzeuge, ihre äußere und innere Erscheinung behutsamer anfassen und entwickeln, Wert auf Kontinuität legen und dass das Pendel bei diesen Herstellern oder Modellen weniger heftig schwingt. SAAB ist da nicht das einzig mögliche aller positiven Beispiele. Aber immerhin ist SAAB eins!

  • 2. Januar 2019 um 10:40 PM
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    Glückwunsch zum neuen !
    Schön das es einen NG in OWL mehr gibt !

    • 10. Januar 2019 um 10:56 PM
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      OWL scheint in Anbetracht der geringen Anzahl NGs in ganz Deutschland gar nicht mal so schlecht da zu stehen, was die Verteilung angeht: in Paderborn fahren mindestens drei Exemplare herum, in Detmold-Heidenoldendorf kam mir vor einiger Zeit auch mal ein NG mit LIP-Kennzeichen entgegen. Wäre ja schön, wenn hier noch Zuwächse zu verzeichnen wären.

  • 6. Januar 2019 um 4:56 PM
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    Tolle Geschichte. Viel Freude am fahren diese schoene TA.

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