Schweden-Tour mit Saab 9-5: Spontan, exzessiv – genussvolle Erholung pur Part 3/3

Der heutige Tag wird eine eher zügige Etappe. Denn mein heutiges Ziel ist Stockholm. Hauptstadt und Königssitz. Hier plane ich einen ausgiebigen Bummel durch „Gamla Stan“, der historischen Altstadt Stockholms.

Stockholm bei Nacht
Stockholm bei Nacht

Trotzdem entscheide ich mich auf der Anfahrt vorerst für Genussreisen über Nebenstraßen. Die Landschaft ändert sich von Kilometer zu Kilometer. Je näher man an Stockholm heran kommt, desto größer werden die Dörfer und gehen schließlich in Vororte über. Die Zivilisation hat mich zurück. Es ist fast erschreckend, wie viele Autos plötzlich auf den Straßen sind. So viel Verkehr ist man nach den stundenlangen und einsamen Überlandfahrten gar nicht mehr gewohnt.

Die vorab getroffene Wahl des Quartiers in Stockholm scheint perfekt gewesen zu sein. Ein zum Hotel umgebauter alter Frachter, namens „Kronprinsessan Martha“. Er ist direkt gegenüber der Altstadtinsel vertäut. Die Kabinen winzig aber gemütlich maritim. Durchs Bullauge geht der Blick über das Wasser in Richtung Gamla Stan.

Da auch ein Saab in Stockholms Innenstadt kein sehr gut gewähltes Verkehrsmittel zu sein scheint, beschließe ich mich mal wider etwas zu bewegen – und gehe zu Fuß. Nachdem ich die südliche Brücke überquert habe, tauche ich in die altertümlichen Gassen der Altstadt-Insel ein. Die Sonne strahlt, der Himmel ist tiefblau. Es sind tatsächlich noch einige – wenn auch wenige – Touristen unterwegs. Man vernimmt die unterschiedlichsten Sprachen. Ich schlendere stundenlang zwischen den alten Gebäuden umher. Vorbei am königlichen Palast, wo ich dem Spektakel des Wachwechsels beiwohne. Weiter durch den Park vor dem Landtag und hinunter zur Mole. Stockholm ist umgeben von Wasser. Überall Brücken, Kanäle und Schiffe. Ich beschließe eine Kleinigkeit zu essen und auch meine Füße freuen sich über die Pause.

Als ich wieder auf die Straße trete, dämmert es bereits und Stockholm verwandelt sich in ein Lichtermeer. In den engen Gassen stehen überall Öllampen und mit Kerzen stimmungsvoll beleuchtete Laternen. Die Altstadt wird einsamer. Hin und wieder kommen mir schaurige Gestalten entgegen. Weiße Gesichter mit blutunterlaufenden Augen, die Kleidung in Fetzen erst nur ein Paar, dann werden es immer mehr… Es ist Halloween – und offenbar scheint sich heute noch etwas zu tun.

Aus der Ferne tönt plötzlich Getöse. Die Horden der Zombies, Hexen und Geister haben sich formiert und ziehen in Form eines Halloween-Umzugs durch Gamla Stan. Feuerkünstler zaubern mit ihren Fackeln leuchten Figuren in den Nachthimmel. Die Schweden können also nicht nur zum Midsommar feiern – sondern auch dann, wenn die Temperaturen langsam sinken.

Der Abend endet für mich auf dem Oberdeck meines Hotel-Schiffes. Eingemurmelt in bereitlegende Flecedecken genieße ich noch eine ganze Weile den Blick auf die eindrucksvoll beleuchtete Skyline von Stockholm, bevor es endlich in die Koje geht.

Der nächste Tag beginnt etwas wehmütig. Denn heute ist Rückreisetag. Die Fahrt quer durch Schweden von der Ost- bis an die Westküste nach Göteborg steht bevor. Die Fähre Richtung Kiel legt erst am Abend ab. Somit habe ich eigentlich genügend Zeit. Trotzdem beschließe ich vorsichtshalber ohne Umweg nach Westen zu fahren. Wenn Zeit bleibt, werde ich die lieber in Göteborg nutzen, als wohlmöglich noch das Schiff zu verpassen.


Somit wird auch nichts aus dem ursprünglich geplanten Besuch des Luftwaffenmuseums in Linköping. Eigentlich ein Pflicht-Programm – nicht nur für Saab-Fahrer. Aber es heißt, hierfür solle man mehrere Stunden einplanen. Daher verschiebe ich dieses High-Light auf meinen nächsten „normalen“ Schwedenbesuch im kommenden Sommer. In Linköping findet ja das „IntSaab 2016“ statt – und da wird es eh auch ins Museum gehen.

Abschied von Schweden...
Abschied von Schweden…

Leider hat inzwischen das Wetter umgeschlagen und es beginnt zu Nieseln. In Göteborg angekommen geht’s direkt zum Fährhafen. Nach dem CheckIn stehe ich mit dicker Jacke, Schal und Mütze an Deck der Stena Germanica und schaue über die Lichter von Göteborg. Vor mir liegt die Hafencity mit dem gigantischen Eriksberg-Kran, der stimmungsvoll beleuchtet ist. Schade, dass mein Schweden-Trip heute endet. Aber es war großartig. Ich bin knapp 2000 Kilometer durch Südschweden gefahren. Der 9-5 hat mich problemfrei und komfortabel begleitet. So viele schöne und unvergessliche Eindrücke in so kurzer Zeit. Es war genau so, wie ich es mir vorgestellt habe.

Und ich beschließe in diesem Moment: Sobald ich kann, werde ich genau so einen Trip wiederholen. Mindestens ein Mal im Jahr.

Schweden, ich komme schon bald zurück. Hej då…

Saab Lesertasse 2015
Saab Lesertasse 2015

Das war die Schweden Tour mit dem Saab 9-5. Die passende Lektüre in der dunklen Jahreszeit, vielleicht eine Anregung um 2016 Schweden zu besuchen… Danke Oli!  Habt auch Ihr etwas zum Thema Saab zu erzählen?

Die Geschichte einer unvergesslichen Urlaubsreise, eine Restauration, der erste Kontakt mit der Marke aus Trollhättan oder einfach warum Saab zum automobilen Leben dazu gehört. Was immer es ist, schreibt uns. Wir belohnen jede Veröffentlichung auf dem Blog mit einer exklusiven Saab Lesertasse!

2 Gedanken zu „Schweden-Tour mit Saab 9-5: Spontan, exzessiv – genussvolle Erholung pur Part 3/3

  • Schööööön! Vielen Dank für den packenden Bericht, als Leser konnte man richtig mitfahren.

  • Noch `mal ein großes Kompliment von meiner Seite. Teil -III- steht den beiden vorherigen Texten in nichts nach. Die eindrucksvollen Bilder unterstreichen selbst für Außenstehende diese tolle Reise. Ein wenig neidisch werde ich auf Deinen Gestaltungsgeist bei dieser Tour.
    Alles Gute und gerne mehr von diesen großartig geschriebenen Berichten.

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