Liebe auf den ersten Blick

Eine weitere Saab Geschichte! Unsere Saab Lesertasse , die wir erstmals nach dem Festival versenden, geht diesmal zu Marco in die Oberlausitz!

Mein Saab, welcher mir bzw. uns (meiner Frau, unserem Sohn und mir) täglich das Leben etwas schöner macht, ist ein 9-3 SC BJ 2007. Als diese Baureihe 2005 das erste Mal zu sehen war, stand für mich fest, solch ein Wagen muss ich unbedingt mal in meinem Leben gefahren haben.

Saab Geschwister unter sich
Saab Geschwister unter sich

Es war, bzw. ist immer noch wie bei der berühmten Liebe auf den ersten Blick. Aber erst mal zum Anfang meiner Saab-Geschichte.

In der DDR war die Auswahl für mich (als nicht gerade besonders Auto-Interessiertes Kind) von außergewöhnlichen Lieblingsautos nicht sonderlich groß. Als dann aber einige Jahre nach der Wende (ca. 1995) unser Kunstlehrer mit einem Saab 900 Turbo auf den Schulhof fuhr, war die Bekanntschaft zur Marke aus Schweden hergestellt. Anfangs ging ich mehrmals täglich extra am 900er vorbei, um mir zu überlegen, ob er mir nun gefallen sollte oder doch nicht. Auch die weiteren Modelle von Saab konnten mich damals nicht zu einem schnellen Ergebnis führen. Das Interesse der Marke war dennoch groß, da diese Fahrzeuge etwas Eigen waren.

10 Jahre später entdeckte ich durch Zufall den Saab 9-3 SC im Internet und ich begann mich erneut mit der Marke zu beschäftigen und diesmal ohne wieder davon abzulassen.

Nach vielen Jahren Dienstreisetätigkeiten und damit auch die Nutzung aller möglichen Fabrikate, hatte ich bei meinem letzten Autokauf 2010 keine großen Ansprüche außer, Langstreckentauglichkeit. Es wurde alles Mögliche begutachtet und plötzlich kam die Idee, mal bei Saab zu schauen. Wie es der Zufall wollte, gab es ein vernünftiges Angebot eines 9-3 SC mit nahezu Vollausstattung (nur Standheizung fehlt).

Seit dem fuhr ich nun schon viele Kilometer Saab und dies nahezu immer mit einem Lächeln. Trotz einiger wirtschaftlicher KO-Kriterien wurde und wird der Wagen immer wieder repariert. Vom Kupplungsschaden, über defekte Drallklappen mit Ansaugbrückentausch bis hin zu einem fast nicht auffindbaren Leck im Kühlkreislauf.

Selbst wenn ich mal nicht fahren muss oder darf und nur am Wagen vorbei laufe, muss ich lächeln. Dies ist auch bei anderen Saabs so, welche man hin und wieder in der Gegend sieht. Hinzu kommen ein paar kleinere Geschichten, welche den Wagen bzw. die Marke zusätzlich hervorheben.

– In der Warteschlange vor einer Schranke, klopfte es plötzlich an meinem Fenster. Ein netter Mann aus dem Ingolstädter hinter mir musste mir mitteilen, dass er es sehr bereut, seinen 9-3 gegen einen A4 getauscht zu haben. Er wünschte mir allzeit gute Fahrt und ging mit einem Lächeln wieder.

– Beim Kauf eines neuen Xenon Brenners meinte der Verkäufer nur „viel Spaß beim Tauschen“. Keine Ahnung, was er meinte. Ich bin raus zum Wagen, Motorhaube auf, Entnahme und späterer wieder Einbau des Einfüllstutzens der Wischanlage, tausch des Brenners und fertig. Im Internet liest man, dass bei 99% der Hersteller aufwendige Demontagen der Stoßfänger und Weiteres dafür nötig sei. Unglaublich.

– Beim Einbau des Kindersitzes für den Nachwuchs, steht in der Einbauanleitung etwas von „Fummelei“, wie man einen Reboarder mit Gurten am Vordersitz befestigt. Bei Saab gibt es dafür extra Befestitgungsösen in der Schiene der Vordersitze. Kein Fummeln, festgurten, fertig.

Weitere Kleinigkeiten sind das Nightpanel, versteckte Gasdruckdämpfer in der Kofferraumklappe, Motorhaube ohne lästige Haltestange oder der nette „fasten belts“ Hinweis im 9-5 (Werkstattwagen).

Einiges davon gibt es vielleicht auch bei anderen Herstellern, aber in dem Gesamtpaket macht es den Saab so unglaublich wertvoll. Hoffentlich haben wir noch LAAANGE Freude mit ihm. Und er möge es verzeihen, dass ich gelegentlich mal nach einem jüngeren Modell Ausschau gehalten habe. Es spricht aber deutlich für ihn, dass bisher kein Angebot in der Lage war, ihn schweren Herzens vielleicht doch einzutauschen.

Es gibt mit Sicherheit viele weitere schöne, gute und sichere Autos, aber keines, was mich als eigentlichen Nicht-Autointeressierten so sehr fasziniert. Und jetzt brauch nur noch der Krimi in Trollhättan ein gutes Ende finden ☺

2 thoughts on “Liebe auf den ersten Blick

  • Richtig, genauso ist es. Und das Schöne ist, dass man damit bei Saab nie so auf die Pauke gehauen hat, sondern einfach gemacht hat und das macht für mich Saab aus.

  • Schön auf den Punkt gebracht. Es sind wirklich oft die vielen gut durchdachten Kleinigkeiten, die unsere Autos so liebenswert machen und von der Masse unterscheiden.

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