Gelebte Kundenzufriedenheit

In Schweden sorgte die Verkaufsanzeige für einen Saab 9-5 Sportkombi mächtig für Wirbel. „Saab 9-5 Kombi – sie werden es bereuen“ war zu lesen. Der Expressen vermutete gar, das sei das Auto,  an dem Saab pleite gegangen wäre.

Kundenzufriedenheit - auch nach 16 Jahren. Definiert von der Orio AB
Kundenzufriedenheit – auch nach 16 Jahren. Definiert von der Orio AB

Worum geht es? Ein Saab 9-5 Sportkombi, der mächtig für Verdruss sorgt. Mängel hat der Saab ohne Ende, und die Liste was funktioniert ist kürzer als die der Fehler. Im Grunde ist alles kaputt, schreibt Besitzer Markus Eriksson. Der Kombi ist kein Neuwagen. Er kommt aus dem Jahr 1999, ist gerade mal lächerliche 16 Jahre alt und fast 200.000 Kilometer gelaufen.

Für andere Fabrikate wäre das kein Aufreger, so mag man denken. Ab auf den Autotransporter, in den Export, und einen Neuwagen gekauft. Bei einem Saab liegen die Dinge scheinbar anders.

Zum einen gibt es auch in Schweden Menschen, die keine negative Saab Presse mögen. Zum anderen gibt es einen Ruf, der verteidigt werden muss…der des Langzeitautos, das robust für viele Jahre und Kilometer ist. Wie schön, dass die Orio AB sich als Siegelbewahrer der Marke und der Fahrzeuge auf der Strasse sieht.

Kurze Zeit, nachdem die Anzeige durch die Presse ging, reagierte der Landesdirektor der Orio AB. Der Saab 9-5 Sportkombi wird repariert…mit Original Saab Ersatzteilen; die Kosten trägt das Unternehmen aus Nyköping. Es gilt,  einen Ruf zu bewahren, und es geht um Kundenzufriedenheit. Auch wenn die Garantie schon lange abgelaufen ist, das Fahrzeug 16 Jahre zählt.

Einen Teaser zu dieser Aktion hat Orio online gestellt, für uns hat man einen deutschen Untertitel eingefügt. Danke nach Eschborn und Nyköping! Die Fortsetzung der Geschichte wird bei der Orio AB und auch auf dem Blog zu verfolgen sein.

Besitzer Markus Eriksson mag den Saab jetzt nicht mehr verkaufen. Nach der Reparatur wird der 9-5 in der Familie bleiben, er will ihn seiner Tochter schenken.

22 Gedanken zu „Gelebte Kundenzufriedenheit

  • Eigentlich eine schöne Geschichte, wenn da für mich persönlich nicht ein bitterer, ein sehr bitterer Nachgeschmack bliebe:
    Einige werden sich an den ROTEN EIMER erinneren, ein 2006er 9-5 TiD Hirsch SportCombi, damals gerade 2 Jahre alt, der in exakt 12 Monaten 24x, meist mehrtägig, in der Werkstatt stand.
    Waren immer nur Kleinigkeiten, wie Getriebeschaden (bei 45.000 km!), Federbruch, lose Lenksäule, Kraftstoffverlust, extremer Motorölverlust, usw…..
    Mir half damals niemand (abgesehen vom SAAB-Händler vor Ort, der sehr unterstützte), aber von SAAB-Deutschland kamen nur blöde Sprüche. 12 Monate mit diesem SAAB kosteten mich knapp 12.000 Euro 🙁

    • Irgendwann war der Wagen ja vom Hof des VAG Händlers verschwunden, hast Du noch einmal etwas vom Wagen gehört ?

  • Würde mal sagen das ist der richtige Weg. Orio will ja lange an den Autos verdienen, also müssen sie ein Zeichen setzen damit die Autos auf der Strasse bleiben und das Vertrauen in Orio weiter bestehen bleibt. Gute Geschichte 🙂

  • Naja, es geht auch anders ,
    habe am 06.03.2015 mit meiner Saabine (9000 Aero, Bj. 1996) die 400.000er Marke überschritten. Motor, LiMa, Kupplung, Anlasser, Turbolader, selbst die Stossdämpfer sind noch original. Die Gummibuchsen wurden allerdings schon mehrfach getauscht Bald ist die nächste TÜV Untersuchung fällig und ich bin mir 100% sicher, dass dies wieder ohne Probleme über die Bühne geht.
    Da ich seit ca. 30 Jahren Fahrzeuge von SAAB fahre, und alle weit über 250.000 Km gefahren habe, kann ich nur vermuten, dass der arme Kerl irgend etwas falsch gemacht haben muss.
    Allen, die für die Marke die gleichen Empfindungen haben wie ich, wünsche ich weiterhin gute Fahrt (den Anderen natürlich auch)

    Dieter

    • Der 9000er ist fast unkaputtbar und bei guter Pflege wird man ihn ewig fahren können. Oder an Kinder, Enkel oder Neffen weitergeben. Ich denke hinter dem 9-5 in Schweden steckt auch jede Menge Wartungsstau.

  • Natürlich nett, aber auch ein Marketinginstrument – wogegen nichts einzuwenden ist. Vielleicht entschließt sich Orio aber auch einmal, bei den Werkstätten, Foren und Clubs zu ermitteln, welche Ersatzteile für die noch sehr häufig anzutreffenden 9000er und 901er Modelle dringend benötigt würden. Hier herrscht in den Teileregalen der Spezialisten teils gähnende Leere. Und nur dank Gebrauchtteilen und langer Sucherei im Internet lassen sich gewissen Teile überhaupt noch finden. Nachdem es keine neuen Saab mehr geben wird, sollte Orio alle Baureihen gleichermaßen mit dem Nötigsten versorgen. Auch sollte evtl. nach Möglichkeiten gesucht werden, der Enthusiastenszene evtl. die Nachfertigung in eigenem Risiko zu übertragen – mit übergabe der nötigen Unterlagen/ Presswerkzeugen/ Schablonen, Muster…?

    • Richtig Uli, genau das fehlt bei der Marke Saab, so wie es andere Hersteller seit Jahren tun. Manche Werkstätten die schon seit Jahrzehnten Saab Fahrzeuge reparieren, suchen händeringend Ersatzteile und Original Werkzeug (z.B. das Hebelwerkzeug um die Kupplung am 901er zu wechseln) und müssen mit gebrauchten Teilen experimentieren, Werkzeuge für andere Fahrzeuge umkonstruieren, um sie an einem Saab zu verwenden. Dadurch entstehen auch höhere Kosten für uns Kunden, da Reparaturen länger (Lohnkosten) dauern bzw. sich verzögern (Ersatzteile schwer beschaffbar).

      • Es ist nicht so, dass man das Thema ignoriert. Klassiker und Youngtimer sind im Fokus, ebenso das Thema zeitwertgerechte Reparartur für einen älter werdenden Bestand. Eschborn und Nyköping arbeiten an den Themen und lesen hier Kundenmeinung mit.

        • Dann sollte Orio mal den Druckschlauch des Automaten zum Ölkühler beim 9k neu auflegen. Das Teil gibt es leider nicht mehr weder in Europa noch in den USA. Da das Teil leider im Spritzwasserbereich liegt, rostet es gerne durch und platzt dann gerne auf der BAB…:-(

          • Wäre ich auch dafür. Musste das Teil beim örtlichen Hydraulik Service nachfertigen lassen. Wenn es leck geht, gibt es eine riesige Sauerei.

  • Primär natürlich wirklich nur eine Marketing-Kampagne der ORIO AB. Für Saab gilt es einen Ruf zu bewahren – aber gegen 16 Jahre kann man beim besten Willen nichts sagen. Ich finde es, wenn es denn wirklich so vorgefallen sein sollte, hingegen eher eher unfair gegenüber denen, die nach wenigen Monaten/Jahren schon hohe Kosten durch Reparaturen haben. Da sollte die ORIO AB eher mal unter die Arme greifen und nicht bei einem 16 Jahre alten Auto, dass seinen Dienst weitgehend schon abgeleistet hat.

    • Ich meine nicht dass es um fair/unfair geht. Orio kontert eine Medienkampagne/negative Presse sichtbar geschickt. 100 Punkte nach Nyköping 🙂

  • Derartiges habe ich im Bekanntenkreis über einen SAAB noch nicht gehört – kann sich im Grunde nur um ein Fahrzeug mit großem Wartungsstau handeln.

    Presse die einen 16 Jahre alten Wagen hernimmt, um ihn als Negativbeispiel für aufgetretene Defekte hinzustellen, benötigt aber auch entsprechend blöde Leser (die scheinen da wohl ausreichend vorhanden zu sein).

    Das Ganze kann man doch eigentlich überhaupt nicht ernst nehmen – wenn ich bei Orio erwas zu sagen hätte, wäre Expressen mitsamt ihrem womöglich gut bezahlt Markus Eriksson abgeblitzt. Der hat ja nun sogar höchstwahrscheinlich doppelt profitiert.

    • Nee-Nee, so geht das auch nicht!
      Auch bei unserer Lieblingsmarke gibt es tolle Montagsautos. Ich hatte auch mal so einen (9000CC). Das wäre fast das AUS für SAAB bei mir gewesen, wenn der perfekte CSE anschließend nicht alles wieder gradegebogen hätte. Der war annähernd so schlimm wie der ROTE EIMER von Ziehmy und das hatte überhaupt nichts mit Wartungsstau zu tun, denn es begann für SAAB-Verhältnisse im jugendlichen Alter, aber nach der Garantie und hat auch richtig Geld gekostet.
      SAAB-Deutschland war wenig kooperativ, da hätte man auch ein Wolfsburger Produkt kaufen können und das habe ich die damals auch wissen lassen.
      Danach ist mir so ein SAAB allerdings nicht mehr untergekommen.

      • @ GP 362

        War die Liste der Defekte wirklich länger als die der funktionierenden Teile (bzw. sooo lang wie bei Markus Eriksson)?

        Vermutlich doch nicht – aber in 16 Jahren sammelt sich, wenn man es darauf ankommen läßt, bestimmt so einiges an.

        Die Kardinalfrage ist doch, warum sich Eriksson erst jetzt so aufbläht (gute Gage von Expressen?) – er wird das Auto doch schon einige Zeit in Benutzung haben und ihn nicht als 16-jährigen Gebrauchtwagen erworben haben. Falls doch: Mit diese Kilometer-Leistung (fast 200.000 km) wird man bei fast allen Gebrauchtwagen einige Probleme haben – es sein denn, es ist ein top gewartetes Fahrzeug. Aber dies wird hier mit Sicherheit nicht der Fall sein!

        • Hallo Detlef,
          wenn die Defekte zeitgleich aufgetreten wären, dann wäre die Liste wohl länger als die der funktionierenden Teile gewesen, aber so war es natürlich nicht. Es kam teilweise im Wochenrhythmus und umfasste fast alles außer dem Motor selbst, Getriebelager, Kühler, ZV, offenbleibende Fenster, Kraftstoffpumpe…und einiges mehr und mehrmals, beginnend im zarten Alter von vier und ca. 60TKm.
          Aber das ist zum Glück Schnee von gestern und schon fast vergessen – alle SAAB danach habe ich noch und die sind qualitativ super.
          Der schon im Youngtimer-Blog erwähnte „Joe“ ist auch erst mit 16 (mehr durch Zufall) in unseren Haushalt gekommen. Die Substanz war aber so gut, dass es sich lohnte, die natürlich bei so einem alten Auto anstehenden Erneuerungen durchzuführen. Da stecken inzwischen auch schon einige ORIO-Teile drin. Er ist bei uns nun seit zwei Jahren täglich im Einsatz und hat inzwischen weitere 32TKm problemlos abgespult. Es kann sich rechnen, wenn man ein altes Auto durchrepariert. Ich gebe ihn jedenfalls nicht wieder her!

  • Naja, auch ich kann ja nicht nur meckern, auch wenn der „Rote Eimer“ genug Anlass dazu gab! Unser 2002er 9-3 TiD Anniversary spult einfach nur seine Kilometer ab. Selbst Auspuff und Kupplung sind bei 160.000km noch original.
    Für den letzten TÜV mussten wir aber tatsächlich einen Spurstangenkopf erneuern…..

  • Ich besitze auch einen 9-5 er Kombi, Bj,. 1999. Außer einmal (Zündkassette) und Verschleißteile hat mich der Wagen noch nie im Stich gelassen. Ein absolut sicheres und gutes Auto, ist allerdings erst 230000 km gefahren.

  • Good on Orio AB, …..

    BUT to give to a bad winger (Complainer) after 16 years & 200,000 km is not good.

    Insist on seeing full service history & when the complainer bought the Saab….
    BAD service leads to problem, that are NOT Saab’s fault.

  • Mein SAAB 9-5 Kombi Bj.2002 hat nun Auspuff durch, Hinterachsgummi sind marode und leider auch der Luftmassenmesser, so kommt der nun nicht mehr durch den TÜV/AU. Kosten zu hoch und daher abgabe.Schnief :..(

  • Hallo in die Runde,
    der Bericht verwundert mich auch ein wenig. Gerade der 9-5 ist ein super zuverlässiges Qualitätsmobil. Natürlich gibt es Montagsautos; auch in unseren Reihen. Das jedoch mehr Fehlerquellen in diesem Auto zu finden sein sollen, als funktionierende Teile kann man wohl getrost als Märchen oder sogar üble Nachrede bezeichnen.
    Jetzt ist mein 9-5er sechs Jahre jünger als das im Bericht aufgeführte Modell. Jedoch hat meiner dafür eine höhere Laufleistung. Leute lasst euch keinen erzählen. Der 9-5 ist ein super Renner, insbesondere in der 2.3l-Version. Der schwedische Kollege hätte zwischendurch auch `mal zum Service fahren sollen. Auch das beste Auto braucht eine entsprechende Pflege/Wartung.
    Einen schönen Abend für euch alle.

  • Ein Montagsauto gibt es überall. Ich drehe mal den Spieß um und sage, dass die hohe Zuverlässigkeit schwedischer Automobile und an dieser Stelle SAAB, der Grund war für mangelnden wirtschaftlichen Erfolg. Während sich andere Hersteller mit Ersatzteilen dumm und dämlih verdienen hatte SAAB nur ein durchschnittliches Business. Wenn meine Kollegen jammern, dass bei 30.000 km die Bremsbeläge hinüber sind und bei 60.000 km die Bremsscheiben, dann steht auf den Fahrzeugen wohl Audi oder VW drauf. Auch bei Daimler ist das schon so. BMW hat unerklärliche Elektronikdefete, usw … an meinem SAAB musste ich die vorderen Bremsscheiben erst bei 210.000 km tauschen. Andere hatten da schon ein neue Auto aus Ersatzteilen …

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