Mission Saab

Die Leser haben den Saab Blog übernommen und werden ihn so schnell nicht mehr hergeben. Das war auch so gewünscht…Saab Geschichte auf Saab Geschichte landet  in meiner Mailbox. Und es gibt viel zu erzählen…

Bloggers Saab
Bloggers Saab

Eine Gelegenheit,  um eine kurze Zustandsbeschreibung der Marke Saab zu schreiben. Die Vergangenheit ist klar, sie letzte größere Menge Neuwagen kam bereits 2008/2009 nach Deutschland. Dann tröpfelte die Quelle noch etwas, und seit dem Frühjahr 2011 gibt es gar keinen Nachschub mehr. Für andere Marken wäre das der Exitus gewesen. Aber – mal ernsthaft – was sind schon fremde Marken – wir reden von Saab !

Aktuelle Situation Januar 2015: die Startplätze zur Pre-Tour nach Trollhättan im Juni waren binnen weniger Stunden vergeben, es gibt eine Warteliste, es gibt Absagen. Fans fragen,  ob nicht doch etwas mehr geht…

Nur…mehr geht leider nicht. Nicht in der aktuellen Konstellation, so gerne wir es auch möchten. Wir kratzen momentan an unseren Grenzen, und es ist klar: wir haben nur ein Fan Blog Projekt…und ein sehr überschaubares Budget. Größer und mehr, das wäre in unserem Fall ein angemietetes Event-Gelände, ein gewachsener  organisatorischer Aufwand, mehr Menschen,  die an dem Projekt arbeiten – wenn wir die Qualität unserer Veranstaltungen, ausgerichtet am Anspruch der Marke, halten möchten. Machbar ist das für Hersteller mit einem Marketingbudget, welche solche Events  mit einem Lächeln finanzieren würde. Aber nicht für uns.

Vor zwei Jahren, bei unserer ersten Tour, brauchte es noch eine gute Woche,  um die Startplätze zu besetzen. Und heute? 100 Fahrzeuge wären ohne Problem zusammen gekommen – ein Mobilisierungsgrad,  der andere Marken neidisch macht. In Trollhättan hätte man sich auf uns gefreut. Die Stadt lechzt nach Touristen; Hotels und Gastronomie durchleben (immer noch) schwere Zeiten.

Saab, das läuft ! Gut sogar, und so richtig erklären kann man es nicht einmal im Ansatz. Eigentlich könnten die Saab Fahrer davon laufen, zu VW, Audi, BMW, Seat und Co. Was Einige tun, weil die Umstände sie zwingen, aber bei Weitem nicht alle. Vielleicht weil sie es mehr denn je zu schätzen wissen,  ein zeit- und klassenloses Auto zu fahren. Eventuell auch weil sie keine Lust auf fahrbare Computer haben, denn die Softwareindustrie kapert momentan die Autobranche.

Die Zahlen jedenfalls sprechen eine klare Sprache. Der Blog hatte im Januar 25% mehr Besucher als vor einem Jahr. Obwohl wir nur über nicht mehr ganz so junge Autos und das tägliche Leben damit, und nicht über “Breaking News” berichtet haben. Saab lebt, der Patient ist den Umständen entsprechend in guter Verfassung, die Fahnen wehen weiter im Wind.

Es gibt viele große Automarken, die von uns gegangen sind – an die sich kaum noch jemand erinnern mag. Bei uns ist das nicht so. Saab atmet weltweit, die Community ist aktiv, die Altersstruktur stimmt. Es gab in den letzten Tagen Leserpost von sehr jungen Saab Fahrern, die erst vor Monaten zur Marke gekommen sind. Gemeinsam mit den Veteranen, für die es nur Saab und sonst nichts gibt, halten sie die Fahrzeuge auf der Strasse und haben enormen Spaß dabei.

Mit einem Saab unterwegs zu sein, zaubert ein Lächeln ins Gesicht. Aus 1.000 verschiedenen Gründen. Die Saab Geschichten unserer Leser sind ein Statement. Pro Saab und gegen automobile Uniformität.

Ob die Marke jemals zurück kommt, wieder Autos bauen wird, ist unsicher. Die Saab AB wacht über den großen Namen, und sie ist sich der Verantwortung sehr bewusst. In den letzten Tagen war zu hören, dass die Hürden für einen möglichen Käufer sehr hoch gelegt wurden. Vielleicht zu hoch, eventuell verhindern sie ein Comeback. Allerdings, nach dem Scheitern von Spyker und NEVS, wäre jedes weitere verpatzte Revival eine Katastrophe. Von daher ist die Haltung der Saab AB ohne Alternative und zu verstehen. Warten wir ab,  was demnächst passieren wird, und beschäftigen wir uns weiterhin mit unseren Autos.

Saab, das sind auf jeden Fall wir, und das,  was vor der Türe steht. Die bestehende Dynamik um Saab wird – mit oder ohne Fortsetzung der Saga in Schweden – die Marke lebendig erhalten. Wir alle tragen dazu bei, mit sehr persönlichen Saab Geschichten, mit verrückten Ideen.

Was alles möglich ist, wenn wir in entsprechender Mission Saab infiziert unterwegs sind, werden wir in den nächsten Monaten testen. Wir versprechen den Lesern etwas, was sie zuvor noch nie gesehen haben. Eine Premiere ! Nicht mehr, nicht weniger.

Und wir wären da wieder bei der Sache mit der Geduld. Mit dem Unterschied, dass wir es sein werden, die der Saab Saga ein weiteres Kapitel hinzufügen  😉

16 Gedanken zu „Mission Saab

  • Welch klasse SAAB bei der Überfahrt auf dem NOK in Schleswig-Holstein! In geheimer Mission??? 😉
    Freue mich auf die Lüftung des Geheimnisses! 🙂

    • Wenn mich nicht alles täuscht, war das im letzten Jahr, anlässlich der “Pilots Wanted” Tour. Stichwort Lafrentz / Kiel… wäre die Fahrt nicht ausschließlich dem Thema 9-5II gewidmet gewesen, wäre ich auch vorbeigekommen…

  • Bin voller Spannung was der Blog da wieder vor hat! 🙂 Und das mit Saab stimmt, habe noch nie so viel Postives wie jetzt gehört, wenn Freunde und Arbeitskollegen mit mir im Saab unterwegs sind!

  • Ich höre immer wie schade es ist dass SAAB nichts mehr produziert. SAAB ist vielen Leuten sehr sympathisch 🙂

  • Aber von Mitleid kann man sich nix kaufen. Wie viele von den Leuten würde wirklich einen kaufen?

    • Gute Frage…. Aber es kommt ja nix mehr nach, also stellt sich die Frage nicht. Mich freuts halt, wenn die Leute den SAAB gut finden 😉

      • Gut finden ja aber nicht bedauern. Und wenn es doch irgendwann wieder Neuwagen geben sollte bin ich auf die Begründung gespannt wieso sie sich doch wieder für einen VW, Audi, Mercedes oder sonst was entschieden haben.

        • Das ist eben die Frage. Gibt es irgendwann – oder nicht? Bleibt spannend, und wenn es weiter geht müsste auch das Produkt begeistern 🙂

          • Das Produkt müsste begeistern . Das ist richtig , denn bei aller Vorliebe und wenn man über den Tellerrand raus schaut gibt es auch bei anderen Marken zumindest in Technischer Hinsicht einiges das begeistern kann . Außer der Plattform ist ja sämtliche moderne Technik bei GM geblieben . Aber wenn Saab 3.0 die richtigen Leute zusammen bekommt wird das schon klappen . Man sieht ja was man in THN aus einfachen GM Grundstoffen für Technische Kunstwerke zaubern konnte.

        • Lag vermutlich auch an der Werbung unterhalb der Wahrnehmungsgrenze dass nicht gekauft wurde??? Wer kannte denn schon die Marke?

          • Es muss weiter gehen. Das kann es einfach nicht gewesen sein. Schon allein weil es so viele tolle Studien und Ideen für diese Marke gab. Ich kann mich noch an die Diskussion erinnern ob der 9-3 II noch ein echter Saab ist. Was waren das doch für Luxusprobleme. Heute wäre man froh wenn sie noch vom Band laufen würden.

    • … ich habs z.B. Ende des Jahres extra noch einmal getan (auch im Bewusstsein eines “gewissen Risikos” und “Mehraufwandes” in der Zukunft).
      Und das obwohl eine andere Marke sicher wesentlich “bequemer”, wirtschaftlicher und vernünftiger (z.B. wegen Werkstatt, Reparatur, etc.) für mich gewesen wäre.

      Naja, ich bin ja aber auch schon etwas “vorbelastet” gewesen … 😉

    • Hallo Heiko, genau so ist es. Und das die meisten ältere SAABs fahren und keinen neuen kaufen davon kann die Marke wie bekannt nicht existieren! SAABische Grüße Wolef

  • Die für einen möglichen Käufer hoch gelegten Hürden sind ja keine Überraschung – es wäre ab er doch von großem Interesse, welche Gegebenheiten im Einzelnen des vermeintlichen Käufers (noch) nicht ganz den Vorstellungen der SAAB AB entsprechen.

    Im Falle Mahindra wurde in der Vergangenheit zwar eine gute Geschäftsbeziehung zur SAAB AB nachgesagt – mir stellt sich aber mittlerweile die Frage, ob diese gute Geschäftsbeziehung momentan überhaupt noch gegeben ist. Wenn man TV-Dokumentationen in letzter Zeit verfolgt hat, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass die Inder gerade in der Konstruktion und im Bau von Militärflugzeugen große Fortschritte gemacht haben und aus diesem Grunde Zukäufe aus schwedischer Produktion wohl eher nicht angesagt sind.

    Andererseits sollte dies Mahindra aber bei den jetzigen Kaufverhandlungen einschließlich der Verhandlungen um die Namensrechte keine Minuspunkte einbringen, wenn dabei alle Voraussetzungen erfüllt werden könnten – natürlich immer unter der Annahme, dass es sich überhaupt um Mahindra handelt.

    Um welchen Konzern es wirklich geht und zu welcher Entscheidung die SAAB AB gekommen ist, werden die nächsten Wochen endlich zeigen. Eine öffentliche Begründung (insbesondere bei Ablehnung) durch die SAAB AB sollte dabei nicht fehlen – erwarten wir aber lieber zusammen mit den Menschen der gesamten Region Trollhättan einen positiven Ausgang dieser Marathon-Verhandlungen!

  • Wird einfach Zeit, dass der/die Interessenten mit dem Pokern aufhören…

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