NEVS Rekonstruktion erlaubt

Das Gericht in Vänersborg hat heute dem Ansuchen von NEVS auf Rekonstruktion stattgegeben. Einer der Gründe dafür ist das zugesagte Darlehen über 20 Millionen Schwedenkronen von Hauptaktionär Kai Johan Jiang.

NEVS - National Electric Vehicle Sweden AB ©2014 saabblog.net
NEVS – National Electric Vehicle Sweden AB ©2014 saabblog.net

So  soll der Verkauf der Entwicklungsfirma, in welcher die Phoenix Plattform geparkt wurde, binnen eines Monats abgewickelt sein. NEVS würde dann Gelder erhalten, welche die Begleichung der Verbindlichkeiten ermöglichen und dem Unternehmen das Überleben für ein weiteres Jahr möglich machen würde.

Ferner sehen die Richter “große Fortschritte” in der Verhandlung mit einem möglichen, neuen Hauptaktionär. Die Richter sehen die Ziele von NEVS als “realistisch und erreichbar”. Der Elektroautohersteller hat angegeben, mit der Saab AB in neue Verhandlungen treten zu wollen, um den Markennamen erneut nutzen zu dürfen.

Wie vorgeschlagen wurde der Anwalt Lars Eric Gustafsson mit der Durchführung der NEVS Rekonstruktion beauftragt, die erste Gläubigerversammlung wird am 8. Oktober in Vänersborg stattfinden.

Ist das gut – oder schlecht? Das Drama jedenfalls findet kein Ende.

Text & Bild: tom@saabblog.net

27 Gedanken zu „NEVS Rekonstruktion erlaubt

  • 29. August 2014 um 2:36 PM
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    Es scheint bei Gericht nun doch wesentlich mehr Hintergrundinformation angekommen zu sein.

    In den letzten Tagen haben alle Verhandlungspartner deutlich zu spüren bekommen, dass die Zeit drängt und mit Gerichten sowie der SAAB AB nicht zu spaßen ist.

    Man sollte jetzt davon ausgehen, dass sich sowohl NEVS als auch Mahindra sowie Dongfeng darüber verständigen werden, die Verträge in der eingeräumten Zeitspanne zu vollenden – diese dürfte wirklich die allerletzte Möglichkeit sein, den Fortbestand von SAAB als Automobilmarke zu sichern!

  • 29. August 2014 um 2:48 PM
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    “Ist das gut – oder schlecht?”

    Der baldige Verkauf der Phoenix-Plattform gibt mir Rätsel auf. Denn so wie es scheint, sucht NEVS nach einem neuen Aktionär und nicht nach einem Käufer. Aber die Phoenix-Plattform wurde doch immer als große Zukunft von NEVS angepriesen.
    Will Mahindra (als neuer Aktionär) vielleicht weg vom Elektroauto? Oder geht’s jetzt doch Hals über Kopf und NEVS will den Rest was bleibt (Phoenix Plattform) noch ausschlachten und weg?

    Was für eine Geheimniskrämerei. Bleibt nur zu hoffen, dass NEVS nach Abschluss der Verhandlungen mal klaren Tisch macht, denn sollten sie weitermachen, sind sie in Zukunft auch auf »uns« angewiesen.

    • 29. August 2014 um 2:56 PM
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      Die Fakten sind unklar. Ursprünglich war von einem Verkauf von 50% der Entwicklungsgesellschaft, inklusive Plattform (an Dongfeng) die Rede. Das ist jetzt nicht mehr so klar, es ist nur von einem Verkauf die Rede.
      NEVS sucht, um bei den Feinheiten zu bleiben, einen neuen “Hauptaktionär” (Mahindra?), der damit auch die Führung übernehmen würde. Damit würden die Karten komplett neu verteilt, die Lizenzen am Saab-Namen kämen eventuell zurück. Bis dahin ist NEVS nur NEVS.

      • 29. August 2014 um 3:52 PM
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        Für kommende SAAB-Modelle wird die neue Plattform sicherlich auch verwendet werden – denn nach bisherigen Informationen soll diese Plattform bei SAAB in Trollhättan und bei einem der Verhandlungspartner in Asien eingesetzt werden.

        Im Vertrag wird man sich ein entsprechendes Nutzungsrecht an der Plattform für die Produktion in Trollhättan vorbehalten.

  • 29. August 2014 um 2:53 PM
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    Grünwald hat recht !
    Wir leben im PLEMPLEM – Zeitalter.
    Ist den Schweden ( & irgendwelchen Asiaten ) vielleicht ” FAD ” vom vielen FadÖl ?
    Ich dachte, schlimmer geht´s nicht mehr.
    Was glauben die, wie lange eine Marke, ein Produktname so was aushält.
    Der Name SAAB ist nun endgültig der Lächerlichkeit, Spott und Hohn preisgegeben.
    Image für ewige Zeiten demontiert und Synonym für Unfähigkeit im Übermaße.
    Tom, in unserem persönlichem Bullerbü (kennst du ja) ist die schwedische Fahne nicht nur auf Halbmast, sonder endgültig AB !!!

    • 29. August 2014 um 4:26 PM
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      Eigentlich geht es jetzt doch in die richtige Richtung. Dies hat zwar etwas länger gedauert – man sollte aber die zurückliegenden wirklich großen Hindernisse (insbesondere GM) nicht vergessen und froh sein, dass trotz aller Unzulänglichkeiten bei NEVS eine gewisse Hartnäckigkeit in Bezug auf den Fortbestand der Automobilproduktion in Trollhättan vorhanden ist.

      Gerade im PLEMPLEM-Zeitalter ist es schließlich nicht einfacher geworden eine durch amerikanische “Manager” runtergewirtschaftete
      Marke wieder auf die Beine zu bekommen – im Verbund mit einem indischen Großkonzern wie M&M könnte man endlich mal zeigen wie es besser geht und das SAAB-Image wieder aufpolieren.

      Auch bei anderen jetzt gut aufgestellten Herstellern gab es in der Vergangenheit große Krisenzeiten – kaum ein Kunde macht sich heutzutage darüber noch Gedanken.

  • 29. August 2014 um 3:06 PM
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    Alter Schwede…jetzt doch…bei all diesen Nachrichten frage ich mich wie leidensfähig man sein kann. Andere Marken (die meisten) haben glaube ich nicht solche treuen Anhänger die so mitfiebern und -fühlen.
    Bei anderen würde es heißen: mir doch egal kaufe ich die andere Marke im Konzern…
    Tom: danke danke für die News von NEVS

  • 29. August 2014 um 2:19 PM
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    Puhh,momentan nichts für schwache Nerven.
    Saab sollte nach Hollywood umziehen,das passt besser…..

    • 29. August 2014 um 7:04 PM
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      Wann kommt endlich Kurt Wallander nach Trollhättan, um in diesem Wirtschaftskrimi einmal RICHTIG aufzuräumen und für Klarheit zu sorgen??? 😉

  • 29. August 2014 um 3:50 PM
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    Wenn die Phoenix-Plattform verkauft werden soll, dann spricht das doch dafür, dass man sie nicht mehr für die Zukunft benötigt. Das wiederum kann zweierlei bedeuten, nur noch E-Autos auf einer 08/15-Basis zu bauen oder der neue Hauptaktionär, welcher bei NEVS einsteigt, bringt seine eigenen Plattformen mit.
    Für beide Varianten, sofern sie denn zutreffen und eintreten, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Saab AB nochmal die Namensrechte hergibt – und das ist auch gut so.

  • 29. August 2014 um 3:59 PM
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    Das mit dem Image sehe ich nicht ganz so kritisch, denn wer bekommt das denn so hautnah mit, was da die ganze Zeit in Schweden passiert? Das ist doch nur eine eingeschworene Fangemeinde von Wahnsinnigen, die jeden Tag gefühlte 17 mal auf den Blog klicken, und damit sehr nah am Geschehen dran sind. Ich stehe übrigens auch schon wieder kurze vorm Nervenzusammenbruch. Ab und an läuft dann mal eine Meldung über Handelsblatt, aber das Image leidet aus meiner Sicht nicht so sehr stark. Sollte die Marke überleben und neue Saabs auf den Markt kommen, könnte man das aus meiner Sicht auch marketingmäßig gut aufgreifen und sogar für sich und die Marke nutzen.

    Mit der obigen Meldung habe ich wieder Hoffnung. Das sah heute morgen anders aus. Tom, befrei uns endlich. Mit der einen Sensationsmeldung! Dann wird alles gut. Vielleicht.

  • 29. August 2014 um 5:31 PM
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    Nur 17 mal? Lieber “kobimex”, du bist ja nur noch im Anfangsstadium der Krankheit! 😉

    • 29. August 2014 um 7:06 PM
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      Ich bin jetzt raus….mach´ Wochenende und schaue erst am Montag wieder auf dem Blog. Die Seele muss auch einmal entspannen können!

  • 29. August 2014 um 5:57 PM
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    Wieso diskutieren wir überhaupt noch über nevs es ist kein saab wird es auch nie mehr sein . Das einzige was Saab und Nevs gemeisam hat ist:
    Das selbe design mit einen logo das seit mehr als 30 jahre veraltet ist das gleiche werk die gleiche stadt und investoren die zwar jetzt………………… Es hat nichts mit der Marke Saab zutuen also ist es mir egal die einzigen chancen das saab jemals wieder als auto gibt ist wenn bmw saab rechte kauft die haben wenigsten mehr geld und scheitern nicht bei ,,taschengeld,,(5 millionen müsste sich eine automobilfirma leisten können)

    • 29. August 2014 um 6:12 PM
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      Ich habe da mal ein paar Worte rausgenommen…. Bitte bleibt bei den Kommentaren fair und keine Äußerungen die von anderen Lesern als Diskriminierung oder Beleidigung aufgefasst werden könnten. Danke!

      • 31. August 2014 um 12:15 PM
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        Sehr gut ! Endlich mal jemand der seinen Blogg “sauber” hält.
        Zum eigentlichen Thema: Wer auch immer die Marke Saab retten sollte ( hoffentlich ) hätte damit auch ein riesen Problem gekauft. Abgesehen das nichts vorhanden ist was man gewinnbringend verkaufen könnte, ist das Vertrauen von Zulieferfirmen, Händlern und Kunden in den Namen nachhaltig gestört. Saab gilt inzwischen als “unberechenbar” für alle. Wer zum Teufel will sich das alles antun? Behaltet alle eure Saabs, pflegt sie gut und freut euch über ein stück Automobilgeschichte aus besseren Tagen. So mach ich es auch. Saab wie wir es kannten ist und bleibt Geschichte. Leider.

  • 29. August 2014 um 7:06 PM
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    Goldene Zeiten für Saab-Sammler: Hier mein Saab-Scania, daneben mein GM-Saab, hier der Spyker-Saab und dort der NEVS-Saab, als letztes der…..

    • 31. August 2014 um 2:09 PM
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      Stimmt, ich habe einen von den 9-3 Sport-Kombis aus den letzten Spyker-Monaten abbekommen und wollte dann eigentlich auf den neuen 9-5 Sport-Kombi umsteigen, denn es aber ja nun leider nur zu sehr fantasievollen Sammlerpreisen gibt.

      Man darf gespannt sein wie es weiter geht.

  • 29. August 2014 um 9:49 PM
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    Es ist in erster Linie ein Kampf um die Plattform …

  • 29. August 2014 um 10:13 PM
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    Wow, der Ball rollt noch…! …tief durchatmen… Solange die Arbeiter dank Rekonstruktion vorerst versorgt sind, die Verhandlungen mit ernsthaften Interessenten weiter laufen und der “große fliegende Saab” über die Namensrechte wacht, gibt es Hoffnung! Ich wünsche es dem “Saab Spirit”, dass es ihm jetzt endlich glückt und was vernünftiges dabei raus kommt!

  • 29. August 2014 um 11:53 PM
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    Der Elektrofahrzeuggersteller … haha das ist ein guter Witz.

    Durch den Verkauf der Entwicklungsgesellschaft bekommt man kurzfristig Geld rein. NEVS wird sich vermutlich aber die Nutzung der Phoenix-Plattform sichern und wenn es gegen Lizenzgebühren ist , wäre ja nur vorübergehend. Hat der Chiphersteller AMD mit seinen Büroräumen auch so gemacht. Es bringt halt im erster Linie Geld und spart auf lange sich auch noch was da die Lizenzgebühren wohl geringer wären als die unterhaltsamsten der Entwicklungsgesellschaft.

    Es ist im meinen Augen also falsch NEVS als tot zu erklären und zu behaupten es gibt keine Fahrzeuge mehr nur weil man die Phoenix-Plattform verkaufen möchte.

    Dass die Verhandlungen nicht bei einem Kaffee mit Kuchen erledigt sind erwartet ja keiner. Dass NEVS allerdings immer mir den gleichen platten aussagen um die Ecke kommt, die wie vom Tonband abgespielt klingen, und ide Verhandlungen gefühlt her nicht vorankommen, stört hier allerdings ungemein.

  • 30. August 2014 um 8:28 AM
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    Man wird nun also innert Kürze 2 Mio Euro vom Hauptaktionär erhalten und innert 30 Tagen Teile der Phoenix-Plattform verkaufen. Falls das tatsächlich so passiert (gehört haben wir schon Vieles, das Einzige, was bei GM, Muller-Antonov und NEVS in den letzten Jahren Bestand hatte, war das Wort “Geduld”), hat NEVS kurzfristig den Kopf aus der Schlinge gezogen und kann die eigenen Investitionen retten. Da spricht Nichts dagegen. Ein schlüssiges Geschäftskonzept für die Fortführung der Automobilproduktion der Marke SAAB und für meine Mobilitätsbedürfnisse kann ich damit nicht erkennen, dafür ist die ganze Geschichte viel zu platt. Ich halte mich nun die nächsten 30 Tage vom Blog fern und lese dann, was die Resultate sind. Nichts ist unmöglich, es müsste allerdings auf einem ganz anderen Niveau stattfinden, als das hier.

    • 30. August 2014 um 12:33 PM
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      Dito. Die Beträge, um die es ständig geht, sind ein Witz in der Automobilproduktion. Hier sind noch viele unterwegs, die die rosarote Saab-Brille aufhaben.
      Normalerweise hast du Recht, wer hier mit viel Herzblut drin steckt, sollte sich eine zeitlang vom Blog fernhalten und in einigen Wochen nochmal reinschauen um dann das endgültige Aus zu lesen.

      Ich ertappe mich jedenfalls täglich dabei, dass dieses Auf und Ab sich auch auf meine Saab-Fahrfreude niederschlägt. Langsam würde es sich besser anfühlen, ein Stück Geschichte zu fahren statt unerwiderte Liebe.

      Schönes Wochenende allen!

  • 30. August 2014 um 9:21 AM
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    According to the recunstruction lawyer, the owner have put in 3 billion SEK, and lent 0,5 billion.
    The dept is “just” 1/6 of the capital. According to the lawyer: A big differens to the 2011 situation.
    Source: http://www.ttela.se

    • 30. August 2014 um 11:09 AM
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      I can’t find the article.

      That would be a shit load of money. What took him so long and what the hell was he planning before? I mean, he is the owner after all, right?

      Why would he wait, till suppliers have lost faith and until the chain is broken again? Why losing time on the development of new models?

      Isn’t he supposed to put his money where his mouth is?

      I don’t get it. But thanks for the info anyways.

  • 30. August 2014 um 10:52 AM
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    DIE ZWEI RETTER UND DAS TÖPFCHEN

    Der erste Retter nimmt den Phoenix und verschwindet auf nimmer wiedersehen. Der zweite aber nimmt sich ganz liebevoll der verbliebenen Asche an, die der erste und die Brandschatzenden zurückgelassen haben.

    Sorgsam schützt er das kleine leichte Häufchen davor, schlicht vom Winde verweht zu werden, füllt es in ein Töpfchen, pflanzt darin einen kleinen SAA …

    … -men, stellt ihn auf die weiße Fensterbank eines roten Holzhauses und oh Wunder, es war ein Zauber SAAmen. Aus ihm erwächst ein solides Automobilunternehmen mit einer ganzen Palette an wundervoll typisch schwedischen Vehikeln.

    Ganz sicher!

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