Trollhättan – Saab Situation

Es geht mal wieder um die Saab Situation, damit zwangsläufig auch um die Zukunft von Trollhättan. Vor einigen Tagen erschien im Svenska Dagbladet ein langer Artikel von Jonas Fröberg, in dem er über die Zukunft schwedischer Autoindustrie und über Trollhättan schreibt.

Saab 9-3 Aero bereit zur Auslieferung @2014 saabblog.net
Saab 9-3 Aero bereit zur Auslieferung @2014 saabblog.net

Er bringt mit der Überschrift “Ganz Trollhättan hält den Atem an” die Momentaufnahme einer Stadt, die seit Jahren aus ökonomischer Sicht ihren Weg sucht…aber immer wieder Rückschläge erleiden muss. Wie jetzt, wenn die Saab Saga mal wieder ins Stocken gerät.

Der Bürgermeister – Paul Akerlund

Dabei, und das ist die Besonderheit an Fröbergs Artikel, zeigt er das Schicksal der Kommune an Hand von Menschen, die in Trollhättan leben, und deren Lebensweg mit der schwedischen Automobilindustrie unabdingbar verknüpft scheint. Wie bei Paul Akerlund, dem Bürgermeister, der 1978 als Monteur am Band bei Saab begann. Akerlund kämpft seit Jahren mit der hohen Arbeitslosigkeit, ein Kampf, in dem es leider nur kleine Erfolge zu verbuchen gibt.

Die Arbeitslosigkeit beträgt in der Stadt 15 %, lag aber schon einmal, vor nicht langer Zeit, bei 16.6 %. Die Jugendarbeitslosigkeit ist noch höher, beträgt jetzt 26 %, lag aber auch schon einmal bei über 30 %. Was Akerlund hofft? Dass es bei NEVS weitergeht, irgendwie. Und auf einen Regierungswechsel bei den Reichstagswahlen im September. Damit die schwedischen Sozialdemokraten an die Regierung kommen und mehr Geld in seine Stadt pumpen.

Trollhattan Kommun ©2014 saabblog.net
Trollhattan Kommun ©2014 saabblog.net

Die Arbeiter in der Automobilindustrie

Ebenso vage wie die Saab Situation scheint die berufliche Perspektive der Arbeiter bei NEVS. Wie für Alex Antonsson, der bei der Saab Automobile AB beschäftigt war, nach dem Konkurs in das Volvo Werk nach Uddevalla wechselte, das kurze Zeit später ebenfalls geschlossen wurde. Jetzt ist er zurück bei Saab, arbeitet in der Produktion, und ist sich nicht sicher, was die Zukunft bringt.

Stellvertretend für ein Arbeitsleben in der schwedischen Autoindustrie ist der Lebenslauf von Petra Störch. Nach mehr als 10 Jahren bei Saab, dem Verlust des Arbeitsplatzes in Trollhättan, wechselte sie in die Produktion bei Volvo. Was nicht so einfach war, wie es sich anhört. Sie kennt, so erzählt sie, viele Leute, die “entweder Saab – oder Volvo” denken. Beides geht nicht.

Trotzdem, nach kurzer Bedenkzeit griff sie zu, wechselte zur anderen schwedischen Marke. Die 4 Monate Arbeit bei Volvo waren für sie wie eine Reise zurück in vergangene Zeiten. “Ich begriff wie unglaublich weit wir bei Saab mit der schlanken Produktion waren”. Trotzdem war die Zeit bei Volvo für sie in Ordnung. Der Arbeitsmarkt in Westschweden wird immer flexibler, die Fahrt nach Göteborg über die neu ausgebaute E45 dauert nur noch 30 Minuten.

Erster neuer Saab 9-3 ©2014 saabblog.net
Erster neuer Saab 9-3 ©2014 saabblog.net

Petra Störch vermisst die alten Kollegen, den Teamgeist bei Saab. Viele ehemalige Saab Mitarbeiter sind in anderen Berufen untergekommen, oder sie sind zurück auf die Schulbank und bilden sich weiter. Vielleicht muss Trollhättan in Zukunft zur Bildungsstadt werden. Die Zahl der Studenten stieg in diesem Jahr um 7.5 %, was über dem Landesschnitt von  2 % liegt.

Allerdings kürzt die Regierung, die immer ein “Schweden der Köpfe” proklamierte, gerade die Gelder für die Hochschulen. 55 Millionen Kronen sollen eingespart werden. “Wir hoffen auf einen Regierungswechsel, auf die Sozialdemokraten” sagt Bürgermeister Akerlund dazu.

Der Gewerkschafter

Wer schon länger den Blog liest, der kennt den Namen Hakan Skött. Er war der IF Metall Gewerkschaftsmann im Werk, hatte Einfluss und Einblick. Kämpfte für Saab, für Victor Muller, die Kollegen. Bis es nichts mehr zu kämpfen gab.

Nach dem Verlust des Arbeitsplatzes kam er bei der Gewerkschaft unter, versuchte bei NEVS eine neue Gruppe der IF Metall zu gründen. Ohne Erfolg. Jetzt ist er selbst arbeitslos, sein Vertrag mit der Gewerkschaft ist ausgelaufen.

Paul Akerlund und Hakan Skott @2014 saabblog.net
Paul Akerlund und Hakan Skott @2014 saabblog.net

Natürlich hofft er immer noch, eine Gewerkschaftsgruppe(*) im Saab Werk etablieren zu können. Würde er für NEVS arbeiten, fragt ihn Fröberg? Er würde, denn er hat keine Wahl, wie er sagt. Wie es mit Trolhättan weitergeht? Die Stadt muss ihren Weg fortsetzen – vom Produktionsstandort zur Wissenstadt.

Alle, die von Fröberg befragt wurden, bauen auf eine Fortsetzung der Saab Saga in der Stallbacka. Wahrscheinlich auch deshalb, weil die Transformation von einer Industriestadt zur Hochschulstadt, oder besser gesagt zum Wissensstandort, nicht innerhalb weniger Jahre geht. Und weil Wissen alleine nicht die Lösung ist. Es braucht auch eine Produktion, die das Wissen in die Praxis umsetzen kann.

Man sieht – mit gut 1.200 Kilometern Distanz – Dinge aus einer anderen Perspektive als vor Ort. Deshalb noch meine Sicht der Dinge als Fortsetzung zum Fröberg Artikel.

Saab Situation 2014 ist nicht 2011

Seit dem Horrorjahr 2011 sind drei Jahre vergangen, die Saab Situation hat sich grundlegend geändert. In Trollhättan sind in den letzten Wochen merkwürdige Fahrzeuge gesichtet worden. Auf den ersten Blick scheinen es Saab 9-3x Kombis zu sein, die mit den auffälligen schwedischen Erprobungskennzeichen unterwegs sind.

Beim genauen Hinsehen merkt man, dass die Proportionen nicht stimmen. Die Spur ist breiter, der Radstand länger. Was da fährt, das ist die neue flexible Plattform von NEVS. Bilder liegen mir vor, der Fotograf möchte sie aber in der aktuellen Situation nicht veröffentlicht sehen. Was ich verstehe und akzeptiere.

Wir können daraus folgende Schlüsse ziehen: die flexible neue Plattform ist bereits recht weit entwickelt, daß in 18, 24 oder 30 Monaten eine neue Saab Generation zum  Kunden rollen könnte. Die Plattform gehört NEVS, das Unternehmen kann darüber verfügen, ohne in Detroit Lizenzen beantragen zu müssen.

Die Produktion wurde modernisiert, ist flexibler und schlanker als jemals zuvor. Die Produktionseinrichtungen laufen, es gibt kein Werk im Stillstand, sondern eine atmende Fabrik. Ein Kernteam von 600 Mitarbeitern, nicht mehr 3.500, könnte sofort starten. Das Facelift oder Update des 9-3 steht bereit und könnte nach der Sommerpause vom Band rollen. Und es gibt keine starke Gewerkschaft (*) mehr im Werk, keine unkündbaren Mitarbeiter mit langer Betriebszugehörigkeit.

NEVS hat den Wert des Investments gesteigert, die Werthaltigkeit ist nicht vergleichbar mit den Fragmenten, die NEVS 2012 gekauft hatte. Die Verbindlichkeiten sind vergleichsweise gering. Die Marke ist bereit für den Einstieg oder Komplettverkauf an einen neuen Aktionär.

Fast alle Dinge, die für gewöhnlich internationalen Investoren Kopfweh bereiten könnten, sind weggeräumt. Allerdings, das ist der Haken an der Geschichte, gibt es ein Zeitfenster. Alles muss jetzt passieren, zeitnah, dazu gibt es keine Alternative. NEVS geht die Luft aus, das Ende ist nicht weit, die Verhandlungsposition gegenüber Mahindra und Dongfeng ist schwach. Ausnahmsweise, die Reichstagswahlen stehen vor der Türe, ist die Politik hilfreich tätig. Es könnte sein, dass nach langer Vorbereitung in kurzer Zeit alles positiv geregelt sein wird.

Schweden ist der teuerste Produktionsstandort in der EU, Schweden hat die höchsten Lohnnebenkosten. Schweden hat gleichzeitig die höchste Dichte an Ingenieuren in der EU. Wissen kann damit schon jetzt den Standortnachteil ausgleichen, so gesehen wäre Trollhättan und Saab auf einem guten Weg.

Text & Bilder: tom@saabblog.net

(*) Nachtrag: Unter dem Eindruck der Ereignisse, und dem möglichen Verlust der Arbeitsplätze, ist es der IF Metal mittlerweile gelungen eine Gewerkschaftsgruppe im Werk zu etablieren. Der Sprecher der IF Metal Gruppe soll im Juli von den Mitgliedern gewählt werden.

 

30 Gedanken zu „Trollhättan – Saab Situation

  • 18. Juni 2014 um 12:42 PM
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    Danke Tom, für die ausgezeichnete Zusammenfassung! Besonders bemerkenswert finde ich die aufgeführten Unterschiede zwischen 2014 und 2011. Das lässt weiter hoffen…

  • 18. Juni 2014 um 12:43 PM
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    Man kann wohl davon ausgehen, dass die Nachfrage nach dem bereits produzierten 9-3 gering ist – dies wird wohl auch einer der Gründe für die Verlängerung der Produktionsaussetzung sein.

    Deutlichen Zuwachs bei der Nachfrage werden vermutlich auch die anderen Varianten vom bekannten 9-3 nicht bringen – selbst nach einem Facelift nicht.

    Ein ganz neues Modell auf der PHOENIX-Plattform müßte somit schnellstmöglich das Ende der Durststrecke einläuten – die Sichtung der von Tom beschriebenen Testwagen lassen wohl tatsächlich Vermutungen in dieser Hinsicht zu.

    Wünschenswert wäre für die weltweite SAAB-Community allerdings endlich auch mal ein Statement durch NEVS (+Mahindra ?), was nun eigentlich kommen wird – denn selbst der geduldigste SAAB-Enthusiast (ich zähle mich selbst dazu) hat irgendwann die Nase voll und greift zu einem adäquaten Fremdfabrikat.

    Alle Beteiligten (NEVS, neue Investoren, SAAB AB und auch die Politiker) sollten die Kundenseite nicht gänzlich unberücksichtigt lassen – dies ist nämlich derzeit leider der Fall.

    • 18. Juni 2014 um 1:04 PM
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      Ich glaube gar nicht mal, dass die Nachfrage nach dem 9-3 so gering ist. Aber wer hat Zugang zu den Neuwagen?
      Kaum jemand.
      Ich bin Saab Fan, würde einen Saab jederzeit einem anderen Auto vorziehen. Käme ein Neukauf für mich in Frage, würde ich den Wagen ohne Umwege kaufen wollen. Bei meinem Händler, im Umkreis von vielleicht 100km.
      Kann ich aber nicht.
      Fazit: Die Nachfrage wird nicht gedeckt aus Mangel an existierenden Vertriebswegen.

      • 18. Juni 2014 um 5:02 PM
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        Genau das ist der springende Punkt, wo finde ich denn einen Neuwagen? Ich habe in WÜ einen Händler bei dem nichts steht!

  • 18. Juni 2014 um 12:43 PM
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    Das war genau das was ich meinte. Das NEVS die Tochter aufhübscht startklar macht und ein überaus lohnendes Invest darstellt! Und wo gibt es noch so “verrückte” Fans wie bei Saab??

  • 18. Juni 2014 um 1:17 PM
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    Auch wenn ich meine Saab mag, aber das war es jetzt endgültig. Egal wer den Laden jetzt kauft oder in die Insolvenz gehen lässt. Saab, oder NEVS sind momentan nicht mehr als eine moderne Fabrik mit gut ausgebildeten Mitarbeitern. So abgestandene Gurken wie der aktuelle 9-3 darauf wartet niemand. Was NEVS in einem halben Jahr produziert verkauft VW an einem Tag. Selbst wenn die es noch irgendwie schaffen sollten mit dieser ominösen Plattform irgendwas auf die Beine zu stellen, braucht das doch niemand. Es gibt keinen Vertrieb mehr und Werkstätten auch nur noch vereinzelt. Bis auf eine Handvoll “Fans” greift da doch niemand zu und einen ordentlichen Vertrieb aufzubauen lohnt sich nur wenn sich die Autos auch verkaufen. Nach dem ganzen Theater in den letzten Jahren kann ich nur jedem abraten sich einen neuen Saab zu kaufen. Wenn Saab, dann was altes.
    Der Markt ist gesättigt, da hat Saab keine Chance mehr.

  • 18. Juni 2014 um 1:43 PM
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    Hallo Tom.
    Das sind Worte die Mut machen um weiterhin Geduld haben zu können. Vielen Dank für diesen Artikel…und natürlich für den Blog!
    Nun also wieder warten…hoffen und bangen!
    Aber ohne VM und NEVs wäre die Geschichte schon lange vorbei und ich würde sicherlich z.Z. keinen SAAB mehr fahren können.
    Auch die Info über die “Erlkönige” weckt ja interesse…
    Wenn also Prototypen unterwegs sind, dann müsste doch das Interesse an der “Firma” NEVS größer sein
    So hoffe ich auch auf SAAB 2.1 oder SAAB 3.0!?
    Schöne Grüße aus Oldenburg
    André

    • 18. Juni 2014 um 7:22 PM
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      Wenn Mahindra einsteigt, was immer noch Spekulation ist, dann wird es locker Saab 3.0 mit einem kompletten Neustart.

  • 18. Juni 2014 um 2:28 PM
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    Stimme dir 100% zu, Andre.

  • 18. Juni 2014 um 6:13 PM
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    Guck auf Mobile.de. Da stehen in Holland einige MY14 zum Verkauf

    • 18. Juni 2014 um 7:25 PM
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      Der Preis ist ja wohl ein Witz, oder!? Für einen Wagen “ohne alles” was heute so üblich ist.

      • 18. Juni 2014 um 7:49 PM
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        Keep cool 😉 Der Exportpreis nach Deutschland wäre viel, viel niedriger, weil dann die extremen Steuern entfallen.

        • 18. Juni 2014 um 8:30 PM
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          Das stimmt wohl aber der holländische Händler kann sich kaum darauf verlassen alle seine Fahrzeuge ins Ausland zu verkaufen. Wenn ich mir anschaue was zum gleichen Preis in Holland von anderen Marken angeboten wird, wird der Preis noch utopischer. Sicher finden die paar Autos ihre Abnehmer aber um damit signifikant einen Beitrag zur Rettung von Saab zu leisten wage ich zu bezweifeln. Selbst wenn der Wagen für 30k € nach D käme…

          • 18. Juni 2014 um 9:12 PM
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            Mit der Rettung von irgendwas hat das nichts zu tun, wie auch. Die Wagen sind für Fans, die unbedingt einen 9-3 wollen und werden in den Niederlanden ihre Käufer finden. Günstiger einkaufen kann man in Schweden, da senken bereits die ersten Händler die Preise.

          • 18. Juni 2014 um 10:38 PM
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            Sorry, aber die Logik verstehe ich nicht. NEVS hat Saab ja nicht übernommen um ein paar “Fans” eine Freude zu machen, ich vermute mal die wollten schon einen Automobilproduzenten wiederbeleben/etablieren. Dafür muss man aber auch Autos verkaufen. Entweder haben die ihre Möglichkeiten überschätzt, die Finanzpartner unterschätzt oder der Buisnessplan war von vornherein totale Grütze. Die hätten sich besser mal bei Tesla informieren sollen wie man ein Firma quasi aus dem Nichts solide aufbaut. Ich kann da nur noch mit dem Kopf schütteln. Mir tun vorallem die Mitarbeiter bei NEVS leid, die haben unter dem ganzen Hickhack am meisten zu leiden.
            Wenn man eigentlich auf Elektroautos setzen will, sollte man das Geld und die Energie voll darauf verwenden und nicht symbolisch ein paar Autos von Gestern (optisch noch ganz schön, aber das war es dann aber auch) zusammenschrauben, auch wenn es dann um Saab erstmal etwas ruhiger geworden wäre…

  • 18. Juni 2014 um 6:29 PM
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    Ok, die Frage ist inzwischen mehr als berechtigt: Wer braucht heutzutage noch einen Saab?! Wer fuhr denn früher Saab? Wer mehrere Archtitekturwettbewerbe gewonnen hat fährt inzwischen Tesla. Die IT-Elite fährt Produkte aus München, (Pseudo-)Sportler haben sich nach Ingolstadt orientiert. Designer? Wohnen innerstädtisch im Loft und haben inzwischen aufs E-Bike umgesattelt….

    • 18. Juni 2014 um 7:21 PM
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      Gute Frage, Saab wird sich neu definieren müssen, wenn… Für ein gut gemachtes schwedisches Produkt wird immer irgendwo eine Nische offen sein 😉

      • 18. Juni 2014 um 9:16 PM
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        Sehr gute Frage. Vielleicht kann man ja mal eine Umfrage machen, wenn denn heute noch Saab fährt? Alter, Beruf, Ausbildung, Einkommen, bisherige Automobilgeschichte … Wäre ja noch interessant, wer denn all die anderen sind, welche die Saab-Fahne noch hoch halten. Würde mich echt interessieren.

        • 19. Juni 2014 um 12:17 PM
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          Freigeister und innovative Freaks ohne Statusgeplänkel aller Altersklassen, die keine Massenware wollen. Oft Freiberufler. Genau das Gegenteil von dem billigen Chevrolet-Müll, den GM reingebracht hat.

      • 19. Juni 2014 um 12:10 PM
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        Einverstanden. SAAB wäre auf jeden Fall bei einem Neukauf wieder in der engsten Wahl gewesen. Für Freigeister, die keine Massenware wollen, auf jeden Fall eine Alternative. Man kann auch profitabel in der Nische sein. Wenn es denn was zum Kaufen gäbe…..

        Leider warte ich seit 2005 auf “das gut gemachte schwedische Produkt”. 2007 habe ich mich mit einer Konstruktion zufrieden gegeben, die bereits veraltet (aber immer noch erstaunlich gut) war. Ein weiteres Mal werde ich dies nicht mehr tun, da in der Zwischen-zeit auch das Händlernetz stark ausgedünnt ist. Entweder man bringt ein wettbewerbsfähiges Produkt auf den Markt oder das war’s dann.

        Es sieht für SAAB wirklich düster aus, ausser einer ominösen Plattform (über diese wird auch bereits jahrelang gesprochen und es ist unklar, ob die überhaupt jemand braucht) sind auch bei wohlwollender Betrachtung keine Gründe mehr da um an eine Zukunft zu glauben.

    • 18. Juni 2014 um 11:30 PM
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      Sorry aber das ist Schubladendenken. Es gibt ja noch die Freigeister die sich nicht in solche stecken lassen. Und solche brauchen z.B. Saab.

      • 19. Juni 2014 um 7:52 AM
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        Genau das ist der Punkt, den z.B. Jaguar auch erfolgreich erfüllt.

        SAAB war und wird nie ein Massenprodukt und der oben angeführte Vergleich mit VW hinkt völlig.
        Vom Scirocco 1 wurden von 1974 bis 1981 (7Jahre) 504153 Stück gebaut, eine kleine alte VW-Nische.
        Vom 9000 wurden von 1984 bis 1998 (in 14Jahren) 503087 Stück gebaut. Also es wurde in der doppelten Bauzeit noch nicht mal die Zahl dieser VW-Kleinserie erreicht und das waren noch bessere Zeiten bei SAAB!
        Die z. Zt. angebotene 9-3 Limo kann ich auch nicht gebrauchen, aber einen 9-3SC nach dem versprochenen Upgrade hätte ich mir schon mal angesehen. Navi sollte schon drin sein, aber auf APPs und etliche fragwürdige Assistenten kann ich gut verzichten.

        • 19. Juni 2014 um 1:58 PM
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          Der Vergleich hinkt überhaupt nicht da Saab als auch VW Fahrzeuge verkaufen müssen was nun mal deren Geschäftsgrundlage ist. Das Saab nie solche Massen produziert hat wie VW bestreitet auch niemand, müssen die auch nicht. Was sie aber müssen ist so viele Autos verkaufen damit sie wirtschaftlich überleben. Saab ist auch kein echtes Nischenprodukt mehr da mittlerweile jede noch so kleine Nische auch von anderen Herstellern bedient wird. Saab hat mal tolle Autos gebaut, war nie wirklich profitabel da man immer alles anders machen wollte als andere. Das ist in denen in den 90ern schon mal vor die Füsse gefallen und richtig erholen durften/konnten die sich davon unter GM auch nicht mehr.

  • 19. Juni 2014 um 5:30 AM
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    Danke für die Zusammenfassung. Hier in Kalifornien habe ich in den letzten Wochen eher wenige Saab noch gesehen.

    • 19. Juni 2014 um 4:35 PM
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      Die Frage ist ‘wo in Kalifornien’ – der Staat ist beinahe doppelt so gross wie Grossbritannien und hat so viele verschiedene Landschaftszuege, dass in manchen die Nutzung eines SAAB schlichtweg unangemessen waere.

  • 19. Juni 2014 um 7:25 AM
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    Die Frage ob die Welt noch Saab Fahrzeuge braucht ist durchaus berechtigt und kann, meiner bescheidenen Meinung nach, nur mit einem klaren JA beantwortet werden. Betrachtet man nämlich den Markt so gibt es kein Angebot, dass sich mit Saab wirklich vergleichen lässt. Die deutschen Premiummarken treiben die Preise in die Höhe, reden uns unnötige elektronische Entwicklungen ein und ich schätze mal dass 70 % oder mehr der Erstanmeldungen dieser hochpreisigen Massenware Firmenautos sind und sich private meist ohnehin einen Jahreswagen leisten. Wo gibt es bitte heute noch das leistbare, etwas andere Auto? Auf der Suche nach einem leistbaren und individualistischen Fahrzeug strandet man heute wahrscheinlich bei der Citroen DS Serie, Infiniti oder ?
    So denke ich, dass nicht die Welt Saab braucht, aber die Leute die immer schon Saab gefahren sind, würden gerne wieder Saab fahren und ich glaube, in einer Welt in der es immer schwieriger (und teurer) wird einmal nicht ein Massenprodukt in Händen zu halten, werden das immer mehr werden.
    Meine Hoffnung dabei ruht v.a. auf der junge Generation. Als ich 20 war, waren die Saabs meines Vaters außer Reichweite und nicht interessant, heute sind meine Saabs bei meinen 20+/- jährigen Jungs und ihren Freunden Cult, sorry, cool.

    Mehr als alles andere, braucht Saab Beständigkeit! Wenngelich ich es zumindest als schönen Erflog sah dass das Werk wieder Autos produziert, so hat es NEVS nie verstanden die Fans wirklich ins Boot zu holen und man ist am Ende an der eignen Schwäche gescheitert. So erscheint mir Mahindra, so wie schon vor dei Jahren, als “Night in shining amor” und ich hoffe das NEVS den Weg freimacht…

    Mit neuer Beständigkeit und guten Produkten wird Saab eine Chance haben, aber trotz allem einen langen Atem benötigen.

    • 20. Juni 2014 um 12:48 AM
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      23 Jahre, seit meinem 17. Lebensjahr gibt es nur diese Marke. Einige Jahre werde ich mir noch Gebrauchtfahrzeuge schmecken lassen, denn das Budget gibt nichts Anderes vor.
      Ich habe Zeit zu warten und wenn irgendwann mal der Rubel rollen sollte und es ein neues “Individualvehicel” mit der Aufschrift SAAB geben sollte, bin ich einer der Ersten!;)

  • 19. Juni 2014 um 9:13 PM
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    Schön geschrieben – ich würd´s unterschreiben – wenn es dann auch noch Händler nicht von Raffke & Gierschlund, sondern mit Benzin im Blut und Herz für die Kundschaft gäbe.
    Nur solche Geschichten begannen früher einmal mit: Es war einmal…….

    • 20. Juni 2014 um 7:57 AM
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      bei mir ist es genau umgekehrt: ich habe jahrelang meine SAAB’s beim gleichen SAAB-Händler warten lassen. Dieser ist in der Zwischenzeit in Rente gegangen und hat den Betrieb verkauft. Der Nachfolger verkauft Skoda, mein SAAB wird jedoch noch immer von den gleichen Mechanikern gewartet. Mit Ueberraschung stelle ich fest, dass die Preise deutlich tiefer sind als vorher.

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