Erste Saab 9-3 Neuwagen in Kundenhand

NEVS hat ein neues Kapitel der Saab Geschichte geschrieben. Die ersten Fahrzeuge sind in Kundenhand und wurden im ehemaligen Saab Designcenter, welches jetzt als Kundencenter für Auslieferung genutzt wird, übergeben.

Saab Auslieferungscenter
Saab Auslieferungscenter

Bilder der Übergabe der beiden ersten Saab 9-3 Aero Limousinen gibt es bei saabcarsofficial auf Instagram. Für Saab wird es jetzt ernst, man ist zurück im Kreis der Hersteller. Es sei „ein Tag der Freude und ein Moment der Wahrheit, denn unsere Autos müssen den Kunden gerecht werden…“ sagte NEVS CEO Mattias Bergman gegenüber der lokalen Zeitung.

50 Fahrzeuge sind mittlerweile an 30 Saab Partner in Schweden gegangen, und NEVS hat damit wirklich vollbracht, woran nicht Wenige gezweifelt haben. Neue Saabs sind zurück auf der Straße, ein wichtiger Schritt für die Marke. Chapeau, NEVS!

Leider wird die Freude etwas getrübt, denn der erste Neuwagen ging bereits am Freitag an Lennart Fahlgren nach Lidköping – und Fahlgren ist unzufrieden.

Einige Leser werden sich erinnern, dass es Fahlgren war, der den ersten NEVS Saab 9-3 bestellte. Sein Grund für die Unzufriedenheit, der Stoff für eine Veröffentlichung im GT Expressen ist: die Bluetooth Freisprecheinrichtung funktioniert nicht so richtig.

Die Freisprecheinrichtung ist eine Art Nachrüstlösung, weder schön, weder dem entsprechend, was man 2014 von einem Neuwagen erwarten kann, noch dem Anspruch der Marke geschuldet. Von NEVS vermutlich in letzter Minute, und um den Kunden vor illegalem Telefonieren zu bewahren, als Lösung eingebaut. Ein kleines Display, befestigt links vom Radio. Was eigentlich gut gemeint war, kommt in diesem Fall nicht gut an.

Denn die Einrichtung arbeitet nicht zuverlässig,  die Bedienung über die Knöpfe am Lenkrad ist nicht möglich, das Display nicht gut ablesbar. Die erste schlechte Presse ist da, der Ärger des Kunden ist verständlich. Warum Fahlgren damit sofort an die Öffentlichkeit gehen musste – er bezeichnet sich als Fan der Marke – die Frage sollte man ihm aber stellen.

Sicher ist: der 9-3 von NEVS ist ein gutes Auto, vom Fahrverhalten her vermutlich der beste 9-3 aller Zeiten. Aber an den Multimedia-Lösungen muss gearbeitet werden. Das tut man in Trollhättan und man lernt dabei. Mit dem Update soll alles besser werden. Und für Fahlgren wird man eine Lösung finden, mit der er zufrieden sein wird.

Auch wenn der Ärger den Tag etwas trübt: NEVS hat unsere kleine Marke zurück auf die Strasse gebracht. Wenn es von Dauer ist, dann wäre es eine große Leistung. Das zählt!

14 Gedanken zu „Erste Saab 9-3 Neuwagen in Kundenhand

  • Dies „Ärgernis“ hätte hinter den Kulissen gelöst werden müssen…. 🙁 NEVS wäre sicher kooperativ gewesen!
    Also: Ran an die Arbeit! Eine vernüpftige Lösung muss her! Das Thema muss vom Tisch!
    Trotzdem ein wunderbarer Tag für NEVS und unserer Marke SAAB! Die ersten SAAB´s rollen! Und das sollen sie ja…..:-)
    Sonniges SAAB-Wochenende!

  • Bei allem Wohlwollen für Saab, empfinde ich diese „Freisprecheinrichtung“ als eine Zumutung! Das sieht hingesbastelt aus und ist für einen Neuwagen nicht akzeptabel.
    Heute bekommt man selbst in einem Kleinwagen vernünftige Freisprechanlagen über Bluetooth.
    Ich ärgere mich in unserem 9-3 (EZ 2010) auch über die fehlende Freisprecheinrichtung, obwohl alles dafür vorbereitet ist. Aber leider ist die entsprechende Technik nicht mehr als Ersatzteil lieferbar. Oder weiß jemand mehr.

    • Im Interesse von Saab hoffe ich, dass das Foto von der „Freisprechanlage“ nicht den Weg in die deutschen Medien findet!

  • Ich finde ein echter Fan sollte über so etwas hinweg sehen können.
    Wie viele Kompromisse musste man als SAAB Fahrer schon eingehen. Da ist doch so eine Freisprecheinrichtung ein Witz. Freuen wir uns lieber das NEVS es geschaft hat Neuwagen wieder auf die straße und zum Kunden zu bringen. Mit dem Update sind dann auch solche Kleinigkeiten behoben.

  • SAAB-Fan hin oder her, die gezeigte Lösung halte ich auch für inakzeptabel für ein neues Fahrzeug. So etwas bekommt man im Fachhandel zum nachträglich selbst einbauen, ab Werk erwarte ich da schon eine integralere Lösung. Bei der Betrachtung solcher Details sollte man auch durchaus mal die SAAB-Brille absetzen, denn diese Details können für Kunden abschreckend wirken, auch wenn sie uns als Fans der Marke unwichtig vorkommen.

    Nicht jeder Neukunde wird sich einen SAAB der Leidenschaft wegen kaufen, sondern aus durchaus viel pragmatischeren Gründen und mit größerer Bequemlichkeit – eben ein Auto, das gut aussieht, zuverlässig fährt, (mehr oder weniger) wirtschaftlich ist, ein zeitgemäßes On-Board-Entertainment bietet (das sage ich als Kassettenradio-Besitzer). Und wenn ich sehe, dass ein anderer Hersteller alle diese Voraussetzungen erfüllt, ich beim SAAB aber auf letzeres verzichten muss, dann entscheide ich mich gegen den SAAB.

    In manchen Dingen wird man nicht drumherumkommen, sich dem Zeitgeist zu beugen… was uns Hardcore-Fans nervt, aber für den Erfolg der Marke unabdingbar ist.

    Den Mangel aber gleich so öffentlich zur Schau zu stellen, halte ich auch für überzogen.

    • Danke für die Unterstützung! ;-)))

      Gruss

    • Ich wäre als Neuwagenkäufer mit dieser Lösung wahrscheinlich totunglücklich und würde das „Ding“ deinstallieren. Warum NEVS nicht von Anfang an ein modernes System gewählt hat, ist nicht so ganz zu verstehen. Die Kritik ist jedenfalls angekommen, nur aus Fehlern lernt man.

      • Gerade als Fan der Marke sollte man sich mit solchen Lösungen nicht zufriedengeben. Denn es sollten auch neue Käufer hinkommen und sich für die Marke begeistern. Schließlich sollte Saab auch rentabel werden und nicht nur eingefleischten Fans Autos verkaufen. Denn ich fürchte,dass man davon alleine nicht überleben wird!

  • Der Einbau der Bluetooth-Anlage ist schlampig gemacht, keine Frage, da gibt es professionellere Lösungen.
    Zur kleinen Ehrenrettung von NEVS sei aber angemerkt:
    Die BURY CC9068 ist meiner Meinung nach einer der besten Aftermarket-FSE. Die Sprachsteuerung wurde ursprünglich für den Bentley Continental entwickelt, bei verschiedenen Tests (connect) hat BURY überlegen gewonnen.
    Meine Frau hat das (optisch nahezu identische) Vorgängermodell CC9060 in ihrem 9-5. Funktioniert sehr gut, die Sprachsteuerung lässt sich auch per „Zauberwort“ wecken, SMS werden zuverlässig vorgelesen usw. Außerdem gibt es regelmäßige Firmware-Updates.
    In meinem 9-3 ist die originale Bluetooth-Anlage verbaut. Die Sprachwahl z.B. über Voice-Tags z.B. ist sehr umständlich, viele Funktionen (z.B. A2DP) gehen überhaupt nicht. Beim letzten Handywechsel, kam es immer wieder zu Verbindungsabbrüchen. Das ist sehr unschön, zumal keine Updates mehr angeboten werden.
    Die Verständigungsqualität ist bei beiden Autos übrigens auf ähnlichem Niveau.
    Vernünftige Aftermarket-Lösungen, die elegant ins Fahrzeug integriert werden können (Lenkradknöpfe, Display etc.) hat es ja auch für die letzten 9-3 nie gegeben.
    Ich denke, NEVS wird das angekündigte Update abwarten und dann eine richtige Lösung präsentieren.

  • Jetzt ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, warum wieso weshalb interessiert da eher weniger. Viel wichtiger ist, wie NEVS darauf reagiert. Man könnte jetzt für das Update eine integrierte Lösung bringen – das muss man unbedingt – wenn diese aber nicht mechanisch und elektrisch abwärtskompatibel ist, dann bringt das den aktuellen Kunden garnichts.

    Es ist natürlich nicht NEVS verschulden, da der Kunde ja weis, wie die Freisprechanlage aussieht. Dennoch ist es unschön, wenn sie nicht richtig funktioniert. Hier könnte NEVS aus Kulanz die aktuelle 9-3er nachrüsten, sofern das Update da ist und die obengegannten Bedingungen erfüllt sind. An den Kosten sollte es nicht scheitern, hier hat NEVS so viel Geld in die Hand genommen, da kommt es auf die paar tausend € auch nicht mehr drauf an.

    Man sollte Herrn Fahlgren auch nicht zu schnell verurteilen, oder wisst ihr hundertprozentig, dass er sofort und ohne NEVS zu kontaktieren zur Presse gerannt ist? Vielleicht ist es ja auch andersrum, dass Herr Fahlgren nur meinte es ist schade, dass die Freisprechanlage nicht hundertprozentig funktioniert, aber nicht alle tragisch und dass die Medien gleich wieder einen Aufreißer draus gemach haben? Kennt denn jemand die zweite Seite der Geschichte, oder kennen alle nur den Artikel, auf den sich bezogen wird?

    Einen schönen Feiertag und ein ruhiges verlängertes Wochenende,
    Schü

  • Wer, außer Fans von Saab neuerer Generation, kauft sich einen Neuwagen mit solch einer Bastellösung? Schlimm. Navi gibt es auch keins, muss man sich dann auch noch an die Scheibe „basteln“. Dafür dann 30k €? Da kann ich mir auch einen alten 9k kaufen und die Sachen nachrüsten und spare >25k € die ich anderweitig investieren kann. Z.B. in ein top 901 Cabrio

    • Deine Rechnung hat was! Die Nummer mit dem 9K habe ich letztes Jahr schon gemacht, ein Cabrio war vorhanden…. 😉

      Ich denke, das ganze Auto ist ein wenig „Provisorium“ (oder wie man es nennen soll), um die Sache zum Laufen zu bringen. Nicht umsonst wird es sehr eingeschränkt verkauft. Mit dem Update/-grade werden wir sehen was wirklich geht und dann muß NEVS Farbe bekennen.

      Wenn ich mir allerdings die aufgesetzten Tabletts ansehe, die Mercedes verbastelt (z.B. B-Klasse), oder der Schirm im 1er BMW bei starker Sonneneinstrahlung auf den schwarzen Rücken abschmiert – puuhhh!

  • Eine B-Klasse und 1er BMW sind ja auch keine Autos 🙂

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