SAAB Fotos. Saab in Chicago.

Die Vereinigten Staaten von Amerika waren einst der wichtigste Markt für Saab. Man könnte auch sagen, dass es Saab schon lange nicht mehr gegeben hätte, wäre das Unternehmen in den USA nicht so erfolgreich gewesen. Was weniger schwedischer Unternehmensführung zu verdanken war. Dass Saab dort zur erfolgreichen Importmarke aufstieg, verdankte die Marke in erster Linie Robert J. Sinclair.

Chicago Saab 9-5 II unterwegs.
Chicago Saab 9-5 II unterwegs.

In Saab Kreisen als Bob Sinclair bekannt, war er die treibende Kraft hinter Saab North-America und der Initiator des Saab 900 Cabriolets. Mit seinem Enthusiasmus und seinen Ideen holte er Saab aus der Krise und machte die Marke begehrenswert. Bob verlies uns 2009, aber sein Andenken lebt weiter. Sein Leben mit Saab kann man in Teilen in Rolf Bleekers Buch „The Spirit of Saab – mehr als ein Auto“ nachlesen.

Heute sieht es in Nordamerika nicht gut für Saab aus. NEVS will den US-Markt im ersten Schritt komplett ignorieren und erst zu einem späteren Zeitpunkt dorthin zurückkehren. Keine erfreulichen Perspektiven für amerikanische Saab Fans. Nachdem er für uns Saab Impressionen in Argentinien eingefangen hatte, war Freund Uli geschäftlich auf dem amerikanischen Kontinent unterwegs und für einige Tage in Chicago zu Gast.

Der erste Weg im Mietauto führte vom Flughafen zur Saab Vertretung, die Uli vor 15 Jahren schon einmal besuchte. Damals stand werbewirksam eine blaue Sonett III am Haupteingang. Und heute? Keine Sonett, kein Saab. Dafür ein Aston Martin Händler. Nicht schlecht, aber auch nicht das, wonach er gesucht hatte. Entschädigung kam auf vier Rädern in Form eines weißen Saab 9-5 II.

Was eine wilde Verfolgungsfahrt auslöste, und als Belohnung gab es Bilder der großen Schwedenlimousine. Der nächste Saab kam Uli auf einem Wal Mart Parkplatz entgegen. Der Fahrer ein Überbleibsel der Summer-of-Love Bewegung, vielleicht. Lange graue Haare, intellektuelles Aussehen, eher kein Wert auf den Pflegezustand des Saabs legend. Okay Uli, zwei Saabs, aber immer noch keine Saab Vertretung in Sicht. Was ist da los?

Das gewünschte Ergebnis fand sich 300 Meter entfernt von dem ehemaligen Saab Stützpunkt. Dort, wo auch schon vor 15 Jahren Saabs repariert wurden, hatte sich ein Servicebetrieb niedergelassen. Die Geschäfte scheinen gut zu laufen, denn die Werkstatt ist voll. Logisch in einer Zeit, wo es kaum noch offizielle Vertretungen gibt. Vor der Tür schwedische Fahrzeuge in jedem Zustand. Darunter ein Saab 900 Turbo Steilschnautzer mit dem bezeichnenden Kennzeichen „86 SPG“. Was bei uns ein Aero ist, das war in den USA die SPG Variante.

Ein unerwartetes Wiedersehen gab es beim Gang über das Gelände der Saab Werkstatt. In einer Ecke des Areals stand sie, um 15 Jahre gealtert. Die blaue Sonett III, die einst am Haupteingang die Kunden begrüßte. In einem denkbar schlechten Zustand, wohl unrettbar verloren. Traurig und schade !  Eine Momentaufnahme und wohl ein Symbol für den Zustand der Marke in den USA. Bessere Zeiten, sie sind möglich. Irgendwann…

Die Saab Foto Impressionen von Uli gehen in die nächste Runde. Nach Argentinien und den USA ist er jetzt in Japan. Die Kamera dabei und immer ein Auge auf Saabs. Was er uns mitbringt? Wir werden sehen. Fortsetzung folgt.

Text: tom@saabblog.net

Bilder: Uli für saabblog.net

 

9 Gedanken zu „SAAB Fotos. Saab in Chicago.

  • Die Sonett unrettbar verloren? Halte ich für ein Gerücht!
    Sieht doch das da auf den Bildern rein optisch deutlich besser aus, als das Exemplar in gleicher Farbe, das ich 2006 erwarb!

    • Unter das Blechkleid kann man halt nicht schauen – und wenn von der Karosserie zu viel schon verrostet ist, dann wird die Restauration schon schwer. Höchstens vielleicht noch, wenn sich jemand an den Wiederaufbau als Liebhaberarbeit machen will.

      • Stimmt, Bilder können täuschen. Allerdings hat die schöne blaue gar kein Blechkleid.

        Freue mich schon auf die Bilder aus Japan.

        • Schön beobachtet. Das Blechkleid war auch eher im übertragenen Sinne gemeint – natürlich hat die Sonett III ein Glasfaserkleid. Trotzdem werden auch hier tragende Teile aus Metall vorhanden sein… und um die zu untersuchen, ist es nötig, auch mal unter das Kleid zu schauen.

          • Uli hat einen Fuhrpark aus altem Saabstahl und restauriert auch selbst. Ich befürchte daher dass er mit seiner Einschätzung zur Sonett richtig liegen wird…

    • Servus Ziehmy und alle anderen Saabisten,

      „unrettbar verloren“ ist kaum ein Auto, nur stellt sich die Frage, ob es Sinn macht, Tausende an Euros in ein Wrack wie dieses Objekt in Chicago zu investieren. Die effektive Fußraumbelüftung von ca. 30 cm Durchmesser wäre da noch ein müder Klacks für eine Wiederherstellung gewesen, jedoch waren Vorder- und Hinterachse, Bremsen, tragende Teile um die A-Säule und die Antriebswellentunnels völlig verrottet.
      Wer die notwendige Zeit (und Geld) besitzt, könnte sich daran wagen, aber die Kosten würden den Wert weit übersteigen. Aber nicht immer müssen bei einer Restaurierung die realen Kosten an erster Stelle stehen, der ideelle Wert ist gottseidank manchmal wesentlich wichtiger.´

      Jedenfalls habe ich lange vor dieser Sonett gestanden und überlegt „soll ich….?“ 🙂

      Viele Grüße,
      Uli Beitel

  • Gibt es irgendwelchen Grund warum Nevs nicht nach USA wollen? Weiss jemand was darüber? LG

  • Wenn Du in die Schweiz kommst, dann kannst Du sicher auch ein paar Fotos vom 9.5 II schiessen. Hier gibt es nämlich einige. Kürzlich hatte ich auf der Autobahn auf einer Strecke von 100km 3 gekreuzt.
    Meiner ist noch nicht ganz 3 Jahre alt und ich habe mit ihm bereits 120’000km gefahren – und es macht noch immer Spass – und die Leute drehen sich noch immer nach ihm um.

  • Ganz einfach: Saab hat in den USA immer viele Autos verkauft, aber leider nie wirklich Geld verdient. Ich kann NEVS daher schon verstehen, dass Sie mit einem Engagement in den USA vorsichtig sind. Es gibt auch einfachere Arten, Geld zu verbrennen.

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