Autosalon Genf. Die Sportlichen Jaguar F-Type und Alfa C4

Jaguar hat einen guten Lauf. In Großbritannien entsteht ein neues Motorenwerk und der neue F-Type wird das Markenimage spürbar verjüngen. In wenigen Wochen kommt der neue, kleine Jaguar Sportwagen in den Handel. In Genf war ein Besuch bei Jaguar Pflicht und was wir gesehen haben, das hat uns gefallen.

Starker Abgang: Knackiges Heck am F-Type
Starker Abgang: Knackiges Heck am F-Type

Der F-Type ist einfach knackig gezeichnet und vielleicht der aufregendste, kleine Sportwagen von der Insel seit Jahrzehnten. Schon der Blick auf die Katze macht Lust auf einen Tour im offenen Wagen. Wobei er auch geschlossen, mit knapp sitzender Stoff-Kapuze, eine gute Figur macht. Aber das optisch kompakte Erscheinungsbild des Sportlers täuscht. Denn der Jaguar ist trotz Aluminium Karosserie nicht wirklich leicht, sondern bereits in der Basisversion 1.600 Kilogramm schwer. Und er braucht deshalb richtig Power unter der attraktiven Haube.

Ab 340 PS startet die Basis, die Top Version fährt mit 495 PS vor. Die Preise beginnen ab 73.400 €. Der F-Type ist ein aufregendes Luxusgut, keine Frage. Er ist gleichzeitig unverschämt jung und es gibt den Jaguar in ungewöhnlich verrückten Farbtönen wie „Firesand Metallic“. Shocking. Fast wäre er unser Lieblingsauto auf der Genfer Messe geworden. Fast.

Denn, ja das ist gemein von diesen Italienern, die noch aufregendere, intelligentere Alternative lauerte am anderen Ende der Halle und der Jaguar sieht dagegen fast langweilig aus. Sorry, Raubkatze.

Jaguar F-Type Check:

Einsteigen: Für alle die eine automobile Legende von der Insel neu entdecken wollen, denn nie war Jaguar jünger als heute.

Aussteigen: Weil der Alfa doch die noch aufregendere Alternative ist…

Der Alfa C4 in Genf
Der Alfa C4 in Genf

Alfa Romeo C4

Die Marke aus Italien ist auch so eine Geschichte für das Herz. Man hofft und bangt und irgendwie wurde das Flehen jetzt doch erhört. Alfa hatte man fast abgeschrieben, aber das Comeback läuft. Und wie!

Der Alfa C4 ist aufregend und jeder Zoll des Autos atmet Benzin. Vergessen wir die Elektro- und Hybrid Geschichten und dieses Umweltgeschreibe. Sind wir mal für einen Augenblick unkorrekt. Es gibt Autos, die sind schon im Stand schnell. Der Alfa gehört dazu. Jede Rundung, jedes Detail stimmt und die Lufteinlässe der Karosse sind einfach atemberaubend.

Der Alfa kommt mit einer DNA, die begeistert. Gebaut wird er in Modena bei Maserati. Die aus einem Mix von Carbon, Aluminium und Glasfaser gefertigte Karosserie bringt, ohne Fahrer und Flüssigkeiten, nur 895 Kilogramm auf die Wage. Damit durchbrechen die Italiener endlich die Gewichtsspirale und zeigen intelligenten Leichtbau. Der Alfa ist 3.99 Meter kurz und 1.18 Meter flach. Angetrieben wird er von einer Evolutionsstufe des aus dem Alfa Romeo Giulietta QV bekannten Vierzylinders. Satte 240 Turbo PS und 350 Newtonmeter Drehmoment die zu 80 % schon bei 1700 Umdrehungen anliegen sollen versprechen Fahrspass pur. Ein Doppelkupplungsgetriebe und ein um die Programmstufe „Race“ erweitertes Fahrdynamikprogramm lassen den Alfa in 4.5 Sekunden auf 100 fliegen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 250 Stundenkilometern.

Rückbesinnung auf die gute Alfa Zeit, oder? Jede Rundung, jedes Detail atmet sündiges Fahrvergnügen und der C4 verkörpert das was wir bei der Marke so lange vermisst haben. Die Italiener haben scheinbar verstanden. Ein Sportwagen kann leicht und klein und aufregend sein. Die Servolenkung jedenfalls hat man im jetzt schon bestellbaren C4 weg gelassen.

Der C4 ist für Alfa die erste Stufe zum Comeback. Ein Roadster wird gemeinsam mit Mazda entwickelt, ein Alfa SUV wird kommen und auf Maserati Basis soll es endlich einen neuen, großen Alfa Romeo geben. Wird auch Zeit und die zunehmende Kooperation von Maserati mit Alfa ist, auch vom Image her, der richtige Weg. Manchmal, so scheint es werden Wünsche von Fans doch erhört. Der Alfa ist mein persönlicher in Genf. Und das Comeback einer großen Marke. Aber nicht das Comeback von Genf. Das feierte eine Anderer. Oder vielleicht auch nicht…

Alfa Romeo C4 Check:

Einsteigen: Spart garantiert jedes Wellness Wochenende. Einsteigen, starten, 20 Jahre jünger sein. So einfach geht das.

Aussteigen: Eine erhöhte Herzfrequenz tut auf Dauer nicht gut. Dann doch lieber den Jaguar F-Type nehmen.

Text: tom@saabblog.net

Bilder: saabblog.net

 

 

7 Gedanken zu „Autosalon Genf. Die Sportlichen Jaguar F-Type und Alfa C4

  • zum Thema..das feiert ein Anderer…..

    Im letzten AMS Auto Mercedes und Sport sorry auto motor und sport war ein langer Bericht „Images unter der Lupe“ Beim Abschnitt „Ich mag die Marke“ ist neben den Üblichen auch noch Saab vertreten. Dazu der Kommentar des Verfassers…..Am erstaunlichsten: Das Ableben der Marke Saab hat die Liebe der Fans nicht erkalten lassen….

    Also geht doch 🙂

  • Na Tom wer hat die Bilder vom Alfa gemacht? Das Auto ist schön aber da gibts noch was viel…. 🙂

    • Habe an Dich gedacht, ist nur für Dich, das Foto 🙂

      • Kinder,lasst doch euch nicht ablenken!!! Tom hat gerade von den Rundungen eines Autos gesprochen,oder irre ich mich?…;-)

  • Ich muss gestehen, dass ich mal mehr, mal weniger ernsthaft über eine Fuhrparkerweiterung in Form des 4C nachgedacht habe, seitdem ich das erste Mal neben der Designstudie stand. Das ist nun schon einige Zeit her und wie ich die italienische Modellpolitik kennen gelernt habe, hatte ich auch leichte Zweifel, ob der Wagen in Serie geht. Als ich jedoch die ersten Bilder von Genf gesehen habe und einen Blick auf die (in meinen Augen und nur nach Papier) sehr hässlichen Scheinwerfer geworfen habe, klappte mein Geldbeutel innerlich zu.

  • Scheint doch zwei verschiedene Versionen der Scheinwerfer zu geben. Nachdem, wie Tom schreibt, Alfa Träume wahr werden könnte es bei SAAB auch irgendwann erfüllte Träume geben. Wie wäre es mit einer neuen Sonett? 🙂

  • Aahhhh ich weiß nicht. Über Geschmack soll und werde ich defintiv nicht streiten. Der Alfa hat irgendwie was. Das will ich nicht bestreiten, aber den C8 fand ich 2007 schöner. Zumindest die Front vom C4 ähnelt dem 8C. Auf den habe ich mich bei der IAA 2007 gierig gestürzt. Natürlich auch auf den Saabstand!!! Ich bin sowieso kein Fan dieser Mittelmotorkonzepte. Bei vielen wird das Heck einfach optisch zu lang. Gibt wenige Fahrzeuge, bei denen auch die Proportionen meiner Meinung nach gelungen sind.
    Da gefällt mir die Raubkatze schon viel mehr. Ich stand letzte Woche in der Frankfurter Klassikstadt neben einer E-Type und konnte mich gar nicht satt sehen. Und einbisschen erkennt man auch die Designsprache. Bin ja mal auf das Coupé des F-Type gespannt. Das soll ja 2014 kommen.
    Achja, was mir noch aufgefallen ist beim F-Type und das macht ihn noch schicker für mich. Das Heck ähnelt in gewissen Züge dem des Aero X. Zumindest habe ich diesen Eindruck.

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