Saab Woche: Die fabelhafte Marke Saab

Heute bin ich auf einer Trekking Tour, 30 Kilometer in einer Gegend ohne Internet, Iphone und ohne Saab. Was erholsam ist, denn Saab Bloggen hat Risiken und Nebenwirkungen. Saab fahren ist eine Sache….sich täglich mit dem Thema Saab zu beschäftigen eine andere. Denn ich bin eigentlich kein Auto-Mensch, eben nur ein Saab-Mensch. Andere Marken, bis auf wenige Ausnahmen, interessieren wenig bis gar nicht. Heute eine kleine Marktanalyse über unsere Marke aus Schweden und die Menschen, welche Saab fahren. Aber Vorsicht, es ist ein langer Artikel.

In den letzten Monaten bin ich immer mehr eingetaucht in die geheime Welt der fabelhaften Marke aus Trollhättan. Viel habe ich dabei gelernt über die Menschen, die Saab fahren…wer sie sind, woher sie kommen und was sie tun. Dabei erfährt man an vorderster Front Einiges. Man kann zum Beispiel erzählen, über die großen Brüche bei Saab.

Saab Schicksalsdatum 1998 und 2003

Es gab eine Zeit, da baute Saab die Autos, welche die Kunden wollten. Dann kam die Zeit, da baute Saab die Autos, welche die Buchhalter wollten. Jetzt, da bin ich mir sicher, könnte Saab erneut die Autos bauen, welche wir uns wünschen. 1998 war eines dieser Schicksalsjahre. Der neue Saab 9-5 kam und war nur eine Stufenhecklimousine. Der Saab 9000, das Schrägheck Angebot in der Oberklasse, wurde eingestellt, und damit gab es bis vor einiger Zeit kein Schrägheck mehr in der Oberliga.

Audi hat diese Lücke gesehen, mit geringem Budget den Audi A7 daraus gemacht, in der Klasse darunter den A5, und verdient sich damit die goldene Nase. Respekt nach Ingolstadt.

Die Konsequenz  für Saab ? Die älteren Herren, welche sich finanzkräftig den teuren 9000 leisten konnten, blieben dabei. Kaum einer wechselte auf den 9-5. Der 9000 wurde gefahren bis zum Ende, dann kam eine andere Marke. Oder die Herren gingen in Rente und verlegten den Wohnsitz nach Florida. Denn Stufenheck können alle Automarken und Saab hat, ohne Not, ein Alleinstellungsmerkmal in der Oberklasse verschenkt.

Beispiel Saab 9-3. Mit dem Erscheinen der Serie II verschwand das Schrägheck. Viele wollten keine Limousine, warum auch, der Kombi kam sehr spät, und so blieb man beim alten 9-3. Eine Haltedauer von 7, 8 oder mehr Jahren, keine Seltenheit.

Das Erstaunliche. Viele wechselten nach all den Jahren dann doch zu einem neuen Saab. Nicht ganz so glücklich, aber immerhin ein Saab. Mehrere Leser auf dem Blog haben das die letzten zwei Jahre so gemacht.

Dumm für Saab, denn in dieser Zeit wechselt der gemeine Autofahrer doppelt so oft das Auto. Der Saab Fahrer aber nur einmal. Warum ? Weil Saab nicht auf den Kunden gehört hat.

Wer fährt eigentlich Saab ?

Kennen wir diese Sprüche: Der durchschnittliche XXXXX Fahrer ist 35 Jahre alt, überdurchschnittlich gebildet und hat ein weit über dem Durchschnitt liegendes Einkommen.

Vergessen wir das gleich wieder. Das sind die Sprüche der unheimlichen Marketingfuzzis, die uns etwas vorspiegeln wollen, was nicht ist, und für das XXXXX können wir beliebig BMW, Audi, Mercedes oder sonst was einsetzen.

Meine private Studie sieht so aus:

Der Saab Fahrer ist überdurchschnittlich engagiert, denn oft bekomme ich in der Nacht Mails aus dem Büro. Es sind, und jetzt bitte anschnallen, denn jetzt kommen die Klischees, auffällig oft folgende Berufsgruppen darunter: Architekten, Designer ( sehr gute wie ich gesehen habe ), Ärzte, IT Menschen und Freiberufler jeder Art und sehr viele aus dem universitären Bereich. Also das Klientel, welches andere Marken gerne hätten.

Außerdem sind viele Saab Fahrer Familienmenschen, der Saab wird dann als Kindergartenexpress oder Schulbus eingesetzt.

Saab Fahrer scheinen zudem uneitel und auf jeden Fall Nonkonformisten zu sein. Ich bekomme Mails mit Saab Geschichten und Bildern dazu. Die Fans erzählen mir,  was sie zu Saab gebracht hat, was sie beruflich tun. Der 9-5 auf dem Bild ist 10 Jahre alt und aus finanzieller Sicht könnte der Einsender sich einen neuen Saab vermutlich leisten. Tut er nicht, denn er ist zufrieden mit sich, dem Auto, der Marke. Ganz was Neues in unserer Zeit, denn bei Audi oder BMW Fahrern scheint das allerneueste Modell vor der Türe ein innerer Zwang zu sein.

Dass Saab mit die ältesten Käufer hat, ist mittlerweile bekannt. Ich glaube, nur die Lexus Käufer sind noch älter. Hier auf dem Blog sind Saab Fans mit über 70 Jahren vertreten, genau so wie die „Mittelalten“, zu denen auch ich zähle, und sehr viele um die 20. Damit spricht der Blog auch und vor allem die Käufer der Zukunft an, was mich freut.

Hat Saab eine Zukunft ?

Blenden wir mal das mediale Desaster der letzten Tage aus, welches aus Schweden zu uns herüberschwappte. Vergessen wir mal manche fragwürdigen Vorgänge, welche mich am Sinn des Blogs zweifeln lassen. Nehmen wir an, Saab hat die aktuelle Krise überstanden und steht auf guten finanziellen, chinesischen Fundamenten.

Ich lese täglich sehr aufmerksam die Mails, die ich von Fans und Saab Fahrern bekomme. Immer wieder sind in den letzten Wochen Mails dabei, daß Saab Fahrer sich verabschieden und vermehrt zu Volvo wechseln.

Die, die gehen, und das sind viele, gehen mit echtem Bedauern. Kein böses Wort über die Marke, sondern mehr Wehmut. Einige könnten in drei Jahren zurückkommen. Was nicht leicht sein wird, denn auch aus Göteborg kommen tolle Autos.

Ob die Abwanderer wirklich zurück zu Saab kommen, liegt an drei Faktoren.

Faktor 1: Zum einen muss Saab Autos bauen, welche die Kunden wünschen. Keine lauwarmen Kompromisse und nicht so sehr auf Marketingstudien hören, ein Blick auf die Markengeschichte und ein Gespräch mit den Kunden würde genügen. Heraus würde ein Schrägheck kommen, in jeder Klasse. Der 9-3 Nachfolger in 2012 wird den Anfang machen.

Faktor 2: Zum anderen muss Saab wieder Saab sein. Mehr Individualität und das Marketing-Geld intelligent investiert. 1992 kaufte ich meinen ersten neuen Saab. Kurz nach dem Kauf bekam ich Post von Saab Deutschland. Im Paket war die Saab Bibel „The Spirit of Saab“, ein Buch das man gelesen haben muss und das für Saab eine gute Investition war.

Eine Woche später kam ein Saab Schlüsselanhänger mit eingeprägter Nummer individuell für meinen Saab. Auf dem Anhänger stand die Adresse von Saab mit der Bitte, diesen unfrei an Saab zu senden, falls der Autoschlüssel einmal verloren ginge. Um alles weitere würde sich Saab kümmern.

Nach zwei Wochen kam dann die Post vom Saab Chef mit Visitenkarte. Text: “ Sind Sie zufrieden ? Wenn nicht, rufen Sie mich an. Meine Nummer haben Sie ja.“

Wenn sich jemand fragt, warum ich bislang dabei geblieben bin, jetzt hat er die Antwort. Mein Saab Jahr war 1992, da haben Saab Menschen mit Herz und Verstand den Grundstein gelegt.

Meine Idee für die deutsche Saab Zukunft ( ja ich weiß man liest in Frankfurt mit ): weg mit den anonymen Call Centern, das bringt nur Verdruss. Wenn die Zeit dafür reif ist, investiert das Geld in ein paar Mitarbeiter mit Saab Genen oder zumindest mit Interesse am Produkt. Die Investiton lohnt sich.

Faktor 3: Ja, da wäre noch Punkt Drei. Die Saab Händler, und damit sind wir bei der Abwanderung der Händler. Es gibt immer noch, darüber bin ich froh, Händler die mit dem Herzen dabei sind. Die Saab leben, wie ich immer wieder lesen kann. Diese Händler bleiben dabei, und egal wie viele es am Ende sein werden.

Lieber wenige Händler, die für Saab glühen, als viele, die nur lauwarm sind.

Die drei Punkte sind kein Hexenwerk. Unsere Wunschautos sind in Trollhättan in der Planung. Saab Deutschland hat gute Ideen und die entsprechenden Händler kenne ich auch schon. Die Zukunft ist möglich.

An alle, die diesen langen Artikel bis jetzt durchgehalten haben: Klasse !

Ein schönes Wochenende Euch allen, wo immer Ihr seid !

Text: tom@saabblog.net

18 thoughts on “Saab Woche: Die fabelhafte Marke Saab

  • Lieber Tom,

    schöner Artikel. Einen Punkt finde ich besonders wichtig.
    Der typische Saab ist ein Fließheck. Ich bin der Meinung, dass die Marke Saab dringend einen 5-türigen 9-5 in den Abmessungen
    des vorherigen 9-5 SportCombis (Länge 484 cm) benötigt. Diese Variante, die auf ein bestehendes Auto aufsetzt, würde die Designgeschichte von Saab fortsetzen ,und Interessenten ansprechen, die kein Auto über 5 Meter Länge fahren wollen.
    Es wäre super, wenn „Schweden“ dieses Thema aufgreifen würde.

    Beste Grüße Stefan

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    Es ist einfach nur schön, Menschen aus allen Altersgruppen sehen zu können, die SAAB-Automobile als echte Alternative zu BMW oder Mercedes sehen. SAAB hat auf die Historie bezogen, einen wesentlich angenehmeren Klang als beispielsweise BMW (konnte bekanntlich nur aufgrund der Einnahmen gekauft werden, die Familie Quandt mit Zwangsarbeitern „erwirtschaftet“ hatte).

    Man sollte auf keinen Fall die Vergangenheit von Automobilherstellern unberücksichtigt lassen, wenn man den Kauf eines Automobils plant – es spielen nicht nur kräftige Motoren und gutes Design eine Rolle, sondern auch eine humane Entstehungsgeschichte – die allerdings nur bei wenigen Herstellern dokumentiert ist. SAAB gehört zu diesen positiven Ausnahmeerscheinungen!

    Julie

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      Hallo Julie,

      absolut mein Reden Deine Worte. Bis jetzt sind diese Worte verhallt, ich soll doch endlich mal die Geschichte ruhen lassen, es ist alles über 66 Jahre her etc. Aber Unrecht verjährt meiner Meinung nach nicht, vor allem, wenn man sich so verhalten hat wie bestimmte Dynastien in dieser Zeit. Abwarten bis alle Zwangsarbeiter, Ermordeten oder potentiellen Kläger tot sind, dann eine einzige Person mit der Aufarbeitung betrauen, aber immerhin…

      Meine Familie oder das, was noch davon übrig ist, fährt keine deutschen Autos, das ist ein Tabu. Ja, wir sind Juden, und von unserer Familie ist nicht mehr viel übrig. Als Konsumenten haben wir das Wahlrecht. Ich habe deutsche Autos nur als Mietwagen genutzt, diese haben meine Kunden gezahlt, aber kein einziges deutsches Auto habe ich je aus eigener Tasche bezahlt.

      In meinem Unternehmen kommen nur Saabs zum Einsatz. In der Familie sonst nur Italiener und Franzosen und eben auch Schweden 😉

      LG Phil.

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        hallo phil,

        immer wenn ich von den betroffenen lese, empfinde ich scham, trauer und auch ohnmächtige wut über das, was im namen deutschlands getan wurde. es ist unentschuldbar und darf niemals vergessen werden, da gerade die industrielle vernichtng von menschen wohl einmalig in der geschichte ist und auch unter allen umständen einmalig bleiben muss.
        ich bin 1956 geboren und daher nicht direkt involviert.
        ich kann auch deine gedanken zu deutschen autos verstehen, möchte jedoch zu bedenken geben, dass natürlich auch in anderen fabrikaten deutsche teile verbaut sind und die heutigen mitarbeiter der genannten unternehmen sicher nicht für die vergangenheit verantwortlich gemacht werden können. ich denke auch, dass wir es die letzten jahrzehnten bewiesen haben, dass wir anders denken, als unsere vorfahren.
        ich würde mich sogar ausdrücklich als jemdanden bezeichnen, der juden und deren fähigkeiten sehr schätzt und sehr dankbar bin für künstler wie billy joel, simon+garfunkel, jean-jacques goldman etc. pp.
        ich denke oft an die furchtbare zeit, da auch emien familie darunter sehr gelitten hat und es ist für mich nur völlig abartig, was damals geschah.
        in diesem sinne freut es mich besonders, dass uns zumindest eine kleinigkeit verbindet: SAAB!

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          Hallo Markus,

          ich meinte ganz gezielt nur die Unternehmen, die Unrecht begangen haben und keine Anstalten gemacht haben, dieses wiedergutzumachen bzw. ganz gezielt Aufklärung verhindert oder die Arbeit von Opferorganisationen sabotiert haben. Das sind in der Autoindustrie einige große Namen, es zieht sich aber durch viele Industrien. Dazu gibt es Listen im Internet, wann, wo und in welchem Umfang das geschehen ist.

          Das sollte auf keinen Fall ein Pauschalurteil sein und schon gar nicht gegen die Zulieferer, Mitarbeiter, Know How und Produkte gerichtet, schon gar nicht gegen die Nationalität, ich bin ja selbst auch Deutscher. Das wäre absolut verfehlt. Es ging nur um das Verhalten der Besitzerfamilien, die das fremde Vermögen einfach einbehalten haben. Das gab und gibt es in anderen Ländern natürlich auch. Schwamm drüber und nicht mehr darüber reden dient natürlich dem Interesse dieser Leute, ihr Vermögen einfach zu behalten und weiter zu mehren.

          Als Konsument kann man eben gezielt bestimmte Produkte fragwürdiger Unternehmen nicht kaufen, wovon leider viel zu wenig Gebrauch gemacht wird, da sich der Konsument der Konsequenzen seines Handelns nicht bewußt genug ist. Ich appelliere eben an die Mündigkeit der Bürger, ist eine Art Hobby von mir.

          Ich für meinen Teil unterstütze gezielt kleinere Unternehmen (regionale Produzenten, die ich kenne) und meide globale Konzerne, das fängt bei dem täglichen Einkauf an, hier geht bei mir Qualität und Herkunft vor dem Preis. Gottseidank kann ich mir das heute auch leisten, als Student sah das noch anders aus.

          LG Phil.

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    Fabelhafter Artikel über eine fabelhafte Marke. Ich wünsche mir noch mehr solche Artikel lesen zu dürfen, der Blog muss weitermachen. Er ist ein Glücksfall für unsere Marke.

    Für Leser, welche sich die Fähigkeit bewahrt haben leise Töne zu deuten und auch zwischen den Zeilen zu lesen, ein Gedicht. Frage mich immer öfter, was Du im wahren Leben machst ? Jounalist ?

    Liebe Schweden, bitte werft noch dieses Jahr die Bänder an.

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    …richtig, der Mensch macht es aus, dennoch scheinen die Saab Fahrer ein wenig anders zu sein.
    Ich kenne keine Marke, wo der „gewöhnliche“ Markenliebhaber meist zwei, oft drei oder mehr Fahrzeuge der gleichen Marke hat – und sie auch fährt – also nicht nur ein Museum „betreibt“.
    Ich glaube die wenigsten von „denen“ brauchen tatsachlich so viele Autos. Aber es ist eben schööön.
    Wir haben aktuell 4 Saab’s in der Familie. Einen 9000 CSE Anniversary – den fährt die große Tochter und ist genauso infiziert. Einen 9-5 Sportkombi aus 2007 – 2.3 T und die gestern erwähnten
    2 9-3 Cabrios in Lime-Yellow.
    Und das ist genau das was Tom ,glaube ich zumindest, gemeint hat. Wenn es weiter „andere“ Autos gibt, als die aus Ingolstadt, Stuttgart oder München die die Käufer ebend ansprechen und man nicht das Garagentor auflassen muß, um zu zeigen was man hat, wird die Marke einen Zukunft haben.
    Also an den Käufern liegt es nicht !!! Nun müssen nur wieder Autos kommen.
    Tom – für den Artikel vielen Dank.

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    ehrlich gesagt ist es mir völlig egal, ob ein fliessbandarbeiter oder ein designer einen saab fährt – der mensch macht es aus, nicht seine gesellschaftliche oder soziale stellung, das ist töricht.
    es ist auch gut, dass saab stufenhecklimousinen baut, da die mehrheit diese karosserieform in dieser klasse bevorzugt. mein neuer 9-5 ist eine augenweide und ich kenne nimemanden, der diese limousine nicht schön findet.
    dies muss aber nicht bedeuten, dass es keine schrägheck-saabs mehr geben soll, ganz im gegenteil!
    die mehrkosten für deren entwicklung müssen verkraftbar sein, gerade um diese klientel wieder zu gewinnen.
    mein 900 tubro ist ein schrägheck – die entpsrechende limousine finde ich bis heute grässlich.
    ich mag keine dogmas und auch saab-enthusiasten können sich nicht immer an der vergangenheit orientieren – jedem muss klar sein, dass die zukunft von saab nicht bei ein paar architekten, designern oder ähnlichem liegen kann.
    die gesellschaft hat sich verändert und individualismus ist heute leider weitaus negativer belegt, als noch vor 20 jahren. heutige jugendliche haben es deutlich schwerer, ausserhalb der masse zu stehen, als meine generation und auch dies muss man berücksichtigen.
    daher wird saab wohl nie mehr so werden wie saab einmal war, aber das muss ja kein nachteil sein – genausowenig wie meine vier saab, von denen sicher der 9-3 kombi der langweiligste ist, was nicht gleichbedeutend mit „schlecht“ zu sehen ist.
    mein 900er von 1992 und mein 9-5 von 2010 sind beide sehr ungewöhnlich und faszinieren beide auf ihre art.
    solche grossen würfe erwarte ich mir von saab und dann hat saab auch eine zukunft.

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    Hallo,

    da ist so einiges dabei, was ich unterschreiben kann – auch mein SAAB-Schlüsselanhänger hat dieses Metallschildchen mit der Adresse in Bad Homburg und der Bitte um Zusendung, falls man diesen Schlüssel gefunden hat (Ich fahre einen 1999er SAAB 9-5 – leider kein Schrägheck 9000er). Als ich übrigens meinen SAAB kaufte (gebraucht) war ein Bauteil (Bedienmodul der Klimaanlage) defekt und war kurzerhand gegen das eines baugleichen SAAB ausgetauscht worden. Völlig zu meiner Überraschung kam einige Monate später ein Anruf der Händlerin, die mich darauf hinwies, daß sie das Teil im korrekten Armaturenbrett-Trim vorrätig hätte, und ob ich einen Austausch wünschte – kostenlos. Überhaupt bin ich immer sehr persönlich betreut worden…. bis der Händler seine SAAB-Abteilung geschlossen hat (heute ist der Verkaufsraum unbesetzt, neben einem neuen 9-5 und einem 9-3 stehen einige Chevrolet (!), und die Verkäuferin ist jetzt in der Reparaturannahme einer anderen GM-Marke dieses Händlers.

    Post vom SAAB-Chef habe ich nur einmal bekommen – vor der IAA 2009. Und noch eine Postkarte im Frühjahr 2010 – die mit „Gouda trifft Smörebrot (?)“.

    Ich fände diese Art der persönlichen Kundenbetreuung – auch über den Kauf hinweg – sehr reizvoll, für die Kundenbindung ist das sicher hilfreich. Es bleibt nur die Frage, ob die Kunden das auch zu schätzen wissen. Neben dem engagierten SAAB-Kunden gibt es auch noch Autofahrer, die zu ihrem fahrbaren Untersatz bei weitem keine so enge Bindung haben wie die meisten SAAB-Kunden. Es gibt Untersuchungen, die zeigen, daß grade in der jüngeren Zielgruppe ein Auto bei weitem nicht mehr die Bedeutung hat, den es mal hatte. Neben Marken, die als Statussymbole gelten, ragt da keine mehr heraus. Von der Zunahme der Verbreitung von Dienstwagen, die nach geleast und nach Vertragsablauf zurückgegeben werden, mal ganz zu schweigen. Andererseits… wenn es mir schon egal ist, was für ein Auto ich habe, warum nicht einen SAAB?

    Was mir nach der Übernahme durch Spyker im vergangenen Jahr gefehlt hat war ein Auf-den-Tisch-hauen, ein Signal, „Ja, SAAB lebt!“. Ein solches Signal käme jetzt zum richtigen Zeitpunkt, nachdem die Presse SAAB hier ja schon beerdigt hat. Und dann käme wohl auch die Wanderkundschaft wieder zu SAAB.

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    Keep on saabing! No surrender!!!

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    Danke Tom, Lektüre am Wochenende ist auch am Sonntag Pflicht, nicht nur Samstags, bitte nicht verschlafen.

    In deinem Artikel erkenne ich den motivierten Literaten mit Joystick, nämlich deine Gedanken gleiten durch Ebenen, von Heute ab in die Zukunft und in die Vergangenheit, links und dann rechts von der Mitte wie auf Schienen. Ich bin begeistert. Der Saabmensch, ob Träumer oder Realist ist im Mittelpunkt. Dein Artikel ist auf garkeinen Fall zu lang und noch weniger langweilig. Viele Aspekte wurden angesprochen und berührt. Ich kann dem nur zustimmen. Ich wünsche mir auch einen neuen Schräghecker, wenn in Frankfurter Ausstellungsraum und davor viele neue Saabis stehen, dann wähle ich einen aus, inzwischen, mein 2.3L CS feiert nächstes Jahr den 20-ten Geburtstag. Da gibts Champus in den Kühler
    Ich hoffe Saab geht gestärkt, rentabel, durchrationalisiert und mit Erfolgsstorrys in die Zukunft. Nie und nimmer würde ich mich für VW oder Micky MOuse der Autobranche interessieren, wären sie in der selben Lage wie Saab. Das spricht ja Bänder für die Saabcomunity. Ich bin sehr sehr froh darüber dass es sie gibt. Vielleicht gibt es auch ein revival und Aufleben und Intensivierung der Saab-Clubszenen mit mehr Gemeinsamkeit und Freude. Du selbst sagst, dass dich sehr viele Botschaften der Saabliebhaber erreichen. Schönen Tag und ich hoffe bis morgen !!

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    Der erste SAAB, den ich gefahren bin, war 1990/91 der 9000 Turbo meines Vaters. Nach 10 jahren war dann das Konto voll genug für den ersten eigenen SAAB. Dieser erste Kontakt hat mich infiziert. Als bei mir am Ort ein SAAB Händler aufmachte, habe ich mich beworben und durfte dann über 10 Jahre an SAAB „schrauben“.Inzwischen gibt es den SAAB Betrieb nicht mehr, und ich kämpfe nun mit Opel Fahrzeugen. Ich freue mich über jeden „alten“ SAAB Fahrer, der zu uns verirrt.
    So kann ich dem Tom nur zustimmen und hoffen, das unsere Wünsche in Schweden gehört werden.
    Schönes Wochenende!

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    *Gänsehaut*

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    Ja,genau so,da geht das Saab Herz auf!!!… Einfach**SUPER**

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    Chapeau für diese wortgewaltigen Zeilen. Ich setze mich jetzt in meinen SAAB und werde heute ebenso das tolle Herbstwetter genießen.

    Zudemm habe ich mir soeben den Artikel ausgedruckt und er wird bestimmt in unserer geselligen Runde (habe einige Mainstream-orientierte Freunde, die [leider] BMW, Mervedes-Benz respektive Audi fahren – einen Saab fährt man nicht, man pilotiert ihn) für viel Gesprächsstoff sorgen.

    In diesem Sinne, liebe SAAB-Piloten, ein sonniges Wochenende und SAAB-ige Grüße aus dem sonnigen Salzkammergut (Oberösterreich), Roland.

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      Hallo Roland,
      sehr gute Idee, den Artikel auszudrucken und vorzulegen. Das mit dem Pilotieren kann man aber auch anders auslegen, also schon auf die Autos beziehen. Der Saab ist auf der Straße zu pilotieren, weil er so schnell und easy zu bewegen ist. Die anderen Marken sind wie alte Kraxen zu bewegen, also zu fahren, mit Mühe eben. Ich weiß, wovon ich rede. Ich bin die alle schon als Mietwagen gefahren, das sog. teutonische Premium.

      Wenn man in Ö solche Autos fährt, verbeugt man sich vor Deutschland und der Industrie, ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen. Das Fahren eines deutschen Autos kommt der Teilnahme an einem Assessment Center gleich, es wird einem anhand des gewählten Autos gezeigt, wo man steht. Schuhgröße 1 bis 7 bzw. 8 oder A bis S. Ich verstehe nicht, warum Menschen an so einem Blödsinn teilnehmen.

      LG aus Wien,
      Phil.

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        na ja philmos, das sehe ich anders.
        es gibt eben menschen, die stehen zu mercedes, bmw, audi etc, genauso enthusiastisch, wie wir zu saab und du wirst doch nicht allen ernstes behaupten wollen, dass dies schlechte produkte sind?
        es ist auch keine verbeugung vor der deutschen industrie, warum auch, aber eben diese industrie prosduziert gute produkte, insofern kann man schon die leistung der menschen dort auch anerkennen.
        nur zur info: in meiner firma fahren wir kein einziges deutsches auto.

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    Schöner Artikel … schönes Kraxeln! 🙂

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