Autosalon Genf. Das Comeback Spyker B6 Venator

Man sieht es ihm an ! Die letzten Jahre sind an Victor Muller nicht spurlos vorbeigegangen, die Saab Geschichte hat auch bei ihm Tribut gefordert. Trotzdem ist er zurück, und er ist damit die Überraschung des diesjährigen Autosalons. Der ehemalige Saab CEO feiert mit dem Spyker B6 Venator Weltpremiere.

Spyker B6 Venator in Genf
Spyker B6 Venator in Genf

Ein Event, bei dem Geldgeber und Großaktionär Pang Quingnian nicht fehlen durfte. Der Youngman CEO zeigte gemeinsam mit Victor Muller Präsenz in Genf, und beide sprachen über ihre großen Pläne. Nicht nur der Spyker B6 geht in Serie, auch das Spyker D8 Luxus SUV soll endlich gebaut werden. Ersterer in Holland, dem traditionellen Stammsitz der Manufaktur, letzerer soll in China in Produktion zu gehen.

Wie immer gibt es bei Spyker ein paar Fragezeichen. Der Motor mit 375 PS plus X soll von Audi kommen. Soll !  Kommt aber vielleicht doch nicht, wie wir erzählt bekommen. Es könnte auch ein anderer Lieferant werden. Der B6 Venator selbst ist ein typischer Spyker. Muller ist der Designsprache treu geblieben, alles ist nur etwas kompakter und etwas frischer. Der Innenraum ist wie immer mit viel Luxus und hochwertiger Ausstattung nach Spyker-Art gesegnet. Understatement, dieses merkwürdige Wort, kommt in der Spyker-Philosophie nicht vor. Passend zu den Kunden der Marke, die eine Überportion Extravaganz und Luxus lieben. Ein Porschekiller, wie anfangs in der Presse vermutet, ist er nicht, sondern ein Überfluß-Statement auf 4 Rädern. Der erste B6 Kunde kommt aus Russland, und dort wie in China dürften die Hauptmärkte für Spyker liegen.

Muller hat in den letzten Monaten einen Kraftakt geleistet. Die Produktionsmaschinen sind aus England zurück nach Zeewolde gekommen, und die Marke erwacht zu neuem Leben. Respekt !

Interessant sind einige Geschichten am Rande, die den Spyker-Stand zu einem Messestand der anderen Art machten. Keine andere Marke hatte mehr Security als Spyker, und irgendwas machte am zweiten Pressetag die Sicherheitsleute nervös.

Die drei Herren in den schwarzen Saab-Jacken erregten Aufmerksamkeit, und es wurde gestikuliert. Schließlich wurde Victor Muller  an uns vorbei  kurzfristig in „Sicherheit“ gebracht. Um nach unserem Verschwinden ebenso schnell zurück am Stand zu erscheinen. Gut, Muller will nicht mehr über Saab reden. Das sei Vergangenheit und abgeschlossen. Glaubt er. An uns wird es dennoch nicht gelegen haben, die Nervosität hat andere Wurzeln. In Schweden und im Baltikum machen negative Geschichten über Muller die Runde. Der Grund liegt bei der Snoras Bank seines Freundes Antonov und deren Konkurs. Bewahrheitet sich das, was geschrieben wird, dann ist Mullers Freude über sein Comeback von kurzer Dauer. Die Vergangenheit, die er als abgeschlossen wähnt, kommt dann zurück.

Spyker B6 Venator Check:

Einsteigen: Das Spielzeug für russische Jung-Oligarchen und die Töchter chinesischer Bergbau-Mogule.

Aussteigen: Weil es in dieser Preisklasse Alternativen mit mehr Stil und Geschmack gibt.

Text: tom@saabblog.net

Bilder: saabblog.net

8 Gedanken zu „Autosalon Genf. Das Comeback Spyker B6 Venator

  • Das im Jahre 2010 ausgerechnet Muller als Käufer von SAAB-Automobile den Zuschlag von GM bekommen hat, wird bei näherer Betrachtungsweise eigentlich immer klarer: Bei Muller und seinen „Möglichkeiten“ war man sich anscheinend ziemlich sicher, dass die Sache daneben gehen würde!

    Aber dies ist zumindest für die SAAB-Gemeinschaft nicht mehr von Bedeutung. Man kann es drehen und wenden – die neue SAAB-Mannschaft (einschließlich chinesischem Käufer) macht einen seriöseren Eindruck als Muller, Antonov + Co.

    • Ich bin noch immer der Meinung das Müller versucht hat es gut zu machen mit Saab.
      Nach der Katastrophe ist es leicht zu sagen das er daran Schuld hat.
      E gibt mehrere Leuten den man zum verantwörtlichkeit rufen muss.

  • VM habt ihr jedenfalls einen gehörigen Schrecken eingejagt 😉 Ich schätze mal, die haben mit einer Protestaktion gerechnet, als ihr erschienen seid …

    • Das kann sein. Drei mal „Man in Black“ 😉

  • Egal was andere denken und meinen:
    Victor Muller ist und bleibt mein Held! Ich mag diesen Mann (platonisch natürlich nur…)
    Ein Chirurg, der vergeblich, aber bis zu letzt und mit allen Mitteln versucht hat seinen sterbenden Patienten zu retten!
    Klar ist er gescheitert, aber war er nicht der Einzige, der es versucht hat???
    Ohne ihn hätte ich jedenfalls keinen 9-5 II in der Garage.
    Wenn die Kinder aus dem Haus sind bekomm ich einen Spyker, das ist versprochen!
    Danke, Victor!
    SG
    Klaus

    • Werde ich vielleicht auch mal versuchen; wenn es kein neuer 9-5 mehr gibt könnte dies ein gutes Alternativ sein 🙂

  • Gemeint ist doch, dass die Leute von GM die Hauptverantwortlichen gewesen sind – dies ist ja nun auch hinreichend beleuchtet worden. Dennoch hatte sich Muller selbst bei der Bewerbung als Käufer völlig überschätzt.

    Kai Johan Jiang hat in China in den letzten Jahren ein Firmenimperium aufgebaut, neben dem Spyker wie ein Zwerg dasteht! Einen Interessenten in der Größenordnung des jetzigen Eigentümers konnte GM leicht mit dem Zuschlag an Muller im Keim ersticken. Bekanntlich folgten dann noch weitere Raffiniertheiten durch die Amerikaner (Versagung von Lizenzen usw.).

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