SAAB News: Teileproduktion läuft an und Saab EV1

Die Zeitung in Trollhättan kann endlich mal wieder über Saab schreiben. Nachdem man sich die letzten Wochen mit baufälligen Villen, Müllvermeidung und kommunalen Problemen über Wasser gehalten hat, kommt nun scheinbar etwas in Bewegung auf dem Werksgelände in der Stallbacka.

Steht im Saab Museum: Saab EV-1

Dort war es seit dem 1. September extrem ruhig. Wenn jemand unterwegs war, dann mit Sicherheit ein Mitarbeiter der Saab Parts AB. Diese sind, obwohl der Investor aus China ja mittlerweile 100 Mitarbeiter unter Vertrag haben soll, zumindest optisch immer noch in der Überzahl.

Mattias Bergman, NEVS Vice Präsident, verkündete nun in der TTELA, dass sein Arbeitgeber unter der Marke Saab der erste Volumenhersteller im „E-Auto Premiumsegment“ werden wolle. Hmm… Okay – E-Auto und Premiumsegment, da gäbe es ja noch TESLA, ein Unternehmen, was reine Batterieautos baut. Und das bis heute Verluste schreibt… Sollen die Amerikaner die Messlatte sein, oder will man sich gleich mit den neuen i Modellen von BMW vergleichen? Der Arbeitstitel des ersten Produkts der Chinesen trägt den Namen EV-1. Interessant und vielleicht kein gutes Vorzeichen. Für Saab Fans ein Begriff, denn EV-1 war eine Studie ohne Aussicht auf Produktion und steht mittlerweile im Bilmuseum in Trollhättan.

EV-1 in der Version 2.0 basiert auf dem Saab 9-3, soll sich aber optisch unterscheiden. Wie angekündigt wird EV-1 2.0 zum Jahresende 2013 oder zum Jahresbeginn 2014 starten, und den Hauptmarkt sieht man immer noch in China, wo momentan die entsprechende Infrastruktur mit Nachdruck ausgebaut wird.

Dass dieses Elektroauto-Abenteuer politisch gewollt ist, wird dabei immer klarer. Kommunal- und Reichspolitiker sehen die Zukunft von Trollhättan und womöglich der ganzen schwedischen Autoindustrie im Zeichen des Elektroantriebs. Das haben auch unsere Freunde in Trollhättan verstanden, allerdings ohne Begeisterung. NEVS wird mit Subventionen rechnen können, sollte es zu einem Produktionsanlauf kommen.

Zumindest etwas Cashflow haben die Chinesen, die seit September jeden Monat Geld verbrennen, mittlerweile generiert. Das Presswerk läuft jetzt erneut an und ist mit dem Aftersales Bereich der zweite Betriebskomplex, der an die Saab Parts AB vermietet wurde. Dazu kommen noch neue Mieter, die in die Stallbacka zurück ziehen wollen. Sie nutzen einen Teil des Bürotrakts und Prüfstände. Damit kommt zumindest etwas Geld in die Investorenkasse.

Was da langfristig aus Trollhättan auf uns zukommt, das ist die Frage. Inwieweit die Produkte von NEVS noch mit Saab zu tu haben, werden wir erst in einigen Monaten wissen. Das Autogeschäft wird mittlerweile nicht einfacher werden. Volvo hat ab dem 1. Oktober die Produktion in Torslanda mangels Nachfrage von 57 auf 50 Autos pro Stunde herunter gefahren. Jetzt stoppt man die Produktion für die 44. Kalenderwoche total. Weitere Entlassungen, ausser den bereits verkündeten, soll es vorläufig nicht geben. Die Zeiten sind hart für kleine Hersteller.

Text: tom@saabblog.net

Bild: saabblog.net

7 Gedanken zu „SAAB News: Teileproduktion läuft an und Saab EV1

  • Hi Tom

    Ich denke es wird eher der Vergleich zu den iModellen von BMW sein… TESLA ist doch eher ein Sportwagen 😉

    Für den Markt bräuchte das Auto einen besseren Namen als EV1 😉

    Grüsse

    Yves

    • Wie wäre es denn mit Saab 9-E? Mit umgedrehter 3? 20.000 € Lizenzgebühren für diesen Einfall bitte auf mein Konto, liebe NEVS-Leute. Tom hat meine e-Mail Adresse 😉

      PS: In wessen örtlicher Tageszeitung hat am Wochenende noch die IEA-Schätzung für den Ölpreis bis 2017 gestanden? Anscheinend bleibt die Explosion doch aus…

  • Bin mal gespannt wie wie die mit ihren Plänen kommen. Wird mal ein Kunststück werden eine 10 Jahre alte Plattform ins Premiumsegment zu schieben. Da bleib ich doch lieber bei meinem 9-3 mit Turbo. Der ist vielleicht nicht Premium, mach aber Spaß 🙂

  • Das ständige Geschiehle nach China macht die Sache auch nicht besser. SAAB, so wie wir es kannten ist Geschichte und was die Chinesen treiben macht in meinen Augen wenig Sinn. Leute, geniest Euere SAAB, passt auf auf sie. Es kommt nichts besseres nach!

  • Mit Tom ist es immer spannend und jeder klick bringt irgendwie gänsehaut….gerne möchte ich eine antwort auf zwei fragen bekommen,

    -unter welchen gesichtspunkten und kriterien haben
    ..elektrogenies NEVS den zuschlag erhalten. gab es
    ..da denn nicht eine höhere instanz die über die
    ..machenschaften der konkursverwalter wachte

    -waren den die angebote von mahindra oder youngman
    ..so miserabel, dass sie den neuen company ..unterlegen waren. das kann ich einfach nicht ..glauben.

    -welcher kluger kopf hat entshieden, oder musste
    ..entscheiden, dass nunmehr man bis 2014 warten
    ..muss um ein neues unbekanntes objekt kaufen
    ..zu können. wer war das, haben sich manindra
    ..und youngman einfach so zurückgezogen.

    -NEVS um elektroautos mal irgendwann zu bauen
    ..auf die grüne wiese gehen können. welche
    ..resourcen nützen diese denn von dem
    ..einstigen werk
    .
    -oder ist die wahrheit eben die, dass kein
    ..mensch mehr an den verbrennungsmotor
    ..auch einen hochentwickelten, glaubt.
    .
    keine ahnung, bin ratlos , hätte gerne eine
    antwort. denn solche läden wie NEVS gibt es
    hunderte oder tausende, die irgendwas fummeln
    ob in europa, nahost,fernost,südamerika.geho
    bene mittelständler, jede menge.

  • Lieber F-RU XXXX,
    diese und ähnliche Fragen habe ich hier auch schon des Öffteren gestellt , und auch keine Antwort bekommen. Die wichtigsten Fragen aber sind, wieso dürfen die Insolvenzverwalter darüber schweigen warum sie sich ausgerechnet für diese NEVS-Truppe entschieden haben. Wieso zwingt sie niemand bzw.schreibt kein Gesetz es vor , ihre Entscheidung zu begründen.Und dürfen die machen was sie wollen , oder wer schaut denen auf die Finger.Alles was ich hier schon gelesen habe ist Schweden ein so transparentes Land , dass ich die Steuererkärung von meinem Nachbarn lesen kann , diese Transparenz gilt offensichtlich wohl aber nur in Steuerangelegenheiten . Frei nach Obelix kann man nur sagen : Die spinnen die Schweden

    • Wer soll eure Fragen auch beantworten? Im November legen die Konkursverwalter einen Zwischenbericht in Vänersborg vor. Dann sieht man mehr, denn vermutlich landet dieser Bericht bei aller Transparenz im Internet. Oder vorher direkt eine Mail an die Administratoren schicken.

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