Saab Aktuell: Saab Schweiz kämpft um jeden Kunden
Wir haben einen hohen Anteil Schweizer Leser. Von einigen wissen wir, dass sie sozusagen blind einen neuen Saab 9-4x oder einen Saab 9-5 SportCombi bestellt haben. In der aktuellen Lage kommunizieren wir sehr stark mit Saab Fans fast überall in Europa, und bislang haben wir kein einziges Storno einer Bestellung zu vermelden. Gut.
Wir sind auch angesichts der dramatischen Entwicklung der letzten Tage der Meinung, dass derjenige der es sich zeitlich leisten kann, seine Bestellung aufrecht erhalten sollte. Erstens, weil die Autos einfach gut sind. Zweitens, weil jeder Auftrag die Marke stärkt.
Die “Neue Züricher Zeitung” berichtet von Stornos in der Schweiz und von der schwierigen Lage dort. Aber die Saab Vertretung dort ist zuversichtlich, dass die Probleme in Trollhättan gelöst werden. “Eine Einigung werde bald kommuniziert, dies sei nur noch Formsache”.
Wir hören das gerne. Hier der Artikel aus der NZZ:
«Das Vertrauen ist definitiv weg»
Wie Saab-Garagisten in der Schweiz um Bestellungen für Neuwagen kämpfen
Um Saab steht es wahrlich nicht zum Besten. Dies spüren auch die Händler in der Schweiz. Viele Kunden stornieren ihre Bestellungen. Das Vertrauen um das Überleben der Marke schwindet allmählich. Doch bei Saab Schweiz gibt man sich zuversichtlich.
Von Andrea Hohendahl
Es sind schlechte Nachrichten, die dieser Tage aus Trollhättan in Schweden eintreffen. Die Produktionsbänder von Saab stehen schon zum zweiten Mal innert 16 Monaten still.
Hinzu kommt, dass der schwedische Autobauer, der sich seit der Trennung von General Motors im Januar 2010 in den Händen der Niederländer Spyker Cars befindet, nur dank dem Verkauf seiner Produktionsstätten die ausstehenden Gehälter der Mitarbeiter begleichen konnte.
Um Optimismus bemüht
Der Besitzer von Saab, Victor Muller, bemüht sich um Optimismus. Man sei mit potentiellen Geldgebern aus China und Russland in Kontakt, es würde bald Kapital fliessen. Derweil macht sich bei den hiesigen Garagisten Skepsis breit, was das Überleben der Marke angeht.
«Das ist jetzt der zweite Produktionsstopp innerhalb kürzester Zeit. Unsere Kunden springen ab, sie stornieren ihre Bestellungen. Das Vertrauen ist definitiv weg.» Dies sagt der Geschäftsführer eines Saab-Händlers in der Region Zürich. Aus naheliegenden Gründen will er namentlich nicht genannt werden.
Nur noch «Formsache»
«Die Verunsicherung bei den Kunden ist gross», sagt Daniel Bläsi von Saab Schweiz in Glattbrugg. Bläsi verweist auf die laufenden Verhandlungen mit den chinesischen und russischen Partnern. Die Einigung werde bald kommuniziert, diese sei nur noch «Formsache».
Doch der Blick in die Verkaufsbücher verheisst nichts Gutes. Der genannte Händler kann gerade einmal 30 Bestellungen ausweisen, davon sind erst 10 Neuwagen verkauft. Die restlichen 20 Fahrzeuge wandern in die Ausstellungshallen. Für den Autohändler ist klar: «Da kommt nichts mehr. Wenn ein Unternehmen keine Löhne mehr bezahlen kann, ist das Geschäft am Ende.»
Nicht ganz so dramatisch
Etwas weniger dramatisch tönt es von der Service-Front. Die auf Schweizer Strassen zugelassenen Fahrzeugen müssen unterhalten werden. «Der Service mit Saab-Fahrzeugen läuft gut, auch das Distributionsnetz ist intakt», sagt der Geschäftsführer der Ernst Ruckstuhl AG in Winterthur, Kurt Giger. Allerdings: Die Traditionsmarke aus Schweden hatte im vergangenen Jahr gerade einmal knapp 630 neue Fahrzeuge verkauft.
Quelle: NZZ
Text: tom@saabblog.net
Nach der langen und intensiven “Leidenszeit”, insbesondere für SAAB-Mitarbeiter aber auch für die Händler und Saab-Kunden gibt es wiederum mal etwas Hoffnung auf bessere Zeiten.
So nebenbei, fahre seit gut 30 Jahren SAAB, mit kurzen Alfa- und Honda-Unterbrüchen. SAAB ist wirklich ein besonderes und sehr gutes Auto.
Es ist zu hoffen, dass dies auch in Zukunft, bei den wohl sehr geringen Produktionszahlen, noch möglich bleibt. Das hoffen wir.
Danke für die informative Berichterstattung.