SAAB News: Kommt jetzt die Auflösung des Schwedenkrimis?

Wie geht es weiter mit Saab? Aus mehreren Quellen hört man, dass ein Ende des Saabkrimis bevorsteht. Damit und mit noch mehr Nachrichten aus der automobilen Welt eröffnen wir die Woche. Spekulant NEVS arbeitet nach wie vor daran, die Verträge zu einem Abschluss zu bringen. Das berichtete die örtliche Zeitung aus Trollhättan am Samstag. Am Geld, so der Pressesprecher, würde es nicht liegen. Aber woran liegt es dann? Auch der Bürgermeister der Kommune, Paul Akerlund, rechnet mit einer Entscheidung in dieser Woche.

Verbreitete sich seine Einschätzung in den letzten Tagen nur in internen Kreisen, so ging er am Samstag an die Öffentlichkeit und gab der TTELA ein entsprechendes Statement. Trollhättan ist eine kleine Stadt, die Kreise untereinander gut vernetzt. Gewerkschafter, kommunale Verwaltung und das Innovatum arbeiten Hand in Hand, um Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegensatz zu Presseberichten hörten wir aber seit Monaten immer wieder den Namen eines gewissen Konzerns aus Indien als neuen Saab Eigentümer oder Miteigentümer. Die Fakten scheinen so konkret zu sein, dass man mittlerweile über Details spricht. Aus mehreren Quellen wurde unabhängig voneinander berichtet, dass die Saab Parts AB vorsorglich und zeitlich befristet in staatliche Hand gehen wird und erst mit dem Beginn der Automobilproduktion vom neuen Eigentümer erworben wird.

Was auch immer die Hintergründe sind…stimmen diese Berichte, dann kann es uns nur recht sein. Ein Unternehmen in staatlicher Obhut verheisst Stabilität und Sicherheit für die Ersatzteilversorgung und  Händler. Überhaupt, dass irgend jemand die Worte “Start der Produktion” mir gegenüber fallen lies, alleine das gibt Hoffnung !

Was aber ist für die Verzögerungen verantwortlich? Uns wird erzählt, es ginge in erster Linie um die Markenrechte. Saab Technologie schön und gut, Phoenix Plattform und neuer kleiner Saab auch. Aber unter dem etablierten Namen “Saab” würde sich jedes Produkt besser verkaufen. Denn wer möchte lieber und nur zum Beispiel einen “Ssangyong”, einen “Spyker” oder einen “Youngman” kaufen, wenn es dieses Produkt unter dem coolen “Saab” Label geben würde.

Zwar tönt NEVS, dass man auch ohne den Markennamen seinen Verpflichtungen nachkommen werde und dass man dann eben einen NEVS 9-3 in die Produktion geben wolle, aber die Geldgeber sehen das scheinbar nicht so.

Nicht so wichtig ist dabei die Nutzung des Greifs, über den Scania verfügt, wichtig ist der Name Saab selbst. Darüber entscheidet alleine die Saab AB und die hält sich bedeckt.

Heute soll es in Göteborg eine Pressekonferenz von NEVS und den Konkursverwaltern geben die dann Klarheit bringen soll. Der Kaufpreis den NEVS entrichten wird soll knapp über 200 Millionen € liegen.

Unsere Quellen waren über die letzten Monate stets zuverlässig, etwas Unsicherheit bleibt dennoch. Verträge sind erst dann etwas wert wenn die Tinte trocken und er Kaufpreis auf dem Konto ist. Aber es wird Zeit, dass es in Trollhättan zu einem Ergebnis kommt. Denn die Lage für Teile der Autoindustrie in Europa und in Schweden ist nicht gerade rosig. Neue Arbeitsplätze in Trollhättan werden dringend benötigt.

Anpassung an die Nachfrage Part I

Denn viele Saab Mitarbeiter, gerade aus der Produktion, sind in Torslanda bei Volvo untergekommen. Die Region Västragötland und die Kommune Trollhättan haben eine Pendelbus-Verbindung eingerichtet. Auch bei Volvo hinterlässt die aktuelle Krise Spuren, und zum 1. Oktober sollen 200-300 Mitarbeiter in der Produktion gehen. In erster Linie soll es Zeitarbeiter treffen, deren Verträge nicht verlängert werden. Aber auch ehemalige Saab Mitarbeiter werden wohl dabei sein, denn sie sind erst seit kurzer Zeit dabei. Volvo will seine Produktion in Torslanda um 10% kappen, um der geringen Nachfrage gerecht zu werden, so berichtet Dagens Industri.

Während man in Schweden Kapazitäten zurückfährt, stehen in China neue Werke vor dem Start. Das Volvo Werk in Chengdu könnte endlich seine Zulassung bekommen, so wurde in der letzten Woche von der chinesischen Bürokratie signalisiert. Es geht zwar nur um einen Vorbescheid, um die Hürde vor der Hürde also, aber alleine das gibt Volvo Hoffnung. Im zweiten Halbjahr 2013 könnte dann mit der Produktion von jährlich 50.000 Fahrzeugen in China begonnen werden.

Bei Volvo schaut alles auf die aktuellen Zahlen, die im September veröffentlicht werden sollen, und Insider bezeichnen die Lage als “besorgniserregend”. Ob es so ist, werden wir sehen ! Große Besorgnis sollte man auf jeden Fall bei GM und den europäischen Töchtern haben.

Anpassung an die Nachfrage Part II

Der GM Konzern unterbricht mal wieder die Produktion des Chevrolet Volt. Von Mitte September bis Mitte Oktober werden die Bänder in Hamtranck/Michigan still stehen. GM passt damit die Produktion der Nachfrage an. 45.000 Volt wollte GM in diesem Jahr in den USA verkaufen. Bis Ende Juli waren es aber nur 10.666. Das Ziel wird also um Längen verfehlt. In Deutschland wurden in diesem Zeitraum ca. 750 Exemplare des Opel Derivats verkauft.

Dass der hochpreisige Volt nicht unter einem Billiglabel wie Chevrolet Karriere machen würde, war klar. Auch die Jedermann-Marke Opel tut sich mit dem kompakten Hightech Auto schwer. Es fehlt beiden Marken an Substanz, um dieses Auto erfolgreich zu vermarkten. Hätte man das Elektroauto als Imageträger für das europäische Premium Label Saab gebracht, sähe Einiges besser aus. Neue Technologien führt man naturgemäß an der Spitze ein. Ein Saab mit Range Extender wäre für GM und die Schweden ein Imagegewinn gewesen. Aber soviel Fantasie war bei GM noch nie vorhanden, und das einzigste im Besitz befindliche Premium Label aus Europa hat man wie bekannt vor einiger Zeit entsorgt.

Opel selbst führt jetzt die Kurzarbeit ein. In Rüsselsheim und Kaiserslautern ruht bis Jahresende an 20 Tagen die Arbeit, in Eisenach an 10 Tagen. Opel scheint aber nicht mehr wichtig für Zuliefer-Betriebe zu sein. Bei einer durchgeführten Blitzumfrage gaben 65 % der Unternehmen an, dass es durch die wegfallenden Opel-Aufträge keine Konsequenzen gebe. Zusätzliche Nachfrage anderer Hersteller würde das Defizit mehr als wett machen.

Text: tom@saabblog.net

 

2 Gedanken zu „SAAB News: Kommt jetzt die Auflösung des Schwedenkrimis?

  • Da mache ich mir bald noch mehr Sorgen um die Adam Opel AG, als um SAAB. Ojejejejej!!!!…..

  • Hoffentlich gibt es für Saab bald eine Entscheidung, denn so langsam nervt das hin und her wirklich.

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