SAAB News: Notizen aus Vänersborg und wo sind die BMW Motoren

In Vänersborg ging es heute um die Saab Vergangenheit. Es wurde eine lange Sitzung. Länger als erwartet. Das ehemalige Management musste die Richtigkeit der Liste der Verbindlichkeiten feststellen. Dass die Aufstellung noch immer nicht ganz vollständig ist, liegt in der Größe des Verfahrens. Die Administratoren hatten sowohl neue Konten mit Guthaben über einige hunderttausend Kronen als auch neue Verbindlichkeiten entdeckt.

Das Verfahren ist international und daher ist es die Regel dass immer wieder Fakten nachgeliefert werden. So bestätigte Victor Muller vom Prinzip her auch die Richtigkeit der Aufstellung. Er monierte einige fehlende Konten, er stellte fest dass es Forderungen auf Schadenersatz gegen Dritte gegen könnte. Damit meinte er – natürlich – Guy Lofalk.

Alle andere Mitglieder des Managements bestätigen, manchmal mit Anmerkungen, die Listen. Für die Gläubiger der Saab Tools AB sieht es gut aus. Denn dort gibt es einen Vermögensüberschuss, so dass Forderungen beglichen werden können. Vermutlich fließt der Überschuss an die Reichsschuldenverwaltung, die bevorzugter Gläubiger ist.

Für die Saab Powertrain AB erschienen Kjell Ac Bergström und Mats Fägerhäg vor dem Gericht.  Kjell Ac Bergström zweifelt die Forderungen der Vicura AB gegenüber der Saab Powertrain AB an. Die Vicura AB entstand nach der Trennung von GM und ist im Besitz der staatlichen Fouriertransform AB.

Interessante Details gab es am Rande des Verfahrens.

Einige Saab Gläubiger haben ihre Anwälte nach Vänersborg geschickt. Dabei ist Susanna Norelid für ihren Mandanten aus München. Den Bayern geht es dabei nicht in erster Linie um die ungefähr 25 Millionen Kronen, die sie bei Saab verloren haben. Es geht um die Motoren, die zur Erprobung und Weiterentwicklung geliefert wurden. Im Zuge der vereinbarten Partnerschaft wurden 54 Motoren von der Isar an den Göta Älv gebracht. Saab Prototypen waren mit BMW Motoren in Schweden unterwegs und Ende diesen Jahres sollte der erste Saab, der Nachfolger des 9-3,  mit BMW Technik vom Band laufen.

Dass es dazu nicht kam, ist nicht nur aus unserer Sicht, sehr bedauerlich. Pikant ist dass die Motoren – ähem – verschwunden sind. In keiner Inventar Liste der Administratoren sind die Aggregate verzeichnet. BMW möchte die Motoren zurück, denn sie sollen nicht in die Hände anderer Hersteller fallen.

BMW und damit Susanna Norelid hat auch einige Fragen an Victor Muller. Zur Vertragsunterzeichnung klang alles sehr positiv und es wurden Versprechen gemacht, die nicht eingehalten wurden. Nun möchte sie mit Muller und den Administratoren sprechen. Vielleicht gibt es eine einfache Erklärung dazu wo die Motoren sind.

Vielleicht gibt es morgen mehr, denn am Dienstag findet die Pressekonferenz der Administratoren statt. Ruhiger um Saab wird es vorerst nicht werden. Updates folgen.

Text: tom@saabblog.net

6 Gedanken zu „SAAB News: Notizen aus Vänersborg und wo sind die BMW Motoren

  • Heieieieiei….. und das alles wird erst die berühmte Spitze des Eisbergs sein.
    Da wird sicherlich in den nächsten Wochen/Monaten oder gar Jahren immer noch mal wieder etwas Erstaunliches ans Tageslicht gelangen.

    Vielleicht taucht ja mal ein 9³ auf dem Gebrauchtwagenmarkt auf, der einen bisher unbekannten Motor eingebaut hat…….

  • Hatte nicht auch der Phoenix-Prototyp ein BMW-Aggregat und taucht dieser oder überhaupt irgendwelche Prototypen in der Inventarliste auf? Dann braucht man keine Verschwörungstheorien zur Erklärung…

  • Vermutlich wurden die Motoren irgendwo “vergessen”. Klar dass BMW die wiederhaben möchte. Schlecht wäre es, wenn die irgendwelchen Chinesen in die Hände fallen würden.

  • Ei Ei Ei
    Na wo sind sie denn die Motoren echt bei. Wen möglich schon in der USA bei GM ?
    In Rüsselsheim bei Opel, ? Ist ja auch GM
    Oder echt in Holland ,oder in China?
    ei ei das ganze Drumherum um Saab wird ja
    Immer besser für einen Super wirtschaftskrimi
    Würde ich glat bei dem Wetter Lesen.

  • …..Ich tippe auf Holland. Die werden in den Spyker-Autos verbaut…

  • BMW schleppt doch freiwillig komplette Autos nach China. Ich glaube nicht ernsthaft, daß der Motor da unbekannt sein sollte. Geht doch fast der ganzen europäischen Industrie so. Wir brauchen uns dann über offizielle Patentvergaben nicht zu wundern, über andere Nachbauten vom Foto etc. erst recht nicht. Über Japan, Südkorea sind wir jetzt in China angekommen. So ist der Gang der Zeit über die Jahrzehnte, immer das gleiche Strickmuster….

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