SAAB Tag: Schwedische Notizen und Spenden für das Museum

Mit Spannung schauen wir nach Schweden, aber es tut sich fast nichts. Die Sache mit dem Immobilienverkauf brodelt vor sich hin und die Administratoren scheinen entschlossen zu sein das Saab Werk zurück zu holen. Die Gebäude in der Stallbacka wurden letzten Sommer weit unter Wert zu 50.1 % verkauft. Eine Klausel sieht vor dass bei einem Mietausfall auch der nicht verkaufte Teil an das Immobilienkonsortium fällt.

Ursprünglich wurde der Immobilienwert im Sommer mit 800 Millionen Kronen angegeben. Ein aktuelles Gutachten bestätigte den Wert, zu GM Zeiten wurde eine höhere Summe für das Areal genannt. Das Hemfosa Konsortium zahlte nur 330 Millionen Kronen für 50.1 % der Liegenschaft und selbst diese Summe kam nur tranchenweise auf den Konten an. Bleibt eine Differenz von 70 Millionen Kronen und eine seltsame Klausel.

Was wollen die Administratoren ? Die Rückabwicklung des Kaufs dürfte wenn überhaupt nur vor Gericht durchzusetzen sein. Das wird dauern. Ein schwedischer Freund, mit mehr Einblick als wir, sieht darin den Aufbau einer Drohkulisse. Hemfosa soll, zu einem erträglichen Preis, die Immobilie an den neuen Eigentümer verkaufen. Mit etwas Gewinn vielleicht, aber bitte nicht so viel und zügig.

Damit wäre das “dümmste Geschäft” der Muller Ära, der Ausdruck stammt aus der schwedischen Presse und nicht von mir, für alle Parteien glimpflich ausgegangen.

Vergangenheitsbewältigung der speziellen Art betreibt Ex-Ministerin Maud Olofsson. Jörgen Hellman und Peter Jonsson, Reichtags Abgeordnete der Sozialdemokraten, zitieren die Dame vor einen Untersuchungsausschuß. Am 23. April wird in Stockholm geklärt ob in Sachen Vladimir Antonov alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Der Einsteig des russischen Ex-Bankers war an der schwedischen Regierung und an der EIB gescheitert.

Mitterweile ist viel Zeit vergangen und Antonov hat vieles verloren. Seine Banken sind aufgelöst oder unter staatlicher Verwaltung. Sein Fussballclub, der FC Portsmouth ist nicht mehr seiner und der Traum in England Super-Sportwagen zu bauen ist ausgeträumt. Freund Victor Muller hat Maschinen im neuen CPP Werk in Coventry abholen lassen und stellt sie in Holland wieder auf um Spykers zu bauen. Was der Freundschaft unter Männern natürlich keinen Abbruch tut. Denn der Holländer sitzt immer noch als CEO in einigen (Ex-)Unternehmen des Russen. In Coventry sollten Zagatos gebaut werden, denn auch die Italiener gehörten als CPP Milan kurze Zeit zu Antonovs Reich. Die CPP in Coventry ist verkauft und damit konnten immerhin die 120 Arbeitsplätze gerettet werden. Und auch das Herzstück von Antonovs Imperium, die Convers Sports Initatives, steht seit November 2011 unter Zwangsverwaltung.

Traurig, traurig, möchte man sagen. Aber Antonov mag zwar momentan abgetaucht sein, er kommt bestimmt wieder. Harte Jungs wie er, die Mordanschläge überlebt haben, tauchen immer wieder irgendwo auf. Garantiert.

Deshalb müssen wir auch nicht für den Ex-Investor spenden. Nötiger hat es das Saab Museum in Trollhättan. Aktuell haben wir 295,00 € im Spendentopf. Das ist erstklassig,  aber es könnte noch etwas mehr werden. Bitte weiterspenden. Der Unterhalt der Sammlung ist teuer. Jeder Euro hilft.

Wer noch nicht genug vom Thema Saab hat, für den gibt es zum Feierabend einen kleinen Artikel über den Saab 99 Turbo. “Aus Schweden kamen nicht nur Volvo” so die Überschrift. Fast richtig. Sollte besser heißen “…kommen nicht nur Volvo“. Vielleicht bald und in Zukunft…

Text: tom@saabblog.net

 

2 Gedanken zu „SAAB Tag: Schwedische Notizen und Spenden für das Museum

  • Jetzt sind es 300,–.
    Gruß

    Ulrich

    • Danke für die Spende Ulrich und an alle anderen Spender.
      Die 300 € haben wir geknackt (Toll 😉 ), heute abend kommt der Zwischenstand!

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