Willkommen im (Auto-) Jahr 2013

Neues Jahr, neues Glück !  Der Blogger ist zurück am MacBook. Starten wir mit den wichtigsten Fragen !  Wie geht es weiter mit der Kultmarke Saab? Gibt es wieder ein langes, von Warten geprägtes Jahr oder gehen unsere Wünsche in Erfüllung? Welche spannenden Neuheiten erwarten uns 2013 ?  Wir wagen den Blick über den Tellerrand. Dies alles und der persönliche Wunsch des Bloggers für 2013 auf dem Blog.

Gibt es 2013 ein Saab Comeback?
Gibt es 2013 ein Saab Comeback?

Der Neueinsteiger des Jahres

Im März ist es so weit ! Qoros präsentiert in Genf mit dem GQ3 das erste Serienprodukt der Marke. Ehemalige Saab Manager haben bei dem chinesisch-israelischen Joint-Venture eine neue Heimat gefunden. Auch der frühere Pressechef Eric Geers ist dabei, und er versprach uns viel Saab im Newcomer. Die ersten Bilder bestätigen das nicht, aber der GQ3 ist ein Statement in anderer Hinsicht. Denn Miteigentümer Geely sieht sich nur als Investor und lässt die mehrheitlich europäische Mannschaft an der langen Leine laufen. Überhaupt steckt sehr viel Europa in Qoros. Federführend in der Entwicklung ist Magna, und wir werden uns in einem eigenen Artikel mit der neuen Marke beschäftigen.

Die Marschrichtung ist mittlerweile klar. Die Neueinsteiger haben sich als Gegner die Marke VW ausgesucht. Zu uns nach Europa soll die Qoros Produktpalette erst 2014 kommen. Bis dahin kommt zur Kompaktlimousine GQ3 noch ein Schrägheck und ein SUV.

Qoros GQ3
Qoros GQ3

Der Nachzügler des Jahres

Mini führt in diesem Jahr die dritte Generation ein. Der BMW Abkömmling hat alles richtig gemacht und feiert seit 2001 eine Erfolgsgeschichte. Fiat fährt, in einer anderen Preisklasse, mit dem 500 erfolgreich Geld für die Marke ein. Mittlerweile gibt es ein Cabriolet und eine Langversion. Chic und klein sind in, müssen aber nicht immer preiswert sein.

Gerade einmal 12 Jahre nach dem Debüt des Mini zündet diese Idee auch in Rüsselsheim. Jetzt bringt die GM Tochter Opel einen trendigen Kleinwagen, auf dem viele Hoffnungen lasten. Gebaut werden darf er in Deutschland. Nicht in einem günstigeren Auslandswerk, sondern im – von der schwächelnde Corsa Nachfrage getroffenen – Werk Eisenach. Gerade eben wurde eine Schicht gestrichen, aber mit dem Produktionsanlauf des “Adam” Mitte Januar soll alles besser werden. Ob der Kleinwagen gut aussieht und ob die Namenswahl geglückt ist, muss jeder für sich entscheiden. Unter der Haube gibt es keine Innovationen, sondern Hausmannskost. Dafür ist die Optik ungewöhnlich frisch, und es gibt, für Opel auch ungewöhnlich, viele Möglichkeiten zur Individualisierung. Wird der Nachzügler für Opel zum Rettungsanker ? Das ist die spannende Frage 2013. Gegen die nächste Neuerscheinung ist der Adam allerdings ein Auto von vorgestern.

Opel Adam. Nachzuegler des Jahres
Opel Adam. Nachzuegler des Jahres

Der Revolutionär des Jahres

Revolutionen finden zur Zeit in München statt. BMW zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn man ausser guter Ideen auch noch das entsprechende Geld auf dem Konto hat. Im Herbst startet der i3, und BMW liefert ein beeindruckend durchdacht innovatives Paket ab. Im Prinzip ist das, was man in München tut, eine kräftige bayerische Watschn (für unsere Leser aus dem Norden: Watschn = Ohrfeige) für den Mitbewerber. Die Münchner verpflanzen nicht einfach Batterien in ein herkömmliches Fahrzeug, sie konstruieren komplett neu. Batterien sind schwer, also muss das Fahrzeug möglichst leicht sein. Eigentlich klar, oder? BMW setzt auf Carbonfaser, die aus dem 2009 zusammen mit SGL Carbon gegründeten Werk in Moses Lake kommt. Carbonfaser verbraucht viel Energie bei der Herstellung, deshalb kommt der Strom der Fabrik aus einem der größten Wasserkraftwerke der Welt.

Die Montage findet in Leipzig statt, wo der Strom aus Windkrafträdern  und das ebenfalls im i3 verwendete Aluminium zu 80 % aus recyceltem Material stammen. Der Innenraum wird von Naturfasern dominiert. Europäischer Eukalyptus und Leder, das mit den natürlichen Gerbstoffen des Olivenbaums behandelt wurde, machen aus dem i3 ein ökologisches Luxusauto. Die Münchner versprechen 160 Kilometer Reichweite, von 0 auf 100 in weniger als 8 Sekunden und bieten zur Abrundung Ökostromverträge an. Grüner Luxus hat seinen Preis. 40.000 Euro werden zu bezahlen sein.

BMW setzt damit immer mehr auf Nachhaltigkeit, und der Abstand zwischen den Bayern und den Mitbewerbern scheint immer größer zu werden. Die i3 Story ist spannend, weil komplett durchdacht, und die Entwicklergruppe um Ulrich Kranz hat die Freiheiten, etwas völlig Neues zu schaffen, konsequent genutzt. Von solchen perfekten Bedingungen konnte man bei Saab zu jeder Zeit nur träumen.

Die spannende Frage ist nur, ob die Kunden schon so weit sind wie BMW, oder ob die Münchner 5 bis 10 Jahre zu früh sind.

BMW i3 Revolutioaer des Jahres
BMW i3 Revolutioaer des Jahres

Hoffnung des Jahres

Uns interessiert natürlich besonders,  wie es mit der Kultmarke aus Trollhättan weiter geht. Sehen wir 2013 neue Produkte oder müssen wir auf 2014 oder 15 warten ? Und sehen wir überhaupt jemals wieder Autos mit Turbomotoren und Saab Schriftzug auf der Motorhaube? Eines ist sicher: am möglichen 9-3 Nachfolger, basierend auf der Phoenix Plattform, wird gearbeitet. Da die Investoren nur eine kleine Mannschaft an Bord haben, werden die Aufträge extern vergeben, was kein Nachteil sein muss. Denn Vieles bleibt in Schweden und wird von ehemaligen Saab-Ingenieuren entwickelt. Ungeklärt ist die Frage, ob ein Comeback des bisherigen Saab 9-3 die Wartezeit verkürzen wird.

Die Wetten dazu stehen unentschieden. Selbst Kreise in Trollhättan – sie beobachten die Geschehnisse vor Ort genau – sind sich nicht einig. Einige sehen erste Hinweise, und der Rest sieht die ganze Geschichte schon jetzt als gescheitert an. Die Presse in Schweden wettet einheitlich und sieht ein ruhiges Jahr 2013 für Saab voraus.

Saab Produktion unter neuer Regie 2013?
Saab Produktion unter neuer Regie 2013?

Wunsch des Jahres

Meine Einstellung zu den Dingen in Schweden hat sich in den letzten Monaten entspannt. Statt die Zeit mit Visionen fernöstlicher Investoren zu verschwenden, konzentriere ich mich darauf, was wir wirklich haben. Unsere Autos sind toll, und statt vor dem Mac zu sitzen und schwedische Presse zu lesen, “fliege” ich lieber mit dem Turbo über leere Landstrassen dritter Ordnung im heimischen Spessart. Das macht mehr Spass !

Vielleicht ist es auch zu viel verlangt, in diesem Jahr laufende Bänder in Trollhättan sehen zu wollen. Selbst wenn der alte Saab 9-3, mit verändertem Vorderwagen und neuen Motoren starten sollte, braucht das doch Zeit. Vielleicht noch 12 Monate, und dann wäre der mögliche Nachfolger auch nur noch 12 oder 18 Monate entfernt. Eventuell wäre das zuviel Hoffnung, und am Ende geht die Rechnung dann doch nicht auf. Aber einen Saab-Wunsch für 2013 hätte ich dann doch.

Die Investoren sollten Flagge zeigen und statt Pressestatements oder Traumschlösser, die für nichts zu haben sind, klare Fakten präsentieren. Eine Studie, wie man sich die Zukunft vorstellt, wäre schön. Eine Saab Präsenz auf der IAA in Frankfurt. Vielleicht mit einem PhoeniX Reload oder PhoeniX 2.0. Präsenz zeigen für die Marke und das Interesse zukünftiger Kunden wach halten. Das wäre doch was, oder? Mein Saab-Wunsch für 2013.

Text: tom@saabblog.net

Bilder: Opel (1), BMW (1), Qoros (1), saabblog.net

 

6 thoughts on “Willkommen im (Auto-) Jahr 2013

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    Kann mir jemand sagen was man mit carbon macht wenn man es nicht mehr braucht

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    Adam? Naja als Eva oder Saab 9-1 hätte er mir auch gefallen.

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    das Qoros schaut auf dem Photo aus als wenn man ein paar europaeische Autos mit einem Apfel fotografiert und dann in einer einfachen app zusammen mischt. Kreativitaet null, Preis unschlagbar, eine neue Kategorie ist da : collage.

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    Die Qoros/Magna Beziehung sollte näher beleuchtet werden. Denn bekanntlich kann NEVS mit 100 Mitarbeitern keine Autos konstruieren. Keiner kennt die Pläne und vielleicht übernimmt Magna auch bei NEVS die Federführung. Der Blick über den Tellerrand zu wagen ist richtig.

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    Qoros und Opel Adam sowie BMW interessieren eigentlich nur am Rande: Magna war an SAAB nie richtig interessiert – daher würde für mich ein Auto bei dem MAGNA federführend ist, auf keinen Fall in Frage kommen. Schon gar nicht so ein Állerweltsauto wie der Qoros!

    Zu Opel Adam fällt mir nur der Spruch “Wie will und kann nicht” ein.

    Zu BMW und Quandt will ich mich lieber nicht weiter äußern!

    Aus Trollhättan hätte ich zumindest mal das neue Emblem erwartet – die ersten Informationen in 2013 hinsichtlich SAAB sind nun wirklich sehr mager ausgefallen. Hoffentlich kommt bald mal was nach.

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      Was soll denn zwischen den Jahren groß passieren? Immer nur auf NEVS zu schielen bringt es auch nicht und es gibt in meinen Augen zwei Möglichekeiten:

      Entweder die bringen bald den Laden ans laufen

      Oder irgend jemand übernimmt für eine schwedische Krone den Rest

      Was Magna und Qoros machen ist von Interesse, die europäische Autoindustrie verfolgt das mit Spannung. Vieleicht macht Magna dann SAAB, warten wir es ab.

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