SAAB News: Gebot von Mahindra & Mahindra

Mahindra & Mahindra hat ein Angebot für Saab vorgelegt. Das berichten schwedische Medien am heutigen Tag. Interessant sind die einigen, wenigen Details die an die Öffentlichkeit gekommen sind. Lars Holmqvist, CEO der CLEPA, behauptete zu Beginn der Woche der Youngman Konzern aus China sei die einzigste, vernünftige Alternative für Saab.

Denn Youngman wolle als einzigster Bieter den aktuellen Saab 9-3, befreit von GM DNA, weiterhin produzieren. Jetzt wurde bekannt dass Mahindra den gleichen Plan verfolgt. Auf Saab 9-5 und Saab 9-4x werden auch die Inder verzichten. Das klingt realistisch, ein Kräftemessen mit dem amerikanischen Konzern wäre so oder so sinnlos.

Wie von Saab Insidern vorhergesagt läuft alles auf eine Entscheidung zwischen Indien und China hinaus. Die Inder, beraten von den Wirtschaftsprüfern der KPMG scheinen entschlossen zu sein Saab zu kaufen. Das sind gute Nachrichten. Wir haben mal wieder eine Woche überstanden, der Countdown im Insolvenzverfahren läuft, und der große Showdown kündigt sich an.

Heute wird eine Youngman Delegation, 10 bis 15 Personen stark, in Göteborg eintreffen. Im Gefolge von Youngman Gründer Pang Qingnian befinden sich auch Vertreter der mächtigen Bank of China. Es wird in der nächsten Woche spannend, denn jetzt geht es in detaillierte Gespräche.

Nehmen wir mal an unser europäischer Bieter, der immer noch dabei ist, bekommt keinen Zuschlag. Vielleicht einfach aus dem Grund, weil Mahindra und Youngman „politische Preise“ für Saab aufrufen. Nehmen wir mal an das Rennen würde zwischen Indien und China entschieden. Wer würde besser zu Saab passen und wem trauen wir eine verantwortungsvolle Entwicklung des Autobauers aus Trollhättan zu?

Die Antwort ist klar und in diesem Fall wäre wohl der Bieter aus der größten Demokratie der Welt mein Wunschpartner für unsere Marke mit dem Greif. Am Beispiel Tata sehen wir wie gut und behutsam europäische Marken, Land Rover und Jaguar, von indischen Eigentümern behandelt werden.  Am Beispiel Volvo sehen wir aktuell die Firewall zwischen Geely und Göteborg fallen, wir erleben politisch motivierte Entscheidungen. Volvo wird unter Druck gesetzt, die Betriebsgenehmigungen für die neuen Werke in China sind Mittel zum Zweck. Langfristig, so scheint es, wird Jaguar/Land Rover mit Tata besser fahren und Volvo mit Geely die schlechteren Perspektiven haben.

Für Saab wünsche ich mir einen guten Käufer, der endlich Ruhe und Kontinuität bringt. Der einen langen Atem hat. Käme er dazu noch aus der größten Demokratie der Welt, ich hätte nichts dagegen.

Text: tom@saabblog.net

18 Gedanken zu „SAAB News: Gebot von Mahindra & Mahindra

  • Man schaue sich nur die Marken Jaguar und Land Rover und Range Rover an, was die für schöne und qualitativ gute Autos bauen. Ein weißer Saab als Sondermodell Yoga oder Yogi Tea, das wäre was 😉 Sat nam.

    • Hie,
      …….nur mit dem Unterschied, daß nicht Mahindra diese Auto baut, sondern Tata Motors. Mahindra hats damals versaut,–die bauen Geländewagen. Ihr Schmuckstück ist Ssangyong, oder wie die heißen. Dafür hats gerade gereicht.

      Gruß aus koblenz.

      peter

  • Irgendwie sind mir die Chinesen als Weltmacht (besonders mit ihrer pol. Einstellung und ihrem daraus resultierenden Handeln) eher unsympatisch. Da mischt sich mir auch zu viel Politik mit Wirtschaft.
    Daher wär mir rein subjektiv eine indischer Besitzer für Saab irgendwie wohl lieber.
    Am allerliebsten wär mir natürlich ein potenter Europäer, der am Weltmarkt bestehen kann und das Verständnis für Saab hätte.

    Würde Saabs Überleben aber am chinesischen Seidenfaden hängen, würde ich wohl notgedrungen den „chin. Drachen“ schlucken. 🙁

  • Hallo Tom

    Meine persönliche Ranglist:

    1. BMW oder Magna
    2. Mahindra
    3. Youngman

    Aber es ist jeder willkommen der mir meine Marke SAAB rettet! 🙂

  • Ich habe es schon einmal gesagt, und wiederhole es auch gerne immer wieder: Eine Übernahme von SAAB könnte politisch durchaus ein Zeichen setzen, daß Europa trotz wirtschaftlicher und finanzieller Krisen in der Lage ist, sich selbst zu helfen, ohne (zu ggf. hohen politischen Preisen) auf Hilfe aus China zurückzugreifen.

    Zugegeben, Indien wäre politisch akzeptabler, aber es wäre immernoch ein Signal, daß sich die wirtschaftlichen Koordinatensysteme noch nicht vollständig in den asiatischen Raum verschoben haben.

  • Warum sollte man nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:

    >Mahindra und BMW übernehmen SAAB.
    >BMW bringt die dringend benötigte Technik für einen kleinen Einstiegssaab (9-1 oder 90) und diverse Motoren,
    >Mahindra stemmt den Großteil der Finanzierung und hilft BMW im Indiengeschäft (Produktion und Distribution).

    Große Ziele lassen sich gemeinsam einfacher erreichen…

  • Die Spannung ist kaum noch zu ertragen!!!
    Wie Tom schon sagt, ein Käufer aus der demokratischen Welt wird mit großer Wahrscheinlichkeit die bessere Mutter sein.
    Indien mit seinen wenigen Automarken ist ganz sicher vielversprechender als China mit den dutzenden von Herstellern. Beispiel Tata-Jaguar wie oben benannt. Ich selbst habe vor dem 9-5-Kauf im Januar den XF getestet und wäre um ein Haar schwach geworden…
    Für mich gehört Mahindra noch vor BMW, weil ich bezweifle, dass BMW einen SAAB in Größe 9-5 in der Planung hat. Der wäre vermutlich zu dicht am 5er.
    China mit der typischen chinesischen Mentalität kann immer nur 2. und hoffentlich letzte Wahl sein.

    • Ne, am 7er.

  • Wir haben uns ein wenig über den Firmengründer Pang Qingnian schlauch gemacht (Internet etc.) – der Mann imponiert uns von der Tatkraft und von der Zielstrebigkeit her durchaus.

    Bei SAAB-Automobile scheint er persönlich mit dem sog. Herzblut ans Werk zu gehen – dies ist sehr beeindruckend und nicht selbstverständlich.

    Wir sehen Youngman-Lotus und den Großkonzern Mahindra & Mahindra
    auf gleicher Augenhöhe in Bezug auf die Eignung – bei dem europäischen Unternehmen BMW beispielsweise sehen wir es ähnlich wie Klaus 9-5 II. SAAB würde dort vermutlich immer hinter den BMW-Modellen zu finden sein – eigentlich keine zufriedenstellende Vorstellung (man kann sich hier aber auch täuschen, denn mit Rolls Royce und Mini läuft es ja eigentlich ganz gut).

    Viele Grüße aus der Hansestadt Hamburg

  • Die Kombination BMW und Mahindra wie sie red99 beschreibt hätte was. In Trollhättan könnten relativ rasch wieder die Produktion von Autos beginnen ( 9-3 und Mini`s ) womit das Werk auch ausgelastet wäre , und relativ viele Leute ihren Job behalten könnten.BMW hätte einen starken Partner auf dem Indischen Markt und Saab mit Technik von BMW war ja sowieso schon mal geplant.
    Ich würde jetzt sagen so wird`s gemacht , aber ich hab da ja leider nichts zu sagen

    • ………….aber der gute Norbert !

  • Prinzipiell ist mir jeder willkommen, der es gut mit SAAB meint! Wie es nun detailliert bei jedem Bieter aussieht, kann wohl momentan niemand 100%ig sagen. Allerdings hätte ich bei den Chinesen dauerhaft ein ungutes Gefühl, wie ehrlich und langfristig europäisch ihr Handeln & Denken ist. Falls BMW mit unter den Bietern sein sollte, so wären mir die auf jeden Fall am liebsten. Mahindra käme daher auf den zweiten und die Chinesen auf den dritten Platz.

  • Hie,
    was ist denn hier auf einmal los?! Hören wir demnächst noch von den üblichen Bedenkenträgern moralinsaure Boykottaufrufe: „Kauft keine chinesischen Saabs!?“
    Vielleicht haben hier die Moralapostel vergessen, daß Youngman bereits investiert hat, bevor die Beute verendet ist. Die Hyänen haben gewartet bis der Wert der verendeten Beute verfällt. Mahindra und der Rest, die gehören dazu. Mahindra repräsentiert asiatisches Unternehmertum, sie repräsentieren vielleicht die Demokratie,—aber sie praktizieren sie nicht.
    „Pecunia non olet.“ So what!!
    Gruß aus Koblenz

    Peter

    • Das könnte passieren. So wie es immer hieß Kauf keine GM SAABs. Aber wie es auch kommt, wir freuen uns über jeden Käufer. Schön wäre ein Europäer oder ein Demokrat. Aber wir können nicht alles haben. Danke Tom für die faire Berichterstattung!

  • Schwierig! BMW wäre toll, aber BMW ist schon mit Rover nicht klar gekommen. Im Übrigen verstehe ich nicht, wieso scheinbar alle am 9-3 kleben, der ist zwar gut aber doch auch schon fast überholt ohne den 9-5II wird das doch mit dem 9-3 alleine nichts.

  • hej och god morgon 🙂

    ich bin kein Freund von Vorverurteilungen. Klar, vom 9-3 alleine kann SAAB nicht überleben, aber es wäre ein Anfang. Egal, wer den Zuschlag bekommt, der muss auch schnellstens neue Modelle auf den Markt bringen. Klar haben Mahindra und BMW bessere Voraussetzungen und mehr Erfahrung als die Chinesen.

    BMW:
    Ich denke, das die Münchner die Schweden besser verstehen als die Chinesen und ich sehe mehr Synergien als Konkurenz. Mal ehrlich, auch die meisten Käufer eines Mini sind – so wie der typische SAAB-Besitzer Individualisten. Fast keiner kauft einen SAAB, nur weil das Auto sicher ist (das sind andere Marken auch). Der Mini ist zwar Kult, aber SAAB Fahrer haben stehen zu IHRER Automarke. Da ist einfach viel mehr Herzblut vorhanden und die meisten aus diesem Blog haben irgendwie einen „Draht nach Schweden“ oder zumindest stärkere Symphatien für Skandinavien. Das ein 9-5 er zu nahe am 7er BMW liegt, na ja – auf dem Papier schon, aber ehrlich da sind trotzdem Welten dazwischen. Das Lenkrad des 9-5 II z.B., obwohl baugleich machte aus dem SAAB noch lange keinen OPEL Insignia, bzw. umgekehrt :).

    Der Mini, obwohl auch recht nahe am 1er BMW – ich mir nicht vorstellen, das der klassische Mini-Freak überläuft.

    Letztlich kann es den Münchnern egal sein ob BMW, Mini oder vielleicht ein SAAB – hauptsache das Auto kommt aus dem eigenen Konzern. Den Wolfsburgern ist es ja letztlich auch egal, ob das Geld mit einem VW, Audi, Skoda oder SEAT verdient wird.

    Mahindra:
    Ich zitiere Philmos von ganz oben „Man schaue sich nur die Marken Jaguar und Land Rover und Range Rover an, was die für schöne und qualitativ gute Autos bauen“. Stimmt, dem stimme ich zu, da wurde viel erreicht und mal ganz ehrlich, diese Autos sind auch nicht die gängigen „Massenmarken“ auf den Straßen der Welt. So komme ich zum Entschluss, „die Inder können’s auch“.

    Youngman:
    Eigentlich war ich bis vor ein paar Wochen er Meinung, die Chinesen wären nicht schlecht. Inzwischen hört man halt vieles von Geely und Volvo und ganz ehrlich – da missfällt mir einiges. In China geht vieles nur politisch und da sind einfach Welten zwischen den Völkern. Menschenrechte z.B.,da stehen wir zu weit auseinander. Ich befürchte, dass man sich langfristig nur das Wissen und Image erkaufen möchte. Klar wollen die Chinesen mit SAAB vorrangig auch Geld verdienen, dass wollte GM sicher auch, aber zu welchem Preis? Wird YM die Schwedische Kultmarke verstehen oder geht es nur um die Eroberung der europäschien Märkte? Will man mit SAAB nur technischweiterkommen? Chinesische Autos wie der Brillance BS6 z.B. – die hatten hier doch keine Chancen. Ich fände es schade, wenn man SAAB wieder an einen Tropf hängt und langsam ausbluten läßt.
    Trotzdem – eines muss man den Chinesen zu Gute halten, die haben bereits investiert, als VM noch das Ruder in der Hand hielt und man überhapt nicht wusste, wie es weitergeht. Wer weiss wie es gekommen wäre, hätte man hier nicht den damals schon „geschwächten Patienten“ ein bisschen gestützt.

    Egal, wer das Rennen macht, es geht vorerst weiter. Ich hoffe, ich kann mir in ein paar Jahren wieder einen neuen SAAB kaufen. Schade nur, dass ich mich vorerst von meinem 900 II trennen muß.

    • Hie,
      schon klar, man hört so viel. Hört man auch, daß nicht Mahindra, sondern Tata Motors diese Autos baut?
      Gruß aus Koblenz.

      Peter

  • Lieber Tom, lieber, lieber Insider Tom,

    bringe unserer indophilen Saabgemeinde doch mal schonend bei, welche Autos Mahindra&Mahindra baut, welche sie auf gar keinen Fall bauen, welche sie vielleicht bauen möchten und was Tata Motors so treibt.

    Gruß aus koblenz.

    Peter

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