Bangen um das Saab Museum – Fortsetzung

Manchmal ist es schwierig zu schreiben, denn die Zeiten sind für Saab Fans frustrierend. Gestern und heute kamen viele Anrufe und Mails zum Thema Saab Museum bei mir an. Meine Antwort: Zu spät. Am Freitag um 12:00 Uhr ist Deadline für Gebote und ich befürchte dass die Summe der Einzelgebote den Wert des Einzelgebots des Innovatums übersteigen wird.

Jetzt in letzter Minute versuchen einige Saab Fans von Deutschland aus das Schicksal zu wenden. Die Aktionen sind ehrenwert aber die Chancen minimal. Zwar haben die Konkursverwalter die Möglichkeit in letzter Minute die Versteigerung abzusagen. Dass es dazu kommt, ist aber unwahrscheinlich. Wenden kann man das Schicksal nur, wenn man mit dem Geldkoffer nach Schweden reist.

Warum kommt die Versteigerung jetzt und warum mit so kurzer Frist ? Die Antwort ist einfach: Liquidität. Die Konkursverwalter benötigen dringend Geld um das Verfahren fortzuführen. Deshalb auch die Idee, nochmal 100 neue Saabs fertigzustellen und zu verkaufen. Diese gute Idee scheiterte an den Gewerkschaften. Deshalb jetzt auf der Liste: das Museum.

Fragt sich nur, warum die Politik nichts tut. Für Schweden ist es ein Armutszeugnis. Ein Land, das auf seine Industriekultur vorgibt stolz zu sein, lässt diese einzigartige Sammlung schwedischer Ingeniuerskunst einfach verschwinden. Einige Abgeordnete des schwedischen Reichstags scheinen aufgewacht zu sein. Aktuell läuft eine Anfrage an das Kulturministerium. Wahrscheinlich wird, wie seit Monaten, Stockholm keinen Finger für Saab rühren.

Bleibt eine Hoffnung ? Ja, denn es gibt ja noch Paul Akerlund, den kämpferischen Bürgermeister der Kommune Trollhättan. Noch hält er sich bedeckt, aber der ehemalige Saab und Gewerkschaftsmann wird das Museum nicht kampflos aufgeben. Zu groß ist seine Bedeutung für die Stadt, die Kultur und den Tourismus.

Von Deutschland aus jetzt noch eine Aktivität zu starten ist fast hoffnungslos. Der Faktor Zeit arbeitet gegen uns. Eigene Gebote auf den ein oder anderen Museumssaab abzugeben, gefährlich. Denn ein sehr hohes Gebot auf ein einzelnes Fahrzeug gefährdet den Komplettverkauf. Leser unter uns, mit einem Millionenvermögen, könnten jetzt aktiv werden. Ich vermittle gerne eine diskreten und direkten Draht nach Schweden. Komplettgebot abgeben, bitte !

Alle anderen, die noch immer nicht Millionär sind oder noch immer daran arbeiten, sollten cool bleiben und abwarten. Wie immer.

Text: tom@saabblog.net

5 thoughts on “Bangen um das Saab Museum – Fortsetzung

  • …wenn jetzt eine Anfrage an das Kultusministerium läuft, kann man nur fragen, ob die Abgeordneten gut geschlafen haben. Und auch Paul Akerlund sagt, dass er derzeit abwartet. Hoffen wir mal, dass man ihm die Möglichkeit eingeräumt hat, als letzter ein Komplettgebot abzugeben.

  • Also ich 2010 auf dem Saab Festival in Trollhättan war und auch noch die Ehre hatte von Erik Carlsson ein Autogramm zu bekommen und ein nettes Gespräch zu führen da habe ich erlebt was der Saab Spirit ist. Sehr schade darum das nun alles verkauft werden soll…………

    Ciao

    Marco

  • Ich bin nicht traurig, ich bin zutiefst entsetzt! Die Liste der Fahrzeuge ist ein einziges Trauerspiel! Ich war vor zwei Jahren noch in Trollhättan und hab es nicht geschafft, meinen Arsch in das Museum zu bewegen, hatte es dieses Jahr eigentlich vor. Tja, dafür wird es dann wohl zu spät sein.

  • Warum hat bei den Politikern in Schweden dieses weltweit bekannte und auch anerkannte Museum eigentlich keinerlei Bedeutung? Es ist einfach nur unerklärlich und man kommt unweigerlich zu der Feststellung, dass die schwedischen Politiker geistig noch abgeflachter sind als bei uns in der Bundesrepublik. Ich finde das Verhalten skandalös und verstehe auch mittlerweile die schwedische Bevölkerung nicht mehr – warum regt sich nicht endlich mal Zorn gegenüber solcher unfähiger und desinteressierter Leute.

    Mir geht es schon wie einigen anderen Blog-Teilnehmern: Ganz Schweden ist vom Image her auch in meinen Augen auf einem neuen Tiefststand angelangt. Schade, dass man eine derartige Enttäuschung erfahren mußte.

    D. R.

  • ja leider ist es so, die millionen sind noch nicht auf dem eignen konto, es ist schon frustrirend dem ganzen tatenlos zusehen zu müssen!

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