Saab News: Verwirrung um Antonov und mehr…

Victor Muller und seine Millionen
Victor Muller und seine Millionen

Schweden ist der Ort, wo sich heute Tragödie und Komodie berühren und zärtlich küssen. Die Komödie, und damit auch die Verwirrung aller Beteiligten, um Vladimir Antonov geht weiter.

Der russische Bankier, der mittlerweile von Teilen der schwedischen Presse als Spekulant tituliert wurde, drohte heute damit Teile, bzw. einzelne Mitglieder der Regierung zu verklagen. Grund ist der ihm entgangene Einstieg bei Saab und das Rückhalten der Regierung mit wichtigen Informationen. In einigen schwedischen  Blättern titelte man bereits “Antonov verklagt Reinfeldt”.

Die Verwirrung ging weiter, als die Regierung nun ankündigte die EIB in Luxemburg zur konsultieren um die Sache mit mit Antonov zu begradigen. Denn, man wusste wohl um den Beschluß von 2009, war aber der Meinung dass sich der Sachverhalt längstens geändert hat. Der Regierung liegt ein Gutachten der nationale Schuldenverwaltung vor, die den Eintritt Antonovs genehmigt. Die Regierung dachte nun, so Catharina Hakansson Boman aus dem Wirtschaftsministerium, es sei ein laufender Prozess, auch bei der EIB. Die Komödie um Antonov geht also weiter.

Eine Kampagne gegen Victor Muller fährt Dagens Industri. Allerdings sind die Kanonen, mit welchen auf Muller geschossen wird, mehr Rohrkrepierer und olle Kamellen.

Heute titelte Dagens Industri “Hit gar Mullers Saabmiljoner” und meinte damit die Insel Curacao auf der Muller in seiner Latin American Tug Holding sagenhafte 4 Millionen versteckt. Kronen allerdings, keine Euro. Reicht zum Kauf eines ordentlichen Ein-Familien Häuschens im Raum Frankfurt am Main. In dem groß aufgemachten Artikel ging es um die seit langem bekannte Tatsache, dass der Saab Boss letztes Jahr dieses Geld als Aufwandsentschädigung erhalten hat.

Ein schwedische Leser mit dem Namen “Patrik” kommentierte den Artikel im Internet mit “Det var en väldigt lang artikel för 4 mijoner kr!” . Man muss kein Schwedisch können um das zu verstehen.

Im Laufe des Tages ging der Beschuss aus Göteborg weiter, die Komödie wurde zur Tragödie. Unter dem Titel, “Guldregnet fortsätter” wurden die 40 Millionen Kronen für das Spyker Management als Management Aufwand im letzten Jahr an den Pranger gestellt. Diese Zahlung wurde etwas ungeschickt als rechtliche Beratung gerechtfertigt, verbunden mit dem Saab Verkauf von GM an Spyker. Schwamm drüber.

Zur Tragödie und zu einer sau – dummen (Entschuldigung) Publicity wird die Tatsache dadurch, dass Spyker – bzw. das Swedish Automobile Management in diesem Jahr eine ähnlich hohe Summe an “Managementsaufwendung” von Saab nimmt. Es wird eine “relativ hohes Niveau auch 2011 haben” bestätige Frau Gunilla Gustavs von Saab in einer Mail (!) an Dagens Industri. Autsch.

Fragt sich doch der Blogger ganz offen für was ? Für die am längsten stillstehende Automobilfabrik der Welt, oder wie. Der Eintrag in das Guiness Buch der dümmsten Rekorde ist damit sicher. Wie wäre es, auf diese Summe von 40 Millionen zu verzichten und dafür den Lieferanten IAC, der hervorragende Produkte geliefert hat, und auf sein Geld sehr geduldig und loyal wartet,  zu bezahlen ?

Mann Leute, falls mich jemand in Holland hört. Hier schreibe ich mir die Finger wund “pro Saab”. Dann bekommt man so was – auch noch aus dem Saab Pressebüro – um die Ohren gehauen.

Jetzt reichts. Ich mach den Computer aus, verschwinde in den Biergarten.

Bis morgen 😉

Text: tom@saabblog.net

One thought on “Saab News: Verwirrung um Antonov und mehr…

  • Lieber Tom,
    ich trau mich schon fast nicht mehr hier in Deinen Blog zu schauen. Aber anscheinend bin ich dann doch so masochistisch veranlagt und lese hier täglich die Horror-News. Es tut mir so sehr leid um unsere tolle Marke SAAB.
    Verdammt nochmal, die haben einen Auftragebstand von über 10.000 Autos. Das gibts doch nicht, dass man da den Laden nicht zum Laufen bringen kann.
    Wie schön wäre es, wenn sich das Management nicht um permanente Geldbeschaffung kümmern müsste sondern um neue SAAB-Modelle.

Kommentare sind geschlossen.