Saab Zukunft: Maud Olofsson über die Zukunft von Saab

Maud Olofsson
Maud Olofsson

Heute war Maud Olofsson auf der schwedischen Ferieninsel Gotland.Jedes Jahr, bevor das Land in ein tiefes Sommerloch fällt, gibt es in Visby die Almedals Woche. Im Prinzip ist es eine riesige, schwedische, Politshow, die Olof Palme vor über 40 Jahren begründet hat. Der legendäre Schwede und Gotland Urlauber stellte sich auf die Ladefläche eines LKW und hielt seine Rede.

Die Aufmerksamkeit war ihm sicher. So zumindest die schwedische Legende, die mir dazu erzählt wurde. Denn 1968 war ich nicht in Schweden dabei.

Heute ist es für Politiker schwerer auf Gotland Aufmerksamkeit zu erregen. Vermutlich hätte auch keiner der aktuellen Akteure den Mut auf einer LKW Ladefläche frei vor den Gotland Urlaubern zu sprechen.

Zurück zu Maud Olofsson. Obwohl sie ausdrücklich keine Saab Fragen beantworten wollte, kam es doch zu diesem unvermeindlichen Thema. Olofsson hatte sich vor einigen Tagen in Stockholm mit der Delegation der chinesischen NDRC getroffen.

Über das Treffen und über die Saab Zukunft äußerte sie sich mit vielen „wenn“ aber im Grundton positiv. Sie sagte „wenn die chinesischen Partner die finanziellen Muskeln haben und wenn die Partnerschaft zum tragen kommt, dann ist es etwas was tragfähig ist, was funktionieren kann.“ Es sind aber „noch einige Schritte zu tun“.

Es klingt dabei ein leichte Hoffnung durch für Saab, denn Pang Da und Youngman würden erst einmal 2.3 Milliarden Kronen investieren.

Olofsson beschrieb die Diskussion mit den Besuchern aus China als positiv, sie habe versucht die „Vorteile von Saab“ herauszustellen. Als Beispiel sieht sie die Beziehung zwischen Geely und Volvo, wo auch ein starkes finanzielles Engagement der Chinesen erforderlich war.

Angesprochen auf den Investor Antonov war Ministerin Olofsson weniger gesprächig. Im Prinzip möchte sie keine Stellung nehmen zu den Vorbehalten der EIB gegen den russischen Investor. Maud Olofsson steht im regen Kontakt mit der Bank aus Luxemburg und es ist ihr klar dass der Frust in Trollhättan groß ist. Denn viele Probleme hätten verhindert werden können, wäre Antonov als Gesellschafter zugelassen worden.

Aber, so sagte sie, das ist eine Angelegenheit der Luxemburger Bank. Die Regierung selber würde nicht „Nein“ zu Antonov sagen.

Ein gänzlich anderes Bild als es die Ministerin darzustellen versucht erzählt ein anderer schwedischer Politiker. Der ehemalige Minister Mats Odell sagte heute auf einem Vortrag, die Regierung habe durchaus versucht politischen Druck auf die EIB auszuüben.

Das wiederspricht dem was Olofsson uns darzustellen versucht. Allerdings hat sie eingeräumt Briefe an die EIB geschrieben zu haben.

Hoffnung für Saab ? Hoffnung für einen Produktionsstart ? Hoffnung auf eine stabile Saab Zukunft ? Auf jeden Fall. In einigen Wochen werden wir schlauer sein.

Text: tom@saabblog.net