Saab Umfrage: Saab Image und chinesischer Einstieg

Ist China schädlich für das Saab Image ? Mit was bringt man China in Verbindung ? Ist da nur billige Elektronik aus dem Reich der Mitte und unsägliche Plastikspielwaren, oder ist da mehr. Und wie wirkt es sich aus auf Trollhättan, wenn dort Vorstände aus dem fernen Osten die Entscheidungsgewalt haben.

Wir haben unsere Leser abstimmen lassen. Zum Zeitpunkt der Abstimmung war allerdings noch nicht klar dass ein zweiter chinesischer Investor, die Youngman Group, bereitsteht und die Chinesen damit die Führung in Trollhättan übernehmen werden. So sieht das Ergebnis aus:

Die Saab Gemeinde begrüßt mit großer Mehrheit den Einstieg eines chinesischen Investors, was wieder einmal beweist wie weltoffen die Saab Fans im allgemeinen sind. Um in der Realität zu bleiben, wir haben außer den chinesischen Geldgebern auch sonst keine Wahl. Ohne China wäre Saab vermutlich sehr bald Geschichte, so bekommt aber die Marke die Chance zu beweisen was sie sein kann.

Sind die Chinesen so wie wir es erhoffen, werden sie die Wurzeln und die kulturelle Herkunft von Saab respektieren. Die Marke könnte zu einer neuen Blüte kommen und das unwürdige Spiel was momentan in Schweden läuft hätte endlich ein Ende.

Bislang läuft in Göteborg bei Volvo fast alles rund mit den chinesischen Eigentümern. Ein neues Werk in China entsteht, die Finanzierung ist gesichert. Der Volvo S60, bislang nur als Importware in China zu haben läuft, so sieht es aus, demnächst auch von chinesischen Bändern. Interessanterweise nicht in einem Geely Werk sondern bei Geely Rivale und altem Volvo Partner Chang an.

Einzig was die designtechnische Ausrichtung angeht, so hört man, gibt es erste Risse in der Harmonie in Göteborg. Chinesen lieben “bling bling” und die große Show, deshalb ist Audi in China so erfolgreich. Inwieweit sich diese Anschauung mit skandinavischen Vorstellungen verträgt ist die spannende Frage.

China ist längst nicht mehr nur die billige Werkbank der westlichen Welt. Die Low-tech Branchen sind schon lange weitergezogen in andere Länder die noch billiger und die Arbeitsbedingungen noch bedenklicher sind. Billige Textilen kommen meist nicht mehr aus China, sondern aus anderen, weniger entwickelten Nachbarstaaten.

China macht auf Hightech und wertigere Produkte, so will es die Regierung. In vielen Teilen der Elektro- und Computerbranche haben die Chinesen schon das Ruder übernommen. In der Softwareindustrie läuft ein Aufholmarathon und man bemüht sich zu den Konkurrenten in Europa und Indien aufzuschließen. Chinesische Universitäten verabschieden jährlich tausende junge und gut ausgebildete Ingenieure.

Die Devisenreserven des Landes sind gewaltig und die Chancen in China sind enorm. Diese Chancen kann Saab nutzen. Wir sollten nicht vergesen dass es bei aller Freude auch die bedenklichen Seiten in China gibt. Die Volksrepublik ist ein totalitärer Staat, das soziale Ungleichgewicht und damit der Sprengstoff im sozialen Gefüge enorm.

In China wird eine Saab Produktion aufgezogen, wenn der Einstieg von Pang Da und Youngman genehmigt ist. Chinesische Saab bleiben in China, da kann man erstmal sicher sein. Eine zweite, nur für den chinesischen Markt bestimmte Marke, soll schwedische Produktionserfahrung nutzen und vermutlich nicht mehr ganz aktuelle Saab Technik zum guten Preis anbieten.

Der Einstieg der Chinesen ist eine neue Phase im Leben von Saab. Nicht mehr, nicht weniger. Saab war mal schwedisch, dann hat die Marke die amerikanischen Eigentümer überlebt, jetzt haben wir ein holländisches Intermezzo.

Eigentümer kommen, Eigentümer gehen.

Saab and Trollhättan for ever.

Text: tom@saabblog.net