Saab News: Gute und ganz schlechte Nachrichten aus Schweden

Saab - wohin geht die Reise ?
Saab - wohin geht die Reise ?

Nach 400 Km auf deutschen Autobahnen ist einem bewusst was man an seinem Saab hat. Die besten Autositze der Welt und turbogeladene Souveränität. Auf den heutigen Kilometern war kein anderer deutscher Saab in Sicht, was ein absoluter Negativrekord ist :-(, dafür eine Menge Saab aus unserem holländischen Nachbarland :-).

Zurück nach Trollhättan. Zurück zu den guten und den weniger guten und den ganz schlechten Dingen.

Beginnen wir mit den Zulieferen. Eine von den mehr oder weniger “Guten Nachrichten”. Die meisten Lieferanten, nicht alle,  sehen den Einstieg von Youngman bei Saab sehr positiv und wünschen sich jetzt eine kurzfristige Lösung der akuten Liquiditätsprobleme um Saab erneut beliefern zu können. Dafür sind allerdings keine Versprechungen, sondern Garantien oder einfach Bargeld nötig, woran es in Trollhättan scheinbar immer noch fehlt. Svenake Berglie, der Präsident der Zulieferer, zweifelt die Zahlungsfähigkeit zum aktuellen Zeitpunkt an, ist sich aber darüber im klaren dass Saab die Produktion schnellstens starten sollte.

Für einige Verwirrung sorgt die Ankündigung von Saab einen Teil des Sommerurlaubs zu streichen und damit zwei Wochen mehr Produktion zu fahren. Damit soll der Auftragsüberhang abgearbeitet werden. Eine Produktion im August erfordert das Zusammenspiel mit den Lieferanten. Beim Sitzelieferanten Lear ist bis zum heutigen Tag nichts von einer Produktion in der Sommerpause bekannt. Ulf Holmeby, Vertreter der Gewerkschaft bei Lear, plant nach wie vor mit vier Wochen Urlaub im August.

Die Saab Mitarbeiter – aktuell und im Sommer.

Die Saab Mitarbeiter bleiben – wie oft haben wir das schon geschrieben – den Rest der Woche in bezahlter Freizeit, bis auf einige die zur Produktionsvorbereitung nötig sind.  In den Sommerferien, die im August nur zwei Wochen betragen sollen, wird für 1.400 Mitarbeiter statt Sonne und Strand die Produktion rufen. Dafür sollen die Mitarbeiter eine “Kompensation” in Höhe von 20.000 Schwedischen Kronen erhalten. Auch ist zusätzliche Samstagsarbeit geplant um den Produktionsverzug aufzuholen. Glaubt man Hakan Schott, IF Metal Vorsitzender bei Saab, sind die Mitarbeiter frustriert wegen des verkürzten Jahresurlaubs.

Die ganz, ganz schlechten Nachrichten.

Diese Sorgen könnten allerdings zu einem reinen Luxusproblem werden, denn in Schweden macht das böse K-Wort die Runde. Und das sind ganz schlechte Nachrichten. Zu einem sind da 51 Gläubiger die rund 27 Millionen Kronen als Forderung beim Kronofogden angemeldet haben. Dieser wartet jetzt auf Bezahlung, sonst kommt innerhalb von 10 Tagen der Vollstreckungsbeamte in das Werk. Glauben Sie mir, ich hasse es über solche Themen zu schreiben. Denn noch weiteres Ungemach droht von den großen Lieferanten.

IAC Sverige Group CEO Marcus Nyman, Zulieferer von Armaturen und anderen Teilen, ist am Montag erneut im Werk gewesen um einen Zahlungsplan für die Saab Verbindlichkeiten zu diskutieren. Nyman hatte bereits am Freitag Gespräche, scheinbar werden seine Vorstellungen nicht erfüllt. Er sieht verbindliche Verträge gebrochen und meinte zu DI, wenn Saab nicht in der Lage sei Vereinbarungen einzuhalten, “sei die einzige Lösung das Unternehmen in Konkurs oder in Reorganistation zu schicken”. In Schweden munkelt man, dass dies noch diese Woche passieren könnte.

Reorganistation ist eine Art geordnetes Insolvenzverfahren unter Aufsicht des zuständigen Gerichts. Das Ganze macht den Blogger einigermaßen ratlos, hat Saab doch etliche Millionen eingesammelt. Warum man die Dinge dann auf die Spitze treibt ist die Frage die nur einige, wenige Antworten zulässt. Allerdings sollten Sie sich Ihre Antworten selber geben, denn unsere “Glaskugel” ist außer Betrieb.

Text: tom@saabblog.net

2 thoughts on “Saab News: Gute und ganz schlechte Nachrichten aus Schweden

  • Die Hardcore SAAB Fans werden der Marke wohl treu bleiben.
    Um neue Kunden oder wie es VM sagte “die alten zurückzugewinnen”, muss man sich erstmal das Vertrauen dieser Kunden (wieder) erarbeiten und da sieht es momentan doch eher düster aus. Produktionsstopp, Schwierigkeiten die Lieferanten zu bezahlen, unklare Strategie bei der Investorensuche verunsichern potentielle Interessenten/Käufer.
    Ein AUDI oder BMW Fahrer wird in den momentanen Situation wohl kaum auf einen SAAB wechseln.

  • So langsam fühlt man sich als Kunde verschaukelt,

    das wird unausweichlich Konsequenzen für die

    behaupteten 10.000 Bestellungen haben,

    nicht jeder hat meine Geduld diese nicht

    aufhörenden AUF und AB`s mitzumachen.

    Meine Glaskugel verheisst jedenfalls dunkle Wolken am Himmel.

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