Saab News: Antonov Interesse an Saab – oder doch nicht ?

Vladimir Antonov
Vladimir Antonov

Gestern vormittag schien es eine kurze Zeit so, dass Antonov das Interesse an Saab verloren hätte. Mit dem chinesischen Einstieg und der Tatsache dass aus Saab eine mehrheitlich chinesisch bestimmte Firma würde, wäre jedes Interesse verloren. So streute man es in der schwedischen Presse. Zu schnell ?

Einige Stunden später ist diese Meldung der Schnee des vergangenen Winters. Antonov meldet sich zurück und verkündet auf E24 er sei bereit bis zu einer Milliarde in Saab zu investieren. Schwedenkronen, natürlich, da klingen die Summen immer viel dramatischer und schöner als in schnöden Euros.

Der Sprecher von Vladimir Antonov, Lars Carlstöm, bezeichnet den Einstieg der Chinesen als “zweitbeste Lösung”. Was wäre in den Augen von Antonov die beste Lösung gewesen ?

Dazu Carlström “die beste Lösung wäre ein Einstieg schwedischer und europäischer Investoren gewesen, wenn das politische Klima für industrielle Investitionen offen gewesen wäre.  Aber die schwedische Regierung hat kein Interesse an Saab.  Es geht um mindestens 10.000 Arbeitsplätze und es ist merkwürdig das man nicht mehr Zeit und Energie als Staat investiert, was nichts kosten würde.”

Schweden befindert sich in einer Art “Mega Aufschwung”, der sich aber nicht auf Industrieproduktion sondern auf die blühende Finanzbranche zurückführen läßt. Die Hauspreise in Schweden steigen stetig und der Internationale Währungsfond warnte bereits vor einem Ende dieser Blase. Die Regierung in Stockholm, wirtschaftsliberal und etwas kurzsichtig, scheint wenig aus dem isländischen Absturz gelernt zu haben. Man vernachlässigt die industrielle Basis und feiert sich selbst.

Weiter zu Carlström. Der sieht ein, dass Vladimir Antonov niemals Merheitsaktionär hätte werden können, denkt aber dass Antonov auch mit 29,9 % zufrieden wäre. Auf die Frage ob er Probleme sieht das EIB Darlehen durch Pang Da oder Youngman ablösen zu lassen, meinte er “es ist kein Darlehen zu Sonderkonditionen. Es ist teuer und es behindert Saab. Es gab keine Synergien für Saab durch die Zusammenarbeit mit der Regierung oder der EIB. Es hat nicht gut funktionert und die Bewegungsfreiheit wurde stark eingeschränkt”.

Saab bezahlt 10 % Zinsen für die EIB Gelder, die an strikte Restriktionen gebunden sind. Das Darlehen ist überbesichert und die EIB schränkt in der Tat jede unternehmerische Entscheidung bei Saab ein.

Die schwedische Presse begrüßt den Einstieg der Chinesen und sieht ein langfristiges Interesse an Saab und am Standort Trollhättan. Gleichzeitig spekuliert man über den nicht sonderlich in Pressekreisen beliebten Victor Muller. Über kurz oder lang, so meint man werden die Chinesen ihm sagen was er zu tun hat – und was nicht.

Text: tom@saabblog.net