Saab 9-4X und Saab 9-5 NG SportCombi am Teepott in Warnemünde
Der Teepott in Warnemünde ist ein Stück avantgardistischer DDR‑Kultur. Etwas, was die Westgeborenen immer wieder erstaunt, und was sie dem sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat nicht zugetraut hätten. Nicht nur deshalb ist das 1968 in Hyparschalenarchitektur (allein nur dieses Wort ist ein Statement) errichtete Bauwerk ein Wahrzeichen der Region.
Am 25. Oktober 2011 trafen hier Baudenkmal und schwedische Innovation aufeinander. Ein seltenes Ereignis, denn einen Saab 9-4X plus einen Saab 9-5 NG SportCombi hatte man hier zuvor noch nie gesehen. Die Händlertour war auf dem Weg zum Saab Zentrum Rostock und zuvor legten wir einen kurzen Fototermin ein.
“Wo ist es in der Umgebung besonders schön?“, war die Frage”, und da ich mich in der Gegend etwas auskannte, schlug ich den Teepott vor.

Saab 9-4X und Saab 9-5 NG SportCombi am Teepott in Warnemünde
Im Hotel am Teepott hatte ich oft übernachtet, ein Freund wohnte als Ex-Kommandant eines KSS‑Schiffs lange in der benachbarten “Hohen Düne”, mir waren die Gegebenheiten vor Ort vertraut. Wie das Glück es wollte, war die Zufahrt zum Strandbereich offen und wir nutzten die Gelegenheit. Unter Zeitdruck entstanden wohl einzigartige Bilder von Autos, die das letzte Aufbäumen der Marke Saab verkörperten.
Rechnet man die “Daumen-hoch” Reaktionen der Touristen, welche uns beobachteten, zusammen, dann müsste es Saab wohl immer noch geben. Und bis in alle Ewigkeit, denn beide Autos kamen gut bei den Urlaubsgästen an. Natürlich war die Aktion spontan, ohne Erlaubnis vor Ort, aber auf eine spezielle Art wurde das, was wir taten, toleriert.
Vielleicht war es der berühmte Saab Faktor, der die am Strand tätigen kommunalen Arbeitskräfte wohlwollend zuschauen ließ, statt die Eindringlinge mit ihren schwedischen Autos zu vertreiben.
Der von Erich Kaufmann gebaute Teepott bildete die passende Kulisse. Das Wetter lieferte ein tolles Licht, Sand und Düne lieferten ein Übriges. Der Teepott hat die Folgejahre allerdings besser überstanden als die schwedische Automarke. Er wurde 2018 in die Liste “Historische Wahrzeichen für Ingenieurbauwerke in Deutschland” aufgenommen und eine Stiftung kümmert sich um seinen Erhalt.
Besucht man Warnemünde, ist ein Abstecher bei diesem spektakulären Bau, in dem auch ein Restaurant zu finden ist (Link), so etwas wie ein Pflichttermin.
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Stimmungsvolle Bilder! Danke fürs Zeigen!
Ehrlicherweise gehört der Ruhm dem Betonkonstrukteur und Statiker Ulrich Müther, er hat mit dem Tragwerk die Form vorgegeben. Mit seinen Schalentragwerken war er auch international unterwegs. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_M%C3%BCther )
In der Betontechnologie war der 2.deutsche Staat auch weltweit ganz vorn unterwegs. Dachkasettenplatten mit 3cm Betonspiegel, Hochhäuser mit 15cm dicken tragenden Betonwänden ohne Bewehrung, hyperbolisch Gleitschalung für Kühltürme um nur ein paar Beispiele zu nennen. Vieles geht heute auf Grund neuer Vorschriften nicht mehr so zu bauen. Ähnlich wie unsere schönen SAABen, die auch nicht mehr so gebaut werden dürfen.
Danke für die Bilder!