Pressefotos: Saab 9-5 SportCombi (1999)
Der Saab Modelljahrgang 1999 war aus Sicht der Pressefotografie ein besonderer. Zum letzten Mal sind Aktivitäten des Saab “Picture & Art” Service feststellbar. Vermutlich wurde die Abteilung, die in einer großen Industriehalle in Vänersborg zu finden war, mit der Komplettübernahme von Saab Automobile durch GM aus Kostengründen aufgelöst.
Damit änderte sich auch die Darstellung der Pressefotografie, sie wurde sichtbar konventioneller. Doch zuvor lief man in Schweden letztmalig zur Höchstform auf. Vielleicht, weil man keine Rücksicht nehmen musste, und die bevorstehende Abwicklung ahnte, wurden die Fotos teilweise hochkünstlerisch.
Plötzlich setzte man Kurbelwellen in Szene, färbte den Ur-Saab ein und wer die Werke von Andy Warhol dieser Epoche kennt, hat ungefähr eine Ahnung, was alles möglich war.

Pressefotos: Saab 9-5 SportCombi (1999)
Eine Mappe mit Drucken der Pressefotos, nicht mit den Fotos selbst, befindet sich in unserem Archiv. Die Qualität der Scans ist aus diesem Grund nicht ganz so hochwertig, wie wir uns das wünschen würden. Aber die Fotos sind Zeitdokumente und sie sind es wert, dass man sie zeigt. Sicher wird das, was 1999 produziert wurde, nicht den Geschmack der Mehrheit treffen.
Dazu ist das Bildwerk zu speziell, aber genau das macht den Reiz aus. Und wir sind hier bei Saab, der angeblichen Marke der Individualisten, die auch grelle Farben und wagemutige Objekte vertragen kann. Wir beginnen recht harmlos und wagen uns nur sehr verhalten an den großen Farbtopf, den sie damals in der Nachbarstadt von Trollhättan zusammenstellten.
Es beginnt also überwiegend seriös. Mit dem Saab 9-5 (Sport)Combi, entworfen von dem Designteam unter Simon Padian, der damals recht frisch auf dem Markt war. Er brachte der Schwedenmarke neue Kunden und steckte voll mit Innovationen.
Eine schlaue Idee waren der ausziehbare Ladeboden oder die einfache Austauschbarkeit der Schutzabdeckung der hinteren Stoßfänger. Beide Merkmale wurden allerdings nicht ausreichend kommuniziert und verschwanden schnell wieder aus dem Lieferprogramm. Gar nicht erst in die Serie ging die dritte Sitzreihe, die fest eingeplant war.
Einen Hinweis darauf liefert der Türöffner in der Heckklappe früher Modelle, der eine Öffnung der Heckklappe von der dritten Sitzreihe aus möglich gemacht hätte. Abgesehen davon wurde der SportCombi ein Erfolg, der in einer langen Bauzeit reifte, und der heute noch ein universell einsetzbares Alltagsauto ist.
– Fortsetzung folgt –