Neu – der Citroën 11 Berline Gazogene von Autocult
Es gibt sie natürlich immer noch, die kleineren Hersteller von Modellautos und Miniaturen, die jenseits des Mainstreams unterwegs sind. Für die Sammler, die schon so gut wie alles besitzen, empfiehlt es sich einen Blick auf diese Anbieter zu werfen. Ganz neu im Programm von Autocult ist der Citroën 11 Berline Gazogene.
Der 11 CV ist natürlich im Modellauto Angebot reichlich vertreten, er ist eine Legende, wie auch die Namen hinter dem Auto für Markenfans heilig sind. Entwickelt wurde er von André Lefèbvre und Flaminio Bertoni, welche die Visionen von André Citroën umsetzten. Mehr geht in der Doppelwinkel Welt wirklich nicht, denn Bertoni und Lefèbvre sind auch mit der DS auf immer verbunden.

Neu – der Citroën 11 Berline Gazogene von Autocult
Autocult greift das Thema des 11 CV auf und bespielt eine dunkle Zeit in Europa, als deutsche Soldatenstiefel über Pariser Kopfsteinpflaster marschierten und Benzin rar und teuer war. Pragmatisch stellte man die Motoren auf Holzvergaser um, und tat das nicht nur in Frankreich. Denn auch in Deutschland wurden Rohstoffe rationiert und wer kein Benzin zugeteilt bekam, der musste sehen, wo er blieb.

Die Idee hatte allerdings ein paar Schwachstellen. Um einen Liter Benzin zu ersetzen, benötigte man 3 Kilogramm Holz, dem meist dafür verwendeten Brennstoff. Das machte, aus Gewichtsgründen, die Mitführung eines großen Vorrats zum Problem. Holz wurde auf dem Dach und am Heck verzurrt, dennoch war die Reichweite von Autos, die mit Holzgas fuhren, auf 80 bis 170 Kilometer limitiert.

Abhängig war der Aktionsradius natürlich auch von der Art von Holz, welches klein geschnitten, verfeuert wurde. Trockenes Hartholz hat einen höheren Brennwert als Weichholz, man merkt, einfach war es nicht. Denn auch die Startvorbereitungen benötigten Zeit. Wie bei einer Dampfmaschine verging auch beim Holzvergaser eine gute halbe Stunde, bis sich das Konstrukt in Bewegung setzte.
Hauptsache das Fahrzeug fährt
Ungeachtet aller Nachteile, eine Alternative gab es nicht, waren ab 1940 spezialisierte Firmen auf dem Markt, die Verbrenner auf Holzgasbetrieb umbauten.
In Frankreich war es das Unternehmen Fap Elgazo Tapes, welches nach eigenen Angaben um die 500 Fahrzeuge umbaute. Im Unterschied zu anderen Lösungen wurde hier Kohle als Brennstoff favorisiert, um Methangas zu erzeugen. Generell wäre auch ein Betrieb mit allem anderen, was brennt, kein Problem.

Zwei mächtige Metallkästen, rechts und links in die Karosserie integriert nahmen die Kohle auf, welche angezündet wurde und nach einer halben Stunde genügend Gas erzeugten, um den 11 CV in Bewegung zu setzen. Das geschah allerdings recht gemächlich. Denn die Motorleistung des Citroën 11 Berline Gazogene soll nach der Umrüstung nur ein Drittel der ursprünglichen Leistung betragen haben.
Das dürfte damals aber nebensächlich gewesen sein, Hauptsache war – das Fahrzeug fährt. Dem Erfindungsreichtum dieser schwierigen Zeit setzt der deutsche Anbieter Autocult ein Denkmal im Maßstab 1:43. Die Produktion des Citroën 11 Berline Gazogene ist limitiert, er ist für 113,95 € im Onlineshop des Herstellers (Link) oder im Fachhandel erhältlich.
Der sieht ja trotz Holzvergaser gut aus. Ich kannte bisher nur die Bilder von PKW mit Badeofen am Heck und Gasleitung über der Karosse von nach dem Krieg die da aus Spritmangel zurechtgebastelt wurden. Serienmäßig war es mir nur von den VOMAG-Lkw bekannt!
Wieder was gelernt! 😉