Saab erleben auf der Essen Motor Show 2023

Die Essen Motor Show kann noch bis einschließlich Sonntag besucht werden. Aus Saab Sicht ist sie in diesem Jahr besonders zu empfehlen. Denn es gibt eine besonders starke Dosis der Kultmarke aus Schweden zu entdecken. In Halle 2 auf Standplatz 2D27 zeigt der 1. deutsche Saab Club sechs Fahrzeuge, die zu einer Zeitreise einladen.

Der Saab 99 GL, der in Essen vorgestellt wird, steht für den Aufstieg von Saab aus dem Kleinwagen-Segment in die Mittelklasse. Es musste damals nicht zwingend ein Turbo sein, der gekauft wurde. Die Mehrzahl der Kunden entschied sich dagegen und war mit dem soliden Schwedenstahl, der viel Sicherheit und ein langes Autoleben versprach, auch ohne Turbo mehr als zufrieden.

Saab erleben auf der Essen Motor Show 2023
Saab erleben auf der Essen Motor Show 2023

Die Saab Turbojahre erleben

Der Saab 900 Turbo von Nico Gasparatos symbolisiert hingegen die wilden Turbo Jahre. Auf der Rennstrecke zeigt die zweitürige Limousine heute immer noch, was mit einem hochgezüchteten Turbomotor alles möglich ist. Ihr Interieur ist kompromisslos auf Motorsport getrimmt und macht klar, dass Saab auch wild und sportlich sein können.

Das zivil-seriöse Gegenstück liefert die goldene viertürige Limousine auf dem Messestand, die ebenfalls einen Turbo unter der Haube trägt.

Motorsport - der 900 Turbo von Nico Gasparatos
Motorsport – der 900 Turbo von Nico Gasparatos

Dramatisch – der Saab 9-4x

Den dramatischen Teil der jüngsten Saab Geschichte, ohne Drama ging es bei den Schweden nie, symbolisiert hingegen der Saab 9-4x. Auf dem SUV ruhten einst große Hoffnungen. Es sollte der Marke markante Marktanteile in den USA und speziell in China sichern. Deswegen verzichteten die Produktplaner auf einen Dieselmotor, der auf beiden Märkten keine Rolle spielt, und beließen es bei großvolumigen Benzin-Saug- und Turbomotoren.

Saab 9-4x - hätte er den deutschen Geschmack getroffen?
Saab 9-4x – hätte er den deutschen Geschmack getroffen?

Wäre die Rechnung aufgegangen? Vermutlich ja, denn obwohl in Mexiko gebaut, ist das Design überzeugend Saab und zumindest die europäisch angepassten Versionen, von denen es nur wenige gibt, fahren sich so, wie man es von einem Auto aus Trollhättan erwartet.

Das Saab Drama wollte es aber, dass es nie zur erhofften Markteinführung kam.

Saab 99 - der Aufstieg in die Mittelklasse
Saab 99 – der Aufstieg in die Mittelklasse

Ob der Saab 9-4x auch den deutschen Geschmack getroffen hätte, können Besucher in Essen (Link) noch bis zum Sonntag entscheiden. So lange ist auch noch Gelegenheit für Schrauber-Bespräche, denn die Mitglieder des 1. deutschen Saab Clubs richten auf dem Stand ein pflegebedürftiges Saab Cabriolet wieder her.

3 Comments
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Gi.Pi.
2 Jahre zuvor

Komplimente am Aufstellen des Saab-Standes, was seine entsprechende Zeit- und Organisationaufwand bedarf.

Nach beinahe 50 Jahre als privat sowie beruflich leidenschaftlicher „Saab-ist“, sehe ich den Sinn der Essen-Motor-Show eher im Oldtimer-Bereich, logischerweise mit damalig zeitgenössischem mechanischem Motor-Tuning, sei es original sowie mit den wenigen damalig aktiven Händlern.

Insofern fehlen mir anstelle der jüngeren neuen Generationen (sprich 9.3 + 9.4 nach meiner Vision absolut fehl am Platz) die Modelle 92, 93, 95 und 97 oder was aktuell eher „Saab-Sinn“ macht, das Geburtstagskind, den 40-jährigen 9000er als CC (sofern möglich die „tallageda-rote“ Sport-Version 1990) und CD (als exklusive DeLuxe-Variante oder als sportliche Carlsson-Version). Aber dieses Thema kann noch nächstes Jahr nachgeholt werden!

Bis zu diesen Modellen war noch reichlich an originale Saab-Forschung und -Innovationen vorhanden, was beim CS leider langsam abnahm, da GM dank ihrer Sparmassnahme-Vision die viele gute Saab-Ideen vermehrt grundlos abwinkte. Was leider nicht mehr Saab-kundenangepasst oder -gefragt war, sondern entsprach nichts anderes als reine spargerechte GM-Philosophie; die einzige Sprache die GM-tauglich war.

D.h. die CS-Karosserie war eine zu stark von aussen limitiert beeinflusste GM-Anpassungsgedanke, um dessen kommerzielle Rechnung grosskonzernentsprechend und segmentengerecht entgegen zu kommen. Die Änderungen und Anpassungen hatte mit der original Saab-Gene schrittweise nicht mehr viel zu tun, da leider vieles aus dem hauseigenen GM-Regalen genommen werden „musste“, was Saab damals stillschweigend akzeptierte und z.T. schon in die Enge trieb. Das einzige was die damalige Saab-Gedanken zu jenem Zeitpunkt noch ein bisschen retten und mitnehmen konnte, waren leider nur noch wenige innovative Vorstellungen des „ECOSPORT“-Prototypes, um das sportliche „AERO“-Modell einzuführen und entsprechend dessen sportlichen Palette zu komplettieren. Das „9k-EcoSport“ Projekt war einer der letzten Saab-Eigene-Forschung mit noch „wenig“ GM-Beeinflussung (ausser die äusserlich sichtbare bewusst zusammengedrückte damals zeitgenössische „Calibra“-Front, war z.T. noch eine Zusammmenarbeit mit Hella).

Sofern finanziell möglich, wäre es interessant, als Kundenattraktion in Essen, ein jeweils alter Prototyp aus dem Saab-Museum auszustellen, jedes Jahr ein anderes Fahrzeug und wenn möglich irgendwie „Jubiläums“ bedingt. Oder stellt die Motor-Show gewisse limitierte Voraussetzungen?

Volvaab Driver
Volvaab Driver
2 Jahre zuvor

Danke Tom!
Einfach klasse, was da für Essen auf die Beine gestellt wurde. Ohne den Blog wüsste ich nix über solche Aktivitäten rund um Saab …

Mir kommt das gerade etwas komisch vor. Ich stutze, was ich da schreibe. Ich weiß auch längst nicht mehr, wie ich überhaupt je dazu kam, hier zu lesen?

Ich weiß, dass es keine persönliche Empfehlung, kein analoger Prozess war. Ich bin wohl durch einen glücklichen und digitalen Zufall im weltweiten Gewebe hier gelandet?

Ich weiß mit Sicherheit nur, dass ich ohne diesen Blog heute nicht mehr Saab fahren würde. Und ich weiß mit Sicherheit, dass ich gerne (täglich) Saab fahre (und lese). Es ist verrückt, Es ist einfach so. Ich kann es zwar nicht erklären, aber ich kann es akzeptieren und fühle mich damit sogar sehr wohl …

Fahren und Lesen machen Spaß.

Benjamin
Benjamin
2 Jahre zuvor

Ich war da. Es lohnt sich!