Rétromobile Paris 2023 – DS 21 Pallas Injection Électronique

Als Citroën 1955 der Welt die DS präsentiert, rollt ein Auto wie von einer anderen Galaxie auf den Pariser Straßen. Die DS ist innovativ, extravagant und sie zieht die Massen in ihren Bann. Doch sie hat einen kleineren Makel. Denn unter der interessant geformten Haube arbeitet ein betagter Motor. Der wurde von Maurice Sainturat eigentlich für die Traction Avant (TA) Modelle entwickelt.

Vorkriegsware ist er also, auch wenn die Maschine für den Einsatz in der DS kräftig überarbeitet wird. Trotzdem ist er nur eine Notlösung, denn eigentlich schwebt den Vätern der DS ein flach bauender Sechszylinder vor. Der muss warten, denn die revolutionäre Neukonstruktion der DS kostet enorme Ressourcen und dem Unternehmen läuft die Zeit davon.

DS 21 Pallas Injection Électronique (1969)
DS 21 Pallas Injection Électronique (1969)

Doch mit dem alten Motor im futuristischen Auto können alle gut leben. Citroën steigert die Leistung auf 75 PS, das ist gut für Tempi über 140 km/h, und mehr geben die Landstraßen dieser Zeit auch nicht her. Die DS punktet mit ihrer Straßenlage, den Bremsen, der Lenkung, das Hydropneumatik Konzept geht auf.

Mit den Jahren nähert sich die Motorleistung der Dreistelligkeit an, die DS wird immer stärker und schneller. Die revolutionäre Maschine unter der Aluminium Haube bleibt jedoch weiter aus. Vermisst sie jemand? Wahrscheinlich schon, denn Citroën arbeitet mit Nachdruck an einem Motor mit elektronischer Einspritzung.

Die DS 21 war das erste französische Auto mit elektronischer Einspritzung
Die DS 21 war das erste französische Auto mit elektronischer Einspritzung

DS 21 Pallas Injection Électronique

Im Herbst 1969 ist es dann endlich so weit. Die DS hat eigentlich schon ihren Zenit überschritten, jetzt bekommt sie eine Frischzellen Kur. Die schlägt wie eine Bombe bei Fachpresse und Kunden ein. Mit der DS 21 Pallas Injection Électronique rollt das erste französische Auto mit einer elektronischen Einspritzung in die Ausstellungsräume. Das Zweite in dieser Klasse weltweit, die ewigen Rivalen aus Untertürkheim, die mit dem Stern auf der Haube, waren mit dem 250 CE ein Jahr schneller.

Das missfällt Citroën sicher, zeigt aber, wie weit oben die Marke einst platziert war. Und was seitdem aus ihr wurde.

DS 21 aufgereiht auf einem Parkplatz, historisches Foto
DS 21 aufgereiht auf einem Parkplatz, historisches Foto

Die Fachpresse jubelt, die Kunden sind begeistert, die DS erlebt eine weitere Jugend. Am Quai de Javel, dem Hauptquartier, ist man zurückhaltend. Ein kleines “i.e” am Heck für Injection Électronique ist ausreichend, um auf die Innovation hinzuweisen. 139 PS (SAE) beschleunigen die DS 21 auf 187 km/h. Die DS hat nun endlich den Motor, den sie verdient hat.

DS Automobiles bringt eine DS 21 Pallas Injection Électronique (1969) mit zur Rétromobile 2023 nach Versailles. Zusammen mit einem interessanten SM Prototyp stehen beide Modelle für Meilensteine der Automobilgeschichte.

Vom 1. bis 5. Februar sind die Klassiker während der Rétromobile zu besichtigen.

Mit Bildmaterial von DS Automobiles

One thought on “Rétromobile Paris 2023 – DS 21 Pallas Injection Électronique

  • Ich vermute einen Deal zwischen Mercedes und Bosch?
    Bei Volvo kam die D-Jettronic noch später. Dabei ist es kein Hexenwerk, sie anstatt von Vergasern zu verbauen. Die Modifikationen der Motoren und der Auspuffanlage waren marginal.

    Volvo hätte dem /8 wahrscheinlich aber noch mehr Konkurrenz gemacht, als eine DS. Die 140er und der 164 sind dem /8 in Technik und Design viel ähnlicher, waren aber deutlich günstiger als dieser.

    Und es waren die ersten Volvos, die günstig in Deutschland verfügbar wurden. Soweit ich weiß, hat Deutschland sich und sein Wirtschaftswunder zuvor mit hohen Zöllen gegen schwedische Autos geschützt. Deshalb gibt es bei uns auch kaum je einen Saab oder Volvo der 1950er oder 1960er, der tatsächlich eine dt. EZ hat. Die sind fast alle später aus Schweden importiert.

    Mit den westlichen Siegermächten hatte man andere Zollabkommen. Logisch. Deshalb sind in dieser Zeit auch mehr Jaguar, Enten, R4 und Amis zu uns gekommen, als Buckelvolvos oder Saab 93.

    Mit den USA hatte Schweden ein gänzlich anderes Zollabkommen und man hat sich gegenseitig schon kurz nach WW II als Exportmarkt begriffen. Das erklärt auch, warum man im Land der fetten V8 erstaunlich viele “untermotorisierte” Schweden und in Schweden, dem Land von Saab & Volvo, noch heute erstaunlich viele fette US-Cars der 1950er, 60er und 70er findet.

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