Der Anruf (1) – ein (Saab) Gespräch stellt meine Welt auf den Kopf

Es ist noch gar nicht so lange her, da war meine persönliche Saab Welt zwar voller Klischees, jedoch völlig in Ordnung. Schrägheck, Automatik und Leder waren ein Muss. Und Produkte aus der GM-Zeit wurden nicht zur Kenntnis genommen. Punkt. Das spiegelte sich auch in meiner kleinen Sammlung wider. Saab 900 OG Coupe, 900 NG Cabrio und zwei 9k. Diese sollte auf Ewigkeiten so bleiben. Keine Veränderung. Kein Verkaufs- und Trennungsschmerz. Ich glaubte mich glücklich. Das Wort „Stufenheck“ existierte in meinem Wortschatz nicht. Kleine Ausnahmen waren selbstverständlich erlaubt, und liegen in der Natur der Dinge. Mein Coupe ist handgeschaltet, und einem Jaguar, Lancia und Co. schaute ich wohlwollend hinterher.

Saab 9-5 Gentleman Projekt von Tom
Saab 9-5 Gentleman Projekt von Tom

Es begann mit dem Gentleman Projekt

Dass ein einziges Gespräch – unter damals Fremden – mit all seinen Konsequenzen diese Welt vollständig auf den Kopf stellen würde, hätte ich mir niemals vorstellen können. Tom rief mich an und fragte nach dem „Gentleman“. Der Rest ist nachlesbare Geschichte.

Nun nähert sich dieser Anruf seinem zweiten Jubiläum, und nichts in meiner Saab Welt ist so, wie es einmal war. „Lizis Garage“ wurde gegründet. Neue Saab-Freundschaften sind entstanden, einige spanische Schätze haben neue Besitzer gefunden. Mein Wissen über Saab, und die Leidenschaft für diese einzigartige Marke, wurden in andere Dimensionen katapultiert.

Gentleman in Barcelona bei Tallers Berma
Gentleman in Barcelona bei Tallers Berma

Selbststudium ist in vielen Lebenslagen von Vorteil. Es waren aber vor allem die stundenlangen Gespräche mit Tom, und den Spezialisten aus Frankfurt, Barcelona und – immer häufiger – Pieterlen. Geballtes Wissen trifft auf Leidenschaft und Humor. Ein perfektes Rezept für unterhaltsame und lehrreiche Momente im Leben. Auch Unterhaltungen mit einigen Verkäufern und Kunden gehörten zur Kategorie „großartig“.

Saab Limousinen – neu entdeckt

Meine Recherche in Spanien „gab mir den Rest“. Es waren primär jüngere Saab Fabrikate jeglicher Couleur, die ich fahren durfte. Größtenteils Limousinen – eine im Süden Europas äußerst beliebte Autogattung.

Zumindest bevor die SUV – Pandemie ausbrach.

Der kleine, bei der Gentleman-Probefahrt gezündete Funke, hatte sich zum leidenschaftlichen Großbrand entwickelt. Im Brennpunkt: Limousinen aus dem Hause Saab. Elegant, zeitlos und frei von Sicken schmeicheln sie dem Auge. Immer öfter fallen mir bei deren Betrachtung die Worte „Skulptur“ oder „Designikone“ ein.

Der Saab 9-5 "Gentleman" auf dem Weg nach Deutschland
Der Saab 9-5 „Gentleman“ auf dem Weg nach Deutschland

Tom hat anhand vieler Beispiele gezeigt, dass Saabs Designsprache bis heute sehr gerne zitiert wird. Von technischen Zitaten ganz zu schweigen. Mit Saab-typischen, teilweise schrullig aus der Zeit gefallenen, teilweise visionären Details, bleiben sie der Firmentradition treu. Über den Genuss der Turbomotoren wurde bereits ausreichend geschrieben. In ihrer Gesamtheit bereiten diese Fahrzeuge heute noch pures Vergnügen.

Limousinen Leidenschaft?

Besonders hat es mir die Begegnung mit einer 9-3 Limousine aus dem Jahr 2003 angetan. Mit einem sehr gepflegten hellem Innenraum, Schiebedach, Automatik und dem famosen 150 PS Motor, der gerade 83.000 Tausend Kilometer hinter sich hatte. Jede Fahrt ein Genuss. Und die unglaublichste aller Farben tat das Übrige. Espressoblack-Metallic! Bei Dämmerlicht oder bewölkten Himmel war der Wagen einfach schwarz. Beim Sonnenschein schimmerte er von Braun, über Lila, Grün und Blau. Ein faszinierendes Farbspektakel, den ich zunächst als fehlerhafte Lackierung einstufte.

Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Das Gentleman Projekt in Deutschland
Das Gentleman Projekt in Deutschland

Obwohl gerne bei Tageslicht unterwegs bemerkte ich, unbewusst alle Fahrten mit diesem Saab in die dunkle Zeit der Tage zu verlegen. Mehr Flugzeugcockpit in einem Saab geht nämlich nicht, wenn die Armaturen des 9-3 NG grün aufleuchten! Die eigentlich so nützliche „Black Panel“ – Taste kam nie zum Einsatz. Es fiel mir schwer – merklich „beflügelt“ – das streng überwachte Tempolimit der spanischen Autobahnen einzuhalten. Ausführungen über das Finish dieser Baureihe lasse ich an dieser Stelle aus.

Man mag es, oder halt nicht.

Auch Tom schrieb über die Faszination der unzähligen Knöpfe. Genau wie über den Bedarf an möglichst analogen, kräftig motorisierten Limousinen. Über die Vorliebe der Europäer für die starken 4-Zylinder Motoren wurde auf dem Blog aus Anlass der 9-3 Marktlage-Checks in den USA berichtet.

Unabhängig davon lobten ALLE befreundeten Saab Spezialisten unisono die Haltbarkeit der Mechanik des vierzylindrigen 9-3 NG Aero Automatik.

Nun fügten sich die Puzzleteile zu einem Bild zusammen. Ich begann den Markt nach Saab Limousinen zu durchforsten.

Fortsetzung folgt

3 thoughts on “Der Anruf (1) – ein (Saab) Gespräch stellt meine Welt auf den Kopf

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    Espresso Black metallic, wirklich eine unglaublich schöne Farbe! Wie auch dieses Java metallic beim 9-5 NG.

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    Das schlimme ist das jede Baureihe Ihren Reiz hat und das fängt ja schon mal mit dem SAAB-Emblem an. Ich fahre jeden meiner SAABe gern!

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      Besser hätte man es nicht ausdrücken können….

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