Chinesische Administration überprüft Evergrande Vermögenswerte

Solange Evergrande im Besitz der schwedischen Saab Relikte ist, so lange bleibt das Unternehmen auf unserem Radarschirm. Die Meldungen sind dramatisch, doch offensichtlich hält die Administration immer noch am Prinzip der harten Landung fest. Eine Insolvenz soll vermieden werden, sie hätte fatale Signalwirkung für den chinesischen Immobilienmarkt und die Evergrande Mitbewerber. Die fast alle ebenfalls mit massiven finanziellen Problemen zu kämpfen haben.

China Evergrande

13 Milliarden US $ ausstehender Zahlungen

Evergrande verpasst Zahlungstermin um Zahlungstermin für In- und Auslandsanleihen. Doch noch dramatischer ist die Lage für Lieferanten und Partner, die ebenfalls auf Anweisungen warten. Mit einigem Pragmatismus hat die Administration die Klagen auf Zahlungen einem einzigen Gericht zugeordnet. Dort haben sich im Zeitraum zwischen dem 24. August und 9. Dezember 367 Klagen angesammelt. Es sollen Verfahren in einer Höhe von 13,2 Milliarden US $ anhängig sein, wie die Financial Times berichtet.

Da zeitgleich die Immobilienverkäufe der Evergrande Gruppe eingebrochen sind, beginnt jetzt ein Wettlauf um die Barmittel, die auf den Konten liegen. Das Gericht verteilt nach eigener Wertung, der größte Gläubiger sind die staatlichen Banken, die Evergrande einst mit Krediten überschütteten und so der Spekulationsblase auf den Weg halfen.

So wie der Staat einst gab, so nimmt er es jetzt auch wieder. Die Administration hat begonnen, Grundstücke per Gericht wieder einzusammeln, die Evergrande erworben hat, aber nicht in der vorgeschriebenen Frist bebaute.

Überprüfung der Vermögenswerte

Im Prinzip wird die Evergrande Gruppe mit jeder Woche ein Stück mehr verstaatlicht. Peking hat eine weitere Kommission in das Hauptquartier des Unternehmens entsandt, welche die Vermögenswerte überprüfen soll. Auslöser ist die als chaotisch beschriebene Unternehmensführung und die Unzufriedenheit Pekings mit dem Krisenmanagement. Das Audit erstreckt sich auch über die privaten Vermögenswerte des Gründers Hui Ka Yan.

Der Gründer soll seit 2009 rund 8 Milliarden US $ an Dividenden des hoch verschuldeten Konzerns erhalten haben. Die Kommission soll versteckte Vermögenswerte aufdecken helfen und letztendlich darüber entscheiden, ob zur Sanierung der Gruppe staatliche Gelder benötigt werden.

Evergrande hat bereits einen staatlichen Risikomanagement Ausschuss an Bord, und kann als staatlich geführt gelten. Auch, wenn niemand das offiziell sagen oder schreiben wird.

Währenddessen geht die Brautschau in Trollhättan in die nächste Phase. NEVS präsentiert sich von der besten Seite und lässt geheime Einblicke in das Entwicklungszentrum zu. Die Zeit könnte drängen. Irgendwann demnächst werden sich Gläubiger in der Lage sehen, auf das Auslandsvermögen der Evergrande Gruppe zuzugreifen. Spätestens dann wäre auch in der Stallbacka Feuer unter dem Dach.

7 thoughts on “Chinesische Administration überprüft Evergrande Vermögenswerte

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    Weilt CEO Hui Ka Yan noch in China?
    So wie im Artikel beschrieben, wandelt sich die „private Firma“ in ein staatliches Unternehmen. Ist doch eine elegante Lösung…, halt auf chin. Art. Das Staatsgelder/Kredite verloren sind, stört den arbeitenden Chinesen evtl. (?) wenig bis gar nicht.
    Das Geld ist ja nicht weg, ist nur woanders ;-). Ein spannender Wirtschaftskrimi!

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      Gut gesagt.
      Tom schrieb in einem anderen Evergrande-Artikel (oder einem eigenen Kommentar?) ja schon einmal sinngemäß, dass in China allgemein eine sozialistisch wirtschaftspolitische Rückbesinnung zu beobachten sei …
      Evergrande ist hier vielleicht in ein offenes Messer gerannt? Die Verstaatlichung angeschlagener oder insolventer Unternehmen und Konzerne ermöglicht der KPCh die Rolle eines Retters. Das ist ungleich eleganter, als eine unverholene Verstaatlichung. Das ist schon auch gut gemacht. Das muss man der KPCh lassen …
      Es birgt in der Automobilindustrie aber auch Risiken. Wenn etwa der Zeitplan für die Hengchis im Zuge des Manövers komplett unter die Räder gerät, steht der VEB Evergrande ganz und gar nicht gut da. Echt spannend …

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      Er ist im Land. Hui Ka Yan gilt als „braver“ Parteisoldat und bleibt im Gegensatz zu Milliardär Jack Ma (Alibaba Gründer und aktuell in Europa) der offiziellen Linie treu. Zumindest hat es den Anschein.

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        Danke für die Info.
        Mal schauen, wie lange Mr. Yan (?) im Reich bleibt…

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    Let us put an end to this cabaret.
    Death and bankruptcy of Nevs is the only way to….
    Nobody knows that.

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      Das wir das Ende von NEVS herbeiführen könne ist genauso anmaßend wie die Auferstehung von SAAB zu fordern. Nein, wir werden weder das eine noch das andere schaffen, wir sind nur Konsumenten die das Angebotene nutzen oder ablehnen können. Da es von NEVS nichts zu kaufen gibt sind also selbst die bescheidenen Einflussmöglichkeiten als Konsument nicht vorhanden.
      Das was Tom hier macht ist eine Berichterstattung über die Reste von SAAB, und die ist gut und informativ!

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    Ja, das ist schon spannend, und dank der Verbinndung nach Schweden sowie Toms Berichterstattung gab es einen tiefen Einblick in die chinesische Wirtschaft.
    Oft wird ja geschrieben das die E-Autos keine Zukunft haben und der Turbo eh das Beste ist…, ich finde das die E-Autos schon eine tolle Entwicklung genommen haben. Was mich auch stört ist der Dogmatismus in der Debatte. Also nur noch E-Auto, kein Atom-Kraftwerke , keine Braunkohle,… usw. . Als Ingenieur plane ich das richtige Material für die entsprechende Aufgabe. Beim Auto sehe ich E-Autos für Pendler, für Lieferanten in Innenstädten, und noch Verbrenner(ggf. mit E-fuels) und Hybrid für Langsterecke, im winterlichen Sibirien,… bis eventuell die Technik noch ausgereifter ist oder andere Speichermedien vorhanden sind.
    Und die Dynamik für alternative Fahrzeuge ist nun mal in China größer wie hierzulande. Insofern hat die Berichterstattung hier meinen Horizont mehr erweitert als in allen anderen Medien.

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