Kahlschlag in Trollhättan – 300 Arbeitsplätze könnten wegfallen
Kahlschlag in Trollhättan. NEVS hat am gestrigen Nachmittag den Abbau von bis zu 300 Arbeitsplätzen angekündigt. Ein nicht kleiner Teil der bisher rund 650 Mitarbeiter soll die Stallbacka verlassen. NEVS begründet den harten Einschnitt mit einem Plan zur Transformation des Unternehmens. Die wahren Gründe könnten aber ganz woanders ihre Ursache haben.

Kahlschlag in Trollhättan
300 von rund 650 Arbeitsplätzen sollen zukünftig wegfallen. Die Parkplätze vor dem früheren Saab Werk werden in Zukunft etwas leerer werden. Die Gewerkschaften gaben sich gestern über den Umfang der Entlassungen überrascht. Sie hatten mit einer geringeren Anzahl an Kündigungen gerechnet. Der Abbau betrifft 200 Mitarbeiter in den Büros und in der Entwicklung, 100 in den Werkstätten und den Laboren. NEVS begründet den Abbau mit der Transformation des Unternehmens hin zu autonomen Fahrzeugen, weg vom klassischen Automobilbau.
Das Unternehmen sieht in dem Umbau einen “schwierigen Tag für die Mitarbeiter”, aber auch eine Investition in die Zukunft der Mobilität. Außerdem werden sofortige Maßnahmen zur Kostensenkung als Grund genannt. Genau hier könnte die wahre Ursache des personellen Kahlschlags liegen.
NEVS ist fast vollständig von Überweisungen aus China abhängig. Die Lage von Evergrande Auto ist unklar, die zukünftige Entwicklung ist nicht geklärt. Der Einstieg von neuen Investoren wird angestrebt. Ob und wann er stattfinden wird, steht in den Sternen. Das Management in Trollhättan reagiert auf die Entwicklung mit strickten Maßnahmen und stellt sich auf die angespannte Situation ein.
Keine Automobilproduktion (aktuell) geplant
Interessant ist eine Anmerkung vom gestrigen Tag, gegenüber SverigesRadio. Demnach gebe es für Trollhättan keine Pläne zum “sofortigen Beginn” der Auto Produktion. Keine Überraschung, denn die Pläne von Evergrande Auto beschränken sich alleine auf China. Zumindest für den Moment und für einen mittelfristigen Zeitraum.
Dennoch, es gibt eine Perspektive und die Rolle von NEVS als Auftragsfertiger scheint auch weiterhin präsent zu sein. Denn das Unternehmen sei mit diversen Unternehmen im Gespräch zur Auftragsfertigung. Namen der möglichen Partner wurden natürlich nicht genannt. Ob die aktuelle Entwicklung hilfreich für die Gespräche ist, steht auf einem andern Blatt.
Korrektur: In der ersten Textfassung wurden irrtümlich 800 Mitarbeiter bei NEVS genannt. Es sind aber nur knapp über 650 Menschen bei NEVS beschäftigt.
Alles was wir in die juengste Vergangenheit ueber Evergrande erfahren haben zeigt deutlich das es hier um eine Kostenzenkung dreht und ueberhaupt nichts zu tun hat mit eine Investition in die Zukunft. Die Zukunft fuer Evergrande ist sehr Dunkel. Es ist fragwuerdig ob es fuer denen noch ein Zukunft in Mobilitaet gibt.
Hoffe das es fuer die Mitarbeiter von NEVS eine bessere und mehr sichere Arbeitsgeber geben koennte.
Keine erfreulichen Aussichten für die Beschäftigten, die Stadt, die Region.
Es bleibt, wie immer, die Resthoffnung auf innovative Tätigkeitsfelder in Trollhättan.
Das was mit Evergrande z. Zt. abgeht, ist ja der reinste Horror…
Bin gespannt, wie es in spe damit weitergeht, ob die geplante Ausrichtung tatsächlich Realität wird oder ein automobiles pekuniäres Massengrab entsteht…
Danke für die stets schnelle Info!
Reines Elend, das am China Tropf hängt. Mehr fällt mir dazu nicht ein. BMW wollte das Werk einst übernehmen, was man in Schweden nicht wollte. Hätte man besser gemacht, dann wäre uns allen das Elend erspart geblieben.