Ein verlassener Ort – ein Saab Autohaus in Frankreich
Verlassene Orte üben eine besondere Magie aus. In Frankreich gibt es einen früheren Saab Händler, dessen Räume noch so aussehen, als seien sie kürzlich erst verlassen worden. Die Geschichte reist bei unseren französischen Nachbarn immer wieder durch die Medien, erst kürzlich war ein Filmteam vor Ort.
Die Bilder, die es zeigt, sind berührend und bedrückend zugleich. Es sind Relikte einer großen Marke, die untergegangen ist und dennoch weiter lebt.

Ein verlassener Ort – ein Saab Autohaus in Frankreich
Unsere Spurensuche beginnt im Internet. Das vergisst nie, so sagt man. Was definitiv nicht zutrifft, denn das Web vergisst ziemlich viel und Dinge können verschwinden. Nur nicht komplett. An einem anderen Ort sind immer Fragmente und Reste alter Webseiten zu finden.
Die Groupe Hubault in Amiens
Der Ursprung der Groupe Hubault liegt um das Jahr 1970 herum. Ein Saab Händler, dessen Geschäfte gut laufen und der neben der schwedischen Marke auch mit Gartengeräten handelt. Er baut sich ein modernes, größeres Gebäude.
Auf der linken Seite findet man Autos von Saab. Auf der anderen Seite Rasenmäher von Honda und Husqvarna.

Das Geschäft läuft gut, etliche Jahre lang. Dann kommt Saab in Schwierigkeiten und mit den Schweden auch die Firma Hubault. Sie stellt 2010 den Antrag auf Reorganisation, später dann auf Liquidation. 2012 wird der Saab Handel aus dem Handelsregister gelöscht. Für die Honda Rasenmäher scheint es zunächst etwas besser zu laufen.
Aktivitäten sind noch bis 2017 feststellbar, dann gehen auch im anderen Gebäudeteil die Lichter aus.
Ein verlassener Ort, ein ehemaliges Saab Autohaus
Was man mit dem Gebäude und seinem Inhalt anfangen soll, scheint niemand so richtig zu wissen. Man lässt fast alles so, wie es ist. Gebrauchte Saab stehen weiter im Showroom, das Lager ist voll mit Ersatzteilen. An dem Gebäude nagt derweil der Zahn der Zeit, das Dach wird undicht, Wasser dringt ein.
Der Ort scheint verlassen, er ist es aber nicht komplett. Eine unbekannte Person kümmert sich, halbherzig. Die Pflanzen im Büro werden sporadisch gegossen, was dazu führt, dass vor allem die robusten Stechpalmen weiterleben, der Rest aber eingeht.
Der Strom fließt weiter, irgendwer bezahlt die Rechnung. Es ist davon auszugehen, dass ein Wachdienst im Industriegebiet unterwegs ist, wie meist in Frankreich. Denn sonst wäre die Zeitkapsel nicht so unberührt geblieben.
Reporter entdecken den verlassenen Ort
Zum Jahreswechsel 2019/20 werden die ersten Journalisten aufmerksam auf das, was da von Saab übrig ist. Bilder und Reportagen gehen durch die französische Presse. Mal wird der Namen des Unternehmens und der Standort genannt, mal versucht man Anonymität zu wahren. Interessant ist, dass der Bestand der Autos von Jahr zu Jahr weniger wird und Fahrzeuge den Standort wechseln.
Ein Saab 9-7x Aero, der immer im Showroom stand, parkt jetzt in der Werkstatt. Ein später Saab 9-5 ist verschwunden. Vielleicht wurde er verkauft. Ein Urbex (Urban Exploration) Team hat diesen verlassenen Ort untersucht. In der Szene gelten einfache Regeln. Nur eine offene Türe ist eine offene Türe, was verschlossen ist, das bleibt es auch. Filmen ist erlaubt, die Beschädigung oder Entwendung fremden Eigentums ist untersagt.
Das Video ist französisch, die Untertitel sind es leider ebenfalls. Doch das ist kein Problem. Die Atmosphäre ist einzigartig und berührend, die Relikte reichen bis in die Saab Scania Zeit zurück. Das Filmteam ist sichtlich beeindruckt von dem, was es vorfindet. Die Schönheit der Autos, der Innenräume, der Qualität skandinavischen Designs. Mit einem Male wird dem Betrachter bewusst, wie lange das alles schon her ist, dass ein 9-5 OG als Neuwagen auf der Straße rollte.
Super Artikel über ein rätselhaftes Autohaus. Das Dach stürzt fast ein, aber die Blumen werden gegossen. Ist das nicht Frankreich in seiner charmantesten Form?
Es ist nicht so, wie es das Video suggeriert, das Autohaus ist in Betrieb, wenn auch anders als zu seinen Blütezeiten.
Der oder die Inhaber wurden wohl nachhaltig geschockt aufgrund der damaligen Vorgänge in Schweden (unfähige Politiker und später total überforderte Insolvenzverwalter) sowie dem Bankrott der Muttergesellschaft GM – es sieht in den Büroräumen fast so aus, als wenn dann nach dem großen Schock letztendlich die Flucht aus der ganzen Misere erfolgt ist.
Bin gespannt, ob hier noch Licht ins Dunkel gebracht werden kann.
Zeitkapsel Saab Autohaus! Bedrückend und endzückend zu gleich. Ich frage mich wer in der Lage ist das so zu lassen?!
Sensationell! Bin gespannt wie es weitergeht!
Wahnsinn
Danke für die Info Tom.
Ja auch ohne Französisch zu verstehen ist das Video sehenswert. Hier sagen Bilder mehr als Worte.
Interessant wäre, wenn man die Räumlichkeiten in 3D festhalten könnte. Dann können wir noch in Jahren einen Schauraum zu mindest virtuell besichtigen.
Gruß André
Vielen Dank für diese unwirkliche Geschichte! Einfach Wahnsinn. Es wäre wirklich interessant zu erfahren, was und wer dahinter steckt. Irgendwie auch etwas gespenstisch.
… ich nehm den 9-7x aero! Echt jetzt, wer kann da helfen???
….oh ist das schade!
Ohne irgendwelche Hoffnungen wecken zu wollen: Eine Saab-affine Person sondiert die Lage in den nächsten Tagen vor Ort.
..an der Heckklappe steht bei dem 9-7x 5,3i, also vielleicht doch kein aero…
Hoffe das diese Wagen und Alles Anderen geretten werden kann.
Incroyable….. Ist das noch ein Scheunenfund oder schon eher Garagengold? Für uns Saabfahrer natürlich ein magischer Ort.
Wer bringt diese Saab, doch zum Teil noch fast im Neuwagenzustand, wieder auf die Strasse?
Der 9-5OG im Schauraum müsste doch alleine schon gutes Geld einbringen.
Unglaublich!! W a h n s i n n !!
Mon dieu, je voudrais acheter…..