Seit 40 Jahren Saab – vom 99 bis zum 9-3 Cabrio

Einmal Saab, immer Saab! Vom 99 bis zum 9-3 Cabrio – eine rundum zufriedene Saab-Geschichte. Als ich 1979 vor der Entscheidung stand, ein etwas größeres und flotteres Auto zu kaufen, war ich zunächst ratlos. Die Edelmarken aus Deutschland berührten mich nicht, da ich meine Automobile bis dahin vom 58er Käfer über einen Bulli T1, Bulli T2 und Golf immer gebraucht und preisgünstig (was meinen damaligen finanziellen Möglichkeiten entsprach) bezogen hatte.

Saab 9-3 Cabriolet - mein bester Saab
Saab 9-3 Cabriolet – mein bester Saab

Ein damaliger Bekannter machte mich darauf aufmerksam, dass in der FAZ ein Fragebogen abgedruckt war, der analysierte, welches Auto zu einem passe. Mein Ergebnis war: Saab. Damals dachte ich noch, es sei ein tschechisches Fabrikat, machte mich dann schlau und fragte bei einem Saab-Händler in Freiburg nach Gebrauchtwagen.

Heraus ging ich mit einem Saab 99, fünftürig mit Doppelvergaser in „nesquickbraun“. Der Wagen war eine Wucht. Geräumig, leise, sportlich zu fahren und wunderbar für die Langstrecke. Dass der Doppelvergaser immer mal wieder in die Werkstatt zwang, war verkraftbar – die angenehmen Seiten überwogen bei weitem.

Aber auch dieses Schmuckstück kam in die Jahre und wurde reparaturanfälliger, sodass ich mich schweren Herzens von ihm trennte und Ende der 80er Jahre einen gebrauchten „Ikea“-Saab 900 („Ikea fährt Saab“) in Weiß erstand.

In den 90ern folgte dann ein Saab 9000i CC in Blau, danach ein metallic grüner 9000 CS, beides Fahrzeuge, mit denen ich sehr zufrieden war und die meine Bindung zur Marke festigten. Ein nicht genutztes Leasing-Fahrzeug in meiner Firma zwang mich dann dazu, ein Jahr lang einen Mercedes C-Klasse zu übernehmen – kein Vergleich.

Nicht nur, dass die automatische Wegfahrsperre jeden Start zu einer Zitterpartie werden ließ, waren Raumangebot, Komfort und Straßenlage weit hinter meinen Saab-verwöhnten Ansprüchen zurück.

Bei erster Gelegenheit 1997 wieder erleichtert zu meiner Marke und einem neuen 9-5 in Blau. Ein neues Limousinen-Fahrerlebnis, noch ruhiger und noch stärker motorisiert lag er bei jeder Geschwindigkeit unbeirrbar sicher auf der Fahrbahn. In den Kinderschuhen des Mobilfunks ausgestattet mit einer Freisprechanlage, die wohl verantwortlich für etliche Zündunterbrechungen bei voller Fahrt war, blieb ich dennoch zufriedener Saab-Kunde und ließ noch bis 2009 vier weitere Saab 9-5 folgen, davon ein Sportcombi 3.0 TiD.

Abgesehen von Problemen mit der Zündbox, die mich zweimal in der Fremde straucheln ließen – dank freundlichster Saab-Werkstätten jedoch relativ schnell behoben werden konnten, war ich von allen Eigenschaften der Marke und dem Fahrtkomfort völlig überzeugt. Inzwischen hatten auch zwei meiner besten Freunde ihren Gefallen an der Marke aus Trollhättan gefunden.

Mein damaliger Händler meinte zu meinem Wunsch, einmal ein Cabrio zu fahren: Einmal 9-5 – immer 9-5! Dennoch gab er mir anlässlich eines Werkstattaufenthalts einen Tag lang ein 9-3 Cabrio – ich hatte sofort einen riesigen Spaß mit diesem Auto.

Aufgrund der doch etwas eingeschränkten Familientauglichkeit musste ich diesen Wunsch noch bis 2008 verschieben und nahm im April 2009 mein 9-3 Cabrio in iceblue-metallic in Empfang.

Mitten in der GM-Entscheidung, Saab den Hahn zuzudrehen, freute ich mich trotzdem über die Erfüllung meines langersehnten Wunsches und kann jetzt gute 10 Jahre später sagen, dass das Cabrio der beste Saab ist, den ich je hatte. Eine neue Batterie und ansonsten pannenfreie 190.000 km (ich weiß, dass das eigentlich als Jahreswagen gilt) und jede Menge genussvoller Ausfahrten, bei denen sich die Saab-Cabrio-Fahrer*innen inzwischen auch wieder mehr zu grüßen scheinen.

Die frühere Saab Werkstatt gibt es nicht mehr, dafür eine freie Werkstatt, in der Saab Erfahrung und Manpower vorhanden ist, die jedoch nicht mehr als die Inspektionen und Verschleiß Reparaturen durchführen müssen. Dieses Auto werde ich fahren, solange es geht – der Fuhrpark ist inzwischen um einen ausgebauten Bulli T6 erweitert, sodass gilt:

Urlaube im Bulli, alle anderen Fahrten im unvergleichlichen Saab Cabrio!

Text und Bild: Michael Broda

11 thoughts on “Seit 40 Jahren Saab – vom 99 bis zum 9-3 Cabrio

  • Elvira & Michael B.

    Das ist ja witzig! Die Saab-Fans mit demselben seltenen Nachnamen aus dem hohen Norden und dem tiefen Süden sind nicht verwandt, noch nicht einmal miteinander bekannt, fahren aber das gleiche wunderschöne Cabrio? 🙂 Tolle Sache! Es gibt eben doch viele witzige verbindende Geschichten unter Saab-Fans!

    P.S.: Fahren vielleicht alle Brodas ausschließlich Saab??! 😉

  • Eigentlich bin ich nur stille Leserin in diesem Blog, aber der gleiche, sehr seltene Name und ebenfalls der erfüllte langjährige Traum, ein 9-3 Aero BP Cabrio zu fahren, lassen mich auf diese tolle Geschichte antworten aus dem Hohen Norden. Bin SAAB-Fahrerin seit Nov. 1976 und ich hoffe, ich kann dieses Auto fahren bis ich den Führerschein abgebe.
    Elvira Broda

    10
  • Sehr schöne Geschichte – bei mir sind es heuer 30 Jahre, dass ich unseren alten Schweden verfallen bin… einfach tolle Autos, die gehegt und gepflegt werden, aber im Alltagsbetrieb laufen…

  • Volvaab – Jürgen (?) – Saab-Virus ohne Gegenmittel mangels Interesse der Pharmaindustrie 😉

    Ja, das stimmt, das war ein sehr witziger Kommentar, den ich ebenfalls vermisse und dessen Autor ich auch nicht mehr erinnere. Da aber andreas61k glücklicherweise auch darauf Bezug genommen hat, wird es wohl Jürgen (?) gewesen sein. Ich hatte lediglich “den Hals nicht voll gekriegt” 😉 und einen weiteren – erfolglosen – Versuch gestartet, ob der Autor nicht vielleicht doch noch weitere Fotos dieses wunderschönen Cabrios vor dieser herrlich farblich passenden Kulisse hätte, nicht nur von der Kehrseite, sondern auch von vorne oder der Seite. Aber “what not is is not” 🙂 😉

  • @ Ebasil (fehlende Kommentare),

    der vom “weiteren Leser” fehlt mir besonders und mir ist dessen Name leider auch entfallen.

    In Erinnerung habe ich, dass dieser Kommentar sehr augenzwinkernd die verheerende Wirkung des Saab-Virus sowie ein möglicherweise wirtschaftlich begründetes Desinteresse der Pharmaindustrie zum Inhalt hatte, für eine kleine Gruppe ein Impfstoff dagegen zu entwickeln. Das war der beste Kommentar …

    Mein eigener bezog sich gleichermaßen auf Ihren und das wunderschöne Auto und gelungene Foto. Einfach toll, wie sich die himmlische Farbe oben links und unten rechts, wie sich Himmel und Auto an der natürlichen Diagonale im Bild spiegeln. Ich kann mich daran gar nicht satt sehen ….

    Nochmals Dank an den Autor für die Teilhabe und Glückwunsch zu diesem wunderschönen Saab, der nochmals schöner als manch anderer schöner Saab ist.
    Das kann man dem Himmlischen unmöglich absprechen.

  • Ach so, danke, dann bin ich ja beruhigt! 🙂

  • @Ebasli Wir mussten gestern ein Backup einspielen, ca. 6 Stunden Konversation fehlen.

  • Wo sind eigentlich die – wirklich harmlosen 🙂 – Kommentare von Volvaab, einem weiteren Leser und mir geblieben? 🙁 Sie standen gestern noch hier.

  • Wir haben auch solch ein Cabrio (gleiche Farbkombinationen und Motorisierung – allerdings mit Hirsch), und es ist in der Tat absolut zuverlässig. Meine Frau bekommt regelmäßig Komplimente für dieses schöne Fahrzeug – von Nicht-Saab-Fahren.
    Allzeit gute Fahrt, Michael!

  • Herzlichen Dank an Michael, er spricht mir aus der Seele!

    Und was Jürgens Kommentar angeht – auch ich wurde irgendwann infiziert, und als dann die Krankheit richtig ausbrach (ca. 10 Jahre später), konnte sie auch nur mit dem Erwerb eines Saab geheilt werden.
    Was heißt hier geheilt? An der ‘Krankheit’ leide ich bis heute, man nennt es auch Leidenschaft! Denn ein solches schwedisches Qualitätsprodukt über die Straßen zu pilotieren, ist und bleibt ein Genuss…

  • Und wieder eine Erinnerung an mich doch auch mal meine SAAB story hier zu posten. Auch dieser Bericht weckt die Motivation es endlich zu tun. 🙂

    Die langjährige Treue zu SAAB über die Modellreihen hinweg ist toll beschrieben und vermit recht gut den damaligen Umstand sich einen neuen SAAB bestellen zu können. Leider habe ich diese Möglichkeit verpasst bzw hatte damals auch nicht die finanziellen Möglichkeiten um einen fabrikneuen SAAB zu kaufen.

    Mal sehen ob ich es auch auf eine mindestens 40-jährige Markentreue bringe. Aus meiner Sicht steht dem nix im Wege 🙂

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