Touchscreen im Auto. Unfallrisiko und Modetrend.

Vor einigen Tagen fand ein interessantes Urteil seinen Weg durch die Medien. Ein Tesla Fahrer kam beim Tippen auf seinen Touchscreen von der Straße ab und kollidierte mit mehreren Bäumen. Der Spiegel berichtete darüber. Das Gericht sah das Bedienen des Touchscreens als Ordnungswidrigkeit und ahndete diese mit einer Geldstrafe von 200 €. Zusätzlich verhängte es ein Fahrverbot von einem Monat.

Touchscreen im Auto. EV Prototyp von Human Horizons, Serie für 2021 geplant
Touchscreen im Auto. EV Prototyp von Human Horizons, Serie für 2021 geplant

Der Fahrer habe regelwidrig ein elektronisches Gerät benutzt,  argumentierten die Richter. Wie ein Smartphone falle auch ein Touchscreen darunter. (Amtsgericht Karlsruhe Az. 1 Rb 36 Ss 832/19) Das Urteil wirft ein schlechtes Licht auf Teslas fortschreitendes Innenraumkonzept der großen Displays. Denn ohne den Blick und  Druck auf den Screen geht nichts. Aber nicht nur das. Denn längst eifern alle Hersteller diesem Trend nach.

Der Versuch, die Geschwindigkeit des Scheibenwischers zu justieren.

Offensichtlich hat es am Tag des Unfalls geregnet,  und der Fahrer war mit einem Modell 3 unterwegs. Modell S und X haben für den Scheibenwischer einen Lenkstockhebel (von Mercedes), Modell 3 verzichtet darauf. Die Geschwindigkeit des Scheibenwischers lässt sich über den Touchscreen steuern, man benötigt dazu 3 Klicks. Während der Fahrer sich durch die Menüpunkte klickte, kam er von der Straße ab. Ein Versagen des Fahrers? Auch. Man könnte unter Umständen einige Zeilen über angepasste Geschwindigkeiten bei gewissen Verkehrssituationen anfügen.

Nur, das Problem sitzt tiefer.

Schon längst mutieren Autos zu knopffreien Umgebungen. Der Gegentrend zu den herrlich überladenen Armaturenbrettern der 90er Jahre manifestiert sich in immer größeren und immer zahlreicheren Displays. Die Welle rollt und wird erst nach und nach auf den Markt treffen. Es geht nicht nur um Tesla. Volkswagen und die neuen Elektroautos des Konzerns sind ebenfalls betroffen. Tester des ID3 bemängeln vorsichtig eine schlechte Bedienbarkeit von Grundfunktionen.

Wenn das Einstellen der Innenraumtemperatur zum Problem wird, die Justierung der Scheibenwischer ein Abenteuer ist, dann läuft etwas gewaltig verkehrt. Längst geht es dabei nicht nur um Ästhetik oder Komfort. Es geht um die Sicherheit im Straßenverkehr. Alle Assistenzsysteme der Welt sind sinnlos, wenn man mitten in der Nacht einen Mietwagen übernimmt, dessen Bedienbarkeit zum Abenteuer mutiert.

Der Gesetzgeber könnte Abhilfe schaffen.

Touchscreens und Digitalisierung im Auto gehen Hand in Hand. Eine Umkehr wird es nicht mehr geben. Auch die Idee, die Hersteller sollten doch immer auch eine Variante mit analogen Anzeigen im Portfolio behalten, wird nicht funktionieren. Die Kostenwächter in den Konzernen würden jedem, der sie vorträgt, die sofortige Kündigung nahelegen.

Das Lösungswort: Redundanz.

Im Flugzeugbau sind alle essenziellen Systeme doppelt vorhanden. Nur für den Fall, dass etwas ausfallen würde. Bei Saab frönten sie diesem Grundgedanken mit Leidenschaft. Die Schweden bauten Birnchen bei vielen Modellen doppelt ein, damit ein Bremslicht selbst dann noch seine korrekte Funktion behält, wenn eine von beiden Birnen ausfällt.

So sollte es auch im Auto der Zukunft sein. Analoge Schalter für alle Lichtfunktionen, Scheibenwischer, Warnblinkanlage und vielleicht die Klimatisierung müssten vorhanden sein – parallel zur Bedienbarkeit und Konfiguration über das Touchpad. Der Gesetzgeber könnte das vorschreiben und Redundanz einfordern. Das würde etwas zusätzliche Hardware erfordern, aber die Kosten wären überschaubar.

Redundanz als ein Zukunftsthema.

Je mehr Fahrzeuge nur mit Touchscreen unterwegs sein werden, desto mehr wird der Anwender (Fahrer) zukünftig mit schwarz bleibenden Anzeigen konfrontiert. Dann, wenn das Touchpad während der Fahrt seinen Dienst einstellt oder einen kompletten Zusammenbruch in der Startphase hat. Oder, wenn das System einen ungeplanten Reboot einlegt.

Immerhin könnte man dann noch die allerwichtigsten Funktionen analog bedienen und das Auto am Straßenrand sicher zum Stehen bringen.

Gibt es nicht? Kommt nie vor? Einige Fahrer älterer Tesla Modelle haben diese Erfahrung bereits gemacht. Ausfall des Displays, wichtige Informationen fehlen. Zum Glück liefert der Hersteller, was nicht selbstverständlich ist, Ersatz zu fairen Konditionen.

Schwarze Bildschirme sind auch kein Ding einer speziellen Marke oder des Fahrzeugalters. Anwender, die mit aktuellen Fahrzeugen einer süddeutschen Premiummarke unterwegs sind, berichten vermehrt von diesem Problem.

Etwas Redundanz wäre unter diesen Umständen ein beruhigendes Gefühl.

17 thoughts on “Touchscreen im Auto. Unfallrisiko und Modetrend.

  • Ich musste beim Lesen an meinen Jaguar denken, bei den die Sitzheizung auch nur noch über Touchscreen ging. Umständlich und bescheuert. Am Ende des Tages ist ein Button schneller und haptischer als eine glatte und unhygienische Glasfläche – auf der man im Hellen, und bei Cabrios ist das ein ewiges Übel, nichts sehen kann. Ich würde heute eine Mischung aus Over-Head-Display, Bedienungshebeln und Schaltern und Audio/Navi per Touchscreen als ideal ansehen. Ein Zeitgewinn ist durch verschachtelte Menus ohnehin nicht möglich. Sprachbedienung macht nur Sinn, wenn alle Hersteller deutsch und englisch den gleichen Standard nutzen. Herstellerspezifische Vokabeln sind da nutzlos.

    Nur weil es digital geht, heißt noch lange nicht, dass digital die sicherere, schnellere order sinnvollere Lösung ist. In den meisten Fällen macht auch hier die Digitalisierung eher keinen Sinn.

  • Scheibenwischer – Gesetzgebung – Spätzünder

    Ist es möglich, dass der Gesetzgeber sich all die Jahre mit immer neuen Abgasnormen, Mautphantasien und Abwrackprämien beschäftigt und dabei den Scheibenwischer komplett vergessen hat?

    Wie sonst ist es möglich, dass ein Auto zulassungsfähig ist, bei dem Bedienung und Nutzung des Wischers eine Ordnungswidrigkeit darstellen?

    Möglicherweise gar eine Straftat, wenn Bedienung und Nutzung in einer fahrlässigen Tötung münden?

    Noch heute gibt es PKW, die gänzlich ohne (!) Scheibenwischer zulassungsfähig sind. Die Scheiben müssen nur klein genug und der PKW offen sein. Dann kann man wie vor 100 Jahren mit einer beschlagenen Fliegerbrille im Blindflug munter Gas geben …

    Der Intervallschalter kam tatsächlich erst 1969. Ford hat den Erfinder (Patent 1964) geprellt und ihn als erster Automobilhersteller realisiert. Das Schicksal des Erfinders ist verfilmt (Flash of Genius).

    Langjährig waren Scheibenwischer nur handbetrieben. Bevor deren elektrischer Antrieb zum Standard wurde, gab es mechanische Kupplungen zu unterschiedlichen rotierenden Bauteilen. Die Wischergeschwindigkeit war somit von der Motordrehzahl oder dem Fahrtempo abhängig. Wollte man mehr Wischerleistung, musste man also schneller fahren – ausgerechnet bei Regen.

    Der Scheibenwischer, den wir heute kennen, dessen Funktion, Nutzung und Bedienung uns so selbstverständlich geworden ist, ist innerhalb der Geschichte des Automobils tatsächlich ein Spätzünder.

    Aber 1969 ist jetzt auch schon wieder ein gutes, halbes Jahrhundert her. Ist schon faszinierend, wie lange Behörden und (wechselnde) Regierungen einen Regulierungsbedarf weltweit verpennen können …

    Das ist ein Regulierungsstau von 51 Jahren. Was will mir jemand über die Zukunft sagen, der erstmal 51 Jahre abarbeiten muss und sollte, damit man im 21. Jahrhundert einen Scheibenwischer nutzen kann, ohne straffällig zu werden? Das Ganze ist schon ziemlich absurd, oder?

  • Der Gesetzgeber ist gefordert!
    Handy am Ohr, Navi während der Fahrt programmieren, Touchscreen während der Fahrt nutzen: alles Tätigkeiten, die vom sicheren Autofahren ablenken= Gefahr für Leib und Leben der Mitverkehrsnutzer. Geht gar nicht.
    Die heutige Beobachtungslage zeigt, wer auf Vernunft beim Autofahrer setzt, geht auf sehr dünnem Eis…
    Zitat: … ein Auto sollte ein Auto bleiben und keine “Spiele-Konsole” oder “mobiles Kino”.
    Vollumfängliche Zustimmung.

  • Ich frage mich, wer gibt eigentlich die Zulassung solcher Fahrzeuge?! Und nach welchen Kriterien wird es geprüft? Hier sind sicherlich die Hersteller in der Verantwortung, aber der Gesetzgeber trägt sie mit.
    Die Grund und Sicherheitsfunktionen müssen jederzeit und intuitiv vom Fahrer bedient werden können, auch bei schwarzem Display.
    Es ist doch irrsinnig das alle möglichen Helferlein in ein Auto gepackt werden um die Sicherheit zu erhöhen und dann sowas.

  • Welches Kenwood Gerät ist es denn? Bei meinem von 2012 sind durch den großen Touchscreen die Tasten so winzig, dass sie im dunkeln bei der Fahrt kaum zu bedien sind.

  • Sprachsteuerung (@ StF),

    guter Punkt in jeglicher Hinsicht …

    Wenn man gut bei Stimme ist, kann man die Hände am Lenkrad lassen, aber nicht jedem behagt es, mit toten Objekten zu reden. Alles richtig.

    Erschwerend kommt hinzu, dass man für das tote Objekt aus unterschiedlichsten Gründen schwer oder missverständlich sein kann.

    Man ist erkältet, telefoniert, das Radio läuft oder (Gott bewahre) man unterhält sich gar mit Mitfahrern aus Fleisch und Blut – beispielsweise über Regen und Scheibenwischer …

    Sich mit einem toten Objekt zu unterhalten ist eine Sache. Mit einem toten Objekt darüber zu diskutieren, ob es jetzt was falsch verstanden, gemacht hat, was genau, warum und weshalb ist eine andere.

    Und diese Diskussion wäre sogar juristisch relevant. Sie müsste aufgezeichnet werden, damit entweder Hersteller oder Nutzer der jeweiligen Gegenseite nachweisen könnten, wer für ein unerwünschtes Vorkommnis/einen Unfall die Verantwortung trägt.

    Halleluja. Ich weiß gar nicht, wer der beiden (Touchscreen oder Sprachsteuerung) der Satan und wer der Teufel ist. Ich weiß aber, dass es tatsächlich mal einen analogen Saab mit einer (leistungssteigernden Weih-) Wassereinspritzung gab. Das ist Technik, die mich noch heute fasziniert.

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  • Die ist aber oft auch nur noch auf dem Bildschirm in den tiefsten Untermenüs untergebracht

  • Die Standard-Alternative zu Blindflug durch Display-Ablenkung ist beim Telefon und Infotainment ja die Sprachsteuerung. Ob es die in den jeweiligen Modellen gibt und wie zuverlässig sie funktioniert, muss man im Einzelfall herausfinden. Im Tesla Model 3 soll es jedenfalls eine geben, habe ich gehört.

    Herstellerseitig könnte zum Beispiel das Bedienen des Touchscreens während der Fahrt blockiert werden, wenn es eine Sprachsteuerung gibt. Ähnliches kenne ich zum Beispiel von Toyota-Navis, die sich nur im Stand bedienen lassen, auch wenn keine Sprachsteuerung vorhanden ist.

    Superkonsequent diesbezüglich ist zum Beispiel auch die Bluetooth-Kopplung und Bedienung des Mobiltelefons im Mitsubishi ASX meines Vaters. Die funktioniert überhaupt nur über ein Sprachsteuerungsmodul. Mit Knöpfen, Displays, Touchen oder Gesten geht da gar nichts.

    Man muss sich halt darauf einlassen, mit seinem Auto zu reden (reden zu wollen), mach einer will das vermutlich nicht, oder hat die Bedienungsanleitung nicht soweit gelesen.

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  • Danke für den Aufgriff dieses Themas. Bereits vor einigen Wochen las ich einen Artikel in der “WELT”, nach welchem der Autor den Spurhalteassistenten eines Golf VIII nur in tiefen Verästelungen des Menüs ausschalten konnte. Er musste hart bremsen, da auf einer unmarkierten schmalen Straße sonst ein Unfall gedroht hätte, weil der Assistent in die Fahrbahnmitte steuerte.
    Schon in unserem Saab 9.3 I und auch im 9.5 I lenkt allein die Bedienung des Radios bisweilen vom Vekrehr ab. Wie schön war es im alten MB 190 (erst 2001 kam ich zu Saab) und allen davor gefahrenen PKW, als ein rotes Lämpchen beim Drehen des Abstimmknopfes signalisierte, dass ein Verkerhsfunksender eingestellt ist.
    M.E. ist der Gesetzgeber weniger gefordert als die Vernunft der Fahrer. Es ist wichtig, Fahrzeuge zu nutzen, deren wesentliche Funktionen sich analog bedienen lassen.
    Folgende Funktionen müssen per Knopf oder Schalter bedient werden können, damit die Sicherheit gewährleistet bleibt: Licht, Scheibenwischer, Wisch-Wasch-Einrichtung, Radio, Lüftung und Klima, Fensterheber, Türschlösser, Blinker, Getriebe(-automatik), ESP-Abschaltung, Zündung – sicher ist diese Aufzählung noch nicht vollständig.
    Wie sehr liebe ich meine beiden Saabs auch wegen der wenigstens noch teilweise analogen Bedienung…

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  • Ich mag durchaus den technischen Fortschritt. Vieles macht das Leben leichter, Information zugänglicher, Arbeit und Kommunikation einfacher. Vorausgesetzt es wird überlegt eingesetzt. Ich persönlich mag aber auch das analoge Leben. Leute treffen, wenn treffen nicht möglich mit Ihnen telefonieren, eine unbekannte Stadt ohne G-Maps entdecken, oder ein Restaurant auszuprobieren ohne zu schauen, wie viele Likes es hat. Und wenn es um Autofahren geht, bin ich ganz konservativ. Einsteigen und fahren. Nicht mehr und nicht weniger. Jeden Tag aufs Neue frage ich mich, wofür ich in meinen Sääben – die Plural-frage sollten wir wirklich mal im Blog klären – aufwendige Soundsysteme habe einbauen lassen. Weil nach der anfänglichen Begeisterung ich auch diese kaum benutze. Das Turbozischen des 9k, das sonore Brummen des V6 im 902 Cabrio, oder die pure Mechanik des 901 sind für mich persönlich beim Fahren ohnehin die genussvollste Geräuschkulisse. Scheint erblich zu sein. Als ich meine Mutter – eine robuste, autoaffine Dame im fortgeschrittenen Alter – durch Autohäuser mehrerer nahrhafter Hersteller auf der Suche nach einem kleinen SUV begleitete, konnte ich ihre Verzweiflung live erleben. Hätte fast ihr altes Auto behalten. Hätte ich sie nicht am Ende des Tages in ein Dacia Autohaus geführt….

    Gruß an die Gemeinde.

    Der Lizi

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  • Gutes Urteil

    Und doch habe ich Mitleid mit den Fahrern, Käufern und Herstellern. Nicht mit Tesla, aber mit denen, die einem Trend folgen, der so nie hätte gesetzt werden dürfen.

    Hier sehe ich ein großes Versagen von Gesetzgeber und Behörden. Fehlfunktionen von Touchscreens kennt nun wirklich jeder. Sie sind alltäglich und selbstverständlich.

    So selbstverständlich, dass jüngere Semester und Junggebliebene ihr Verhalten angepasst haben, nur noch die Freisprechfunktion von Smartphones nutzen. Auch in der Öffentlichkeit.

    Mich nerven diese ungeniert, lauthals geführten Telefonate doppelt, denn ich muss ja unfreiwillig pausenlos gleich 2 Teilnehmern zuhören. Furchtbar …

    Es ist aber – muss man fairerweise sagen – die logische Konsequenz aus der Disfunktionalität und Fehlerfreude von Touchscreen, Smartphone & Co.

    Ein Smartphone ist zu dumm, um ans Ohr gehalten zu werden, kann zwischen Ohr und Fingerspitze nicht zuverlässig unterscheiden. Da brechen Telefonate ab, das Mikrofon schaltet stumm und so weiter.

    Man könnte also sagen, dass ein Touchscreen immer dann gut und zuverlässig ist, wenn er NICHT berührt wird.

    Das ist heute längst Allgemeingut. Und für Jugendliche (Digital Natives) daher auch völlig selbstverständlich. Aus deren Sicht ist ihr Telefonverhalten nicht etwa ungezogen, sondern sinnvoll – ein rein pragmatisches Work-Around.

    Wie dem auch sei. Niemand kann sagen, Probleme mit und durch Touchscreens seien nicht vorhersehbar gewesen. Sie sind altbekannt. Und wichtige Funktionen (etwa Scheibenwischer) in einem Menü mit einer Klicktiefe X hinter unzuverlässiger Hard- und Software zu verstecken, das geht gar nicht.

    Sehr guter Artikel. Herstellern und Politik weit voraus. Schön zu lesen. Möge er auf möglichst viele, relevante und offen Ohren treffen.

    P.S.
    Ich komme übrigens gerade aus meinem 9-5. Unbekannte Strecke. Navi hin und rück. Einfach das Telefon in den Cupholder gestellt und gut war …

    Wenn ich mir für die Zukunft etwas wünschen dürfte, dann wären es Autos, die einen ergonomisch günstigen Platz für ein Handy haben – unabhängig von der Größe des Handys.
    Dazu noch einheitliche und langjährig gültige Industriestandards für dessen Stromversorgung und Kopplung zum Soundsystem. Was braucht man mehr?

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  • Autofahren macht viel Spass, bestimmt wen Man eine sichere Wagen faehrt und Man alle Fonktionen unter Kontrolle hat.
    So ein Bildschirm sieht sehr Modern aus aber ist wesentlich zuerst aus Kostengrund eingebaut worden.
    Ich fahre am liebsten ohne Bildschirm.

  • Kombi aus Touchscreen und Knöpfen beim Navi im 9-3 II ab MY 2007

    Wie wahr! Der Artikel spricht mir aus der Seele!

    Ich wusste auch noch gar nicht, dass so essentielle und sicherheitsrelevante Funktionen wie Scheibenwischer o.ä. in modernen Autos (nur) über Touchscreen zu bedienen sind. Ein echter Wahnsinn! Da ist in der Tat der Gesetzgeber gefordert. Scheibenwischer, Licht, Hupe, Blinker, Warnblinker und m.E. auch die elementarsten Funktionen von Klima-/Heizungsanlage, Soundanlage und Navi müssen intuitiv und “blind” zu bedienen sein. Beim Navi hilft da ja oftmals schon die Sprachsteuerung.

    Schon bei den meisten “einfachen” neueren Autos zeigt sich das Problem: Alle haben ihr Tagfahrlicht auf Automatik eingestellt – mit dem fatalen Ergebnis, dass sie vorne beleuchtet sind, hinten aber nicht. Bei diffusen Lichtverhältnissen sind sie dann von hinten kaum zu sehen, was die meisten gar nicht wissen. Das hat mich schon oft gestört, gerade auf der Autobahn, und könnte auch gefährlich werden.

    Wirklich genial, und meiner Meinung nach unerreicht, war die Kombination aus Touchscreen, Knöpfen und Sprachbedienung beim letzten werksseitig eingebauten Navi im 9-3 (ab MY 07). Total intuitiv zu bedienen: wenn man mal Schnell Ruhe brauchte (und die Bedienung über das Lenkrad gerade schwierig war, zB weil voll eingeschlagen) einfach am Knopf drehen oder draufpatschen und aus wars – da musste man überhaupt nicht hingucken. Beim Bluetooth-Telefon wurde das Telefonbuch direkt ins eSID unter dem Tacho geladen und war total einfach mit den Lenkradtasten zu bedienen (das lasse ich mir jetzt übrigens bei Lafrentz für meinen Combi nachrüsten :-)). Schön anzusehen war das Ganze – selbstverständlich bei Saab – natürlich auch.

    Als ich mein voriges Cabrio (MY 07, damals selbst konfiguriert) 2018 gegen das gebrauchte MY 12er tauschte, hatte dieses leider kein Navi. Ich habe mir in Kiel 2018 ein Navi nachrüsten lassen, mit DAB+ Radio, was mir wichtig war. Sehr schicke, elegante Lösung, die Originalantenne beim Cabrio wurde durch eine etwas kürzere DAB-Antenne ersetzt. Das Navi/Radio usw. war ein Android-System, mit reinem Touchscreen. Aber die Bedienung hat mich total genervt und ich fand sie sehr unsicher. Ständig musste man draufgucken, ich konnte nicht einfach schnell leiser stellen, das ging ohne irgendwelche Untermenüs nur über die Lenkradtasten (was aber manchmal nicht intuitiv geht, wenn stark eingeschlagen, s.o.).

    Daraufhin habe ich mir eines von Kenwood ausgesucht, das immerhin neben dem Touchscreen auch noch ein paar Knöpfe hat (an/aus, Lautstärke usw.). Die Kieler haben mir das kulanterweise ausgetauscht. Optisch total schick, mit extra angefertigtem Rahmen. Es sieht aus, als wäre es schon immer drin gewesen. Ich bin sehr zufrieden – auch wenn das Kenwood in seinem Bedienungskomfort, seiner inneren Logik, seinem Aufbau etc. (natürlich!) nicht an das frühere Original-Saab-Navi ranreicht. Aber es sieht top aus, ist zT über Knöpfe zu bedienen und ich habe DAB+. Für mich die beste Lösung. Demnächst wird auch hier noch die über die Lenkradtasten zu bedienende Bluetooth-Freisprechanlage nachgerüstet. Dann ist das ziemlich perfekt – und nichts lenkt bei der Bedienung vom Verkehr ab.

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  • Völlig überladen und ja, meiner Meinung nach ganz klar ein Unfallrisiko! Gehöre wohl zu der aussterbenden Spezies die wenn sie im Auto sitzt noch bewusst fährt und nicht tausend andere Dinge tut.

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  • Ich finde, ein Auto sollte ein Auto bleiben und keine “Spiele-Konsole” oder “mobiles Kino”.

    Alle wichtigen Funktionen sollten halt auch weiterhin INTUITIV (und quasi “blind”) über Schalter und Knöpfe zu erreichen sein.
    Für “Nebensachen”, Kamera oder den ganzen heutzutage anscheiend nötigen “medialen” Kram (ist das so wirklich immer nötig?), kann ja gerne ein Touchscreen benutzt werden.

    Ich finde auch dies ganzen “Kinoleinwände” oder Screens a la mind. 12.9″-iPad Pro & Co überflüssig und eher ablenkend.
    EIn “normaler” Touchscreen reicht doch aus (und abends schätze ich sogar das saabtypische NightPanel, der fast alles ABSCHALTET bzw AUSBLENDET).

    Nich jede technische Neuerung muss auch zwangsläufig besser/sinnvoller sein. 😉

    Das die Hersteller aber Interesse an riesigen Touchscreens und kompletter Bedienung darüber haben ist klar.
    Das senkt deren Kosten massiv, sie haben weniger zu verbauen, Softwarepflege ist leichter als Hardwarepflege (und man kann mit “modern” und “innovativ” protzen), etc..

    Wenn ich mein aktuelles Drömbil irgendwann mal nicht mehr fahren sollte, wird es für mich sicher wirklich schwierig, ein neues “passendes” Auto für mich zu finden, da es ja jetzt schon kaum noch neue Autos OHNE diesen riesigen “Schaltscreens” gibt. 🙁

    Ich “liebe” halt mein klassisches Bedienfeld wie es ist.
    Alles gut erreichbar und logisch, Touchscreen für einige Sachen … und auch “klassich” grün. 😉
    https://www.bilder-upload.eu/bild-81786c-1597057961.jpg.html

  • Am Anfang dachte ich da kommt Tesla Bashing wie in deutschen Medien immer wieder üblich. Draufhauen auf Tesla… Aber nein – fair geschrieben. Mit dem M3 ist man bei Tesla vielleicht etwas zu weit gegangen, das könnte man aber rasch korrigieren.

    Generell stimme ich dem Autor zu. Einige Knöpfe als eine Art Notfunktion sollten auch in Zukunft bleiben.

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  • Es würde ja schon ein wenig helfen, wenn die Cockpits etwas Fahrerorientiert wäre, Die ganz gerade gebogenen Bildschirme erschwären es einem zustätzlich

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