Die Traumautos der Schweden. Wer ganz vorne ist.

Einmal im Jahr befragt YouGov im Auftrag der Plattform Blocket schwedische Konsumenten nach ihren Traumautos. Das Ergebnis ist von Interesse. Vor allem, wenn man die Entwicklung einzelner Automarken über die letzten Jahre hinweg nachvollzieht. Wer hat alles richtig gemacht, wer ist ganz vorne? Und welche Marken finden die Schweden nicht mehr so attraktiv?

Die Traumautos der Schweden. Welche Marke ist ganz vorne?
Die Traumautos der Schweden. Welche Marke ist ganz vorne?

Befragungen in Sachen Auto sind meist nationale Angelegenheiten. In Deutschland findet man so gut wie immer die Marke vom Mittelland-Kanal vorne, oder eine ihrer Satelliten. Im Zweifelsfall kauft man lieber national, wenn man kann. Aber ganz so einfach sind die Ergebnisse dann doch nicht zu interpretieren, wie das schwedische Beispiel zeigt.

Die Zeitschrift Teknikens Värld hat die aktuellen Ergebnisse veröffentlicht. Demnach liegt Volvo an erster Stelle, was keine sonderliche Überraschung ist. Schaut man im Detail, dann hat die Marke aus Göteborg in den letzten Jahren alles richtig gemacht. So sehen das die befragten Schweden, die der Marke einen Spitzenplatz schenken.

Wer ganz vorne ist, hat alles richtig gemacht

Der erste Rang war Volvo in den vergangenen 3 Jahren immer sicher. Wie gesagt, Abstimmung haben einen nationalen Touch. Aber die Zustimmung stieg von 11 % im Jahr 2018 auf 12 % 2019 und in diesem Jahr auf 15 %. Eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung, von der andere Marken träumen können. Auf Rang 2 steht Tesla. Elektroautos haben in Skandinavien einen hohen Stellenwert, Tempolimit und Ökostrom sprechen für die Antriebsart. Der zweite Platz überrascht kaum, aber Tesla durchlebt in der Sehnsucht-Statistik lediglich eine Seitwärtsbewegung. Von 11 % im Jahr 2018 auf 8 und 9 % in den Folgejahren. Für den Elektroauto-Pionier ist hier noch Luft nach oben.

Porsche nicht mehr so attraktiv

Wo stehen die Deutschen? BMW, Mercedes und Audi balgen sich um die Plätze 3 bis 5. Die Schweden fahren eben immer noch auf die deutschen Premium Marken ab. Enttäuschend hingegen endet hingegen die diesjährige Befragung für die Sportwagen Ikone Porsche. Porsche muss sich auf Rang 7 hinter Toyota einreihen. Nur 3 % der 1.203 befragten Schweden über 18 Jahre sehen in der Marke aus Zuffenhausen ihren Traum. Ist das vielleicht die beschworene Zeitenwende oder die Quittung für ein immer breiteres, unter Umständen überreiztes Produktportfolio? Im kommenden Jahr wird man mehr wissen, mit der Umfrage 2021.

Die komplette Auflistung der Befragung von YouGov mit den Rängen 1 bis 10 ist bei Teknikens Värld abrufbar.


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6 thoughts on “Die Traumautos der Schweden. Wer ganz vorne ist.

  • @ Alter Schwede,

    die Schweden – jung oder alt – sehen das offenbar genau wie Sie. 5 dt. Marken haben es in die Top Ten gebracht, die Hälfte der vorderen Plätze belegt und zusammen 24%.

    Zufällig genau so viel, wie Volvo und Tesla.

    Ansonsten finden sich in den Top Ten nur noch Toyota, Ford und Kia und generieren 9% gesamt.

    Will ich nicht weiter werten und überinterpretieren, aber die dt. Automobilindustrie kommt in S offenbar ganz gut an. Das muss man ihr schon lassen.

  • Schön für Volvo …

    Nicht, dass also 85% der Schweden für ausländische Marken schwärmen, sondern, dass sie wiederholt und kräftig zulegen konnten.

    Unter dem Strich trotzdem noch ein trauriges Bild für die schwedische Automobilindustrie, finde ich.

    Während meiner Kindheit waren in S locker 50% aller PKW mit heimischen Kennzeichen Saabs und na klar, vor allem Volvos.

    Ausländische Fabrikate mit heimischen Kennzeichen waren echte Hingucker, waren relativ selten und dort in S so sehr Ausdruck der eigenen Individualität, wie ein Saab oder Volvo außerhalb Schwedens.

    Häufig waren es Britten und vor allem Amis. Aber gerne auch dt. Autos. Viele nicht mehr jung, aber exzellent gepflegt und schon damals besonders. Eine Reise nach S war für mich immer auch ein Highlight der Automobilität.

    Es war so, als sei das ganze Land ein einziges großes Treffen für Oldtimer, Raritäten, Tuning und natürlich für schwedische Autos.

    Davon ist heute leider nicht mehr viel übrig. Gerne fährt man Neuwagen, noch immer gerne auch Volvo. Aber das war es dann auch schon fast.

    Die Dichte an Oldtimern aller Herren Länder, an Saabs und Volvos ist noch immer relativ hoch, aber hat doch deutlich abgenommen.

    Die geringe Dichte an Saabs hat mich im Sommer 2019 ganz besonders enttäuscht. Mit den Kindern auf dem Rücksitz spielte ich immer wieder Saab versus. Wir zählen also während der Fahrt Autos.

    Wir fingen mit Saab versus Volvo an. Schien in S logisch und naheliegend. Bei einem Stand von 6:53 hatten wir die Lust verloren. Am Ende zählten wir Saab versus Fiat 500 und Saab versus Mini. Nur so hatte die Gesamtheit der Saabs in S bei diesem Spiel noch eine Chance – nur noch gegen einzelne Modelle.

    Traurig, traurig. Die einzig positive Ausnahme war der Museumsbesuch in Trollhättan. Die angrenzenden Parkmöglichkeiten waren eindeutig von Saabs dominiert. Immerhin.

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  • War es nicht so, dass der V70 der meistverkaufte Wagen in Schweden war? Das Volvo die Nr.1 freut mich, aber es wundert mich zugleich, da die Fahrzeuge durchweg viel teurer geworden sind! Der Verlauf bei Saab ist aber ebenso erstaunlich, da es ja schon fast ein Jahrzehnt keine Neuwagen mehr gibt. Den 3. Platz für BMW kann ich voll und ganz nachvollziehen. Zwar nicht für jedes Modell, aber die Kernmodelle der Marke sind schon topp. Genau wie die bei Audi und Mercedes.

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  • Die alten Ergebnisse von Blocket kenne ich nicht. Spannend in diesem Zusammenhang ist der deutsche Auto Involvement Index, der leider nur bis 2018 geführt wurde. Er misst die Verbundenheit der Fahrer zu ihrer Marke. Saab lag 2007 auf Rang 1, vor Volvo. Volvo abonnierte ab 2013 Rang 1, Saab fiel bis 2018 auf Rang 9 ab. Vor Porsche, Jaguar, Alfa Romeo. Und das ohne auch nur einen Neuwagen zu produzieren.

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  • Das geht mir auch so wie Herrn Rudolf! Saab fehlt und keine andere Marke kann heranreichen.

    Eine interessante Frage (an den Blogger) in diesem Zusammenhang: Wie sahen die Rankings denn früher aus? Bis 2011? War Saab da auch mal die Nr. 1? Oder immer??? 🙂 Wäre absolut berechtigt gewesen!

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  • Wie man BMW auf den 3. Platz wählen kann erschließt sich mir nicht – ebenso ein anderer Plätz mit einem Hersteller, der nachweislich im großen Stil Betrugssoftware verbaut hat..

    Wo bleiben die Franzosen oder beispielsweise Jaguar?

    Teknikens Värld trägt in Schweden wohl erheblich zur Meinungsbildung bei – die Leser sind vermutlich ähnlich gestrickt wie hier AMS-Leser. Die Liste ist für mich eigentlich völlig uninteressant – ich vermisse nach wie vor SAAB und würde auch kein anderes Fabrikat unter den 10 aufgeführten Marken für einen Kauf in die engere Wahl ziehen.

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