Clever elektrisch fahren? Ein Jahr kostenlos Strom von Volvo.

Der Marktanteil von Plug-in-Hybriden nimmt rasant zu. 2019 stieg die Zahl zugelassener Fahrzeuge in Deutschland laut KBA auf 102.175. Ein Plus von 52,5 % zum Vorjahr. Der starke Zuwachs wird sich fortsetzen, Volvo will daran teilhaben. Selbstverständlich haben die Schweden dazu eine gute Idee.

Volvo XC40 Recharge
Volvo XC40 Recharge

Plug-in-Hybride liegen im Trend. Aber sie sind nicht unumstritten. Für die einen vereinen sie das Beste aus beiden Welten. Auf langen Strecken mit dem Verbrenner unterwegs, ohne die Nachteile eines reinen Elektroautos. Keine lange Ladezeit, keine Reichweite-Angst. In der Stadt rein elektrisch fahren, ohne Emission.

Für die anderen sind sie Brückentechnologie, die nichts so richtig gut können soll. Zu schwer und zu komplex lautet der Vorwurf, Technik im Doppelpack mit Elektroantrieb und Verbrenner. Dazu kommt der Generalverdacht, dass Hybrid Fahrer zwar die staatliche Förderung und den Steuerbonus mitnehmen, aber fast nie elektrisch fahren oder Strom tanken. Schon wurden erste Forderungen laut, staatliche Prämien erst nach Nachweis zu zahlen. Nur dann, wenn ein hoher Prozentsatz der zurückgelegten Wegstrecke rein elektrisch gefahren wurde, soll der Umweltbonus überwiesen werden.

Das Problem schwelt vor sich hin, die Diskussion steht am Anfang. Die Marke aus Göteborg animiert zum elektrischen Laden. Sie schenkt für ein Jahr den Ladestrom.

Ein Jahr Ladestrom inklusive

Fahrer von Volvo Recharge Modellen, die zwischen dem 16. Oktober 2019 und 20. September 2020 die Entscheidung für ein entsprechendes Modell getroffen haben, oder noch werden, profitieren davon. Sie können das Fahrzeug über die Volvo on Call App für die Aktion registrieren.

Bis zu 3.000 kWh erstattet der Hersteller im Zeitraum der Aktion. Für einen XC40, XC60 oder V60 mit durchschnittlich 15.000 jährlichen Kilometern rechnet Volvo mit einer Rückerstattung von 300,00 €. Bei intensiver Nutzung mit einem hohen Elektroanteil sind bis zu 900,00 € im Jahr möglich.

Volvo macht damit ein bisschen auf Tesla. Lange Jahre durften Kunden der Kalifornier kostenfrei Strom am Supercharger zapfen, ein Argument für die Marke. Vielleicht steckt dahinter auch der Umweltgedanke. Das Kalkül, wer sich erst einmal daran gewöhnt hat mit dem Plug-in-Hybriden lautlos durch die Stadt zu fahren, das auch nach dem Ablauf der Aktion tun wird. Die Umwelt würde es freuen. Strom aus regenerativen Energien vorausgesetzt.

Bilder: Volvo Cars (5)

5 thoughts on “Clever elektrisch fahren? Ein Jahr kostenlos Strom von Volvo.

  • @StF @Tom
    Danke für die Antworten!

  • Mazda wird einen Wankel-Motor als Range-Extender bringen. Ist sehr interessant, die Marke schwimmt aktuell in sehr vielen Dingen gegen den Strom.

  • Ich sehe in Plug in Hybride viele Vorteile, vorausgesetzt man wohnt “richtig” und nutzt es auch “richtig”, Wenn man ihn nie ladet, dann ist es natürlich schwachsinnig den Elektro mitzuschleppen, aber wenn man die kurzen Erledigungen elektrisch absolvieren kann und der Strom bestenfalls noch über eine Photovoltaikanlage kommt macht man schon einiges richtig und für die Langstrecke hat man eben den Verbrenner und muss nicht wie beim reinen E Auto alle 200-300km an den Schnelllader um dort für mindestens 30 min Energie neuaufzuladen. Die Idee von Volvo mit dem kostenlosen Strom finde ich gut, so wird der Plug In Fahrer auch wirklich aufladen.

  • @ Alter Schwede

    Soweit mir bekannt ist, sind der Mitsubishi Outlander Plugin Hybrid und der Honda CR-V Hybrid so aufgebaut, dass sie eher einem seriellen Hybrid entsprechen und der Verbrenner meistens als eine Art Range-Extender betrieben wird.

    Das größte Klimaschutzpotential sollen solche Konzepte aber erst entfalten, wenn der Verbrenner konsequent auf einen Betriebspunkt optimiert ist, mit dem nachgeladen wird. Jeder der bisher eine Art Range-Extender-Konzept realisiert hat, hat einfach einen Motor aus dem Regal genommen und mehr, oder weniger, angepasst und damit anscheinend einen Teil des möglichen Klimaschutzpotentials wieder verschenkt.

    Obrist Powertrain propagiert etwas ähnliches mit ihrem Hyperhybrid und auch Professor Sauer von der RWTH Aachen favorisiert so ein Konzept, wenn auch nicht ausschließlich (https://www.researchgate.net/publication/325767994_Systeme_der_Elektromobilitat_-_Stand_und_Perspektiven [Download full-text PDF]).

    Wobei die Auslegung der Batterie- und der Verbrennergröße diskutiert werden kann. Kostenoptimiert für die mittlere Fahrstrecke ist wohl eine kleine Batterie mit einem kleinen Range-Extender. Die Kunden favorisieren aber vermutlich eher größere Batterien mit einem leistungsfähigen Range-Extender und das führt aktuell dann zu einem hochpreisigen Produkt mit einer relativ kleinen Kundengruppe.

  • Ich bin auch einer von denen die sich einen zulegen. Ich bin mir bewusst das es eine Brückentechnologie ist, auch das sie nicht perfekt ist. Aber ein guter Anfang. Neben den staatlichen Förderungen, die ich sehr attraktiv finde(allerdings auch laden werde), hat er den Vorteil zwei Welten zueinander zu bringen., wie Du schon geschrieben hast, keine Reichweitenangst ec. ec., was mir das kennenlernen des E Antriebs erleichtert. Auf einen reinen E Antrieb würde ich zum jetzigem Zeitpunkt nicht zugreifen wollen. Ideal wäre es, wenn die elektrische Reichweite so bei 100-150km liegen würde. Damit kann ich fast 90% meines beruflichen Verkehrsaufkommens abdecken. Über einen Range Extender wie beim Ampera/GM Volt, wird bei keinem Hersteller mehr nachgedacht oder entwickelt. Warum eigentlich nicht?

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