Marktcheck. Schwedenkult Saab 900.

So wie der 911 die Marke Porsche geprägt hat, so ist der 900 für den Schwedenkult verantwortlich. Er gilt als eines der interessantesten und ausgefallensten Fahrzeuge vom Göta Älv. Wird der Saab 900 heute noch seinem Ruf als Ikone gerecht, was kostet der Einstieg, und worauf sollte man achten?

Schwedenkult Saab 900 Turbo 16 S
Schwedenkult Saab 900 Turbo 16 S

Seinen Fans gilt er als eines der besten Autos überhaupt. Auch heute noch alltagsfähig und das Langzeit-Auto schlechthin. Er polarisiert mit seiner Form,  und entweder liebt man ihn heiß und innig. Oder man kann ihn nicht ausstehen.

Objektiv betrachtet ist der 900, der von 1978 bis 1994 produziert wurde, ein kleines, unkomfortables Auto. Schon während seiner Bauzeit galt er als großteils veraltet, bescherte Saab hohe Verluste, und die Produktion stand mehrmals wegen mangelnder Nachfrage still. Doch schon zu Lebzeiten war er bei seinen Fans Kult.  Denn er galt, wie ein Defender oder ein luftgekühlter 911 als eines der letzten, echten Männerautos.

Und, ganz ehrlich, wen interessiert schon Objektivität, wenn man einen 900 Turbo fahren kann? Ja, das Getriebe ist eine Zumutung, die Schaltwege sind ewig lang, aber zur Hölle damit! Die Straßenlage ist fantastisch, der Turboklang bohrt sich durch die Gehörgänge, und jeder gefahrene Meter ist Erlebnis pur. Für einen Saab 900 braucht man keinen „Fahrerlebnisschalter“. Seine Konstrukteure hätten sich bei dem bloßen Gedanken daran vor Lachen nicht mehr beruhigt. Schiebedach oder hintere Ausstellfenster öffnen genügt vollkommen. Der 900 liefert ein Erlebnis für alle Sinne.

Stärken und Schwächen des Saab 900

Auf der Habenseite stehen Motoren mit und ohne Turbo, die charaktervoll und bei guter Pflege haltbar sind. Hohe Kilometerstände sind die Regel, man muss sie nicht scheuen. Die Sitze, eine Konstruktion der eigenen Sitzwerkstatt, zählen zu den Besten, die man damals kaufen konnte. Sind sie mit Leder bezogen, dann ist es dick und hochwertig. Ebenso die Stoffausstattung, die es in verschiedenen Qualitäten und Designs gab. Im Innenraum hängt gerne der Himmel, dessen Ausbau bei Fahrzeugen mit Heckklappe einfach ist. Die Armaturenbretter haben oft Risse, der Deckel des Handschuhfachs wirft Blasen. Ersatz gibt es keinen mehr, rissfreie Armaturenbretter werden hoch gehandelt.

Mit der großen Heckklappe bietet der 900 eine ungeahnte Variabilität, die manchen neuzeitlichen Kombi alt aussehen lässt. Die Ladefläche ist eben, mit umgeklappter Rücksitzbank wird aus dem Coupe oder dem 5-Türer ein Großraumtransporter.

Die Technik selbst ist überschaubar und bei entsprechender Pflege sehr robust. Legendär sind die Turbomotoren, sie gelten als standfest, möchten aber wie bei allen Autos dieser Epoche sorgsam warm und kalt gefahren werden. Die Sauger hingegen sind brav, wenig spektakulär, dafür aber treue Weggefährten, die einen bis Feuerland und auch zurück bringen.

Auch dicker Schwedenstahl rostet

Die Karosserie ist aus richtig dickem Schwedenstahl. Was gut und gleichzeitig auch schlecht ist. Denn auch Schwedenstahl rostet munter. Es gibt heute kaum noch einen 900, der nicht schon an diversen Stellen geschweißt wurde. Verantwortlich dafür ist zu einem die, nach heutigen Maßstäben, mangelnde Rostvorsorge, zum anderen der massive Stahl selbst. Ich erinnere mich noch gut an ein Gespräch in der Werkstatt, das den beginnenden Rost an meinem 900S zum Thema hatte. Der war damals gut 15 Jahre alt, der Meister meines Vertrauens riet zum Abwarten.

Bei dem dicken Stahl würde das eine Ewigkeit brauchen, bis der Rost durch ist, sagte er. Ewigkeiten sind relativ, wie ich es heute weiss. Ein paar Jahre später gab es dann das volle Programm. Der 900 ist kein übler Roster, so wie andere Fahrzeuge seiner Zeit. Aber wenn er es doch tut, dann schlägt der Rost gerne an den Achswellentunneln, den Radläufen, den Türinnenkanten, der Haube oder auch der Heckklappe zu. Es lohnt sich beim Kauf,  genau hinzuschauen. Aufgrund seiner Bauweise, der 900 ist eine historische Evolution des Saab 99, sind Blecharbeiten anspruchsvoll und teuer.

Der Einstieg in die Avantgarde vom Göta Älv

Ein Saab 900 war etwas Besonderes. Und da guter Geschmack oft etwas teurer ist, war es kostspielig, bis ein Saab vor dem Haus parkte. Für einen Turbo durfte man 60  oder 70.000 DM auf das Konto des Saab Händlers überweisen, für ein Cabriolet gerne etwas mehr. Der Klientel war das recht egal. Saab kauften damals vor allem Designer, Architekten, Ärzte, Freiberufler und Wissenschaftler. Während die Wettbewerber die Prosa ihrer Marketingabteilungen bemühen mussten, um sich einen passenden Kundenkreis anzudichten, war die ersehnte Zielgruppe bei Saab Alltag.

Dass ein 900 nicht preiswert war, man in Schweden Wert auf Qualität und Langlebigkeit legte, das macht sich heute noch bemerkbar. Die Auswahl an Klassikern aus Trollhättan ist überraschend gut, vor allem wenn man bedenkt, dass Saab immer eine Nischenmarke war.

Die Preise steigen seit Jahren kontinuierlich an, die Tendenz hat sich in letzter Zeit etwas abgeflacht. Der Einstieg ist aber immer noch preiswert möglich. Mit etwas Glück bekommt man ab 5.000,00 € aufwärts einen 900 mit ausbaufähiger Substanz. Darunter notieren in der Regel Fahrzeuge mit erheblichem Investitionsstau, deren Kauf überlegt sein will. Hochwertige, gepflegte Saab 900 Turbo notieren um die 20.000 €, Cabriolets liegen etwas darüber.

Abhängig sind die Preise von Motorisierung, Karosserieform und Getriebe. Modelle ab 1986 sind begehrter als die Steilschnauzer vor der Modellpflege. Besonders gefragt ist der Turbo 16S, der als Top-Motorisierung mit 160 PS Sportwagen-ähnliche Fahrleistungen ermöglicht. Mit den ab Werk erhältlichen Tuning Kits wurden daraus 180 PS oder mehr, diese Kits sind heute schwer zu finden. Etwas günstiger als der Vollturbo notieren die Softturbo Versionen  mit 141 PS, die aber nicht minder reizvoll sind. Wer mag, der kann sie zum Vollturbo mit längerer Getriebeübersetzung umbauen, nötig ist das aber nicht unbedingt. Unter den Turbomotoren notieren die Sauger, die es gemächlich angehen lassen, und die günstigste Art darstellen,  Schwedenkult aus Trollhättan zu genießen.

Automatik oder manuelle Schaltung?

Am teuersten sind die Cabriolets, auf Rang zwei folgen die Coupes und die 5-Türer mit Schrägheck. Abgeschlagen war über Jahre die 900 Limousine mit abgesetzten Stufenheck. Diese Fahrzeuge sind aber mittlerweile so rar, dass es kaum noch Unterschiede zu den anderen Karosserieformen gibt. Ein Blick auf das Getriebe lohnt. Saab lieferte beim 900 eine 3-Gang Automatik, die mit Preisabschlägen bestraft wird. Sie ist geeignet zum entspannten Dahingleiten und bremst jede sportliche Ambition konsequent aus. Deshalb greifen Fans lieber zum manuellen Getriebe, das lange Schaltwege hat und nicht besonders präzise zu schalten ist. Bei den leistungsstarken Turbomotoren gerät es an die Grenzen; springen Gänge heraus,  ist eine Überholung nötig.

Der 900 ist auch heute noch tauglich für den Alltag, wenn man mit einem relativ engen Innenraum und eingeschränkten Komfort leben kann. Der Charme des 900 macht alles wett, und wenn man erst einmal dem Saab erlegen ist, dann kommen alle vernünftigen Argumente zu spät.

Ersatzteilversorgung

Die Ersatzteilversorgung ist bei einem Fahrzeug, dessen Produktion vor über 25 Jahren endete, nicht ganz ohne Probleme. Zwar hält die Orio AB nach wie vor viele Teile für den Betrieb vorrätig. Aber die Lücken in der Ersatzeilversorgung sind vorhanden, und die Liebe zum Klassiker hat man in Nyköping immer noch nicht entdeckt.

Immerhin werden die Lücken von externen Anbietern immer wieder mit Nachproduktionen gefüllt. Deren Qualität ist aber nicht immer ohne Tadel. Was außerdem hilft, das ist ein guter Draht in die Saab Szene und zu den Werkstätten, die sich auf Klassiker vom Göta Älv spezialisiert haben. Denn so kommt man, oft überraschend, an Originalteile,  die über Jahrzehnte in irgendwelchen Hallen lagerten. Sehr zu empfehlen ist eine Mitgliedschaft im schwedischen Saab Club, der Nachproduktionen anregt und seinen Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite steht.

Der 900 ist ein zeitloses Auto, das fasziniert und dessen Geschichte noch nicht am Ende ist. Denn der Fankreis ist altersmäßig gut gemischt. Junge Menschen können immer noch günstig einsteigen, die Preise sind nicht in astronomische Höhen enteilt. Man muss sich daher um die Zukunft des Klassikers vom Götalandkanal keine Sorgen machen. Der Schwedenkult mit dem Saab 900 geht weiter.

9 Gedanken zu „Marktcheck. Schwedenkult Saab 900.

  • Sehr schwierig …

    … heute einen persönlichen Schlüsselsatz ausfindig zu machen. Der Artikel ist mal wieder toll geschrieben und randvoll solcher Sätze.

    Für mich war tatsächlich ein Blick in den Kofferraum mit umgelegter Rücksitzbank ein Schlüsselerlebnis. Wer hätte einem äußerlich derart kompakt und sportlich daherkommenden Fahrzeug diese endlos scheinende Kapazität zugetraut?

    Damals waren Kombis noch etwas verpönt und der Bezugspunkt eher eine Limousine. Keine einzige hätte es in diesem Punkt je mit einem 900 Turbo Coupe auch nur ansatzweise aufnehmen können …

    Da kommt ein kleines und kompaktes Kraftpaket aus Trollhättan, macht dem einen oder anderen Sportwagen Konkurrenz, und stellt zugleich in Sachen Laderaum auch die fetteste aller Limousinen in den Schatten. Für mich macht das den 900 zu der ersten oder gar der einzigen Eierlegenden-Wollmilchsau, welche die Automobilgeschichte je hervorgebracht hat.

    Mein persönlicher Schlüsselsatz aus dem aktuellen Artikel ist dann auch dieser hier:
    „Mit der großen Heckklappe bietet der 900 eine ungeahnte Variabilität, die manchen neuzeitlichen Kombi alt aussehen lässt.“

    Selbstredend ist damit nicht alles über den 900 gesagt, aber es ist doch ein eindrücklicher Hinweis auf dessen Genialität und auch auf dessen Aktualität, sofern man sich denn traut, einem solchen Schatz Nutzwert und Alltagstauglichkeit weiterhin abzufordern. Ein wirklich großer Wurf, ein wahrlich tolles Auto ! ! !

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  • Toller, sehr interessanter Artikel! Ich hätte nie gedacht, dass eine Schrägheckkarosserie einem Kombi in Sachen Platz Konkurrenz machen könnte. Vielleicht ja aber bzgl. der Höhe des mitnehmbaren Ladeguts? Da dürften doch logische Grenzen gesetzt sein. Den Untertext des einen Fotos aufgreifend, möchte ich doch mal eine Frage stellen: Gibt es vielleicht auch ein Foto dieses Wunders im Kofferraum? Ich habe einen 900er nämlich noch nie persönlich anfassen dürfen. Aber bei meinem nächsten Besuch in Kiel werde ich daran denken!

    Sehr schade und für mich (wie wohl vielen Saab-Fans) unverständlich ist, dass der 9-3 II dann in geschlossener Form nur noch als Limousine zu haben war, einer Karosserieform, der ich (mein persönlicher Geschmack) noch nie etwas abgewinnen konnte, weder in optischer noch in praktischer Hinsicht. Vielleicht wäre einiges anders gelaufen, wenn es stattdessen von Anfang an Cabriolet, Coupé und Kombi gegeben hätte? Wenn man die heutigen großen Coupés zB von BMW und Audi betrachtet, sieht man, wie avantgardistisch Saab schon Jahrzehnte früher war (Alleinstellungsmerkmal!) und wo man heute hätte stehen können.

    Zum Cabriolet: Weiß ist (neben Braun und Grün, es sei denn irgendwas Ausgefallenes, wie zB neulich das Eukalyptusgrün) die Farbe, in der ich mir niemals ein Auto kaufen würde. Einfach nicht mein Geschmack! ABER das erste Cabriolet in cremeweiß mit schwarzem Verdeck und herrlichem bordeauxroten Leder ist mE DIE Kombination schlechthin! Unschlagbar! Weiß man, ob es davon noch „lebende“ Exemplare gibt? Und warum gab es diese hinreißende Farbkombination bei sämtlichen späteren, ja sehr erfolgreichen Cabrio-Baureihen nie wieder? (Oder doch??)

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  • Vielen Dank für den Artikel! Ich persönlich finde beim 900er das Coupe interessanter als das Cabriolet. Obwohl ich ein Fan von Cabrios bin.

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  • Vielen Dank für diesen elegant geschriebenen Beitrag. In meiner Garage steht ein 900er Sauger als Coupé von 1991. Er wurde von meinem Vater gekauft und viele Jahre gefahren, bis es ihm gesundheitlich nicht mehr möglich war, das Fahrzeug zu bewegen. Nach einer 2-jährigen Standzeit haben wir ihn vor ein paar Jahren durchsehen lassen, seither wurde der Himmel neu bezogen, die Türunterkanten mussten erneuert werden – die üblichen Probleme eben. Da der Wagen seine Ruhezeiten immer in einer Garage verbringen durfte, können wir uns an einem rissfreien Armaturenbrett (mit fast blasenfreiem Handschuhfachdeckel) erfreuen.
    Ich nutze den 900 gerne für längere Autobahnfahrten, bevorzugt bei trockenem Wetter. Zwar ist die Motorisierung nicht üppig und das Getriebe macht sich immer mal wieder durch seine Knorrigkeit bemerkbar – aber wie sagte einst Goethe: „Was nicht originell ist, daran ist nichts gelegen, und was originell ist, trägt immer die Gebrechen des Individuums an sich.“ Das lässt sich gut auf den 900 übertragen.
    Die Süddeutsche Zeitung hat übrigens bald nach der Insolvenz von Saab geschrieben, der 900 sei das vielleicht schönste Automobil, das je gebaut wurde. Ich stimme zu.

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  • Während mehreren Jahren fuhr ich das Sondermodell Saab 900 Turbo Commander, welches wohl nur für die Schweiz hergestellt wurde. Der 900er hatte einen herrlichen, blubbernden Auspuff Ton. Mit seinen 155 PS war er zügig unterwegs.
    Der Commander war eine 2 türige Limousine, also mit dem Sedan Heck. Sah schon sehr eigenwillig aus, war aber ein tolles Auto! Und Innen mit Vogelaugen-Ahorn Armaturenbrett. Sehr edel!

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  • Vielen Dank für diesen tollen Beitrag, Tom! Die Zeilen kann ich bis zum letzten Punkt und Komma bestätigen! Mein Einstieg zu Saab war der Kauf eines 900 turbo 16 S mit 161 PS im Jahr 1994. Damals als 5-jähriger Gebrauchtwagen mit 70000 km gekauft, 2003 dann im Originalfarbton neu lackiert, hat er aktuell „nur“ 299000 km am Tacho. Die Stoff-Innenausstattung ist nach wie vor tip-top, bis auf den (mittlerweile 2.) Himmel, der nicht voller Geigen, sondern voller Stecknadeln hängt!
    Viele andere Saab sind gekommen und wieder gegangen, der 900 ist immer noch in meinem Besitz. Der Schwedenstahl hat lange dem Rost tapfer standgehalten, dennoch musste mein Spengler in den letzten Jahren immer wieder Hand anlegen und an den aufgezählten Schwachpunkten neue Bleche einschweißen. Zuletzt waren die Achswellentunnel zu erneuern. Bei der Gelegenheit wurde auch gleich eine „gründliche“ Motorrevision durchgeführt. Ist nun gerade wieder eingefahren und fährt sich fantastisch! Ich liebe den unverwechselbaren blubbernden Sound! Mein 900 wird mir noch viele Jahre Freude bereiten!

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  • Mein Mann und ich hatten in den 90iger Jahren ein 900er Cabrio, schwarz mit dunklen Ledersitzen, Holzlenkrad und Holzschaltknauf. Wir haben diesen Wagen sooo geliebt – das wohl schönste Fahrzeug, das wir je besessen haben. Bei Taubenberger in Bad Tölz gibt es eins in rot, das kostet nur ca. € 12.000. Das ist recht günstig, oder?

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  • @Ebasil,

    das mit dem Kofferraum muss man vor dem historischen Hintergrund von 1978 sehen.

    Ein Kombi bei gleicher Ladefläche mit einem längerem Dach und mehr oder minder senkrechter Heckklappe bietet nochmals mehr Volumen – etwa für eine Kühl-Gefrierkombination, an der ein 900 aufgrund seines eleganten Schräghecks scheitert …

    So hat damals aber kaum ein Hersteller, Käufer oder gar Motorjournalist gedacht. Auch die Kühl-Gefrierkombination war noch eher unüblich.

    Die schon länger erhältlichen Kombis von Volvo waren optisch und fahrkulturell mehr oder weniger Traktoren, hatten den sozialen Status eines zu klein geratenen Nutzfahrzeugs und Lieferwagens. Der Kombi war sogar so verpönt, dass MB
    sein erstes T-Modell ebenfalls erst 1978 einführte. Bis dahin waren die Kofferräume aller je produzierten Benz lächerlich klein und kaum in der Lage, auch nur eine Kühlbox aufzunehmen. Oder das Gepäck aller Fahrgäste, wenn eine Familie mit dem Taxi zum Bahnhof oder Flughafen wollte. MB hat 1978 mit dem T-Modell wohl vor allem die Gilde der Taxifahrer und deren Nöte adressiert.

    Eine elegantes und sportliches Coupé für einen privaten Automobilisten, welches 1978 entweder einen Kühl- oder einen Gefrierschrank aufnehmen oder unbeladen sportlich unterwegs sein konnte, war vor dem gegeben Hintergrund und in diesem Umfeld definitiv ein Novum.

    Apropos sportlich, als ein Freund meines Vaters stolz die Heckklappe zu seinem 900 öffnete, lagen 2 Fahrräder drinnen, ohne dass dafür etwas (etwa ein Vorderrad) demontiert worden wäre. SUV bedeutet Sports Utility Vehicle – also den sportlichen Aktivitäten des Autobesitzers dienlich. So gesehen war schon der kleine und elegante 900 ein echtes SUV.

    Der langen Rede kurzer Sinn: der Kofferraum vom 900 ist je nach Bezugspunkt mal kleiner oder größer als der anderer Autos. Entscheidend (und faszinierend) ist, dass der 900 als Gesamtpaket seiner Zeit völlig konkurrenzlos war. Als sich die Heckklappe öffnete und zwei Fahrräder zum Vorschein kamen, machte es bei Vater & Sohn KLICK. In diesem Moment hatte SAAB je einen 9000 (EZ ’93) und einen 9-3I (EZ ’98) verkauft, die noch gar nicht gebaut waren und jeweils ein weniger elegantes „Nutzfahrzeug“ aus Göteborg ersetzt haben.

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  • Was ganz ausgelassen wurde und weil ich bald wieder eine aud der Saab Session Slovakia sehe, im Kofferraum eines 900 passt ein ganzes Wohnmobilaufbau namens Toppola

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