Neuerscheinung. Saab 9-3 Viggen Monte Carlo Gelb

Das Rezept ist denkbar einfach, aber es ist wirkungsvoll. Man nehme einen großen Motor aus der nächstgrößeren Baureihe, dazu einen großen Ladeluftkühler. Das verpflanzt man in eine kompakte Karosserie, würzt es mit einem sportlichen Fahrwerk. Für die Optik entwirft man ein ansehnliches Spoiler-Kit und baut sportliche Sitze ein. Fertig ist der Saab 9-3 Viggen.

Monte Carlo gelbe Saab Viggen Sonderserie
Monte Carlo gelbe Saab Viggen Sonderserie. Foto: DNA Collectibles

So oder so ähnlich muss man sich das in den späten 90er Jahren bei Saab gedacht haben. Heraus kam ein Sportwagen, der fasziniert und der außergewöhnlich ist. Ein Hubraum-starker Motor, der schon aus Prinzip kein hochdrehender Sportler ist, dazu ein Turbolader. Kraft aus dem Drehzahlkeller, Sport ohne zu stressen. Souveränität. Die schwedischen Köche hatten eine tolle Rezeptur gemischt.

Eigentlich sollte der 9-3 Viggen das erste Modell einer Serie werden. Ein Viggen für jede Baureihe als Synonym für Sportlichkeit und Exklusivität aus Trollhättan. Ähnlich wie AMG bei Mercedes oder die M Serie bei BMW. Eine an sich bezaubernde Idee, die nicht verwirklicht wurde. Auszubuchen unter den vielen nicht wahrgenommenen Chancen, die man bei Saab im Laufe der Jahre sammelte.

1999 wurde der 9-3 Viggen als Cabriolet, Coupe und Limousine ausgeliefert. Als erster Saab verfügte er über die Trionic Version 7.1. Der aus der 9-5 Serie stammende B235R Motor leistet 230 PS. Nach aktuellen Maßstäben ist das nicht beeindruckend viel, aber in der Realität mehr als genug. Wem das als nicht ausreichend erschien, der durfte ohne Probleme auf 250 oder mehr PS aufrüsten. Damit war die kleine Saab Baureihe in der 250 Km/h plus X Liga gelandet.

SF 37 Viggen Aufklärer der schwedischen Streitkräfte
SF 37 Viggen Aufklärer der schwedischen Streitkräfte. Foto: Saab AB

Als auffälliges Erkennungszeichen und Zeichen der aeronautischen Wurzeln der Marke trägt jeder Saab 9-3 Viggen die Silhouette des Deltaflüglers oberhalb der seitlichen Blinker.

Saab 9-3 Viggen Monte Carlo Gelb

Den Namen lieferte der Saab 37 Viggen (Donnerschlag). Ein Flugzeug der königlich schwedischen Luftstreitkräfte, das unter anderem als Angriffswaffe als auch als Abfangjäger und Aufklärer verfügbar war. Der erste Viggen wurde 1971 in Dienst gestellt, die letzte Viggenstaffel erst im Jahr 2005 aufgelöst. Sogar etwas Trollhättan steckt in jedem Saab 37 Viggen. Die Pratt & Whitney Triebwerke wurden in unmittelbarer Nachbarschaft der Saab Fabrik bei Volvo Flygmotor mit Nachbrennern ausgerüstet.

329 Saab 37 Viggen wurden bis 1990 von der Saab AB hergestellt, dann übernahm als Nachfolger der JAS 39 Gripen die schwedische Landesverteidigung. Bei den Automobilen wurde der Name weitergeführt, nach 4.600 Exemplaren kam 2002 das Ende der Viggen Ära bei Saab. Mehr als die Hälfte der Fahrzeuge gingen nach Nordamerika, in der Heimat blieben nur wenige Exemplare. Sportliche Überflieger mit Saab Logo kamen von da an nur noch vom Schweizer Haustuner und trugen keine Flugzeugnamen mehr.

Exklusive Auflage des 9-3 Viggen als Miniatur
Exklusive Auflage des 9-3 Viggen als Miniatur. Auslieferung ab Anfang 2020.

Als Miniatur lebt der Viggen weiter. DNA Collectibles kündigt nach dem blauen Viggen Cabriolet die Sonderserie eines Saab 9-3 Viggen Cabriolets in Monte Carlo Gelb an. Die Auflage im Maßstab 1:18 ist wie gewohnt limitiert, die Modellautos werden einzeln nummeriert. Die Vorbestellphase ist jetzt eröffnet. Ausgeliefert wird die Miniatur ab Anfang 2020.

Der Hersteller aus der Schweiz scheint an der Marke Saab Gefallen gefunden zu haben. Mit der Sonderserie des Viggen und dem Turbo X ist noch nicht Schluss. Sammler von Miniaturen dürfen sich freuen: Ein Saab 9-4x ist auch in Vorbereitung.

6 Gedanken zu „Neuerscheinung. Saab 9-3 Viggen Monte Carlo Gelb

  • Wenn man die Motorhaube öffnet, fallen wegen direkt zwei große Dom streben ins Auge.

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  • Sehr interessanter Bericht mit Informationen über die (echte, große) Viggen-Reihe. Vorher wusste ich leider nie, was es mit dieser Sonderreihe eigentlich auf sich hatte, nur dass ordentlich Kawumm unter der Haube mit sportlichem Design einherging.(Ein Donnerschlag eben, wie ich jetzt weiß.)

    Wann kommt das Griffin Cabrio MJ 2012 als Modell? DNA schätzt ja seltene Modelle. Und da verweist die letzte Baureihe des 93 den Viggen sehr eindutig auf die hinteren Plätze. Laut Auskunft des Freundlichen aus Kiel wurden insgesamt nur ca. 1.000 Griffins gebaut, davon ca. jeweils ein Drittel Cabrio, Kombi und Limousine. Oder hat der Blog da andere Zahlen?

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    • Der Blog geht da mit Kiel völlig kompatibel. Ich denke, es sind max. 1000 Einheiten. Der Produktionszeitraum war ja sehr kurz. Ob es ein MY 2012 Griffin Modell von DNA geben wird, ist unklar. Aber ich gebe die Anregung sehr gerne weiter.

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  • King of Schlüsselsätze, Spannungsbogen und Herleitung …

    Eigentlich wollte ich den Artikel erst gar nicht lesen, geschweige denn kommentieren …

    Miniaturen sind nicht so ganz mein Ding. Deren Reiz erschließt sich mir aber durchaus. Noch
    heute, denn den Viggen (das Flugzeug) hatte ich als Kind tatsächlich schon mal als Modellbausatz.

    Mit begrenzten Mitteln (sowohl Zeit als auch Geld) überlasse ich die Modellwelt inzwischen eher meinen
    minderjährigen Jungs. Aber was für ein Vergnügen (lesen) wäre mir da heute entgangen?

    Die Herleitung zu den Vorzügen und Qualitäten dieses Modells eines realen Modells von SAAB ist richtig
    gut. Etwa: „(…) aber in der Realität mehr als genug.“

    Genau diese strikte Orientierung an der Realität ist – neben weiteren positiven Merkmalen – für mich ein
    sehr typisches Kennzeichen dieser sympathischen Marke. Tom hat wieder mind. einen Nagel ganz
    direkt auf den Kopf getroffen.

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    • P.S.

      Beschäftigt man sich ein wenig näher mit dem Viggen und der zeitgenössischen Konkurrenz,
      scheint, glänzt und funkelt der unscheinbare SAAB plötzlich auf wie ein geschliffener Diamant …

      Mit 230 PS (Serie) hatte er die Literleistung von etlichen Motorrädern oder einem M3 3,2 (bis ’99),
      der allerdings 7400 U/min dafür brauchte. Ein 911er (3,6 l Sauger) kam dieser Tage einer solchen
      Literleistung zwar relativ nahe, aber noch längst nicht ran. Der Abstand dessen absoluter Leistung
      zum SAAB war trotz etwas größerer Zylinder und derer gleich 6 also erstaunlich gering …

      Mit 230 PS + X (Hirsch oder Maptun) wurde der Viggen daher endgültig zum Schreckgespenst.
      Und das bei konservativen Drehzahlen. Ein faszinierendes (Under-) Statement …

      Mag sein, dass Downsizing und Turbos längst branchenweiter Standard
      für Verbrenner sind. Die 100 PS/Liter sind es aber noch heute nicht.
      Da muss sich die Mehrzahl der aktuellen Modelle nach gut 20
      Jahren noch immer hinter einem Viggen einreihen, sei es
      absolut oder gemessen am Hubraum …

      9-3 Viggen – ein wahrlich faszinierendes Auto …

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