Saab Festival 2019 – Rückblick Teil 1:Anflug auf Trollhättan

Bald ist es zwei Monate her, dass in Trollhättan das Saab Festival zu Ende ging. Ein regnerisches aber dennoch grandioses Wochenende, welches einen abschließenden Bericht verdient hat. Höchste Zeit also, einen der wichtigsten Saab-Termine Blog-gerecht abzuarbeiten!

Unsere kleine Saab-Kolonne
Unsere kleine Saab-Kolonne


Donnerstag, 6:00 Uhr, der Wecker klingelt früh. Auch wenn der Startpunkt der Anreise in Hamburg liegt, sind es dennoch knapp über 700 km bis zum Ziel – zudem sichert eine frühe Abfahrt, dass man nicht in der Hamburger Rush Hour stecken bleibt. Soweit zumindest die Theorie – die wir nach 10 Minuten Fahrt ad Acta legen müssen. Stau. Natürlich. Hamburg ist hinter Berlin und München die Stadt mit dem meisten Stau aufkommen, die Dauerbaustelle A7 könnte ein nicht ganz unerheblicher Grund sein. Der kleine Konvoi, bestehend aus einem 900i und 9-3 SC läuft also erstmal im Stand warm.

Knapp 20 Minuten später dann freie Fahrt. Dem Weg nach Trollhättan steht nichts mehr im Wege. Zügig geht es Richtung Puttgarden, in Dänemark nehmen die Saab Sichtungen sprunghaft zu. Skandinavisch typisch geht es mit 110 km/h dem Hafen von Helsingör entgegen.

Ein Schweizer Traum

Kaum am Fähranleger angekommen folgt auch das erste Automobil-Highlight der Tour. Während wir am Schalter auf unsere Durchfahrt warten rollt ein bordeauxroter 900 Aero an. Typisch kerniger Turbo Sound füllt den Check-In Bereich. Wie der Zufall so will werden alle drei Saab der gleichen Spur zugeordnet. Ein junger Typ steigt aus, wir sind sofort beim Du und schleichen um die Autos herum. Seit ein paar Tagen ist er unterwegs, hat den langen Weg aus der Schweiz auf sich genommen. Er gibt schnell zu, dass er sich auf die deutsche Autobahn gefreut hat. Dem Aero endlich den verdienten Auslauf geben, bevor es in Skandinavien wieder gesitteter zugeht.

Der schwedische Zoll

So geht es die ganze Fährfahrt weiter, und trennen kann uns am Ende nur der schwedische Zoll. Der rote Saab wird direkt raus gewunken und auch wir werden ausgefragt. Was wir in Schweden wollen? Wir antworten wahrheitsgemäß mit dem Besuch des Festivals. Die Dame vom Zoll guckt irritiert. Festival? In Trollhättan ? Davon weiß sie nichts. Wir erklären uns kurz, der irritierte Blick aber bleibt. Ob wir zusammengehören will sie noch wissen. Wir verneinen, aber hätten die Antwort wahrscheinlich auch genauso gut mit Ja beantworten können. Sie lässt uns passieren und wir lassen den roten Turbo beim Zoll zurück.

Am frühen Abend kommen wir dann in Trollhättan an. Endlich. Nach knapp 30 Grad auf der Hinfahrt kühlt es in Trollhättan binnen weniger Minuten schnell ab. Drei Regenschauer später und zack – 16 Grad und Wind. Es wird ungemütlich. Noch kurz was essen, tanken und ab in die Unterkunft – so zumindest der Plan. Justus hat dabei eine Unterkunft der besonderen Art gefunden. Denn auch in seiner Unterkunft gilt – Saab first! Sein Vermieter begrüßt Ihn mit den Worten „ich glaube ich habe Dein Auto gebaut“. Statt sich mit dem Namen vorzustellen, hat das Modelljahr des 900 Priorität. Erst später stellt sich heraus, dass Per (irgendwann wissen wir dann doch seinen Namen) in den 80er Jahren bei Saab am Fließband für die 900er gearbeitet hat. Ein ehemaliger Saab Mitarbeiter als Vermieter – und das zum Festival. Was gibt es besseres?

Ein Besuch bei Saab ANA

Später am Abend steuern wir eine Tankstelle am ehemaligen Saab ANA Gebäude an. Statt 5 Minuten verbringen wir fast eine ganze Stunde an der Zapfsäule. Schuld sind die unzähligen Saabs, die alle paar Sekunden durch den riesigen Kreisverkehr rauschen. 
Diverse 9-3 Griffin-Modelle, frisch restaurierte 9000er, getunte 9-5er und klassische 96er.

Wir hören nach ein paar Minuten mit dem Zählen auf, es ist schlichtweg sinnlos. 
Es ist einer dieser kurzen Momente in dem es fast so scheint, als wäre Saab nie weg gewesen. So viele Saab – ein Traum. Und das Festival hat noch nicht mal angefangen. Doch das große BMW-Logo am ANA Gebäude holt uns schnell zurück in die Realität. Genug der Träumerei. Die Autos sind schon lange vollgetankt. Also alle Kreditkarten wieder einsammeln und ab in die Unterkunft. Schließlich warten noch genug Highlights auf uns!

13 Gedanken zu „Saab Festival 2019 – Rückblick Teil 1:Anflug auf Trollhättan

  • Wow, das ist ein tolles Titelbid. Danke für den (lang erwarteten) Bericht – freue mich schon auf die Fortsetzung 😉

    11
    1
  • Tolles Titelbild, tolle Bilder und Film, toller Bericht, sehr interessant und anregend geschrieben! Und natürlich ein tolles Festival – an dem ich leider nicht teilnehmen konnte. Umso mehr freue ich mich auf die Fortsetzung des schon seit langem ersehnten Teilnahmeberichtes! 🙂

    • Ein aufmerksamer Leser 😉 Die Fortsetzung war für einen anderen Teil der Serie bestimmt, umso schöner das Sie jetzt schon gefunden wurde !

  • Hallo an die Saabgemeinde.
    Toller Bericht und so sicher nur mit Saab zu erleben. Einfach grandios. Ich war nun schon lange nicht mehr in Trollhättan. Aber der Bericht macht wider schmackhaft die Stadt und die verbliebenen Reste von unserer Marke zu besuchen. Solch ein Erlebnis werden die „Jallafraktionen“ sicher nicht erleben.
    Allen Saabiisten viel Spaß und Freude mit ihren Wagen

    • Jallafraktion ? ? ?

      Bin lingual und sozialwissenschaftlich interessiert, habe den Duden, meine Frau (u. a. studierte Germanistin und Lehrerin), meine Kinder (darunter mind. ein Pubertier) und auch Google strapaziert …

      … aber keine Antwort erhalten, was das eigentlich sein soll. Einzig Google bot mir unter der Gegenfrage, “ Meintest Du Jalla Fraktion“ einen einzigen und sehr fragwürdigen Treffer an. Ein einziger Treffer auf Google ? ? ?

      Lieber Björn,

      bitte verhelfe mir zu einem tieferen Verständnis deines Kommentars. Was sind die „Jallafraktionen“?

      Vielen Dank im Voraus
      H. Hürsch

      • Man findet deshalb nichts im Duden weil sich das Wort mit „Y“ schreibt: Yalla. Es stammt ursprünglich aus dem Arabischen und war 2012 Jugendwort des Jahres. Das Wort (Yallafraktion) wird wahlweise verwendet um bestimmte jugendliche bzw. migrantische Milieus zu beschreiben. Die Konnotation ist nicht unbedingt positiv…

        • Vielen Dank für die Aufklärung, aber das verstehe, wer will.

          Mal wird der „Gutmensch“ zum Unwort des Jahres gekürt, weil es vermeintlich ausschließlich zur Diffamierung ehrenamtlichen und kostenlosen (ergo politisch gewolltem) bürgerschaftlichen Engagements im Umlauf sei.
          Und in der selben Dekade werden andere Wörter ob ihrer diffamierenden Qualität ausgezeichnet?
          Das ist ja wohl verwirrend. Sehr verwirrend.

          Schön, dass hier Artikel und Kommentare selten im Stile des jüngsten Schreis verfasst sind.

      • Hallo Herr Hürsch
        Der Begriff ist in unsere Gegend ein „liebevoller“ und nicht böser Begriff für die (hauptsachlich) von jungen Migranten gefahrenen BMW, Audi und Mercesesfahren. Es ist auch keine Wertung, nur eine Tatsache, das in Niedersachsen solche Marken eben von solchen Menschen gefahren werden. Ich habe einen Bekannten der ist Syrer. Er selber nennt viele der Landsleute Jallas und lacht dabei. Also alles nicht schlimm oder böse gemeint.

        1
        1
        • Nicht schlimm und nicht böse gemeint? Eine Frage der Interpretation und die entsprechende politische Bewegung besetzt diesen Begriff sicher nicht positiv. Ich möchte, nicht dass Menschen mit Migrationshintergrund entsprechend missverständlich benannt werden, noch werde ich rechtes Gedankengut auf dem Blog dulden.

          Aus diesem Grund ist die Kommentarfunktion für diesen Beitrag geschlossen.

    • Lieber Björn,

      könnten Sie sich bitte zu dem Begriff „Jallafraktionen“ einmal etwas ausführlicher erklären? Unter Umständen ist Ihnen die diffamierende, (alltags-)rassistische Konnotation nicht geläufig. Darauf seien Sie hiermit hingewiesen.

      Was solche – möglicherweise unbeabsichtigt verwendeten – Begrifflichkeiten und Denkmuster mit dem Besuch eines Autotreffens zu tun haben, entzieht sich meinem Horizont.

      2
      4
  • Toll geschrieben, tolles Video. Wäre auch gerne dabei gewesen. Das die Dame vom Zoll fragt, was ihr Schweden machen wollt wundert mich. Ihr werdet doch sicher nicht die einzigen gewesen sein, die da vorgebeifahren sind.

  • Danke für die sonnige Anfahrt. Jetzt freue ich mich sehr auf das Treffen …

    Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich besonders gespannt auf die getunten bin 😉

    Das ist in D unter SAAB-Fahrern ja quasi kein Thema. Außer vielleicht ein wenig Hirsch und anderen eher unauffälligen und unspektakulären Optimierungen. Insofern finde ich den linken* Flügels innerhalb der Fraktion schwedischer SAAB-Fahrer richtig spektakulär – so rein aus Neugierde versteht sich. Meinen SAAB mag ich alltags- und reisetauglich.

    *links im Sinne von Überholspur

Kommentare sind geschlossen.