Retrospektive. Ein bisschen Saab für jedermann.

Nicht immer setzten sich die Unternehmen mit den genialsten Ideen am Markt durch. Die Geschichte ist voll von Beispielen. Denn wenn es anders wäre, dann würde es zum Beispiel Saab noch geben. Die kleine, immer innovative Marke aus Schweden setzte in den späten 80er und frühen 90er Jahren ihre Höhepunkte. Dann ereignete sich das, was man als Demokratisierung bezeichnen kann.  Es gab ein bisschen Saab für jedermann.

Flankenschutz im Saab 9000. Nicht nur für Nordamerika, sondern für alle Länder in Serie
Flankenschutz im Saab 9000. Nicht nur für Nordamerika, sondern für alle Länder in Serie.

 

Ein bisschen Saab für jedermann.

So titelt das Saab-Euro Magazin in der Ausgabe Nummer 4 im Jahr 1991. Die IAA in Frankfurt ist Geschichte, die Schweden haben mit dem 9000 CS die Evolution ihres erfolgreichen Oberklasse-Modells gezeigt. Und festgestellt, dass eigene Innovationen vermehrt in Fahrzeugen der Konkurrenz zu finden sind. Audi stellt den neuen 100 vor. Der C4, aus dem später der erste A6 werden wird, ist ein wichtiger Schritt für den Aufstieg der Marke. Und er hat erstmalig bei den Ingolstädtern einen serienmäßigen Flankenschutz in den Türen. Ein Merkmal, das für Saab schon länger Standard ist. Und auch Opel, Mitsubishi und VW ziehen nach. Allerdings ist bei vielen Herstellern, darunter sind fast alle europäischen Premium-Anbieter, der Flankenschutz nur dem US Markt vorbehalten.

Und während die Schweden schon 10 Jahre zuvor den asphärisch gekrümmten Außenspiegel in Serie einbauen, feiert er bei Audi erst mit dem neuen 100 seine Premiere. Auch bei VW, gegen Aufpreis, im neuen Golf. Dass sich Saab Ideen nach Ingolstadt verbreiteten,  ist kein Zufall, denn Entwickler aus dem 9000 Team sind zwischenzeitlich nach Süddeutschland gewechselt.

Flankenschutz, Pollenfilter, Gurtstraffer.

Auch der Staub- und Pollenfilter, in einem Saab schon seit 1978 in Serie, verbreitet sich 91 auf breiter Front. BMW liefert den Filter im 5er mit Klimaanlage serienmäßig, für den neuen Golf III und Astra gibt es immerhin eine Einfachversion. Die Japaner? Fehlanzeige. Immerhin feiert Mazda den Pollenfilter für einige Modelle zum Nachrüsten. Und auch der Gurtstraffer, schon seit 1989 bei Saab und 1990 bei Mercedes verfügbar, präsentiert sich zur IAA im Astra und Golf III. Allerdings nicht über eine explosiv-Ladung gesteuert, sondern mechanisch und damit günstiger.

Bleiben wir bei Opel. Der deutsche Anbieter profitiert von der frischen Ehe mit den Schweden und eignet sich Turbo Know-how an. Auf dem Messestand der Hessen steht 1991 der viel beachtete Calibra Turbo. 204 PS stark, 16 Hightech Ventile. Außerdem umweltfreundlich mit einer von Saab entwickelten,  vorgeheizten Lambda-Sonde direkt hinter dem Auspuffkrümmer.

Bei manchen anderen Details bleiben die Schweden noch einsam, wie das Saab Magazin bedauernd feststellt. Den Latentwärmespeicher, der bei einem Motorstart die Schadstoffe dramatisch reduziert, gibt es weiterhin nur in einem Saab. Ebenso die FCKW-freie Klimaanlage, die 1991 aber schon bei Ausrüstern wie Behr Automotive zu finden ist, und die sich in den folgenden Jahren weiter verbreiten wird.

Ein bisschen Saab ist heute noch in jedem PKW zu finden. Am Göta Älv beginnt hingegen Mitte der 90er Jahre der langsame Abstieg. Ein verordneter Zwangsabstieg, muss man sagen. GM verweigert die notwendigen Investitionen und versucht,  die Schweden auf Linie zu bringen. Nicht immer mit Erfolg. Nach dem viel beachteten 900 II, dem letzten Schrägheck mit etlichen Innovationen, werden die neuen Modelle immer mehr dem Mainstream angepasst. Limousine und Kombi statt Schrägheck, die Oberklasse bedient man mit dem Auslaufen des 9000 gar nicht mehr. Zwar schimmert bis zuletzt immer wieder die Genialität der Ingenieure durch, aber nicht mehr so eindrucksvoll wie in den frühen 90er Jahren,  als sich Saab-Ideen in einer ganzen Branche verteilten.

24 Gedanken zu „Retrospektive. Ein bisschen Saab für jedermann.

  • 24. Juni 2019 um 10:51 AM
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    Unter anderem genau aufgrund all dieser Erfindungen und Einflüsse, aber auch durch weiterere Arbeiten im Bereich Sicherheit, bspw. bei den Sitzen, oder durch das Night-Panel oder anderen eher stilistischen „Macken“ hat Saab ja eine derartig treue Fangemeinde, oder?

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  • 24. Juni 2019 um 11:31 AM
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    Man vergisst solche Details mit der Zeit und sieht sie als selbstverständlich an. War schon eine tolle Marke, ich vermisse SAAB immer noch.

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  • 24. Juni 2019 um 12:01 PM
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    COPY, PASTE & SEITENAUFPRALLSCHUTZ

    Ich werde leider nicht fündig und kann keinen Link dazu liefern. Überall im Netz steht das Gleiche und es ist falsch. Copy & Paste eben …

    Der Seitenaufprallschutz ist schwedisch aber schon viel älter als alle schreiben. Vielleicht hat Volvo ihn nicht von Anfang an SIPS genannt und vor 1991 nicht griffig und offensiv genug vermarktet? Aber ich weiß aus eigener Anschauung, dass Volvo schon zuvor im 240 hochfeste Querstreben in die Türen gebaut hat.

    Ein Unfallfahrzeug eines Bekannten, welches auf der Fahrerseite exakt in beide Türen getroffen und umgeschmissen wurde, habe ich selbst inspiziert. Die Türbleche waren vom Unfallgegner um die Querstreben herumgedrückt worden, sodass diese sich sauber und deutlich abzeichneten.

    Zwischen A- und C-Säule ergab sich ein spitzwinklig, flaches Dreieck. Die B-Säule war auf ebene der Bodengruppe 15 bis 20 cm in Richtung Fahrgastzelle nach innen verschoben.

    Der Bekannte hatte ein Schleudertrauma und einen Rippenbruch.
    Der verursachende und schuldige Unfallgegner war tot.

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    • 24. Juni 2019 um 3:22 PM
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      Wikipedia ist auch nicht immer der Hort des absoluten Wissens, aber häufig ein guter Hinweisgeber. Dort wird im Artikel über den Volvo 140 im Abschnitt ‚Technik und Sicherheit‘ erwähnt, dass mit Stahlrohren verstärkte Türen ab Modelljahr 1973 verfügbar waren (https://de.wikipedia.org/wiki/Volvo_140).

      Jetzt wollte ich gerade behaupten, dass ich auf die Schnelle keine Bilder oder Zeichnungen zu diesem Thema gefunden habe, da kam mir noch eine Idee. Ist zwar kein Serienfahrzeug, zeigt aber, wo die Türverstrebungen bei Volvo hergekommen sind: https://www.media.volvocars.com/nl/nl-nl/media/photos/6035

      Dafür wäre dann bei Google eine Suche nach ESF bzw. Experimetal Safety Vehicles angebracht. Da das auf eine amerikanische Idee zurückgeht, entpuppen sich die Türverstärkungen am Ende vielleicht noch als eine Idee unser überseeischen Freunde …

      Viel Spaß beim googeln.

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      • 24. Juni 2019 um 6:21 PM
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        Vielen Dank. Das deckt sich bis auf ein Jahr genau mit meinen Erinnerungen …

        Ich dachte der Seitenaufprallschutz sei bei Volvo „erst“ 1974 mit dem 240 (der ansonsten die selben Türen wie der 140 hat) eingeführt worden. Beim 240 stand aber nichts derartiges. Jetzt weiß ich auch wieso …

        Und ich habe auch noch was gefunden. Im Artikel „Saab Automobile“ gibt es den Abschnitt „Beispiele für Saab-Entwicklungen“. Dieser beginnt erstens mit dem „Ursaab (Saab 92)“ und zweitens tatsächlich sogleich dem ersten Seitenaufprallschutz in der Geschichte des Automobilbaus. Dieser und ein stabiles Dach hätten bereits „den ersten SAAB zu dem sichersten Auto“ seiner Zeit gemacht.

        Ausschlaggebend für das hohe Augenmerk der SAAB-Ingenieure auf die Stabilität der Fahrgastzelle sei gewesen, dass jeder sechste Autounfall in Schweden damals durch einen seitlich in oder auf einen Pkw springenden Elch verursacht worden sei.

        Damit sollte das Rätsel gelöst sein. Der Seitenaufprallschutz ist tatsächlich eine überseeische Erfindung – aber von uns aus gesehen eben nur einmal kurz über die Ostsee. Von den USA aus gesehen einmal über den großen Teich …

        Erstaunlich und unerklärlich ist jetzt nur noch, warum andere Hersteller selbst im Premiumsegment ein halbes Jahrhundert zum Nachäffen dieser simplen und äußerst wirksamen Idee gebraucht haben?

        Dass selbst die anderen Schweden (Volvo) knapp 30 Jahre gebraucht haben, erkläre ich mir durch eine unterschiedliche Philosophie und andere Ansätze. Die Aeronauten von SAAB wollten nach WW II zugleich leichte und sichere Fahrzeuge und gingen von Anfang an neue und eigene Wege. Die schwereren Volvos waren gegen seitliches Bespringen brünftiger Elche bereits hinreichend gewappnet und um das Fahrzeuggewicht machte man sich keinerlei Gedanken …

        Erst als die Verkehrsdichte und somit seitliche Aufpralle durch andere Kfz zunahmen, sah man dann auch bei Volvo die Notwendigkeit und den Nutzen. Aber immerhin noch knapp 20 Jahre vor den Herstellern im dicht besiedelten Deutschland, welches seine vielen Verkehrstoten lange Zeit achselzuckend akzeptiert hatte.
        Das Sicherheitsdenken der Schweden ist wahrlich legendär.

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        • 27. Juni 2019 um 2:46 AM
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          You’ve jogged my ,imd back/

          In the early 1970’s, I worked in London for an importer of German decent, a Mr Henry Kenley, who had come from Germany.

          I was a young know it all, who also happened to be good at selling.
          Henry, wanted me to be a national wide representative which was travelling all over the UK. I was driving a Vauxhall Victor FD estate, which was troublesome and wanted a bigger estate. Henry would not let me think Opel (!!) and I looked at Volvo 140 and Peugeot 504 estate.

          I remember the tubular bars in the doors of the Volvo brochure very clearly now you’re mentioned it.

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  • 24. Juni 2019 um 1:45 PM
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    Schon seit langem geistert mir im Kopf eine Webseite o.ä. herum, die alle SAAB Innovationen einmal anschaulich auflistet und erklärt. Seitenaufprallschutz, Turbolader, beheizte Sitze, NightPanel, asymmetrischer Tacho usw. Leider schaffe ich es weder zeitlich noch technisch, so etwas „mal eben“ zu bauen. Oder gibt es eine solche Sammlung womöglich schon?

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    • 27. Juni 2019 um 3:53 PM
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      Sowas gibt es übrigens auf der Seite des Saabmuseums in Englisch – und extra Seitenaufprallschutzelemente in den Türen gabs ab 1972 im 99er…

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  • 24. Juni 2019 um 5:21 PM
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    Definitiv gab es den Flankenschutz in den Türen beim 240er Volvo. Es wurden als Sonderfahrzeuge in der DDR 1000 244 DLS Fahrzeuge ausgeliefert für die Bevölkerung. Das war Bedingung dafür, dass die DDR Regierung die Volvoschlachtschiffe der 264er Klasse mit 6 Zylinder bekommen hat (Für Honekers Fahrt von Wandlitz in das Stastaratgebäude im heutigen Mitte). Dafür hatten die Schweden eine Abnahme von 1000 Sonderanfertigungen des Volvo 244 DLS gefordert. Meine Eltern hatten damals eine 10 jährge Anmeldung für einen neues Auto und wollten eigentlich einen LADA 1500 o.ä. Der Verkäufer im einzigen Autohaus in Berlin-Ost Unter den Linden sagte, dass die letzten Volvos noch zur Verfügung stünden. Gesagt getan. Es war 1977. Ich war 12 Jahre und völlig fasziniert von dem Schweden und er hatte Seitenaufprallschutz in den Flanken. Das war etwas völlig Neues.
    Seitdem bin ich Individualist was Autos anbelangt und bei Saab gelandet. Ausschlaggebend war für mich damals die 9000 Testung mit 100000 km nonstop. Das war damals im Fernehen zu sehen. Seitdem wollte ich einen 9000er und fahre Saab seit 1993.

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    • 24. Juni 2019 um 7:29 PM
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      Lustig, tatsächlich hatte ich in den 1990ern auch mal so einen DDR-Volks-Volvo 244 EZ 1978 …
      Meiner war von Senfgelb auf dunkelblau umgespritzt. Karosse und Optik entsprachen dem 6-Zylinder (dem 264), der Motor (B21A mit 100 PS) aber war ein sparsamer und und eher schwacher 4-Zylinder aus dem 244.

      Diese Konfiguration gab es meines Wissens nur für sozialistische Länder. Als kostenbewusster Student fand ich sie genial, fühlte mich immer ausreichend motorisiert, hatte ein ehrliches Typenschild (244) am Heck und freute mich über die „aristokratische“ Nase des 6-Zylinders (264) …

      Was mich aber schon damals nicht davon abgehalten hat, mir nach jedem SAAB 900 Turbo Coupé oder einem 9000 Aero dermaßen den Kopf zu verdrehen, dass es manchmal im Nacken geknackt hat …

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      • 27. Juni 2019 um 1:39 PM
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        Lieber Herbert, unser war rot. Leider verkaufte mein Vater den Wagen unter Wert nach der Wende für eine Toyota Carina II. Was für ein Desaster. Ich war mit meinem Vater sauer und trauere dem Wagen heute noch hinterher. Ja, der Wagen war mit 101 PS untermotorisiert. Das mit der 6-Zylinder-Nase hatte was. Ich freute mich immer, wenn ich einen sah. Man konnte tanken was man wollte. Ich durfte mit 19 Jahren mit dem 244 meines Vaters und einem Freund, der von seinem Onkel auch einen gleichen roten 244 an diesem Tag fahren durfte, zur einer DISCO auf dem Land fahren. Leider waren die Tankstellen knapp zu DDR Zeiten, gerade nachts. Da wir die Discothek nicht gefunden hatten und umherirrten, wurde das Beznin im Tank knapp. Wir sind dann in ein Dorf gefahren um Mitternacht (ich glaube es war Rietz-Neuendorf bei Lübben) und klingelten an einer Haustür in einem der wenigen Höfe wo noch Licht brannte. Da standen wir jungen Burschen mit Mädels mit „unseren“ 2 roten 244 DLS und fragen nach Benzin. Der Zusammenhalt und die gegenseitige Hilfe war groß zu Ostzeiten und uns verkaufte der freundliche, sich etwas wundernde Herr Benzin, welches er aus einer großen verzinkten Milchkanne in den Tank kippte. Was genau drin war (vielleicht 1:1,5 Gemisch?) war nicht klar. Egal, das Wagen fuhr und ist hoffentlich der späteren Abwrackprämie nicht zum Opfer gefallen.

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        • 27. Juni 2019 um 4:31 PM
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          Großartige Geschichte ! ! !
          Vielen Dank dafür.

          Nicht nur die Leserbeiträge, die Artikel von Tom und der Blog-Crew machen diesen Blog zum Vergnügen. Es sind auch immer wieder mal solche Perlen an Kommentaren, die fast täglich für Lesestoff und Spaß sorgen.

          Der solidarische „Tankwart“ wird diese Episode sicherlich auch niemals vergessen haben. Gleich zwei 244 waren ja schon fast ein Staatsbesuch. Und das um Mitternacht. Großes Kino.

          Wenn wir Glück haben, dann fahren unsere 244er Langnasen noch heute irgendwo im Ausland. In D sieht man 7 Buckelvolvos und 25 Amazonen, bevor man einen 240er aus den 1970ern trifft. Aber immerhin sind jüngere 240er noch erfreulich häufig anzutreffen.

          Trotzdem sehr, sehr schade um die fetten und wirklich sehr guten Stoßstangen früherer Modelljahre. Schade auch um den B21A, der ebenfalls als unverwüstlich gilt und wohl tatsächlich alles tanken kann, wenn es nur flüssig und brennbar ist. Wer weiß, was da wirklich letztlich in der Milchkanne war 😉

          Aber wenn ich es richtig im Kopf habe, kam der B21 als Volvos erster Turbo und dann auch als stärkster Serienmotor des 240 in jüngeren Modellvarianten trotz des neuen B23 nochmals zu Ehren. Auch ein Trost. Der größte Trost ist aber der eigene SAAB 😉 Ein Rücktausch meines SC mit einem 244 DLS fiele mir im Traum nicht ein.

          Bei einem vollrestaurierten 245 Turbo (gleicher Nutz- aber höherer Marktwert) käme ich aber wohl doch ins Grübeln …

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          • 27. Juni 2019 um 11:43 PM
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            Danke für diese Worte. Ja, bleibt mir und vielleicht auch dem Tankwart in Erinnerung. Schön, dass ich solche Erinnerungen und Emotionen in diesem Blog teilen darf. Danke Tom dafür! Ich freue mich immer wieder einen 240er zu sehen. Ich werde aber weiter meine Saabs fahren.

          • 27. Juni 2019 um 11:51 PM
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            Übrigens habe ich vor 2-3 Jahren in autoscout mal nach einem 244 DLS geschaut. Da wurde ein umlackierter dunkler 244 DLS , ehemals Senfgelb mit 6 Zylindergrill angeboten. Muss wohl mal Deiner gewesen sein. Also, ich denke mal der läuft noch heute, wahrscheinlich in Polen.

          • 28. Juni 2019 um 12:44 AM
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            Würde mich freuen, wenn er noch irgendwo liefe …

  • 24. Juni 2019 um 10:17 PM
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    die Premiere vom 9000 hätte ich gerne live gesehen

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  • 25. Juni 2019 um 6:55 AM
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    Wie hießt das in Ingolstadt nochmal ? Vorsprung durch Technik ? Aha…..ist klar.
    Der 9000 wird (für mich) immer der beste Saab sein, den es in Trollhättan je gegeben hat. Einfach ein unfassbar gut durchdachtes Auto !

    Antwort
    • 25. Juni 2019 um 11:41 AM
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      TALLADEGA …

      … bedeutet in Ingolstadt (und Stuttgart) Waterloo. Nur in Trollhättan bedeutet es den Olymp.

      Immer wieder traurig, dass die SAAB-Story nach einem sagenhaften Aufstieg den Verlauf einer griechischen Tragödie nahm. Teil der Geschichte (und der Tragik) ist es, dass man wohl tatsächlich zu früh zu gut war.

      Die letzten beiden 9000-Fahrer, die ich ansprach, waren Erstbesitzer. Menschen, die sich einen Neuwagen geleistet haben und es immer wieder gekonnt hätten, aber schlicht nicht wollten und noch immer nicht wollen. Menschen, die felsenfest davon überzeugt sind, der 9000 sei das beste Auto, dass sie je hatten und davon, dass seither kein besseres auf den Markt gekommen sei.

      Der Wagen war seiner Zeit um Jahre voraus. SAAB hat beim 9000 an alles gedacht, was damals im Automobilbau ging. Man hat nur ein sehr wichtiges Detail vergessen: die Obsoleszenz, die es irgendwann dann doch mal bräuchte, um einem begeisterten SAAB-Fahrer den nächsten SAAB verkaufen zu können …

      Zu früh zu gut.

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      • 25. Juni 2019 um 5:04 PM
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        Na ja, ein paar Kleinigkeiten haben die Saab Leute vergessen, z.B. die Höhenverstellung des Lenkrades. Das ärgert mich Heute noch jeden Tag wenn ich einsteige.

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        • 25. Juni 2019 um 5:37 PM
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          Vergessen oder nicht für nötig befunden, das ist hier die Frage.

          Die axiale Verstellung des Lenkrads um bis zu 50 mm war ebenso serienmäßig wie die multiple Verstellung eines der besten Fahrersitze in der gesamten Geschichte des Automobilbaus. Ergonomische Klagen über den 9000 haben ja auch ohne Höhenverstellung des Lenkrads eher Seltenheitswert.

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    • 25. Juni 2019 um 12:03 PM
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      Wenn man es genau nimmt, stammt der Slogan ‚Vorsprung durch Technik‘ von NSU und wurde für die Werbekampagne des Ro80 erdacht. Die damalige Auto Union hat ihn durch die Fusion mit der NSU AG, neben einigen anderen Sachen, quasi geerbt.

      Er wird interessanterweise heutzutage eher positiv mit Audi, statt negativ mit dem Wankelmotor in Verbindung gebracht. Das soll jetzt keine Wertung des Ro80, sondern nur seiner Verkaufszahlen sein. Das darf man dann wohl als gute Arbeit der Marketing-Abteilung werten.

      Es zeigt halt den Einfluss der Werbung, obwohl ja auch Saab schöne Werbung gemacht hat. Zum Teil mit hintergründigem Humor, aber leider wohl nicht annähernd so massenkompatibel.

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  • 27. Juni 2019 um 8:19 AM
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    Der Erste SAAB hate schon eine Art Seitenaufprallschutz; indem die Türen über die Schwelle gezogen waren. Die eigentliche Nachfolgevariante ging 1972 beim SAAB 99 in Serie mit einem vierkantstahlrohr.

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  • 27. Juni 2019 um 3:23 PM
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    …und die überlappende Kante ist dann dankenderweise noch lange zusätzlich weitergeführt worden, ebenso wi die extra-stabile A-Säulenverstrebung. Entscheidend für die Entwickler bei Saab waren nicht so sehr plakativierbare Merkmale sondern echter Insassenunfallschutz: bei schweren Unfällen mit Saab-Beteiligung wurde nach Möglcihkeit ein Team entsandt um zu überprüfen mit welchen konstruktiven Maßnahemn die Unfallfolgen zukünftig veringert werden können – und das wurde dann auch umgesetzt. Andere Hersteller waren an der Weiterentwicklung ihrer bestehenden Modellüalette eher uninteressiert. Besonders gut erinnere ich mich da an eine IAA Ende der 80er Jahre: da kostete ein Porsche in den USA wesentlich mehr als in Europa – eine Firma hatte sich darauf spezialisiert diese für den Import in die USA umzurüsten: wichtigstes Kriterium für die Zulassung in den USA war der Einbau des anscheinend für Europa unwichtigen Flankenschutzes…
    …und für die Entwicklung der genialen Saab-Sitze wurde übrigens stets ein Orpthopäde mit ins Boot genommen – auch das war für Saab selbstverständlich und wurde leider nicht in großformatigen Anzeigen ausgeschlachtet.

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