Produktionsmitarbeiter für die Saab Fabrik

Trollhättan hat eine lange Tradition im Automobilbau. Seit fast 70 Jahren werden am Göta Älv Autos gebaut – mit kleineren und manchmal auch längeren Unterbrechungen. In den 80er Jahren pausierte das Werk immer wieder, manchmal für Monate, weil die Nachfrage nach dem 900 zu gering war.

Saab Presswerk in der Morgensonne
Saab Presswerk in der Morgensonne

2011 fuhr das Werk dann in den Ruhemodus, wurde im Dezember 2013 unter NEVS für einige Monate neu angefahren; seit dem Ende der Produktion der 2014er Modelle herrscht Ruhe. Diese lange Phase soll ab dem Sommer vorbei sein. NEVS rekrutiert ab sofort Mitarbeiter für die Produktion. Die IF Metall meldet die Neueinstellung von “einigen 100 Mitarbeitern”, die lokale Zeitung spricht von rund 200 Personen für das Werk. Wie auch immer, NEVS wird im Sommer die Anzahl von 1000 Mitarbeitern überschreiten, die Saab Fabrik wird zu neuem Leben erweckt.

Die neuen Mitglieder der Produktionsgruppen werden zuerst ein Training durchlaufen, dann werden sie im Bereich der Lackierstrasse und des Presswerks die Karosserien für das NEVS EV auf 9-3 Basis produzieren. Die lackierten Karosserien gehen per Seeweg nach China in die Endmontage im neuen Werk Tianjin.

Für die Produktion des NEVS EV – der Markenname für China ist immer noch unklar – ist die Karosserie aus Schweden nur eine Übergangslösung. In China entstehen ebenfalls Presswerk und Lackieranlage; das Werk in Trollhättan soll zukünftig den europäischen und nordamerikanischen Markt beliefern.

Ein interessantes Detail gibt es am Rande. Die IF Metall berichtet von einer möglichen Endmontage des Elektroautos auch in Trollhättan. Je nach Nachfrage könnte, im kleineren Umfang, das EV auf Saab 9-3 Basis 2017 auch in Schweden vom Band laufen. Die Entscheidung und die Stückzahl werden von der Nachfrage auf den europäischen Märkten bestimmt. Momentan sei aber die Lust auf Elektroautos in Schweden nicht besonders groß.

Dem ist wirklich so. Im April 2016 wurden in Schweden 309 Elektrofahrzeuge verkauft. Im Jahr zuvor waren es 367. Die Nachfrage verharrt auf niedrigem Niveau. Das meistgekaufte EV war der Nissan Leaf mit 138 Exemplaren, gefolgt vom Renault Zoe mit 60 Einheiten. Knapp dahinter, auf Rang 3, folgt der Tesla S. Ein Elektroauto, made by Trollhättan, könnte Begeisterung wecken und einen Aufwärtstrend entfachen.

19 Gedanken zu „Produktionsmitarbeiter für die Saab Fabrik

  • Erfreuliche Nachrichten! Gut für die Region im Trollcity. Möge der Schwung des Neubeginns vom Erfolg begleitet werden… Die Ex-SAABianer hätten es verdient! 🙂
    Zitat: Ein Elektroauto, made by Trollhättan, könnte Begeisterung wecken und einen Aufwärtstrend entfachen. Möge der “Weckruf” gehört werden…., denn die Struktur drumherum mit Ladestationen muss ja auch stimmen !

  • Hallo Tom. Gibt es was neues bezüglich der MY 2018 Modelle? Ist es ein kompakter, der dann in verschiedenen Typen kommen wird? Hatchback, crossover…Kombi usw?
    Hoffentlich kriegen wir irgendwie, irgendwas bald was zu sehen…
    Grüße aus Berlin.

    • Keine Neuigkeiten aus dieser Ecke. Ich bin mir nicht sicher, ob es ein MY 2018 mit neuen Fahrzeugen geben wird. Vielleicht auch 2019/20… Wenn es konkrete Neuigkeiten gibt sind wir dabei!

  • Jetzt stellt sich bloß die Frage, ob auf der Arbeitskleidung der Produktionsmitarbeiter noch der SAAB Schriftzug prangt oder allein das NEVS Logo? 😉

  • Zunächst ist es schön wenn in Trollhättan im ehemaligen Saab Werk immer mehr Lichter wieder angehen und immer mehr Leute wieder in Lohn und Brot stehen. Aber die Zurückhaltung der Schweden bei reinen Elektroautos ist für mich mehr als verständlich. Schweden ist groß und 100 Km Wegstrecke ist gar nichts. Da ist dann eben auch mal schnell der Akku lehr. Dabei gibt es genügend Möglichkeiten um auch elektrisch, zumindest teilweise , auf langen Strecken zuhause zu sein.

    • Elektroautos wären erst mal eine gut Option für die Ballungsräume Göteborg und Stockholm. Die andere schwedische Marke will auch Elektroautos auf den Markt bringen, beide Unternehmen investieren massiv in Schweden. Läuft das Werk am Göta Älv und investiert NEVS weiterhin, wovon auszugehen ist, wird sich die schwedische Politik nicht dem Ausbau eine Ladeinfrastruktur im ganzen Land nicht entziehen können.

      • Dazu müssen es aber die Schweden wollen. Wozu ein Auto kaufen was eine geringere Reichweite hat, Stunden zum Laden braucht und zumal noch mehr Kostet? Hab schon einige Teslas an E-Tankstellen gesehen. Hab gelacht und bin nach 5 min Benzin Tanken weg gefahren.

        • Bei Volvo gibt es eben sowohl Verbrenner, Hybrid und Elektrofahrzeuge. Was mich an NEVS stört bzw. deshalb werden Fahrzeuge von NEVS sicherlich nichts für mich sein: Alternativloser Elektroantrieb mit Akkus und sonst nichts . Dabei gibt es Alternativen. Stichwort Brennstoffzelle oder auch Range Extender. Bei PSA wo NEVS Partner Dongfeng beteiligt ist beschäftigt man sich mit einem Druckluft Hybrid.

          • Schnell: Wieviele Wasserstoff-Tankstellen gibt es in Deutschland?

            😉

          • also, es scheint 14 zu geben, von denen 4 gerade kaputt sind, die 700 Bar liefern (das einzig Sinnvolle). Weitere 14 sind geplant.

            das musste ich jetzt einfach noch rauskriegen 🙂

        • Ich würde auch auf einen Plug-in-Hybriden wetten. Nur so ein Gefühl…

          • Ich denke auch, dass nur ein – wie auch immer Hybrid – für Europa/Amerika durch NEVS gebracht werden muss. Das ist die derzeit einzige praktikable und bezahlbare Lösung mit entsprechender Reichweite.
            Mich würden im Vergleich die Verkaufszahlen von Hybrid- Autos interessieren, weil die in den Zahlen nicht auftauchen. Ich vermute wenn man die hinzuzählt sehen die Zahlen deutlich besser aus.

          • Hybride wurden in Schweden 943 verkauft – erheblich mehr als reine EV`s. Marktführer ist der Passat GTE mit 295 Exemplaren. Hybride und Elektroautos kamen im April zusammen auf einen Marktanteil von 2.95%, was sensationell gut ist.

        • Obacht! Der Tesla ist durch ein Schnell-Ladeverfahren innerhalb von 20min zu 80% wieder voll. Dann können weitere 300km gefahren werden. Sicherlich kein optimales Langstreckenfahrzeug, für Ballungsräume (die nötige Liquidiät vorausgesetzt) aber sicherlich ein interessantes Auto.
          Ein bisschen weniger Arroganz würde ganz gut tun, da langfristig kein Weg an E-Mobilität vorbeiführt – und selbst wohl als Zweitwagen einen Dieselskandal-VW fahren, wa?

  • And now let’s compare how many new models sold Volvo brand in Sweden and was surprised that electric cars “do not need” the consumer.

  • Bin nur sehr froh das neue Mitarbeiter angenommen werden. Was jetztendlich fuer den Europeische Markt rauskommt ist noch immer Fragwuerdig.. Aber interessant ist es sicher.

  • Das ist ziemlich signifikant! 1000 Leute bei NEVS! Die Zeiten haben sich ja durch die Pleite geändert. Viele Ex-Saabler sind in kleineren Unternehmen untergekommen, die dort Entwicklungsarbeiten anbieten.

    Es kann also durchaus sein, dass zu den 1000 noch einige Hundert hinzukommen, die zu-entwickeln. Das entspricht dann ja schon wieder dem Vorkrisen-Zustand!!!

    Was Elektroautos betrifft: Teslas Modell 3 scheint den richtigen Weg zu gehen. Solange die Akkus nicht besser werden, ist die einzige Möglichkeit, halbwegs Reichweite zu Kosten unter 100000 Euro anzubieten, die dramatische Verbesserung des Luftwiderstands. Bzgl. Tesla munkelt man ja von eine cw-Wert von 0.2-0.21. Das müsst Ihr Euch erst mal auf der Zunge zergehen lassen. Saab hatte bislang um die 0.28 erreicht, Daimler mit bestimmt viel Aufwand erreicht in einigen Modellen 0.25; mehr als 20 Jahre nach dem Audi 100 mit 0.3. Das ist also derartig heftig, was Tesla plant, dass ich es noch woanders posten werde, hihi.

  • Danke für die Info!

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