Ende der analogen Wohlfühlzone

Im automobilen Mittelalter, die Zeit des jugendlichen Bloggers,  erfanden die Automobil-Zeitschriften den Begriff “Krieg der Knöpfe”. Navigations- und Klimasysteme eroberten damals die höheren Klassen; die Zahl von Knöpfen und Schaltern auf der Mittelkonsole nahm inflationär zu.  Zugegeben, das sah gut aus, war imageträchtig, auch wenn die intuitive Bedienbarkeit auf der Strecke blieb. Im gleichen Maße wuchs der Umfang der Bordliteratur und wurde nicht selten mehrbändig.

Analoge Wohlfuehlzone. Saab Night Panel
Analoge Wohlfuehlzone. Saab Night Panel

Auch Saab blieb davon nicht verschont. Saab 9-5 und 9-3 II hatten zeitweise eine beeindruckende Knopfsammlung zu bieten. Was irgendwie, und vor allem in der Nacht, nach Jet aussah.

Das war gestern.

Wer in der letzten Woche die Bilder der CES 2016 in Las Vegas sah, der wusste,  dass wir uns bereits mitten in einer neuen Zeit befinden. Vom analogen Mittelalter, dem Krieg der Knöpfe, ziehen wir in die digitale Zeit und den Krieg der Displays. Was bislang Serie ist, das virtuelle Cockpit einiger Audis etwa, ist nur ein lauwarmer Vorgeschmack auf das,  was kommt.

Bosch zeigte auf der Consumer Electronics Show ein Showcar, dessen Display-Cockpit auch einem Airbus Konkurrenz machen könnte. Armaturenbrett und Mittelkonsole sind in einem rein elektronischen Display vereint; es passt sich automatisch der Umgebung des Fahrzeugs an. Nur Vision? Von wegen! Mitsubishi, eine Marke der Avantgarde absolut unverdächtig, zeigte zum wiederholten Mal den Emirai 3. Eine Studie, deren Cockpit-Design bis 2020 in die Serie einfließen soll.

Der Krieg der Displays läuft auf Hochtouren, vor allem in China. Jener Markt, früher mit aufgewärmter Ware aus Europa zufrieden, jetzt aber immer mehr eigene Trends setzt. Display Innovator Tesla, die Amerikaner setzten als erster Anbieter ein 17″ Display hochkant in die Mittelkonsole eines PKW, wird demnächst den Titel des größten Touchscreens an Weichai (schon mal gehört?) verlieren. Die Chinesen verbauen im Facelift seines kompakten Yingzhi G3 SUV ein Display, welches mindestens 20″ an Größe haben soll.

Und Dongfeng, strategischer Partner von NEVS, installiert im neuen Fengguang SUV einen Bildschirm im Armaturenbrett, welcher vor einigen Jahren noch als Breitbild- Leinwand akzeptabel gewesen wäre.

Der Trend zu Digitalisierung und Display rast. Für die Autohersteller überwiegen Vorteile. Dem Kunden wird zukünftig das haptische Erleben fehlen. Nichts mehr,  was man drücken oder tasten kann, notfalls auch ohne den Blick von der Straße zu nehmen.

Displays sind universell, einfach zu integrieren, günstiger als Schalter und Knöpfe, welche man speziell für jedes Modell designen und produzieren muss. Es locken unendliche, neue Möglichkeiten. Grafiken und optionale komplexe Funktionen kennen kein Limit mehr. Angefangen von Assistenzsystemen, Streaming, Service, Werbung, Kommunikation. Das Auto wird zur digitalen Gaming Zone. Ein digitales Update von Modelljahr 2020 auf 2025? Mit allen Neuerungen? In Zukunft machbare digitale Dienstleistung.

Die Wertschöpfung in der Automobilindustrie verändert sich dramatisch. Weg von Hardware, hin zur Software und digitalen Dienstleistungen. Nicht umsonst hat NEVS einen Softwareanbieter im Kreis der Aktionäre. Explodieren wird zukünftig auch die Zahl der Updates, der Bug Fixes, der Sicherheitslücken.

Es entstehen nicht nur neue Geschäftsfelder, auch Angriffsmöglichkeiten vermehren sich. Wir werden es lieben, wir werden es hassen. Spätestens dann, wenn beim morgendlichen Start das über Nacht geladene Update unser Auto neu konfiguriert. Auf dem Rücksitz quengelnde Kinder, die pünktlich zur Schule müssen, im Kopf bereits der erste Geschäftstermin des Tages. Und die Kiste installiert in Ruhe ihr Update…

Während wir dann gebannt auf das Display starren, “schalten sie Ihr Fahrzeug nicht aus, während es neu konfiguriert“, denken wir vielleicht an vergangene, analoge Zeiten. An einen kleinen Hersteller, der so etwas Putziges wie ein Nightpanel als Innovation brachte. Damit der Fahrer, nur noch den analogen Tacho vor den Augen, seine komplette Konzentration dem Verkehrsgeschehen zuwenden kann. Ach, das analoge Mittelalter war schon eine harmlose, naive Zeit !

Perdu. Endgültig für alle Zeit.

Der Blick zurueck: Bloggers Rueckspiegel
Der Blick zurueck: Bloggers Rueckspiegel

Nicht jeder wird sich den digitalen Trends aussetzen wollen. Nicht umsonst explodiert das Geschäft mit Klassikern und Youngtimern, nicht ohne Grund ging das erste Porsche-Zentrum für klassische Sportwagen in Gelderland bei Arnheim in Betrieb. Bis 2018 soll es 100 Porsche Classic Zentren weltweit geben; die Schwaben haben den Zug der Zeit erkannt.

Vielleicht, ja vielleicht gibt es Hoffnung für all diejenigen, die ihre analoge Komfortzone behalten wollen und die dem Krieg der Knöpfe nachtrauern. Eventuell finden wir ab 2018 ein digitales Nightpanel in den neuen EV`s aus Schweden. Und in der Preisliste die Option für eine “Cockpit Emulation 2001er Aero, analog”.

Ich würde sie bestellen.

29 Gedanken zu „Ende der analogen Wohlfühlzone

  • Moin.

    Knöpfe – ich will Knöpfe!!! 😉

    Ich bin ja (teils berufsbedingt) auch ein “großer Fan” von “Touchscreens”, iPhone, iPad & Co. und finde, dass diese Geräte und Bedienungssysteme an sehr vielen Stellen wirklich Vorteile oder zumindest erhöhten Komfort bringen.

    Aber im Auto sehe ich das (aus Fahrersicht; nicht aus Herstellersicht) zu einem großen Teil anders.

    Beim Fahren (besonders auf unebenem Untergrund) ist es doch wesentlich leichter (sogar fast “blind”) Knöpfe zu drücken und an Rädchen zu drehen, als irgendetwas mit den Fingern auf einem Touchscreen versuchen zu treffen (das fängt bei mir schon fast bei der Auswahl des Radiosenders auf dem Touchscreens des 9-5 II / 9-4 an)! 😉

    Ich freu mich auf alle Fälle immer wieder, wenn ich die doch gut gemischte Kombi aus Touchscreen und klassischen Knöpfen in meinem 2011´er sehe und ich dort viele Sachen noch “klassisch” mit Knöpfen und Rädchen bedienen kann! 🙂

    • Genauso ist es. Ich hab mal gelesen, dass es Studien aus dem Bereich der Luftfahrt gibt, dass viele Knöpfe mit je einer Funktion ergonomischer sind als weniger Knöpfe mit wechselnder Funktion. Erscheint mir auch sofort logisch, denn entweder muss man hingucken, um die jeweils aktuelle Funktion zu erkennen oder es sich merken. Das gilt für Touchscreens noch verstärkt.

      Es handelt sich für mein Gefühl um das aus der Datenverarbeitung und der Digitalphotographie hinlänglich bekannte Phänomen der Checklistenmentalität. Je mehr Funktionen -so unsinnig sie auch sein mögen- ein Gerät hat (die dann nur noch per Menus etc. gesteuert werden können), destso schönere Checklisten kann man im Prospekt daraus erzeugen.

      Ob das jemand braucht? Nö.

      Bildschirme statt konventioneller Instrumente könnten durchaus sinnvoll sein. Aber die Kunst des Weglassens ist da noch wichtiger. Die alte Saab hätte das vielleicht geschafft. Schauen wir mal, ob die Ingenieure sich durchsetzen können; sind ja oft noch die alten.

  • Toller Artikel! Die Knöpfe im 93 und 95 liebe ich immer noch, vom ersten Tag an 😉

  • Die Displayfixierung im aktuellen Automobildesign führt zu zwei schwerwiegenden Problemen.

    1.) Vorzeitige Ermüdung der Augen auf langen Nachfahrten; Ablenkung vom Verkehrsgeschehen.
    Wir Menschen blicken intuitiv in Richtung einer Lichtquelle; befindet sich diese vor unserer Nase im Armaturenbrett, so schauen wir dorthin und nicht mehr auf die Straße. Den Blick auf die Straße zu nehmen erfordert dann Anstrengung; man ermüdet schneller und ist unkonzentrierter.
    Eine Lichtquelle im Cockpit schließlich, am Rande des Blickfeldes, kontrastiert duch die dunkle Außenwelt vor dem Auto, überfordert das Auge physikalisch. Woran soll die Pupille sich jetzt anpassen? (Vielleicht erklär das den Beleuchtungs- und Blendungswahnsinn aktueller Scheinwerfer; wenn der Innenraum hell ist, muß die Umgebung auch hell sein; völlig egal, ob das den Gegenverkehr blendet…)

    2.) Ein Touchscreen gibt weder haptische Rückmeldung; noch sind die darauf dargestellten Informationen greifbar. Sie sind nur zu sehen. Während man einen Knopf nach etwas Gewöhnung, Drehregler dagegen sofort intuitiv finden und bedienen kann erfordert das Display, das man darauf schaut. Man muß also den Blick von der Straße nehmen.

    Wer schon einmal versucht hat, in einem aktuellen Golf (oder einem beliebigen anderen KdF-Wagen) während der Fahrt die Armaturen- und Innenraumbeleuchtung zu dimmen, der weiß vowon ich rede.
    Anstatt eines Drehreglers im Tacho oder links, ggf auch links unten neben dem Armaturenbrett, der wenn nicht zu sehen, so doch zu ertasten ist, und jahrzehntelang marken- und modellübergreifend an einer dieser Stellen zu finden war gibt es jetzt nur noch ein Display. Mit “intuitiver” Benutzerführung. Soso.
    Das heißt: man klickt sich durch mindestens zwei Untermenues, die man auch erstmal finden muß; und darf dann mit dem Zeigefinger tatschend das Licht dimmen (was auch nicht wirklich geht; selbst auf der niedrigstren Stufe ist es noch zu grell). Das mündet in der Praxis entweder in einem minutenlangen Blindflug oder man steuert genervt den nächsten Rastplatz an und bekommt einen Wutanfall. (Auch nicht die beste Voraussetzung für eine sichere Weiterfahrt.)

    Man ist bei einigen neueren Fahrzeugen schon versucht zu fragen, ob deren Entwickler überhaupt Auto fahren. Daß sie längere Strecken in der Nacht fahren kann jedenfalls als ausgeschlossen gelten.

    • Sehr schön kommentiert, kann ich vom ersten bis zum letzten Wort unterschreiben.

      In der Seefahrt begann der Trackball- und Touchwahnsinn auf den Brücken schon vor ca. 20 Jahren und hat uns Praktiker zur Weißglut getrieben. Es ist einfach nicht praxistauglich und nach kurzer Zeit sehr anfällig und kostspielig. Seit einigen Jahren tauchen zumindest für die dauernd benötigten wichtigen Funktionen wieder vermehrt Knöpfe und Drehregler auf. Dazu gab es Arbeitsgruppen bestehend aus Herstellern, Praktikern und Aufsichtsbehörden.

      Bei SAAB wurde früher über den Tellerrand geschaut, in die Flugzeug- und LKW-Branche, das sind professionelle Bereiche. Die heutige Autoindustrie ist zu borniert und arrogant dafür und hebt ab.
      Ständig eiern moderne Autos kreuz und quer über mehrere Fahrspuren und man sieht, dass der Fahrer mit seinem Display beschäftigt ist – das ist gefährlicher als telefonieren.

  • Mir geht es ja schon bei der Auswahl eines neuen Motorrades ähnlich. Viele neue Modelle fallen sofort aus dem Raster aufgrund ihres digitalen Anzeigeformats von Km/h und U/min. Was die Nutzung von solchen Displays im Auto betrifft schließe ich mich Turboseize an. Mit Grauen denke ich an die Probefahrt eines Insignia zurück. Aber dies ist für mich ein Grund mehr unsere analogen Schätze zu erhalten. Und die Nightpanel Taste ist nicht zu schlagen.

  • Nicht jede technische Neuerung ist sinnvoll… und diese Displays sind es definitiv nicht!
    Was mache ich wenn meine Touchscreens mir nach 6 Jahren die Arbeit verweigert und mein Auto praktisch unbrauchbar ist ? Wenn diese wohlmöglich mitten während der Fahrt ihren Geist aufgeben…?
    Die schon angesprochene Ablenkung und die höhere Belastung für die Augen ist ebenso ein Contra-Argument (versucht mal 2-3 Stunden ohne Kopfweh auf einen Bildschirm zu starren).
    Des Weiteren verlieren die Autos ihren individuellen Charakter.
    Also gilt es die Fahrzeuge aus dem automobilen Mittelalter zu hegen und zu pflegen und darauf hoffen, dass ORIO Porsches Konzept eines Tages übernehmen wird.
    Ich jedenfalls werde nie etwas für solche fahrenden Computer übrig haben auch wenn ich einer jüngeren Generation angehören.

  • Und was wird, wenn solche Autos mal älter werden?
    Dann hat man ein 15 Jahre altes Wrack ohne Rost mit makellosem Lack in der Garage, das nicht einen Mucks macht. Schon mal versucht, einen 10 Jahre alten PC zu nutzen?
    Es geht ja nicht nur um Softwareupdates. Welches Speichermedium war vor 15 Jahren üblich?
    Das sind meine Sorgen schon seit langem!

    • Vom Prinzip her kann man (fast) alles reparieren oder an neue Technik adaptieren. Das K.O. Kriterium wird die Menge an Elektronik und Software sein, die es einfach unbezahlbar machen wird, einen fahrenden Computer auf der Strasse zu halten. Deshalb ist es klug die “analogen” Saabs zu pflegen und möglichst lange zu behalten 😉

      • So sieht es wohl aus. Ich hab mal einen Bericht gelesen, wo eine Gruppe von Leuten sich zusammengefunden hat, um Gussteile für den Porsche 356 (stimmt die Nummer?) nachzugießen. Ich glaube, es waren Motorblöcke, die im Verfahren der verlorenen Form hergestellt wurden, in einer großen Halle. Das ganze hatte Party-Charakter.

        Aber ein ganz schöner Aufwand. Jedoch nichts im Vergleich dazu, ein Motor-Steuergerät zu ersetzen. Wenn dieses nicht mehr hergestellt wird, und ein nicht mehr erhältliches Bauteil wie die CPU kaputtgeht, muss ein Emulator ran, und der läuft auf einer Fremd-CPU und die muss dann irgendwie so angebunden werden, dass die ganzen Sensoren-Eingänge ihre Infos liefern können und dann muss die Steuersoftware irgendwie ausgelesen und auf den Emulator gebracht werden usw. Ich will nicht sagen, dass es nicht geht, aber puh, das dürfte echt heftig werden.

        Gibt es wohl schon Autos, die aufgrund nicht mehr lieferbarer Steuergeräte zu Stand-Eisen wurden?

  • Super Artikel.

    Aber nicht nur Porsche und nicht nur im Automobilbereich hat man Zeitzeichen in Richtung
    Retro erkannt …

    Viel mehr Erfahrung mit digitalen und anderen Bedienkonzepten als die Autobranche hat man in der Fotobranche. Hochinteressant, dass hier nahezu jeder ernsthafte Nutzer Einstellrädern und Knöpfen und somit dem direkten Zugriff den Vorzug gibt.

    Die Hersteller und Entwickler üben sich schon so lange darin, dafür moderne Formen zu entwickeln, wie man sie heute bei den meisten DSLRs (etwa von Canon und Nikon) findet, dass Form und Bedienung bis in die analoge Fotografie zurückreichen.

    Stark ist aber auch der Trend zu Retrodesign und Retrobedienkonzepten. Nikon hat eine entsprechende Spiegelreflex (DSLR) auf dem Markt und Fuji macht in dem Bereich der Systemkameras (also denen für Wechselobjektive) nur noch Retro und davon inzwischen etliche.

    So lange wir nicht mit autonomen Automobilen unterwegs sind, gehören die Hände ans Lenkrad und die Augen auf die Straße …

    Fotografen wissen, was eine einzige Hand mit Daumen und Zeigefinger alles Regeln kann, während man die Kamera weiter fest mit der selben Hand im Griff hat und dabei auf die Straße/durch den Sucher guckt.

    Statt mit touchy touchy sollten sich die Autohersteller lieber mit den Lenkrädern und deren Bedienpotential befassen. Gerade die Lenkräder mit Daumenmulde fühlen sich ohnehin längst so an, als hielte man zwei professionelle Spiegelreflexkameras (eine für Linkshänder) in Händen.

  • Ich finde es gut, dass dieses Thema endlich einmal eher kritisch betrachtet wird, aber vielleicht bin ich ja auch nur aus der Zeit gefallen.

    Eine wesentliche Kaufentscheidung für mich war in Bezug auf die Bedienbarkeit die Reduktion auf das Wesentliche. Mein 9-3 Bj. 2008 erfüllt das sehr gut. Ich persönlich denke, dass der 9-3 da auch besser aufgestellt ist als der 9-5NG.

    Die aktuelle Entwicklung scheint völlig an mir vorbeizugehen. Ich benötige keine schachbrettgroßen Displays, die mir alles mögliche anzeigen, sofern ich es denn finde. Selbst bei den Navigationssystemen vertrete ich wohl mittlerweile eine Minderheitenmeinung. Solange ich noch einigermaßen hören kann, brauche ich keine Kartendarstellung sondern lediglich eine gute Ansage, Für mich ist ein Auto dann ein gutes Auto, wenn ich so wenig wie möglich einstellen, tippen, wischen oder drücken muss. Und gerade da kommt das Bedienkonzept des 9-3 der letzten Generation meinen Idealvorstellungen schon sehr nahe.

    Über den Night Panel und seine Nutzung gibt es sicher geteilte Ansichten. Ich selbst nutze ihn sehr oft, weil ich häufig bei Dunkelheit auf eher wenig befahrenen Straßen mit hoher Wildunfallgefahr unterwegs bin. Ich kann mich dann voll auf die Fahrbahn konzentrieren. In letzter Zeit hat mir das zweimal geholfen, Kollisionen mit ausgewachsenen Rehen zu vermeiden. Mein Fazit weniger ist mehr und was soll ich mir bloß anschaffen, wenn mein 9-3 das Zeitliche segnen sollte?

  • Naja, wenn dann später mal das Touchpad ausfällt bekommt der Fahrer vielleicht sofort per Drohne ein Ersatzteil zum plug&play -Einbau direkt auf den Pannenstreifen geliefert. Spaß beseite: Auch ich mag große übersichtlich gestaltete Knöpfe mit haptischer Rückmeldung mehr als Touchpads. Aber, die Touchpads bringen auch die Möglichkeit mit sich, die Einstellungen individuell zu konfigureren. BMW bietet das immerhin mit 8Tasten, die man frei mit Direktzugriffen belegen kann. Das ist eine feine Sache. Hoffen wir also auf die App, die uns zumindest virtuell das Layout des 9-5 aufs pad zaubert. Und uns zudem die Möglichkeit der Individualisierung bietet. Entwickler, an die Arbeit!

  • Das Bedienen all dieser, teilweise nicht wirklich nützlichen, Dinge sollte grundsätzlich nur bei stehenden Räder möglich sein. Die Ablenkung ist einfach riesengross. Man fragt sich schon manchmal; wer fährt und lenkt eigentlich noch?? Ich verzichte gerne auf diesen elektronischen Schnick Schnack und erfreue mich an einem schönnen analogen Armaturenbrett ( wobei, ein “Brett” ist es natürlich auch bei meinen älteren Fahrzeuge auch nicht, eher ein Blech! )
    Nightpanel nütze ich in der dunklen Winterzeit grundsätzlich immer und siehe da, das Auto bringt mich ohne Probleme von A nach B!

  • Weichai (schon mal gehört?) Ja! Aber in einem anderen Zusammenhang…. 😉

  • Zitat: “Für die Autohersteller überwiegen Vorteile. Dem Kunden wird zukünftig das haptische Erleben fehlen.”
    Auch wieder so ein wichtiger Satz von Tom, der zum Nachdenken anregt…!
    Nein, das will ich nicht! Eine klare Position von mir. Wenn mein SAAB sich weiter so gut hält, muss und werde ich mir das auch nicht antun. Ansonsten verabschiede ich mich aus dem “Individualverkehr” per PKW. Entschleunigung ist dann angesagt, im frohen Sinne! 🙂

  • Einen defekten Tacho bekomme ich für ein paar Scheine repariert. Ein Display wohl nicht. Aber es wird kein Weg an dieser Entwicklung vorbei führen, der Trend ist unumkehrbar. Wie will man sonst die ganzen Assistenzsystem unterbringen.
    Die ältere Autofahrer Generation wird da mehr und mehr Probleme bekommen. Vergrault die Branche die besten und treuesten Kunden?

  • Es wird hoffentlich wie damals sein, der Hype wird verfliegen und man wird sich wieder auf die wesentlichen Dinge konzentrieren.

    Soweit ich weiss war auch im Flugzeugbau einmal der Drang alles mit Displays zu regeln, bis sich die Erkenntnis durchsetzte, das wesentliche Bedienelemente doch lieber als Knöpfe/ Regler etc. auszuführen seien.

    Bis dahin werden wir aber mit dem Übel leben müssen. Genauso wie mit dem Wahn Autos zu selbstfahrenden Vehiceln zu machen, wo ich mir immer sage, da kann ich auch die Bahn, oder gar den Flieger nehmen. Entweder ich will unabhängig sein und selbst endscheiden wann ich rechts oder links abbiege, mit 30 oder 200km/h unterwegs bin etc.pp. oder ich begebe mich in die Abhängigkeit von Maschinen (mit Fremdsteuerung) dann aber bitte richtig.

    Grüße Cetak

    PS: beim 9-3 II mit Navi war die Kombi aus Dsiplay und Reglern ziemlich gut gemacht.

  • Beim Einstieg in diesen Artikel musste ich an den Peugeot Oxia denken, ein Konzeptfahrzeug von 1988 oder 89, und für ein solches ausgesprochen fahrbar und realitätsnah.

    Die Krönung war ein IBM-Kompatibler PC (!) unter der Mittelkonsole mit 5,25″-Laufwerk (!!), Tastatur und Trackball, Koppelnavigation und einer über das Autotelefon (!!!) kontaktierbaren, von Peugeot gepflegten Datenbank mit Hotel- und Restaurants entlang der Reiseroute.

  • Naja.
    Also ich habe diese Woche ein 9-3 aero geholt.
    Von dem night panel bin ich sehr enttäuscht und finde es so wie es ist eig unsinn.
    Da war das black panel im 900II um welten besser und sinnvoller.
    Warum geht beim night panel nur die hälfte aus?
    Warum bleiben die ziffertasten hell?
    Die blenden so der maßen.
    Da kann ich gleich alles anlassen.

  • “… eine Marke der Avantgarde absolut unverdächtig…” Hat mir den Tag gerettet.

    Spannend wäre gewesen, wie Saab mit dieser Herausforderung umgegangen wäre. Ob einmal mehr ein eigener Weg gefunden worden wäre.

      • Die Stärke war vor allem die Möglichkeit zur Individualisierung. Saab lag da voll im Trend. Der Video dazu ist noch abrufbar, 5 oder 6 Jahre später sieht das rührend antik aus.

        • Stimmt … 🙂
          Aber “damals” war das schon recht “innovativ”!
          (aber Android hätte ich in meinem Saab/Auto dann doch nicht unbedingt haben wollen … will hier mit so einer Aussage aber keine “Glaubenskriege” anfangen)

          Aber einige Bereiche von iQon finde ich auch heute noch – zumindest optisch – durchaus noch “akzeptabel” ….
          http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=17e2e9-1453454556.jpg
          http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=1dff99-1453454582.jpg

          P.S.: zu diesen ganzen “modernen” bunten Leuchttafeln in Autos
          Ein Bekannten war neulich das erste Mal etwas länger (im Dunkeln) mit mir in meinem 2011´er unterwegs.
          Den Innenraum fand er sehr gut, das Platzangebot gigantisch.
          Aber was er sofort beim Losfahren als vollkommen “hässlich” und antiquiert empfand, war die grüne Navi-Anzeige (Radio, Button, etc.) und auch die generell die grüne Beleuchtung.

          Ich hab ihm nur gesagt, das sei Gewöhnungssache und mir gefiele das grün, besonders auch da es irgendwie sehr “unaufdringlich” ist.

          Bei der Rückfahrt meinte er dann plötzlich, grün wäre doch vielleicht gar nicht so schlecht und da könnte was dran sein, denn er wurde im Saab längst nicht so “geblendet” und “abgelenkt” von den ganzen Beleuchtungen wie in seinem BMW und er empfand das sehr “entspannend”.

          • Das ist keine Frage eines Glaubenskriegs. Android ist Prinzip-bedingt weniger kugelsicher als zB QNX oder iOS. Google hat sich für einen anderen Weg entschieden. Meins wär es auch nicht, bei einem Telefon, aber Saab hätte wohl kaum iOS für ein solches System bekommen, und bei QNX gibt es halt kaum Software (ok, weiß ich nicht sicher, immerhin wird es von Blackberry verwendet, aber noch nicht so lange für Smartphones, oder?).

  • Gibt es eigentlich nähere Informationen zu dem NEVS 9-3 Infotainment ?

    Weis man worauf es basiert und was die genauen Funktionen/Möglichkeiten sind ? Und wer ist der Zulieferer?

  • Bei den neuen Displaybrettern fehlt eigentlich nur noch ein großer Warnaufkleber: “der verschwommene Bereich rund um das Display heißt übrigens Realität. Es macht durchaus Sinn diesem beim Hangeln durch die Menus ab und zu etwas Aufmerksamkeit zu widmen – spätestens wenn Sie der Kollisionswarner durch den im Menupunkt 561 auszuwählenden Warnton darauf hinweist…”
    Ok der Text muß vielleicht noch ein bisschen kürzer werden.

    • Vor diesem Hintergrund bekommen Spurhalteassistenten in “modernen” Autos eine ganz andere Bedeutung 🙂 .

  • wie recht ihr alle habt.
    verfluche auch regelmäßig mein “smart”phone bei verfassen von texten – schade, dass es keine vernünftigen phones mehr auf dem markt sind wie das nokia n97mini. da tauchten auf dem display genau die Buchstaben auf, deren Taste ich auch gedrückt hatte. Die ach so tolle Texterkennung via swypen schlägt bei den smartphones Wörter vor, … ach, vergessen wir das Jammern.
    colour to the streets,
    saabs on the streets
    and knobs in the saabs 🙂

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